Hallo,
vielleicht hat mir die ein oder andere einen Tipp.
Ich fühle mich emotional zur Zeit wie ein Hochdruckkessel der jederzeit explodieren kann. Ich fühle wie mich Dinge aus der Vergangenheit, auch der Jugend, belasten und wie eine schwarze Masse in mir hin und herwubbeln. Vieles habe ich schon erkannt und weiß eigentlich auch woran es liegt, nur mein innerer Richter verurteilt immer, dass es rauskommt. Und so habe ich jahrelang geschwiegen und alles mit mir selber ausgemacht. Durch ein paar Erlebnisse in den letzten Monaten hat sich aber alles so hochgearbeitet, dass der innere Kampf mich auffrisst. Und ich auch extrem emotional reagiere. Alles schreit in mir endlich mal den Deckel zu heben und alles rauszulassen. Ohne Wertung und ohne richtig und falsch. Eigentlich möchte ich nur eine Stimme bekommen.
Kennt jemand das Gefühl? Und hat jemand einen Tipp wie ich es rauslassen kann?
Danke.
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 18
Thema: Vergangenheit
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25.09.2011, 15:07Inaktiver User
Vergangenheit
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25.09.2011, 15:09
AW: Vergangenheit
hi bellefleur, ich glaube, aufschreiben wäre eine gute idee!
einfach runterschreiben, mehr oder weniger geordnet, und wie du schon sagst, ohne wertung.
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25.09.2011, 15:15Inaktiver User
AW: Vergangenheit
Hallo Bellefleur,
wie wäre es mit einer Therapie durch einen Psychologen?
Mir hat es wahnsinnig gut geholfen, wenn es auch sehr schmerzhaft war, aber mittlerweile bin ich mit meiner Vergangenheit im Reinen.....
Wichtig ist, dass du es raus lässt und du hast es ja schon erkannt, dass es an der Zeit ist.....
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25.09.2011, 15:24Inaktiver User
AW: Vergangenheit
Schreiben habe ich mir auch schon überlegt, nur habe ich etwas Befürchtungen, dass mein innerer Richter wieder zuschlägt. Aber auf der anderen Seite denke ich wenn ich anffange wird er vielleicht still. Oder ich überliste ihn einfach am Anfang und packe es in Märchen und Geschichten.
Therapie hat man mir letztens auch schon empfohlen. Aber ich habe zur Zeit das Gefühl es muss schnell passieren und möchte nicht Monate auf einen Platz warten. Außerdem habe ich finanziell zur Zeit die Mittel nicht. Und - hört sich jetzt vielleicht blöd und überheblich an - eigentlich weiß ich alles tief in meinem Inneren und weiß auch die Lösung ... und fühle im Moment so als ob jetzt nur noch der letzte Schritt fehlt um alles zum Einbruch/Umbruch zu bringen. So der letzte harte Brocken, das blockierte Gefühl das gerade schreit um nach außen zu kommen.
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25.09.2011, 15:30
AW: Vergangenheit
liebe bellefleur, schnell wird das ohnehin nicht gehen, mit oder ohne therapie! das wünscht man sich (ich kenn das auch, aber ea dauert. es hat ja auch jahre gedauert, bis du zu dieser erkenntnis gekommen bist! das macht ja vergangenheit aus - die (lange) zeit, die nun vergangenheit geworden ist.
du schreibst, du kannst dir therapie nicht leisten - eine psychotherapie bezahlt die krankenkasse, du brauchst nur eine überweisunf vom hausarzt. oder lebst du in einem land, in dem das anders ist? wie alt bist du? (sprich, wie "lang" ist denn deine vergangenheit?)
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25.09.2011, 15:42Inaktiver User
AW: Vergangenheit
Ich bin 44. Und es geht in erster Linie um die Zeit bis Anfang 30. Danach habe ich mich schon viel mit allem beschäftigt. Mit 40 hatte ich eine sehr intensive Zeit, die im nachhinein wunderschön war. Ich habe mich ganz bewußt für ein paar Monate aus dem Leben gezogen, mich nur mit den Dingen beschäftigt. Es war schön und hat mich weitergebracht aber schon damals wußte ich da ist noch der allerletzte Brocken. Nun hat er sich nach oben gearbeitet und will zertrümmert werden. Schon das er so weit hochgekommen ist und sich mit nichts aber auch gar nichts wieder nach unten drücken läßt.
Therapie stehe ich zur Zeit auch noch ein bißchen kritisch gegenüber.
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25.09.2011, 16:56Inaktiver User
AW: Vergangenheit
ich glaube auch eine gute Alternative ist, alles aufzuschreiben - ohne zu kaschieren zu schönen, klar und brutal für Dich alles aufzuschreiben - die Fakten, Dein Gefühl dabei - beschuldige ruhig auch Menschen, die vll. eingebunden waren. Sag ihnen in Deinem "Roman" was Du von ihnen hältst oder beschuldige Dich, wenn Du meinst falsch reagiert zu haben ( ich weiß ja nicht, um was es geht).
Lese es Dir durch, fühle das nochmal durch - das kann dauern - raff Dich dazu auf, sei Dein eigener Therapeut. Wer kann Dich besser verstehen als Du??
Und dann - dann fängst Du an zu verzeihen - das finde ich gaaaanz wichtig.
Verzeihe einfach und lass Deine Vergangenheit Vergangenheit sein - denn Du kannst sie nicht mehr ändern. Du kannst sie in eine Kiste packen und wegstellen - denn die Vergangenheit ist "gegessen" und hat Dich geprägt, ist ein Teil Deines Lebens - aber sie ist definitiv Vergangenheit.
Gib Deiner Vergangenheit nicht die Macht über Dein Leben jetzt - lach sie aus.
Ich weiß , dass das nicht einfach ist, aber das kannst Du!!!
Ich weiß nicht, was Dir zugestossen ist, was Dich verletzt hat, welchen Quatsch Du selber verzapft hast - aber sei Dir ganz sicher, dass man alles verzeihen kann. Wenn man den richtigen Denkansatz hat (ich gehe mal davon aus, dass Du keinen Mord begangen hast
)
Magst Du uns so in etwas erzählen um was es geht - hast Du Fehler gemacht oder bist Du Opfer anderer geworden??
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27.09.2011, 16:51Inaktiver User
AW: Vergangenheit
Fang einfach an. Schreibe einfach, wie es aus der Feder kommt. Setze die Messlatte tief. Es müssen keine Märchen sein. Es muss keine Literatur sein. Du musst auch nicht sofort Erkenntnisse bekommen. Das alles ist zunächst nicht wichtig. Hauptsache ist, dass Du überhaupt anfängst, zu schreiben.
Auch Dein innerer Richter darf sich zu Wort melden. Das wird er übrigens sowieso tun. Und es ist sogar gut, dass er es tut, denn dann hast Du schwarz auf weiß, was "er" Dir vorwirft. Wenn es dann schriftlich fixiert ist, wird es sehr konkret. Das ist gut, weil Du dann gezielt nach Ursachen dieser Sätze des inneren Richters suchen kannst und weil Du Dir in aller Ruhe Gegenargumente ausdenken kannst. Bei mir ging das z.B. so:
Innerer Richter: "Das, was Du hier schreibst, ist sowieso sinnlos. Was soll das! Hör' auf damit!"
Ich: "Wer sagt das, dass das sinnlos ist? DU vielleicht? Nun, dann wollen wir doch mal sehen, worauf sich diese "Sinnlos-Haltung" gründet! Immerhin bestimme immer noch ich, was sinnlos ist und was nicht!"
Tu es trotzdem. Lass Dich auf eine Warteliste setzen, wenn Du nicht sofort einen Platz bekommst. Gerade, wenn Du anfängst, alles aufzuschreiben, ist es wichtig, dass Du die Dinge, die dabei sichtbar werden, irgendwann einmal mit einem kompetenten Menschen besprechen kannst. Sich alleine auf die Spur zu kommen UND das Erkannte umsetzen zu wollen, ist m.E. sehr sehr schwierig. Ich könnte das nicht. (Ich bin in einer ähnlichen Situation wie Du). Lass' Dir helfen! Es wird Dir Wind unter die Flügel bringen und Du wirst letztlich schneller und besser ans Ziel, bzw. in eine gute Richtung kommen, als alleine.Therapie hat man mir letztens auch schon empfohlen. Aber ich habe zur Zeit das Gefühl es muss schnell passieren und möchte nicht Monate auf einen Platz warten. Außerdem habe ich finanziell zur Zeit die Mittel nicht.
Nein, das ist ganz und gar nicht überheblich. Das ist sogar sehr gut, dass Du schon so weit bist. Allerdings, Du liegst nun quasi in den "Geburtswehen". Lass' Dir dabei helfen, das "Kind" zu gebären. Auch wenn man etwas schon begriffen hat und eigentlich alles weiß, so vergisst man das oft wieder, bzw., genau dann, wenn man es bräuchte, ist die "Erkenntnis" plötzlich nicht mehr da. Du glaubst gar nicht, wie geschickt man darin sein kann, sich selbst ständig ein Bein zu stellen. Da ist es sehr hilfreich, von außen etwas Hilfestellung zu bekommen. Ich weiß, wovon ich rede.Und - hört sich jetzt vielleicht blöd und überheblich an - eigentlich weiß ich alles tief in meinem Inneren und weiß auch die Lösung ... und fühle im Moment so als ob jetzt nur noch der letzte Schritt fehlt um alles zum Einbruch/Umbruch zu bringen. So der letzte harte Brocken, das blockierte Gefühl das gerade schreit um nach außen zu kommen.
Alles Gute Dir!
Du schaffst das!
Geändert von Inaktiver User (27.09.2011 um 17:00 Uhr)
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29.09.2011, 20:44Inaktiver User
AW: Vergangenheit
Hallo,
hier bin ich wieder aber die Forenumstellung hat mich ein bißchen aus dem Konzept gebracht und mir eine unfreiwillige Pause gegeben ;-).
Danke für eure Antworten, ihr habt mir sehr praktische Tipps gegeben die ich wirklich gut finde.
Sei es der Denkansatz, dass man seiner Vergangenheit keine Macht geben soll sowie die Tipps was gut sein könnte beim Schreiben. Denn man unterliegt ja gerne der Illusion, dass das einfach ist und sich dann alles in Luft auflöst.
Momentan greift alles so in meine Gegenwart, dass ich nun endgültig an einen Punkt gekommen bin wo ich sagen muss "so kann es nicht weitergehen".
Ich habe auch den Thread mit dem inneren Kind durchgelesen und überlege nun ob ich mir das Buch "Aussöhnung mit dem inneren Kind" zulegen soll.
Ja, jetzt bin ich zwar so weit das ich weiß es muss etwas geschehen aber dann zur Tat zu schreiten ist doch noch einmal was ganz anderes. Und da der Verdrängungsmechanismus mittlerweile so gut funktioniert ... aber tief in meinem Inneren weiß ich "Tu etwas denn der Tag wo Dich alles wieder einholt wird nicht auf sich warten lassen!"
Aber da es auch schmerzhaft und arbeitsintensiv werden könnte, neigt man - gerade bei dem schönen Wetter - auch auf diese sonderbare inneren Stimme zu hören, die beständig flüstert "Komm, irgendwie geht es auch so..."
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30.09.2011, 10:03Inaktiver User
AW: Vergangenheit
Wenns so arg ist, dann Therapie, wer weiß, was da alles hoch kommt und nicht, dass Du dafür dann auf keinen Fall allein sein kannst, wenn Du ggf. triggerst, weil Gefahr für Dich selbst besteht. Sonst, klar kann man auch Dinge allgemein medizinisch abklären, die solche Zustände begünstigen, wie Eisenmangel, Vitaminmangel und man kann etwas nehmen zur Stressbewältigung und zur Entspannung wie im weitestenen Sinne z.B. Anabol- Loges oder Dysto-loges. Einfach, damit es leichter wird.
Der Vergangenheit keine Macht geben, ich weiß nicht, ob Dir das hilft oder ob Du Dich damit dann ggf. erneut übergangen fühlst. Ich denke, dass eine Therapie der richtige Weg ist und ggf. auch gute und qualifizierte Selbsthilfebücher zusätzlich zu den Themen, die Du zu bearbeiten hast. Nicht alle Bücher würde ich loben, aber manche sind gut.Geändert von Inaktiver User (30.09.2011 um 10:06 Uhr)


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