Mach Dir keine Sorgen - Du bist Dir bereits selbst gut auf der Spur - das bist Du, das ist dein Lebensempfinden - und das ist nicht schlecht.
Mit zunehmender Lebensweisheitwirst Du das so verändern, dass es zu Dir passt.
Stell Dir doch nur mal vor, Du wärest nicht so begeisterungsfähig, wie viele Facetten des Denkens und Lebens würden Dir entgehen - sei froh, dass Du dann aber auch wieder so schnell ernücherst, weil Du siehst, das ist es nicht.
Du hast dann halt aussortiert - ist doch ganz normal und gesund.
Das Richtige (wenn es dann kommt) wirst du schon erkennen.
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Thema: Niemals satt
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24.09.2011, 19:56Inaktiver User
AW: Niemals satt
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24.09.2011, 20:18
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24.09.2011, 20:41
AW: Niemals satt
hallo farrah,
ich hab jetzt nur mal kurz quergelesen und dabei kommt mir eine Frage in den Sinn:
hast Du schon mal drangedacht, dass es auch in Richtung ADHS gehen könnte?
Es gibt zu diese Thema inzwischen gute Fachliteratur für Erwachsene, könnte sein,
dass Du Dich da ev.in Teilen wiederfindest.
Ist so spontan mein Gedanke.
Auf jeden Fall würde ich mir therapeutische Hilfe suchen :-)
Viele Grüße und alles Gute Dir!
fortune
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25.09.2011, 17:07
AW: Niemals satt
Puuh, danke erst mal für die vielen Antworten!



Da hast du recht! Und deshalb kam mir ja auch selbst schon der Gedanke, dass der Grund für diese Unzufriedenheit darin liegt, dass ich mir bisher in meinem Leben kein Gebiet erschließen könnte, in dem ich wirklich zuhause bin. Ich beneide zum Beispiel Menschen, die ein Musikinstrument meisterhaft beherrschen (wahlweise auch irgendwas anderes, das Talent und Fleiß erdordert), denn dann, so glaube ich, hat man immer etwas, was einen tröstet, was einen stützen kann, wenn es einem schlecht geht.
@Stecher: ich meine zu verstehen, worauf du hinaus willst. Aber dieses in mich gehen, dieses meditative, liegt mir nicht. Ich komme damit zu keinem bahnbrechenden Ergebnis, da ich ja nicht darunter leide, nicht zu wissen, was mir fehlt. Ich weiß das ja! Nur, wie komme ich dahin?
@Luciernago: Danke! Das ist eine gute Idee, sich jeden Tag etwas zu gönnen. Nicht im Sinne von Konsumieren, denn ich habe das Gefühl, das macht nicht zufrieden.
@Quirin: die Idee hatte ich auch schon. Aber wahrscheinlich ist der Leidensdruck nie groß genug gewesen, sich tatsächlich Hilfe zu suchen. Ich fühle mich eigentlich stark und energiegeladen. Ich habe nur das Gefühl, dass diese Energie total blockiert ist... Keine Ahnung, ob das verständlich ist. Ich habe mich in den letzten Jahren ohne Hilfe (jedenfalls ohne professionelle Hilfe aber durchaus mit Unterstützung von Freunden) in eine gute Richtung weiterentwickelt, wie ich meine. Dadurch traue ich mir zu, solche Schwierigkeiten auch ohne Therapie lösen zu können. Es muss nur der Anfang gemacht werden.
@Kenzia: gut erkannt, denn ich selbst komme mir bisweilen auch wie ein Chamäleon vor. Alles wechselt so schnell in meinem Leben, Geschmäcker und Einstellungen können sich bei mir drehen wie eine Fahne im Wind.
Stichwort Flüchten: ja , das kann sein. Ich tendiere dazu, vor tieferen Bindungen zu flüchten. Ich bin dabei bisweilen so radikal, dass mir selbst davor schaudert. Ich habe das Gefühl, schon oft verbrannte Erde hinter mir gelassen zu haben. Ich glaube, ich fürchte mich enorm vor Abhängigkeiten. Ich erinnere mich , schon als Kind beschlossen zu haben, mich nie auf andere Menschen zu sehr zu verlassen, Pläne zu schmieden, die sich auch im Zweifel alleine ausführen lassen. Das scheint tief verwurzelt zu sein.
@Suki: danke für den Buchtipp! Ich meine auch, dass der letzte Schalter der umgelegt werden muss, das Handeln ist. Einfach tun, auch wenn früher oder später unweigerlich negative Gefühle dabei aufkommen. Das war biher dann immer der Punkt, an dem ich aufgegeben habe.
Und zu dem Gedanken, das Mangel auch ein Antrieb ist: ich denke, wir haben beide recht. Wenn man ganz satt ist, dann wird man sich nicht mehr bewegen und also auch nichts mehr erreichen. Wenn man aber unterernährt ist, fehlt einem die Kraft und man bleibt dem Mangel verhaftet und kommt so auch nicht weiter. Mangel kann in Maßen ein Antrieb sein.
@Was-immer-es-gibt: es ist sicherlich auch die Angst vorm Scheitern und nicht gut genug sein, die unglaublich bremst. Rational ist das nicht, denn ich finde nicht, das Fehler etwas Schlimmes sind. Praktisch aber fühle ich mich leicht vollumfänglich als versager, wenn mir etwas nicht gelingt... Das ist durchaus ein Problem. Nicht vernünftig, aber vorhanden.
Ich lasse mich übrigens gerne inspirieren, nur: die Initialzündung alleine reicht nicht. Man braucht dann auch Ausdauer und Frustrationstoleranz.
@Gioello: du machst mir Hoffnung! Vielleicht war wirklich einfach das Richtige noch nicht da.
@Fortune_2010:
daran habe ich schon gedacht, denn ich habe wirklich Schwierigkeiten mich zu konzentrieren. Und obwohl ich mir dadurch schon vieles im Leben vermasselt habe, ist dummerweise auch hier noch der Gedanke da: ich schaffe das schon, ich muss mich nur zusammenreißen! Ich fühle mich nicht krank oder ausgeliefert.
Danke erstmal an alle.
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28.09.2011, 07:49Inaktiver User
AW: Niemals satt
In dem Zustand habe ich meine (zukünftige) Karriere an die Wand gefahren.
(Mittlerweile kann ich das grinsend sagen, weil ich mich wieder gefangen habe - und nun etwas ganz anderes mache als geplant, dabei aber immer zufriedener werde.)
Zu allem anderen ist schon viel gesagt worden, daher greif ich mal nur diesen Aspekt heraus - den halte ich nämlich für durchaus wichtig. Ansonsten kenne ich einiges von dem, was Du schreibst - und ich würde es gar nicht so negativ bewerten. Intensiv träumen zu können ist auch etwas tolles! Nur dieses Gefühl beständiger Leere, Hungers, Unzufriedenheit - das zehrt natürlich. Treibt Dich aber auch an. Ein zweischneidiges Schwert, wie vieles.
Alles Gute
Sin
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28.09.2011, 08:45Inaktiver User
AW: Niemals satt
Na ja wissen und umsetzen sind zwei verschiedene paar Stiefel!
Deine Messlatte, die Du an Dich hast ist so hoch, dass Du sie nicht mehr selber siehst und wunderst Dich, das Du regelmässig an Deiner eigenen Messlattenhöhe scheiterst?
Dein Gedanke: Ich muss mich zusammenreissen, führt Dich geradewegs in den Abgrund.
Diese Überzeugung ist ein Teil Deines Glaubenssystems. Und mit diesem zusammenreissen wirst Du Dich selbst immer wieder übergehen und nicht ernst nehmen!
Du wischt Deine eigenen Wünsche und Bedürfnisse hinweg und wunderst Dich, dass in Dir alles rebelliert?
Und weil Du diesen Zustand so verinnerlicht hast merkst Du nicht wieviel Dir eigentlich fehlt, ist ja alles bekannt und "normal" für Dich.
Du schreibst mir auch noch, dass dieses in Dich gehen Dir nicht liegt und frägst dann noch nach wie Du dahinkommst?
Die Frage ist doch warum willst Du was ändern wenn Dein bisheriges Konzept so gut war?
Oder Du entscheidest Dich bewusst dafür einmal einen völlig, für Dich vielleicht bescheuerten Weg, zu gehen ohne zu Wissen wo der hinführt? Ohne Sicherheit?
Meditieren hört sich so gross an, damit kann ich auch nix anfangen, aber sich selbst einmal zuhören, sich selbst die Wertschätzung zu geben anstatt ständig auf das Aussen gerichtet zu sein wäre der Weg schlechthin.
Nenn es bewusst zu leben, bewusst den Tag zu beginnen und nicht diesen Automatismus zu fahren, den Du schon immer gewohnt bist. Das ist am Morgen nach dem Aufwachen ein bewusster Gedanke was Du Dir von diesem Tag wünscht, mehr nicht.
Klar leidet dann auch Deine Sexualität nur ist der einzige Weg zu schauen wo diese Mängel in Dir herkommen und in den allermeisten Fällen sind das Mängel aus der Kindheit und ohne Innenschau gehts nicht.Geändert von Inaktiver User (28.09.2011 um 09:09 Uhr)
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28.09.2011, 09:43
AW: Niemals satt
So denke ich auch, wenn es mir gut geht.
Dann aber kommen die Durststrecken und ich sehe auch, wie wenig ich in meinem Leben erreicht habe im Vergleich zu anderen. Es ist nicht so, dass ich jemanden beneide darum, aber es stellt sich dann irgendwie so eine Art Schuldgefühl bei mir ein. Als hätte ich mein Soll nicht erfüllt, dabei muss das ja niemand.
Diese Leere und Unzufriedenheit bezieht sich auch überhaupt nicht auf materielle Dinge, hat es auch noch nie. Ich könnte mich von so gut wie all meinen derzeitigen Besitzgegenständen sofort ohne Bedauern trennen. Ich weiß gar nicht, was genau fehlt und das macht die Suche so schwer, und das macht es unmöglich, sich überhaupt in Bewegung zu setzen. Geld war nie ein Antrieb, Anerkennung beschämt mich eher, glaube ich, Pflichtgefühl? Zu schwach ausgeprägt.
Mein Liebesleben läuft eindeutig zu mau, und das liegt wirklich vor allem an meiner eigenen Feigheit und meinen inneren, absurden Blockaden, die kaum einen vernünftigen Grund haben.
Das ist schon ein wichtiger Aspekt, wie du auch sagst, das muss sich ändern.
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28.09.2011, 10:03
AW: Niemals satt
Es ist ja nicht so, als hätte ich mich mein Leben lang zu sehr zusammen gerissen. Im Gegenteil, ich hab ja zu wenig durchgehalten, hab zu viel durchgehangen. Gleichzeitig habe ich auch nicht so viel aus meinem Leben gemacht, wie ich hätte machen können: aus Ängstlichkeit, Trägheit, was auch immer.
Ich glaube auch nicht, dass ich unbedingt über meine Bedürfnisse hinweggehe. Ich traue mich manchmal nicht, gewisse Dinge zu tun, entweder weil ich sie mir nicht zutraue oder weil mir mein Perfektionsanspruch im Wege steht. In diesem Punkt hast du schon recht.
Ich habe mich vielleicht missverständlich ausgedrückt. Ich kenne mich schon gut, ich kann mich nur nicht hinsetzen und dann irgendwas "hören", was irgendetwas in mir angeblich sagt - wahrscheinlich fehlt mir die Phantasie dazu. Ich habe sehr weit zurückreichende Kindheitserinnerungen und kann die eine oder andere Ursache durchaus sehen. Ich weiß ganz genau, woher dieses Gefühl des nicht gut genug seins zum Beispiel herkommt, aber was nützt mir das?
Und dein Vorschlag, mal was ganz neues ohne Sicherheit auszuprobieren, klingt gut. Nur Momentan ist auch das ein Teil meines Problems: meine Lebensumstände sind zur Zeit sehr unsicher. Ein bisschen hänge ich sowieso schon in den Seilen, aber vielleicht kommt mir das auch nur so vor. Vielleicht hast du recht und ich sollte wirklich mal was ganz neuse versuchen.
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28.09.2011, 10:21
AW: Niemals satt
Vergleich mit anderen führt dich gnadenlos wieder von dir und deinen Bedürfnissen weg. Was willst und brauchst DU?
Das ist, wie Stecher andeutet, ein "Teil deines Glaubenssystems" und vermutlich in einer Art Perfektionismus begründet, den du aus deiner Entwicklung mitgenommen hast. Vielleicht ist es auch so, dass dich nur Perfektionismus überhaupt antreibt, da alles "darunter" gefühltes (anerzogenes) Mittelmass ist, nichts wert, zu langweilig, zu leicht zu bekommen.Es ist nicht so, dass ich jemanden beneide darum, aber es stellt sich dann irgendwie so eine Art Schuldgefühl bei mir ein. Als hätte ich mein Soll nicht erfüllt, dabei muss das ja niemand.
Aus diesem Satz geht zumindest hervor, dass du keine materiellen Bedürfnisse hast, bzw. dass diese NICHT das sind, was dir fehlt. Dann kannst du das zumindest schon mal bei deiner Suche ausschliessen.Ich weiß gar nicht, was genau fehlt und das macht die Suche so schwer, und das macht es unmöglich, sich überhaupt in Bewegung zu setzen. Geld war nie ein Antrieb, Anerkennung beschämt mich eher, glaube ich, Pflichtgefühl? Zu schwach ausgeprägt.
Wenn dich Anerkennung "beschämt", dann könntest du überlegen, warum das so ist und auf welche Art von Anerkennung sich das bezieht. Hast du das Gefühl, diese Anerkennung in bestimmten Situationen nicht zu verdienen oder bekommst du Anerkennung für Dinge, um die es dir gar nicht geht. Nur ein Beispiel und ein Denkansatz...
Pflichtgefühl feht dir, dagegen hast du möglicherweise einen inneren Widerstand. Du wünschst dir zwar die Fähigkeit zu Disziplin und Pflichtgefühl (beispielsweise ein Instrument konsequent zu spielen), aber a) weisst du nicht wofür das einsetzen solltest (Ziele?), b) setzt das Pflichtgefühl, wie du es erlernt hat, eine zu hohe Messlatte an Perfektionismus und c) bedeutet Disziplin sowohl Festlegung auf ein bestimmtes Ziel (was dir vielleicht gar nicht entspricht) und gleichzeitig eine hohe Frustrationstoleranz gegenüber vorübergehenden Fehlschlägen bei dessen Erreichung. Auch das nur mal ein Beispiel und ein Denkansatz...
Das Liebesleben ist grundsätzlich eine andere Baustelle, die du nur durch eine Innenschau auf anderen Bereichen überhaupt angehen kannst.Mein Liebesleben läuft eindeutig zu mau, und das liegt wirklich vor allem an meiner eigenen Feigheit und meinen inneren, absurden Blockaden, die kaum einen vernünftigen Grund haben.
Es lohnt sich - um des "lieben Überblicks willen" - mal, die verschiedenen Lebensbereiche und Bedürfnisse, die du hast vorsichtig zu differenzieren. Dann wird der "Berg" kleiner.
Insgesamt klingt bei dir heraus, dass du auf eine Art "grosser Wurf", die "ultimative Erkenntnis", den "inneren Blitz" wartest, vielleicht auch den "äusseren Blitz".
Es ist aber entspannender, klein anzufangen, sich erstmal Dinge einzugestehen und zu erfahren, dass die Dinge nicht alle ein einziger Berg sind, den man nur durch eine massive Sprengung abtragen kann. Das wäre für jeden Menschen eine viel zu übermenschliche Aufgabe.
Da steckt schon in den wenigen Worten leider viel deiner Innensicht drin: Das Passiv - DAS ES muss sich ändern. Das Pflichtgefühl, die Messlatte: Es MUSS....das muss sich ändern.
So kommst du nicht weiter: Fang klein an, in kleinen Schritten: Aus was besteht das ES? Und was MUSST du überhaupt? Vielleicht kannst du über diesen Weg zu einem: Ich will und ich kann, muss aber nicht...kommen?Geändert von Elwyn (28.09.2011 um 10:52 Uhr)
Man sollte nie die gleiche Dummheit zweimal machen, denn die Auswahl ist groß genug.
Bertrand Arthur William Russell
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28.09.2011, 10:52Inaktiver User
AW: Niemals satt
Neben dem ADHS noch ein Tip:
Schreib dir mal auf, wann du diese Hochgefühle hast und wann die Durststrecken sind- dann erkennst du vielleicht ein Muster im Kalender.
Soll heißen: Wo stehst du..vor den Tagen oder danach.. frauentechnisch :)
Nimmst du die Pille `?
Das kann hormonell ebenso mit einspielen..
Zusammenreißen nimmt dir Energie, die du mit Unterstützung besser verwerten könntest. Eine Beratung durch einen Psychiater macht schon was aus. Egal wie es nun ausgeht.
Bin schon gespannt, wie es bei dir weiter geht.


wirst Du das so verändern, dass es zu Dir passt.
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