Die Kunst ist halt berechtigte, sachbezogene (!) Kritik von kleinen unfreundlichen Seitenhieben zu unterscheiden!
Hilfreich ist dabei wieder das Bauchgefühl.
Bei Kindern sieht man den Mechanismus ganz deutlich. Wenn ein Kind immer wieder versucht, mit einem anderen befreundet zu sein, obwohl es von dem anderen immer wieder gekränkt wird. Kind A geht immer wieder zu Kind B, weil es doch noch hofft, das alles gut wird. Und B zwickt und zwackt A wieder, weil das ja so prima funktioniert.
Aber irgendwer hat doch hier als Motto "Wer sich gegen Kritik wehrt, gibt zu, dass sie berechtigt ist."
Naja, jede Regel hat Ausnahmen!
Wenn es tatsächlich um Machtkämpfe geht, sollte man sich galant entziehen oder abgrenzen.
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Thema: Dünnhäutig geworden
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02.10.2011, 21:01Inaktiver User
AW: Dünnhäutig geworden
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07.10.2011, 09:23
AW: Dünnhäutig geworden
Ihr Lieben,

nun habe ich mich so lange nicht mehr gemeldet,
, aber es hat 1,5 Wochen gedauert, den Telefon-, bzw. DSL-Anbieter zu wechseln. Wusste gar nicht, dass das so kompliziert sein kann.
Vielen Dank für eure Posts! Danke auch Brighid für deine "Checkliste" in Post #12!
Mein Bestreben in den letzten Jahren war es, mich zu zeigen, mich nicht zu verstecken, sondern anderen zu zeigen, was ich fühle, denke ... authentisch zu sein.
Aber gerade ein Erlebnis vor kurzem zeigt mir, dass ich da auf mich Acht geben muss.
Konkret: ich versuche seit einiger Zeit, in einer Berufsgruppe Anschluss zu finden. Diese Gruppe besteht aus vielen Exkommilitonen und anderen Leuten, die genau in dem Bereich (Design) arbeiten, in dem auch ich arbeite. Dieser Kontakt ist mir sehr wichtig, weil ich eine Selbstständigkeit in diesem Bereich anstrebe und mir einen Erfahrungsaustausch diesbezüglich wünsche. Nun hadere ich aber immer wieder sehr und kämpfe mit vielen Ängsten hinsichtlich der ungewissen Zukunft. Und dieses Innenleben verstecke ich vor anderen nicht, habe keine Lust zu bluffen und mich künstlich aufzublasen, sondern zeige, wie es in mir aussieht. Im Gespräch mit einzelnen scheint die Art wie ich mich zeige, okay zu sein, sind diese Menschen allerdings in einer Gruppe zusammen, werde ich neuerdings belächelt, man tuschelt hinter vorgehaltener Hand, so richtig komme ich in diese Gruppe nicht hinein. Und das verletzt mich sehr.
Das lässt mich dann zu dem Schluss kommen, dass ich mich besser schützen, mich nicht mehr so offen zeigen und mich statt dessen mehr von meiner Schokoladenseite zeigen sollte, um keine Angriffsfläche zu bieten.
Ich glaube inzwischen, dass viele Menschen den Bluff, den Schein brauchen, viele können mit authentischen, urmenschlichen Betrachtungen nichts anfangen. Im Gegenteil, es scheint sie vielfach dazu einzuladen, zu verletzen, sich selbst zu erheben. Und aus dieser Betrachtung heraus komme ich für mich zu dem Schluss, dass ich immer gut abwägen sollte, wem ich was von mir zeige. Meine alte Maske sollte ich wieder mehr tragen, um mich selber zu schützen.
Wir Menschen scheinen instinktgesteuerter und weniger pazifistisch angelegt, als ich das vielfach wahrhaben möchte.
Ich habe den Eindruck, dass meine Dünnhäutigkeit nur teilweise dem Umstand zuzuschreiben ist, dass ich nun in ruhigeren Fahrwassern fahre und es sich um "Nachwehen" handelt. Sie hat, wie mir scheint, auch damit zu tun, dass ich generell recht sensibel und mit nicht allzu großem Selbstbewusstsein ausgestattet bin.
Außerdem verstehe ich die Regeln, die in Gruppen spielen, vielfach nicht. Mit einzelnen Menschen kann ich es meist gut, befinden sich diese Menschen aber in Gruppen, habe ich oft das Gefühl, dass dann ganz andere Kräfte am Werk sind.
... und ich merke, dass ich etwas vom Thema abschweife ...
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07.10.2011, 09:26Inaktiver User
AW: Dünnhäutig geworden
da ich berufsbedingt vorallem in frauengruppen arbeite - habe ich über die jahre eines gelernt: dienst ist dienst- und privat ist privat.
du suchst anschluss auf dem beruflichen sektor- da wäre ich mit privat zurückhaltender.
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07.10.2011, 12:05Inaktiver User
AW: Dünnhäutig geworden
Nun ja, wenn du einen Start in eine risikoreiche, da finanziell unsichere, berufliche Zukunft anstrebst, wird das mit der Empfindsamkeit sicher nicht besser
Deswegen kann es trotzdem für dich der richtige Schritt sein!
Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen, dass die Unsicherheit, die eine berufliche Selbstständigkeit mit sich bringt, schon Spuren hinterlässt. Ich merke immer, wie die Stimmung steigt und fällt (und die Sensibilität), wenn es beruflich mal wieder unsicherer ist.
Ich bin auch ein Typ, der sehr offen über seine Unsicherheiten spricht. Und habe auch schon die entsprechende Resonanz erhalten … Ich weiß, dass ich mich deshalb nicht vollständig umkrempeln will, kann und werde. Aber etwas daraus lernen möchte ich schon.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es auf andere einfach ganz anders wirkt, als ich es selbst erlebe! Daraus kann man den anderen meiner Meinung nach gar keinen Vorwurf machen.
Versuch doch mal darauf zu achten, wie es auf dich wirkt, wenn jemand sich ähnlich verhält wie du.
Stell dir vor, du gehst zu einem Arzt und der erzählt dir, von seiner Unsicherheit, ob das was wird mit seiner Praxis. Ich weiß: Jedes Beispiel hinkt …
Eine Bekannte von mir kann es nicht so gut leiden, wenn jemand davon berichtet, dass er Schwierigkeiten mit der Unsicherheit oder den Kröten hat, die man in ihrem Beruf schlucken muss. Sie sagt dann immer: "Das gehört zum Berufsbild. Das wusste man vorher."
Das finde ich schon hart, aber etwas ist dran.
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07.10.2011, 15:35
AW: Dünnhäutig geworden
@ Nachtmahr
"Ich glaube inzwischen, dass viele Menschen den Bluff, den Schein brauchen, viele können mit authentischen, urmenschlichen Betrachtungen nichts anfangen. Im Gegenteil, es scheint sie vielfach dazu einzuladen, zu verletzen, sich selbst zu erheben. Und aus dieser Betrachtung heraus komme ich für mich zu dem Schluss, dass ich immer gut abwägen sollte, wem ich was von mir zeige. Meine alte Maske sollte ich wieder mehr tragen, um mich selber zu schützen.
Wir Menschen scheinen instinktgesteuerter und weniger pazifistisch angelegt, als ich das vielfach wahrhaben möchte."
Sorry, kann immer noch nicht zitieren ;-((
aber darauf musste ich einfach antworten! Weil ich es GENAU SO empfinde, wie Du es beschrieben hast!
Danke dafür, liebe Nachtmahr, hat mir - ich bin in einer anderen Situation als Du - SEHR
weitergeholfen!
die a-bettyGeduld ist das Vertrauen, dass alles kommt, wenn die Zeit dafür reif ist.
Gut sein ist edel. Andere lehren, gut zu sein, ist noch edler.
Und leichter.
(Mark Twain)
In der Liebe und beim Singen kann man nichts erzwingen.
Das Gedächtnis ist ein sonderbares Sieb. Es behält alles Gute von uns und alles Üble von den anderen.
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07.10.2011, 15:37
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07.10.2011, 16:01Inaktiver User
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07.10.2011, 16:40Inaktiver User
AW: Dünnhäutig geworden
Ich finde nicht, dass irgendetwas dafür spricht, eine Maske zu tragen. Aber man muss nicht alles sagen, was man denkt und nicht alles zeigen, was man fühlt.
Sich selbst zu schützen ist wichtig.
Ich suche auch den Kontakt zu Berufskollegen und Kolleginnen, um zu hören, was für Erfahrungen sie machen und wie es ihnen damit geht. Ich muss aufpassen, dass mein Berichten, wie es mir mit den Schwierigkeiten dieses Berufes geht, nicht als Jammern rüberkommt. Auch wenn ich es nicht als solches empfinde. Es fällt mir erst dann auf, wenn auch mein Gesprächspartner anfängt zu jammern oder zu schimpfen. Hoppala, dann merke ich: "Da haben wir beide nichts von …"
Nachtmahr, kann es sein, dass die anderen manchmal ausweichend auf deine geäußerten Bedenken reagieren, weil sie dir die nicht nehmen können?
Vielleicht schlagen sie sich selbst mit solchen Bedenken herum, oder sind froh, dass sie die verdrängen konnten.
Ich finde, man kann ruhig sagen, dass man sich überlegt, sich in dem gleichen Bereich selbstständig zu machen, und fragen, ob man ein paar konkrete Fragen stellen darf. "Wie lange hat es gedauert, bis die Aufträge von allein kamen?", "Hast du einen Kredit aufgenommen?" und wenn man einen persönlichen Draht zueinander hat auch: "Hat dich das belastet?"
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07.10.2011, 17:19
AW: Dünnhäutig geworden
Ja, da muss ich einlenken.
Ich möchte mein Worte nochmal präzesieren: vielleicht sollte man weniger von seinen Ängsten und Bedenken zeigen, als viel mehr vom Optimismus und positiven Gefühlen, die ja auch vorhanden sind. Sonst entsteht ein einseitiges und womöglich verzerrtes Bild.
Und vielleicht ist es auch für mich selber besser und letztendlich aufbauender, das, was funktioniert und positiv läuft, in den Vordergrund zu heben.
Yep.
Bestimmt ist das auch der Fall. Vielleicht sitzen die anderen doch viel mehr im gleichen Boot wie ich, als es von außen immer so den Anschein hat?
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07.10.2011, 18:54Inaktiver User
AW: Dünnhäutig geworden
Irgendwie ist das auch mein Thema - aktuell holt es mich grad mal wieder ein...
Ich neige auch dazu, zu gehen/mich zurückzuziehen, wenn man mir nicht positiv begegnet. Ich vermute, dahinter steckt auch eine persönliche Prioritäten- bzw. Bedürfnisreihenfolge im Leben. Mir persönlich scheint das Zwischenmenschliche wichtiger als jeder Erfolg - oder nein, anders, Erfolg ist mir sehr wichtig, aber der Erfolg ist für mich nur ein wirklicher, wenn er positiv, und zwar nicht nur sachlich, sondern auch menschlich anerkannt wird. (Vielleicht bin ich da aber auch verwöhnt, weil ich das auch selten anders kennengelernt habe - und damit dann gar nicht klarkomme.)
Ellbogenmentalität ist mir so völlig fremd, dass ich damit nicht umgehen kann - und mich dann lieber freiwillig zurückziehe. (Tenor: "Wer mich nicht will oder mich nicht würdigt - selbst schuld. Den brauche ich auch nicht./Muss er halt auf mich verzichten.") Vermutlich ist das für mich prinzipiell auch richtig, weil es meiner Persönlichkeit entspricht - die Frage ist nur, ob man sich damit nicht manchmal auch was im Leben verbaut.
Deine Filterliste finde ich sehr gut, Brighid! Meine ist nicht so ausgefeilt, aber Ähnliches lasse ich auch in meinem Kopf ablaufen, wenn mir etwas den Schlaf raubt.
Was ich wirklich verinnerlicht habe: Wer mir dumm kommt und dafür sorgt, dass ich mich schlecht fühle, der sollte sich eigentlich schlecht fühlen, nicht ich. Löst nur nicht das Problem, dass mir sowas trotzdem nahegeht - und ich den Rückzug einlegen möchte oder es tue. Oder auch mal wirklich zurückgrante und unsachlich werde. Das ist (für mich) neu - aber auch nicht hilfreich, habe ich festgestellt. Danach fühle ich mich nur noch mieser (weil ich mich so in negative Stimmung reinsteigere und außerdem selbst vielleicht noch unfair werde, und ich HASSE Unfairness.). Eigentlich ist Lächeln die beste Taktik - die aber nur funktioniert, wenn's mir grad richtig gut geht und der Andere mir gar nix kann. Tja...
Eine Menge lose Gedanken zum Thema...
SinGeändert von Inaktiver User (07.10.2011 um 18:58 Uhr)



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