Natürlich möchte das nicht jeder bewusst aussagen, aber zu einer MarkenBILDUNG gehört seitens der Hersteller IMMER eine Aussage. Und die meinte ich im Falle Marco Polo. Es ist auch ein gutes Beispiel, denn Marco Polo investiert seit Jahren konstant in Werbung und Markenbildung, man kann also nicht behaupten, dass die Macher dahinter sich keine Gedanken über den Namen hinaus machen.
Eine Marke wie Eterna könnte beispielsweise für unaufdringliche Qualität und Langlebigkeit, gute Passform etc. stehen und so konzipiert sein, dass sie die Zielgruppe, die das sucht, auch genauso anspricht (von Alter bis Einkommen). Dafür steht schon der Markenname, der ja "Ewigkeit" assoziiert.
Ich sehe Markenbildung übrigens immer wertfreier, da ich so wie meine Vorschreiberin ebenfalls die Arbeit des Designers grundsätzlich schätze, weiss, dass Firmen nicht mehr darum herumkommen, und ausserdem der Ansicht bin, dass man am besten ÜBER den Marken steht, wenn man das kauft, was einem gefällt und zu einem passt. Solche Marken honoriere ich automatisch, wenn sie Klamotten machen, mit denen ich mich wohlfühle...
...und mehr möchte ICH unabhängig vom Hersteller mit meinen Klamotten auch nicht aussagen: Dass ich mich wohlfühle!![]()
Antworten
Ergebnis 71 bis 80 von 252
-
07.09.2011, 16:19
AW: "Ich" leide an Statussymbolen
Man sollte nie die gleiche Dummheit zweimal machen, denn die Auswahl ist groß genug.
Bertrand Arthur William Russell
-
07.09.2011, 16:50
AW: "Ich" leide an Statussymbolen
....da fällt mir was Lustiges ein: ich kenne jemanden, der hat seine Eheringe von Bulgari gekauft - das steht auch auf dem Ring drauf, also bei mir steht der Name meines Mannes....
-
07.09.2011, 16:55
AW: "Ich" leide an Statussymbolen
Klar machen sich Hersteller Gedanken über ein Lebensgefühl, das man mit ihren Produkten verbinden soll. Mir persönlich ist das aber wurscht. Ich habe genügend verschiedene Klamotten und Schuhe ausprobiert, um sagen zu können - Eterna passt mir immer und Gabor auch (ohne anzuprobieren). Dabei ist mir die Marke an und für sich aber völlig egal. Von mir aus könnten sie das Label weglassen.
-
07.09.2011, 16:56
-
07.09.2011, 16:58Inaktiver User
AW: "Ich" leide an Statussymbolen
Hallo!
Im Grunde geht es wohl darum, dass man auf solche Markennennungen so reagiert, wenn man eh schon total genervt dadurch ist und sich vorkommt wie ein Mensch zweiter Klasse, weil man eben nicht mit solchen Marken verkehrt, sich selber weniger Gedanken dazu macht und... weil man ganz klar dadurch eben keine Ahnung hat, wie nun eine Wellenstyn (oder wie auch immer) ausschaut. Das wollte die Dame dann wohl ganz klar zum Ausdruck bringen. Mein Mann hat jetzt eine Jacke, die sieht so und so aus. Die Beschreibung kann man sich dann im Grunde sparen, da scheinbar viele ebenfalls zumindest ein wenig den Durchblick bei den verschiedenen Marken haben und sofort wissen, was gemeint ist.
Marken gibt es glaube ich mittlerweile sooo viele. Auch wenn ich z. B. bei C & A was kaufe gibt es da eine bestimmte Marke, die der Laden führt, vielleicht sogar mehrere. Wenn ich anderen erzählen wollen würde, welche Klamotten ich mir gekauft habe, dann würde ich vielleicht auch die Marke nennen. Denn C&A hat bestimmt mehrere Linien, die sie führen. Ich kenn' mich da nicht so aus. Es gab mal eine in meiner Klasse, die hat ausschließlich Sachen von Esprit gehabt. Das kann jetzt so sein, dass sie ein Markentyp war. Es ist aber doch schon so, dass man tatsächlich Fan einer Marke sein kann. Da gefallen einem die meisten Sachen und sie steh'n einem und passen zu einem, schließlich ist das alles eine Linie und die Klamotten sind sich ziemlich ähnlich in Schnitt oder Farben.
Wäre man jetzt ebenfalls markenbegeistert, hätte man die Bemerkung über die Wellenstyn (oder wie auch immer) ganz anders aufgefasst. Zum einen hätte man gleich gewusst, worum es überhaupt geht. Mich hätte es auch zuerst angestunken, dass jeder weiß, wie das Teil nun aussieht und was es überhaupt ist - nur ich nicht. Da fühlt man sich irgendwie doof bei. Wenn das aber wirklich darauf hinausläuft, dass Menschen sich allzu sehr über solche Dinge definieren, dann wird's mir auch zu blöd. Man kann mal sowas im Gespräch drin haben, aber wenn's zuviel wird. Muss ja nicht sein.
Die Typen, die unbedingt Markensachen um sich herum scharen müssen, müssen ein sehr niedriges Selbstwertgefühl haben. Eins fand ich so wahnsinnig cool. Wir waren mal essen mit ein paar Bekannten. Da saß eine mit gegenüber, die einen neuen BMW unterm Hintern hatte (geleast) und ein niegelnagelneues Blackberry. Dazu kommt, dass sie immer so tut, dass sie gewisse Lokalprominente und sogar richtige Promis persönlich und auch wirklich gut kennt. Wie man mitbekommen hat, stimmte das nur teilweise. Kennen ja, gut, naja, auf jeden Fall nicht so die dicke Freundschaft wie sie's gerne darstellt. Neben ihr saß ein Bekannter von ihr, der tatsächlich ein wenig prominent ist. Muss ich erwähnen, dass sie auch ihn benutzt hat, um sich selbst besser zu fühlen?! Der kam in einem über 10 Jahre alten Auto an und hatte ein Handy, das sicher auch mindestens schon so alt war wie sein Auto. Und DAS hat mir irgendwie imponiert
Lieben Gruß
MrsInkognito
-
07.09.2011, 17:48
AW: "Ich" leide an Statussymbolen
Gruß dingsda
Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart.
Der bedeutendste Mensch ist immer der, der Dir gegenübersteht.
-
07.09.2011, 22:06Inaktiver User
AW: "Ich" leide an Statussymbolen
Jetzt habe ich doch tatsächlich nach Wellensteyn gegoogelt, kannte ich vorher überhaupt nicht als "Marke", solche Jacken schon.
Ich bin übrigens Espritfan, weil mir die Schnitte passen und einige Modelle für mich als bestager
tragbar sind, als Designermarke an sich empfinde ich Esprit nicht, für mich ist das ne Ladenkette, wie H&M.
Wer übrigens glaubt, das die Designer oder Markenbekleidung in Ländern mit ordentlichen Löhnen gefertigt wird, der irrt. Da wo *aldi* drauf steht, läuft auch adidas vom Band. Türkei, Vietnam und China. Und wenn noch jemand an "deutsche" Autos glaubt ...hihi...
gegosssen in Spanien, gefräst in Polen, eingebaut in einen Porsche.
Ob jemand mit etwas protzen will oder nicht, ist doch eigentlich egal. Er hat Geld ausgegeben und hält damit die Wirtschaft in Schwung, das zählt.
-
08.09.2011, 08:05Inaktiver User
AW: "Ich" leide an Statussymbolen
Ich habe durchaus eine Affinität zu bestimmten Marken und stehe dazu. Meine Freundinnen wissen, dass ich absoluter Coccinelle-Fan bin und fast nur Coccinelle-Taschen kaufe. Wenn ich berichte, dass ich mir eine neue Coccinelle-Tasche gekauft habe, ist jeder klar, dass ich das nicht sage, um mit einem vermeintlichen Statussymbol zu protzen (zumal es da gerade im Taschenbereich noch eine ganz andere Liga gibt), sondern weil ich mich schlicht und ergreifend über den Kauf freue.
Protzen hat sicherlich viel mit Selbstbewusstsein, aber noch mehr mit Selbstwert zu tun. Eine gute Bekannte stammt aus sehr einfachen Verhältnissen. Ihr Mann hat beruflich eine tolle Karriere gemacht und verdient sehr gut. Sie spricht grundsätzlich bei Neuanschaffungen nicht von der Sache an sich, sondern von der Marke. Doch ich kenne den Hintergrund, weiß, warum sie so großen Wert darauf legt. Ich empfinde es auch nicht als Protzen, sondern als ein sich selbst aufwerten, aber nicht vor mir, sondern vor sich selbst, dies zumal es ja ihr Mann ist, der so viel Geld verdient und gar nicht sie selbst.
Man sollte das Verhalten anderer grundsätzlich nicht zu sehr auf sich beziehen, denn man nimmt sich dadurch selbst wichtiger, als man es ist. Genau der Vorwurf, der ja ursprünglich in die andere Richtung ging, holt einen auf diese Weise wieder ein.
-
08.09.2011, 08:16
-
08.09.2011, 08:39
AW: "Ich" leide an Statussymbolen
Schon seit ewigen Zeiten gilt das Sprichwort "Kleider machen Leute". Auf der einen Seite ist mir sehr bewußt, wie hilfreich die richtigen Labels sind. Zusammen mit einem selbstbewußten Auftreten wird man als Kunde fast überall (sogar in einer Bank, wo man den Kontostand kennt) ganz anders bedient.
Je älter ich werde, desto eigensinniger möchte ich als Kunde gut behandelt werden, wegen mir, nicht weil auf meinem Pullover, meilner Tasche oder meiner auf dem Arm getragenen Jacke ein Label von einem teuren Hersteller steht.Gruß dingsda
Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart.
Der bedeutendste Mensch ist immer der, der Dir gegenübersteht.



Zitieren

