Ich finde die Wellensteyn-Jacken aber schön, hab sie grad mal angeschaut und kannte die nicht.
Der Slogan: Souverän und sicher durch bewegte Zeiten! (Mit einem Bild von viel bewegtem Meer und einem Schiff dahinter...)
Die Kritik (im Internet): Modische Outdoorjacken, die zwar auf den Outdoortrend setzen, aber funktional nicht unbedingt so aufgestellt sind wie Schöffel & Co. Dafür kann man sich damit modisch halbwegs vorteilhaft durch die Stadt bewegen.
Also mich würde das ansprechen!
Offenbar gibts Ratschläge, die Jacken nicht zum Originalpreis zu erwerben, da sie auch oft runtergesetzt zu haben sind. Über die Preisschraube nach oben scheinen manche Boutiquen hier nur Image zu forcieren.
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15.09.2011, 12:13
AW: "Ich" leide an Statussymbolen
Man sollte nie die gleiche Dummheit zweimal machen, denn die Auswahl ist groß genug.
Bertrand Arthur William Russell
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15.09.2011, 12:14Inaktiver User
AW: "Ich" leide an Statussymbolen
Du musst nicht so genervt sein, tilbage, ich kenne den Unterschied zwischen einem Status- und Prestigesymbol und meine auch, dass u. a. ich es war, die die TE auf diesen Unterschied hingewiesen hat.
Jede Marke ist letztlich ein Statussymbol und genau das macht das Protzen damit per se schon überflüssig.
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15.09.2011, 12:16
AW: "Ich" leide an Statussymbolen
Der Unterschied zwischen Statussymbol und Prestigeobjekt hat mich als soziologisch vorgebildete Userin nun doch interessiert.
In der Umgangssprache wird beides oft verwechselt.
Ein ursprüngliches Statussymbol ist z.B. ein Zepter, eine Krone, ein Hermelinmantel, ein Wappen, ein Talar oder eine Mönchskutte - Objekte, die von rechts wegen bestimmten Menschen oder Gruppen vorbehalten sind, um ihre soziale Stellung zu markieren.
Heutige Statussymbole sollen oft das Vorhandensein von überdurchschnittlich viel Einfluß und Geld markieren, z.B. die Stretchlimousine, das größte Büro mit toller Aussicht oder die alte Villa mit großer Parkanlage als Wohnhaus. Solche Objekte sind aufgrund ihrer Seltenheit auf wenige Menschen begrenzt.
Alles andere an Objekten, was sonst noch so dazu benutzt wird, um sich gegenüber einer Bezugsgruppe als etwas Bessergestelltes abzuheben (Disktinktion), sind Prestigeobjekte.
Dazu gehören insbesondere exklusive und damit teure Markenartikel sowie der Hinweis auf diese.
In den Moment, wo jeder mit einem Krokodil auf dem Poloshirt oder einem Imitat der Nobelmarkentasche rumrennt, verliert das Objekt seine Exklusivität und damit seinen Wert als Prestigeobjekt.Geändert von Latona (15.09.2011 um 12:21 Uhr)
Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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15.09.2011, 12:23
AW: "Ich" leide an Statussymbolen
Man sollte nie die gleiche Dummheit zweimal machen, denn die Auswahl ist groß genug.
Bertrand Arthur William Russell
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15.09.2011, 12:33
AW: "Ich" leide an Statussymbolen
Was mich daran so nervt, ist die Tatsache, dass, selbst wenn man sich abheben möchte, diese Prestigeobjekte noch lange nicht aussagen, dass man sich auch wirklich abhebt. Man kann sich doch ebensogut nur ein solches Objekt "anheften", ohne dass da auch nur irgendetwas Tiefgehenderes dahintersteckt. Stichwort: Blenden! Für einen I-Pad oder sonstwas kann ja jeder letztendlich nen kleinen Kredit aufnehmen, ohne Geld, Format, nen Job, interessante Interessen oder sonstwas zu haben, was sagt das denn heute schon wirklich aus?
Echtes Geld, den Luxus, auf Objekte verzichten zu können oder noch lieber echte Bildung oder ein besonderes Hobby usw. taugen doch - WENN - viel mehr dazu!
Man sollte nie die gleiche Dummheit zweimal machen, denn die Auswahl ist groß genug.
Bertrand Arthur William Russell
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15.09.2011, 13:22Inaktiver User
AW: "Ich" leide an Statussymbolen
So eindimensional war Kleidung auch früher nie. Sie transportierte nur auf den ersten Blick all das, was mit einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe assoziiert wurde: dem Miltiär, dem Klerus, dem Großbürgertum, dem Dienstbotenstand.
Heute ist eine der ersten Fragen bei neuen Bekanntschaften: und was machen Sie so beruflich
Früher konnte man das viel stärker aus der Kleidung ableiten.
Letztes Jahr las ich in der ZEIT eine Glosse, in der sich der Verfasser darüber mokierte, dass immer mehr Großstädter mit Funktionskleidung herum laufen, die man bestenfalls bei Touren auf den Mont Blanc braucht
Mein Eindruck ist, dass sich die Distinktionsstrategien in den letzten Jahren immer mehr von der Kleidung auf den Körper verlagert haben.
Es geht nicht nur mehr um den Preis eines Kleidungsstückes, sondern darum, auch mit der Kleidung Jugend und Fitness auszustrahlen.
Dazu passt, dass Übergewicht und mangelnde Fitness vor allem mit der gesellschaftlichen Unterschicht und "bildungsfernen Schichten" in Zusammenhang gebracht werden.
Eine teure Funktionsjacke suggeriert beides: Geld und Fitness.
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15.09.2011, 13:26Inaktiver User
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15.09.2011, 13:50
AW: "Ich" leide an Statussymbolen
Wäre ein Experiment wert, ob man mit entsprechend hochpreisiger Kleidung dieser Frage aus dem Weg gehen könnte, lach!
Also es ist Show, und da uns das EINE Top-Federkleid zum einen nicht angeboren ist und wir auch alle wünschen, uns selbst bestimmen zu können, sollte man das eben auch tun und sich von diesen Zwangs-Mechanismen möglichst nicht ganz vereinnahmen lassen.
Komplett ablegen kann man das nicht, aber wir haben im Unterschied zum Pfau immerhin noch die Wahl.
Auf jeden Fall, teils zum gesundheitlichen Vorteil, teils nicht - s. Schönheits-OPs. Aber heute trägt man eben kein Korsett mehr, sondern manipuliert direkt am Körper!Mein Eindruck ist, dass sich die Distinktionsstrategien in den letzten Jahren immer mehr von der Kleidung auf den Körper verlagert haben.Man sollte nie die gleiche Dummheit zweimal machen, denn die Auswahl ist groß genug.
Bertrand Arthur William Russell
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15.09.2011, 14:02
AW: "Ich" leide an Statussymbolen
wir moechten aber auch anders sein,eine eigene Persoenlichkeit sein duerfen..ansonsten wuerden wir alle uns gleich anziehen.und wir auch alle wünschen, uns selbst bestimmen zu können
Ich lebe in einem Land mit SchulUNIFORMEN und klarerern Vorgaben zur Geschaeftskleidung, da ist zwar dieses Labelgedoens (meiner Beobachtung nach) nicht so ausgepraegt aber dafuer wird sich viel wilder und individueller ( in der Freizeit)als in Deutschland angezogen. Der Wunsch von der Masse sich abzuheben, mehr Mensch als Ameise zu sein. Hast du eine Gesellschaft in der mehr Menschen in der Einheitsfreizeitkleidung Jeans und T-Shirt rumlaufen wird es vielleicht mehr (?) ueber Label kompensiert.
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19.09.2011, 12:49
AW: "Ich" leide an Statussymbolen
@ Elwyn
In der Regel dient Distinktion dazu, sich von denjenigen, die auf der sozialen Leiter unter einem stehen, abzugrenzen. So grenzt sich die Oberschicht von der Mittelschicht und die Mittelschicht von der Unterschicht ab, und die Unterschicht von den sozial Verachteten.Kannst du soziologisch sagen, woher das Bedürfnis nach "Distinktion" kommt und heute noch so wichtig ist?
Die wirtschaftlich größte Rolle spielt wohl das Abgrenzungsbedürfnis der Mittelschicht zur Unterschicht, nicht umsonst heißt es auch „distingiert“.
Nun haben massenhaft verfügbare Prestigeobjekte es an sich, dass sie sich in der Gesellschaft ausbreiten, und eben auch in Gruppen, die sie ursprünglich keinen Zugang dazu hatten, weil sie zu teuer und zu exklusiv waren, z.B. das besagte Krokodil auf dem Poloshirt, Handys oder Plasma-Bildschirme. Also muss man sich als jemand, der sich von Neuem wieder distinguieren will, wieder ein neues Distinktionsobjekt aussuchen. Die Wirtschaft hilft dabei, indem sie immer bessere technische Neuigkeiten auf den Markt wirft oder auch neue Designs, wo mit dem technischen Fortschritt nicht zu wuchern ist bzw. wo er kaum eine Rolle spielt, z.B. bei Kleidung oder Assessoires.
Früher war das kein Thema, denn im Mittelalter gab es eine gesetzlich festgeschriebene Kleiderordnung, und später regelte sich der Zugang zu qualitativ hochwertigen Waren allein über das Geld. Erst mit der Industrialisierung und der modernen Massenproduktion kam diese neue Art der fortwährenden Distinktion über immer neue Prestigeobjekte auf.
Nun, diejenigen, die ihr ganzes Geld dafür nutzen, um sich nach außen hin über teure Prestigeobjekte als was Besseres darzustellen als sie sind, oder diejenigen, die sich dafür gar verschulden, die werden irgendwann die Rechnung präsentiert bekommen für das, was sie sich eigentlich nicht leisten können: Dann bleibt nämlich für Notfälle oder die zunehmend privatisierte Altersversorgung nichts mehr übrig. Nur diejenigen, die hier schon ausreichend vorgesorgt haben, können sich teure Prestigeobjekte wirklich leisten.Was mich daran so nervt, ist die Tatsache, dass, selbst wenn man sich abheben möchte, diese Prestigeobjekte noch lange nicht aussagen, dass man sich auch wirklich abhebt. Man kann sich doch ebensogut nur ein solches Objekt "anheften", ohne dass da auch nur irgendetwas Tiefgehenderes dahintersteckt. Stichwort: Blenden! Für einen I-Pad oder sonstwas kann ja jeder letztendlich nen kleinen Kredit aufnehmen, ohne Geld, Format, nen Job, interessante Interessen oder sonstwas zu haben, was sagt das denn heute schon wirklich aus?
Echtes Geld, den Luxus, auf Objekte verzichten zu können oder noch lieber echte Bildung oder ein besonderes Hobby usw. taugen doch - WENN - viel mehr dazu!
Ich persönlich distinguiere mich auch lieber per Bildung, Hobby oder persönlichen Eigenheiten als über ein Objekt, wo ich nur für den Designernamen allein das Dreifache des normalen Preises bezahle. Ich hab es nicht nötig, mir Profilierung zu kaufen …
@ FarinelliDas kann ich mich gut vorstellen.Ich lebe in einem Land mit SchulUNIFORMEN und klarerern Vorgaben zur Geschaeftskleidung, da ist zwar dieses Labelgedoens (meiner Beobachtung nach) nicht so ausgepraegt aber dafuer wird sich viel wilder und individueller ( in der Freizeit)als in Deutschland angezogen. Der Wunsch von der Masse sich abzuheben, mehr Mensch als Ameise zu sein. Hast du eine Gesellschaft in der mehr Menschen in der Einheitsfreizeitkleidung Jeans und T-Shirt rumlaufen wird es vielleicht mehr (?) ueber Label kompensiert.
In der heutigen Gesellschaft, die stark auf Individualisierung setzt, ist es ein Bedürfnis geworden, sich als Individuum darzustellen. Diese Qualität des Individuellen muss nicht zwangsläufig vertikal in Abgrenzung zu denjenigen passieren, die gesellschaftlich auf der Leiter unter einem stehen, sie kann auch horizontal verlaufen, nämlich zu anderen auf derselben Stufe.Geändert von Latona (19.09.2011 um 12:53 Uhr)
Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!


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