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    AW: neue sichtweise

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    es geht nicht um meine Einsamkeit als Mensch an sich - aber sicher meine Einsamkeit ohne diesem speziellen Menschen
    Ein Stück Einsamkeit lässt dich diese Situation unweigerlich immer spüren, denn sonst hättest du den Leidensdruck nicht, doch ab und an "besitzergreifend" zu werden. Da du nicht alles von ihm bekommst, bleibst du immer ein Stückchen ganz alleine.

    Das auszuhalten wäre für mich nichts, aber es ist Geschmackssache. Wenn du dich damit abfinden kannst und gut auf die Art alleine sein kannst, dann kannst du das ja weiterleben, dagegen spricht im Grunde nichts (ausser einer vermeintlichen Moral und deinem eigenen schlechten Gewissen gegenüber der Frau).

    ich werfe keinen Menschen der Löwen zum Fraß vor - und dieser Mann wird nie mein Mann sein.
    Es gibt noch eine andere sehr subtile Rechtfertigungsschiene, die unterschwellig eine Rolle spielen könnte:
    Da du still hälst und deren Ehe nicht offensiv zerstörst, hast du höchstens eine "Mit-Schuld" und die trägst du ja selbst schmerzhaft ab, da dieser Mann nie dein Mann sein wird. Du "leidest", "büsst" sozusagen still für sie / mit ihr (der Ehefrau) mit, zumal du das Gefühl selbst kennst und meinst, das ihr zu ersparen.

    Sie hat nicht alles, du hast nicht alles = Gleichstand!

    Er hat alles!

    Und das geht noch weiter: Du nimmst ihm, wenn du dir vornimmst, das ohne Nörgelei so weiterzuleben, ja auch den äusseren Druck ab, sich selbst etwas einzugestehen. Das tust du natürlich, damit er sich nichts eingesteht und dann womöglich aus der Kiste zu deinen Ungunsten aussteigt. Sie weiss nichts, leidet zwar nicht, aber kann auch keinen Druck auf ihn ausüben, nebenbei gesagt.

    So oder so erkaufst du dir mit selbstgewählter Busse und der Übernahme der verbundenen Leiden ein bisschen Glück und weniger Einsamkeit. Und jetzt hoffst du, dass die Emotionen dich nicht einholen. Das ist Verdrängung pur! Verdrängung ist leider auch keine wirklich neue Sichtweise!


    P.S.-Edit: Nur zur Vorbeugung, UNS (oder mir) gegenüber brauchst du die etwaige Verdrängung nicht zu rechtfertigen, es erteilt aber auch nicht jeder hier die Absolution - es geht allein um dich und ob du das emotional aushälst. Wie du das tust, ist deine Entscheidung.
    Geändert von Elwyn (30.08.2011 um 16:42 Uhr)
    Man sollte nie die gleiche Dummheit zweimal machen, denn die Auswahl ist groß genug.

    Bertrand Arthur William Russell

  2. Inaktiver User

    AW: neue sichtweise

    Und das geht noch weiter: Du nimmst ihm, wenn du dir vornimmst, das ohne Nörgelei so weiterzuleben, ja auch den äusseren Druck ab, sich selbst etwas einzugestehen. Das tust du natürlich, damit er sich nichts eingesteht und dann womöglich aus der Kiste zu deinen Ungunsten aussteigt. Sie weiss nichts, leidet zwar nicht, aber kann auch keinen Druck auf ihn ausüben, nebenbei gesagt.

    So oder so erkaufst du dir mit selbstgewählter Busse und der Übernahme der verbundenen Leiden ein bisschen Glück und weniger Einsamkeit. Und jetzt hoffst du, dass die Emotionen dich nicht einholen. Das ist Verdrängung pur! Verdrängung ist leider auch keine wirklich neue Sichtweise!
    Ich kann Deine Einschätzung von aussen nur unterstreichen - genauso muss und wird das aussehen - zu dem zitierten Text kann ich schon sagen, dass es ein "hinter" dem Vordergründigen gibt.

    "Eingestanden" ist hier schon alles nach so vielen Jahren - was soll ich nörgeln? Wir sind sozusagen ein "Geheimbund" - Verbündete nörgeln sich selten an - denn das was sie im Geheimen tun verbindet - schlimm, das so zu schreiben, aber so ist das.

    Mit dem zweiten Absatz könntest Du schon eher Recht habe - ich habe kurze Zeiten und zuletzt eine lange Zeit abgesagt - diese emotionale Einsamkeit, nicht das Alleinsein, war sehr schwer - und ein Lösen hat auch nicht wirklich stattgefunden - ich verstehe, dass das nicht jede/r verstehen kann. Aber ich sehe auch ganz klar, dass Verdrängen nicht hilft und eh nicht geht - es ist so oder so schwer.
    Über diesem Hin und Her geht auch viel kaputt - in mir, in ihm (was unsere "Beziehung" betrifft).

    Irgendwann oder vll. bald werden wir resignieren über die nicht zu findende Lösung für eine solche Konstellation. Ich sehe da auch keine Lösung - schon gar keine neue Sichtweise.

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    AW: neue sichtweise

    Ich finde Elwyns Post wichtig - in vielen Bereichen.

    Mir kommt es so vor, als ob sich da viele Mythen gebildet haben in eurer Beziehung: 5 Jahre Verschwiegenheit und Geheimnis ist ja auch eine lange Zeit.

    Ein Mythos, der weiter oben schon mal angesprochen worde, ist der vom "Seelenpartner".
    Ein anderer, den du in deinem letzten Post erwähnst, ist der vom "geheimen Verbund", der fest zusammen hält.

    Beides ist ein Mythos, und ich glaube, dass du, wenn du dir die "Realität" dahinter anschaust, recht schnell zu der Einsicht gelangen wirst, dass dieser Mann es eigentlich gar nicht wert ist, eine Menge hineinzuinvestieren. Nicht weil er grundsätzlich ein schlechter Mensch wäre (ohne ihn jetzt zu kennen), sondern einfach, weil er dir, dir ganz persönlich, auf Dauer nicht gut tut.

    Ich glaube, dass beide Mythen sehr typische Geliebten-Mythen sind: Seinen Seelenpartner in dem anderen gefunden zu haben und etwas Besonderes für diesen Menschen zu sein - weitaus besonderer als seine Frau/Freundin ...

    Dass der Mann (oder die Frau) jedoch ein komplett zusammenhängendes Leben mit einer anderen Person haben, dass sie - wichtig! - nicht gewillt sind, aufzugeben - wird dabei ausgeblendet.

    Ich würde dir immer noch raten, deine Sichtweise insofern zu verändern, indem du versuchst, ihn im kalten Licht der Tatsachen zu sehen ... Dies hört sich zunächst sehr rational an, aber wenn man einmal damit anfängt, folgen auch die Gefühle.

    Kitty
    Coat check girl: Goodness! What lovely diamonds!
    Mae West: Goodness had nothing to do with it...

  4. Inaktiver User

    AW: neue sichtweise

    Ich glaube, dass beide Mythen sehr typische Geliebten-Mythen sind: Seinen Seelenpartner in dem anderen gefunden zu haben und etwas Besonderes für diesen Menschen zu sein - weitaus besonderer als seine Frau/Freundin ...
    ja, Kitty, das trifft auch auf uns zu. Warum kann das Jahre halten? So manches Paar hat sich in dem Zeitrahmen, in dem wir "zusammen" sind schon wieder getrennt aus tausendundeinem Grund.
    Vll. hält sich dieses Gefühl und diese Erkenntnis so lange, weil man keinen Alltag lebt.

    Dass der Mann (oder die Frau) jedoch ein komplett zusammenhängendes Leben mit einer anderen Person haben, dass sie - wichtig! - nicht gewillt sind, aufzugeben - wird dabei ausgeblendet.
    nein, das kann man nach so vielen Jahren nicht ausblenden - und ich habe wirklich, echt und wirklich Verständnis dafür. Natürlich habe ich im Laufe des Anfangs davon geträumt, dass wir zusammen sein könnten. Glaube mir, so viele Gespräche haben sich um dieses Thema gedreht. So viele Tränen wurden über dieses Thema geweint - ich kenne seine Gründe, und ich kann sie einfach nachvollziehen und verstehen.

    HIer in diesem Thread geht es nur um mich - und ich betrachte mich selber schon als recht reflektiert in Hinsicht auf dieses , mein Problem.

    Und ich drehe mich und drehe mich, denke in diese Richtung und in eine andere Richtung und ehrlich, ich sehe ja selber keine andere Lösung als: nimm es als das was es ist - or leave it.

    Aber nach all den Jahren des Vertrautseins - das sehr wohl gelitten hat, unter dieser langen vorübergehenden Trennung - muss ich einfach die Zeit haben, in Ruhe zu entscheiden.
    Eure Posts helfen mir sehr wohl beim Sortieren - und Verstehen, was das ist und was das sein kann in meiner Zukunft.

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    AW: neue sichtweise

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ja, Kitty, das trifft auch auf uns zu. Warum kann das Jahre halten? So manches Paar hat sich in dem Zeitrahmen, in dem wir "zusammen" sind schon wieder getrennt aus tausendundeinem Grund.
    Vll. hält sich dieses Gefühl und diese Erkenntnis so lange, weil man keinen Alltag lebt.
    .
    das ist genau der grund, warum die konstellation geliebter funktioniert, der alltag fehlt, du bist eine insel für ihn oder umgekehrt, aber es ist eben keine schmutzige wäsche oder profaner alltagskram dabei, das glorifiziert die beziehung ungemein.
    kennst du in deinem bekanntenkreis niemanden der geliebte-/r ist? ich denke ganz wenige bis gar keine geht mit dem geliebten eine beziehung ein, denn diese insel will niemand verlassen.

    meine erfahrungen im bekanntenkreis sind, dass dieses gefühl der insel selten bis nie in den alltag rüber zu retten sind, darum bleibt jeder im alten leben und gönnt sich diese insel.

    lara
    "Die Hoffnung ist das Übelste aller Übel, weil sie die Qual der Menschen verlängert"

    Friedrich Nietzsche

    "Wer nach allen Seiten hin offen ist, kann nicht ganz dicht sein"!

    "Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt"!

  6. Inaktiver User

    AW: neue sichtweise

    Zitat Zitat von lara1803 Beitrag anzeigen
    das ist genau der grund, warum die konstellation geliebter funktioniert, der alltag fehlt, du bist eine insel für ihn oder umgekehrt, aber es ist eben keine schmutzige wäsche oder profaner alltagskram dabei, das glorifiziert die beziehung ungemein.
    kennst du in deinem bekanntenkreis niemanden der geliebte-/r ist? ich denke ganz wenige bis gar keine geht mit dem geliebten eine beziehung ein, denn diese insel will niemand verlassen.

    meine erfahrungen im bekanntenkreis sind, dass dieses gefühl der insel selten bis nie in den alltag rüber zu retten sind, darum bleibt jeder im alten leben und gönnt sich diese insel.

    lara
    Hallo Lara,
    das stimmt, wir sind füreinander eine Insel - fern ab vom Alltag - keine schmutzige Wäsche, kein Organisieren des Einaufs , einer Neuanschaffung, Ärger wegen der Kinder usw. usf. - ich schwinge nicht den Staubsauger in seinem Beisein usw.
    Ich kenn in meinem Freundes/Bekanntenkreis niemanden, der so eine "schwierige" Beziehung hat!!

    Ich wünschte mir sehr oft diesen Alltag - sehr oft dieses profane Miteinanderleben, das ich ja auch aus meinen vorherigen Beziehungen kannte - aber der Preis wäre sehr hoch.
    Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ich ihm jemals etwas Böses sagen könnte.
    Mag sein, dass das eine Glorifizierung ist. Aber ich wollte mich niemals (und das haben wir auch nie) mit ihm wirklich zanken oder streiten (und glaub mir, in dieser Konstellation gäbe es viele Gründe zu streiten oder zu zanken) ich würde mit ihm reden , ihn fragen...... aber das steht hier auch nicht zur Debatte.

    Ich / wir werden das wohl kaum testen können, denn es wird wohl nie eine echte Partnerschaft werden - und so werden wir weiterhin (bis wann??) schauen, miteinander zu reden und uns gegenseitig zu verstehen - ich bin mir nahezu sicher, dass das kaum ein Aussenstehender verstehen kann. Zwischen uns hat es trotz all dieser großen Schwierigkeiten und Schuldgefühle noch nie ein böses Wort gegeben. Alles ist trotz dieser Disharmonie der Situation noch nie disharmonisch gewesen. Aber sehr oft sehr traurig. Vll. hält ùns das ? Dieses Gefühl des Gegeneinander Verstehens und sich zu respektieren?

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    AW: neue sichtweise

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    nimm es als das was es ist - or leave it.

    Aber nach all den Jahren des Vertrautseins - das sehr wohl gelitten hat, unter dieser langen vorübergehenden Trennung - muss ich einfach die Zeit haben, in Ruhe zu entscheiden.
    Liebe Gioiello

    Genau darum geht es letztendlich. Man kann es auch ein bisschen grob sagen, dann klingt es so "friss oder stirb". Das ist es, was mich unter anderem so stört an der Konstellation, die Unbeweglichkeit, die Starre, das Fehlen von Möglichkeiten des Wachsens und der Veränderung und die Abhängigkeit von fremden Faktoren. Für mich persönlich sind es (auch) diese Faktoren, die mir das "nimm es als das was es ist" unmöglich machen.
    Darum entscheide ich immer (wieder) für das "....oder stirb".

    Aber ja, wie Du, kann ich selbst nach langen non-Kontakt-Zeitraum, ihm nicht in die Augen schauen und sagen "bitte geh, es ist zuende".

    Der Schmerz ist da bei der Variante "nimm es wie es ist" und er ist da bei der Variante "or leave it". Aber der Schmerz ist nicht derselbe. Bei "nimm es wie es ist" ist der Schmerz brennend und zerstörerisch und bei "or leave it" ist er einfach da, immer da in mir drinn - ruhig und dumpf. Er nimmt meinem Leben die Farbe, anfangs total, irgendwann nach Monaten ist es wieder gelblich gefärbt. Ich lache mit Freunden und im selben Moment spüre ich die Tränen über den Schmerz, dass er nicht dabei ist.
    Und wenn dann nach Monaten immer noch ein Lachen von mir kein wirkliches Lachen ist, frage ich mich "wann endlich wird es anders, kann es jemals anders werden"? Wenn ich 60 Jahre alt wäre, könnte ich wohl damit meinen Frieden finden.....aber mit 44.....schwierig.

    Und dann kommt ja erschwerend bei Dir wie bei mir dazu, dass unsere geliebten Menschen den Kontaktabbruch nicht wollen, dass sie immer Mittel und Wege finden vor uns zu stehen und ja hmmm uns sagen, dass wir doch bitte die gegenseitige Quälerei mit dem Kontaktunterbruch beenden sollen. Und ja dies ist es, eine gegenseitige Quälerei, dies ist Tatsache......wir verharren in dieser gegenseitigen Quälerei.

    Seufz und ja darum kommen wir zur Frage: neue Sichtweise?
    Und wo ich es schreibe, regt sich Ärger in mir und ich frage mich, warum sich die Männer nicht mal Gedanken über neue Sichtweisen machen? Herrgott nur die neue Telefonnummer herausfinden ist ja nicht eine neue Sichtweise!
    Eben da bin ich wieder bei der Unbeweglichkeit angelangt......

    Liebe Grüsse
    Sole

  8. Inaktiver User

    AW: neue sichtweise

    Zitat Zitat von il_sole40 Beitrag anzeigen
    Liebe Gioiello

    Genau darum geht es letztendlich. Man kann es auch ein bisschen grob sagen, dann klingt es so "friss oder stirb". Das ist es, was mich unter anderem so stört an der Konstellation, die Unbeweglichkeit, die Starre, das Fehlen von Möglichkeiten des Wachsens und der Veränderung und die Abhängigkeit von fremden Faktoren. Für mich persönlich sind es (auch) diese Faktoren, die mir das "nimm es als das was es ist" unmöglich machen.
    Darum entscheide ich immer (wieder) für das "....oder stirb".

    Aber ja, wie Du, kann ich selbst nach langen non-Kontakt-Zeitraum, ihm nicht in die Augen schauen und sagen "bitte geh, es ist zuende".

    Der Schmerz ist da bei der Variante "nimm es wie es ist" und er ist da bei der Variante "or leave it". Aber der Schmerz ist nicht derselbe. Bei "nimm es wie es ist" ist der Schmerz brennend und zerstörerisch und bei "or leave it" ist er einfach da, immer da in mir drinn - ruhig und dumpf. Er nimmt meinem Leben die Farbe, anfangs total, irgendwann nach Monaten ist es wieder gelblich gefärbt. Ich lache mit Freunden und im selben Moment spüre ich die Tränen über den Schmerz, dass er nicht dabei ist.
    Und wenn dann nach Monaten immer noch ein Lachen von mir kein wirkliches Lachen ist, frage ich mich "wann endlich wird es anders, kann es jemals anders werden"? Wenn ich 60 Jahre alt wäre, könnte ich wohl damit meinen Frieden finden.....aber mit 44.....schwierig.

    Und dann kommt ja erschwerend bei Dir wie bei mir dazu, dass unsere geliebten Menschen den Kontaktabbruch nicht wollen, dass sie immer Mittel und Wege finden vor uns zu stehen und ja hmmm uns sagen, dass wir doch bitte die gegenseitige Quälerei mit dem Kontaktunterbruch beenden sollen. Und ja dies ist es, eine gegenseitige Quälerei, dies ist Tatsache......wir verharren in dieser gegenseitigen Quälerei.

    Seufz und ja darum kommen wir zur Frage: neue Sichtweise?
    Und wo ich es schreibe, regt sich Ärger in mir und ich frage mich, warum sich die Männer nicht mal Gedanken über neue Sichtweisen machen? Herrgott nur die neue Telefonnummer herausfinden ist ja nicht eine neue Sichtweise!
    Eben da bin ich wieder bei der Unbeweglichkeit angelangt......

    Liebe Grüsse
    Sole
    Liebe Sole,
    wie recht Du hast mit Deinem Post und dennoch ist da dieses ABER!!

    Wie hier einige schreiben - dann ist es nicht schlimm genug - da ist sicher was dran.
    Du und auch ich haben etwas davon, die Sache laufen zu lassen oder eben wieder laufen zu lassen.

    Wenn es/sie uns nichts zurückgeben würden, dann wäre der Abschied ein Kinderspiel - so wie hier eine der Userinnen die Signatur hat: Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern Gleichgültigkeit.

    Und eines kann ich definitiv sagen - ich neige nicht zum Masochismus - ich habe meine Vorstellungen von einer echten Beziehung. Warum dann dennoch?

    Wenn ich jetzt schreiben, dass das aus meiner Liebe für ihn kommt , dann kann man das so auswringen, so zer-analysieren usw. es ändert aber nichts daran, dass das so ist.
    Und eines weiß ich mit Sicherheit hier zu sagen - so viel wie ich bereits nachgedacht habe - ich habe nichts ausgelassen - bin durch alle diese Eventualiäten gegangen - habe ihn auf dem Prüfstand meiner Zweifel gehabt usw. usf. .......

    Wenn die Liebe mal vergangen sein sollte, dann wird es ein Leichtes sein Adieu zu sagen.
    Ich habe mich schon zu oft gezwungen, ES zu beenden trotz der Gefühle - das hat mir nichts eingebracht ausser AUA .

    Dieses Mal werde ich mir die Zeit nehmen um mir selber auch gerecht zu werden - um dann auch wirklich dazu stehen zu können.

    Wenn ich dieses Post lese sehe ich selber, dass es meine Gedanken und meine Gefühle iwie nicht richtig ausdrückt - ist verdammt schwer- aber die Hauptsache für mich ist, dass ich weiß, was ich meine - ich werde mir Zeit lassen, aber dran bleiben. Ich weiß, dass ich mich entscheiden muss und dieses treiben lassen von Gefühlen des Glücks und der Dramatik aufhören muss. Es muss eine Entscheidung her für mein Leben für meinen Alltag für mich selber, auch für mein Selbstverständnis in dieser Sache.

    Alle und ich betone wirklich alle diese Posts hier werde ich immer und immer wieder lesen - ihr helft mir beim Sortieren - ich weiß, ich wiederhole mich
    Ich bin diesmal froh über meine Entscheidung hier zu schreiben - auch weil ich jemanden gefunden habe, mit dem ich viel viel tiefer über alles sprechen kann.

    Ps. Er hat bis heute meine neue Telefonnummer nicht - sie ist und bleibt vorerst geheim - das verschafft mir einfach mehr Ruhe

  9. Inaktiver User

    AW: neue sichtweise

    Zitat Zitat von beklamo Beitrag anzeigen
    ...Du müsstest vermutlich den Gedanken dahingehend ändern (können), dass du Liebe erhältst, die es nur bis zu einem bestimmten Teil gibt. Der andere ist für jemand anderen.

    Wenn du ehrlich zu dir bist, dann wirst du herausfinden, ob du das kannst. Und das ohne dich innerlich zu verbiegen.

    Ich fürchte nur, dass dir das nicht gelingt (würde es mir auch nicht), denn du selbst gibst deine Liebe ja ganz. Und sollst aber nur einen Teil empfangen. Ein Ungleichgewicht, das nicht zufrieden macht. Geschweige denn glücklich.
    Sind die 70ger so spurlos an unserer Gesellschaft vorbei gegangen? Oder ist es ein reaktionäres Zurückschrecken vor den Versuchen etwas anderes als diesen Absolutheitsanspruch zu leben? Ein Denken, daß diese Möglichkeit völlig aus dem Leben verbannt?

    Es gibt soviele Vorstellungen von Nähe und Distanz, von Bindung und Autonomie. Eine solche Bandbreite, die gelebt werden kann. Es ist nicht so abgeklärt wie das Absolute, es ist ständig in Bewegung und verlangt Mut zur Ehrlichkeit und eine respekt- und liebevolle Herzenshaltung von allen Beteiligten. Achtsamkeit im Umgang miteinander und ganz viel Reden. Zur ständigen Klärung der Veränderungen. Und sicher gibt es keinen Anspruch darauf, daß es funktioniert. Aber es gibt es.

  10. Inaktiver User

    AW: neue sichtweise

    Hallo gioello,

    meines Eindrucks nach verbeißt Du Dich in Deiner Analyse zu sehr in DIESEM Mann, in DIESER Liebe, und drehst Dich im Kreis anstatt mal den Blick zu heben, weiteres einzubeziehen, den eigenen Horizont (im Sinne eines größeren Blickwinkels) zu erweitern.

    Du willst eine neue Sichtweise - die schränkst Du aber auch schon von Anfang an ein, hältst den Blick gesenkt bzw. auf diesen Mann ausgerichtet.
    Sprich: Deine Zielsichtweise hast Du eigentlich schon definiert. Die trägt nur nicht.
    Du willst aber genau diese neue Sichtweise zu Deiner Überzeugung machen - und stampfst ähnlich einem kleinen Kind trotzig auf. Im Prinzip versuchst Du mit Gewalt gegen Dich selbst anzukämpfen, Deine inneren Werte auszutauschen und verbrämst das als "Veränderungsbereitschaft".
    Verhalten ist veränderbar - aber nur so weit, wie die eigenen Werte nicht verletzt werden, das trägt nicht lange, wenn man es trotzdem versucht. Nicht jeder kann jede beliebige Sichtweise einnehmen. Spätestens wenn man mit den eigenen Werten in Konflikt kommt, gibt es inneren Widerstand.

    Mach ein paar große Schritte weg, und guck Dir das Ganze mit Abstand an.

    Um was geht es?
    Es geht um eine Dreierkonstellation in der Du Dich nicht wohl fühlst und aus der Du aber auch nicht herauskommst.

    Wenn das so lange geht und mit einer so langen (innerlichen) Hin- und Herzerrei verbunden ist, in der man weder dem Leiden entkommt, noch dem Genießen richtig nachgehen kann, liegt auf der Hand, mal in sich selbst zu gehen und sich anzuschauen, wo diese Ambivalenzen herkommen könnten.

    Andere Menschen haben das so nämlich nicht. Für viele wäre eine solche Dreierkonstellation trotz aller "Liebe" völlig abwegig und unattraktiv. Es probieren trotzdem sehr viele und sehr viele scheitern aber auch darin - so wie Du. Es scheint Dir nicht wirklich zu entsprechen. Irgendwo ist also ein Knoten, der glöst werden will.

    Mir fallen dazu neben den Stichworten 'Leidensfähigkeit', 'über die Maßen aushalten' auch 'Heimlichkeiten', 'verdecktes Leben', 'unerfüllte Beziehung' und 'Perspektivlosigkeit' ein. Auf der anderen Seite ist es auch 'spannend' und mit vielen 'Achterbahngefühlen' verbunden. Eventuell etwas, was Dich, wenn auch schmerzhaft, lebendig fühlen lässt. Irgendwas musst Du ja davon haben wenn Du daran so festhältst.

    Vielleicht findest Du für Dich passendere Bezeichnungen, wie Du diese Verbindung beschreiben kannst. Diesen Bezeichnungen würde ich nachgehen und mich fragen, auf wen meiner Familie diese Bezeichnungen auch passen.

    Naheliegend ist, erstmal auf die Eltern zu schauen - ob die so etwas in irgendeiner Form vorgelebt haben. Und / oder: Welche Rolle man selbst hatte als Kind - zwischen den Eltern - die erste Dreierkonstellation, die man erlebt. Besonders interessant ist das für Erstgeborene.

    Interessant ist auch die Frage, wo man diese Leidensfähigkeit gelernt hat.

    Vielleicht muss ja auch genau so sein, damit nicht zuviel Nähe entstehen kann, weil Dir das aus irgendeinem Grund zu gefährlich, zu anstrengend, zu langweilig ... werden würde. Dann könnte man sich fragen, ob man nicht eher lernen will, in einer "runden", "vollständigen" Beziehung Nähe und Distanz anders zu regulieren, als eine Dreierkonstellation dafür zu konstruieren.

    Letztendlich wäre für mich die Frage: Womit will ich meine Lebenszeit verbringen was Beziehung angeht? Hoffen, Bangen, Leiden, mich von anderen Beziehungen abhängig machen oder Beziehung leben mit allem, was WIRKLICH dazugehört?

    Dieses Buch kann ich noch empfehlen:

    http://ecx.images-amazon.com/images/...SH20_OU03_.jpg

    Um eine neue Sichtweise zu bekommen, muss man meines Erachtens erstmal den Blickwinkel verändern. Dann stellen sich neue Sichtweisen automatisch ein. Welche das sind, ist vorher aber nicht definierbar. Ob eine neue Sichtweise für einen persönlich stimmig ist oder nicht, macht sich über die zugehörige Fühlweise klar.
    Geändert von Inaktiver User (02.09.2011 um 13:24 Uhr)

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