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  1. Inaktiver User

    Melancholie als Teilcharakter....

    Hallo,
    ich stelle mal eine Frage in den sommerlichen Tag, passt sicherlich nicht wirklich in diese Jahreszeit:
    kennt das jemand von euch: siehe oben ?
    Mein Leben fühlt sich so seltsam an,mal wieder so, als gehörte ich eigentlich auf einen anderen Planeten...
    oder gar nicht hier her, oder-ach ich weiss auch nicht.
    Wie kann das sein, dass man im Schönsten immer noch das Traurige findet, alles hat und trotzdem maßlos
    versinkt in irgendwas, was sich noch nicht mal wirklich benennen lässt ?!
    Das hat rein gar nichts mit Depression zu tun, die habe ich hinter mir und es geht mir richtig gut derzeit.
    So war ich immer schon als Kind,als Teenager, im Jungsein "uralt" zuweilen-und ich war wirklich jung !
    Ich hadere auch nicht mit dem Älterwerden, im Gegenteil, ich fühle mich besser als mit 17,18.
    Diese "Grundmelancholie" ist mir wohl angeboren- oder von der 13. Fee in die Wiege gelegt.Mein Bruder ist auch so konstruiert.Wir waren immer anders, was zum Teil sicherlich auch mit der nicht ganz so tollen Kindheit zu tun hat,aber nur zum Teil. Da ist ein Teil in mir, der ist immer traurig und hat Heimweh, ja nach was bloss?
    Nicht, dass ich nicht glücklich bin: da ist ein neues Gefühl: wow, einfach wunderbar
    Und ganz viel Zukunft, die so langsam aus dem vagen Schatten heraus tritt, der so lange alles grau färbte....
    Nicht, dass ich nicht total ausgelassen und fröhlich sein kann,das war auch nicht immer so die letzten Jahre....
    Und zum lachen in den Keller gehe ich auch nicht.Ich habe auch keine Angst vor Problemen und Herausforderungen- ohne wäre es doch langweilig im Leben.Selbstmitleid-nein danke, es geht zig Millionen schlimmer, erheblich schlimmer !
    Aber auch in den allerschönsten Zeiten war diese Melancholie da, oftmals vergaß ich sie fast,vor lauter Leben.
    Aufeinmal tippt sie mir wieder auf die Schulter "Hallo...nicht das du denkst ich bin fort".Einen Schritt hinter mir ist sie sozusagen immer, ihr Schatten war mir lange Zeit immer voraus.Jetzt hat sie den alten Platz zurück, da soll sie bleiben, mich nie wieder überholen.So einen Schritt hinter mir komme ich mit ihr klar,
    ohne sie wird es ja nicht gehen- also muss ich mit ihr leben..... oder?!
    Kennt jemand ein Rezept, sie ganz vom Platze zu verweisen ?Und falls das gelingt, was tritt dann an ihre
    Stelle: totale Zufriedenheit, Glück,rein positives Denken ? Was Zeitgeist kompatibler wäre. Melancholie ist zutiefst....ach weiss
    nicht, altmodisch, unpassend, vorgestrig, albern und überflüssig- weg damit.Ein unproduktives un-resilientes Gefühl eben.
    Ein lieber Mensch schenkte mir neulich :" smile or die".... ich fand mich teilweise gut aufgehoben in dem Buch
    Gibt es hier "Leidensgenossen" ??

  2. Inaktiver User

    AW: Melancholie als Teilcharakter....

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mein Leben fühlt sich so seltsam an,mal wieder so, als gehörte ich eigentlich auf einen anderen Planeten...
    oder gar nicht hier her, oder-ach ich weiss auch nicht.
    Na gut, dann oute ich mich mal...
    Ja, das habe ich -besonders als Kind und Jugendliche- auch oft gehabt.
    Und ich glaube immer noch fest daran, dass ich in ein ganz anderes Umfeld gehöre -dem Storch wird wohl einfach mein Wickeltuch aus dem Schnabel geglitten sein.
    Pech für mich!
    Dir Familie, in der ich aufwuchs, konnte meine Persönlichkeit nicht gebrauchen -bzw. lehnte wichtige Teile meines Wesens ab.
    Genauso geht es mir immer mal wieder im Leben -und dann werde ich melancholisch und weiß, ich bin nicht richtig -und nicht wirklich bei MIR.

    Gibt es hier "Leidensgenossen" ??
    Ich leide nicht darunter -es macht mich stolz, weil ich meine Fähigkeit zur Fürsorge, Hilfsbereitschaft, Sensibilität und Empathie inzwischen sehr schätze!

  3. User Info Menu

    AW: Melancholie als Teilcharakter....

    Ich kenn das auch, finde diese Eigenschaft aber nicht schlimm, sie gehört zu mir.
    Meine Mutter ist der Prototyp rheinischen Frohsinns, und ich war nie so lebensfroh wie sie. Ich mach mir auch immer Sorgen um ungelegte Eier, stelle mich selbst in Frage, fühle mich nicht "hier".
    Aber wie gesagt, das gehört halt zu mir.

    Melancholie ist übrigens nicht "gestrig", sondern teilweise hip, denk mal an die "Biss..." - Vampire.
    Life's just a game I believe - the longer you play it, the harder it gets.
    (Skyclad, Building a Ruin)

  4. User Info Menu

    AW: Melancholie als Teilcharakter....

    Hallo du,

    ich bin ähnlich gestrickt wie du, und ich verstehe, dass es in einer Zeit, in der es zum guten Ton gehört, permanent kalifornisch gut drauf zu sein, nicht einfach ist, zu sich zu stehen. Ich bin jedoch nicht unzufrieden oder unglücklicher mit meiner Wesensart, nur ist es so, dass meine Definition von Glück und Zufriedenheit von dem abweicht, was sich die allgemeinheit darunter vorstellt. Leben und leben lassen

  5. Inaktiver User

    AW: Melancholie als Teilcharakter....

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Na gut, dann oute ich mich mal...
    Ja, das habe ich -besonders als Kind und Jugendliche- auch oft gehabt.
    Und ich glaube immer noch fest daran, dass ich in ein ganz anderes Umfeld gehöre -dem Storch wird wohl einfach mein Wickeltuch aus dem Schnabel geglitten sein.
    Pech für mich!
    Dir Familie, in der ich aufwuchs, konnte meine Persönlichkeit nicht gebrauchen -bzw. lehnte wichtige Teile meines Wesens ab.
    Genauso geht es mir immer mal wieder im Leben -und dann werde ich melancholisch und weiß, ich bin nicht richtig -und nicht wirklich bei MIR.



    Ich leide nicht darunter -es macht mich stolz, weil ich meine Fähigkeit zur Fürsorge, Hilfsbereitschaft, Sensibilität und Empathie inzwischen sehr schätze!
    Liebe Jeanne,
    ich erkenne mich in dir wieder !

    Auch die guten Eigenschaften die mir zueigen sind, ähnlich wie deine, wären vielleicht nicht so ausgeprägt,
    ohne dieses "Päckchen" Wehmut, "Weltschmerz" zuweilen- so hat dieses Seltsame evtl. doch sein
    Gutes ?!
    Es ist ja auch nicht so, dass man ständig nur das halbleere Glas sieht, oder mit "hängenden Mundwinkeln"
    herum läuft....
    Das mit der Ablehnung der Eltern war sicherlich ein Teil Schmerz, den hatte man ja schon als kleines Kind,
    der einem diese Eigenschaft nicht gerade erschwerte...
    Ich will versuchen, meinen Frieden zu machen mit diesem Manko- besser es gar nicht mehr als solches
    wahr nehmen. Mal sehen ob das zu schaffen ist.
    lieben Gruss
    S.

  6. Inaktiver User

    AW: Melancholie als Teilcharakter....

    Zitat Zitat von Amphib Beitrag anzeigen
    Ich kenn das auch, finde diese Eigenschaft aber nicht schlimm, sie gehört zu mir.
    Meine Mutter ist der Prototyp rheinischen Frohsinns, und ich war nie so lebensfroh wie sie. Ich mach mir auch immer Sorgen um ungelegte Eier, stelle mich selbst in Frage, fühle mich nicht "hier".
    Aber wie gesagt, das gehört halt zu mir.

    Melancholie ist übrigens nicht "gestrig", sondern teilweise hip, denk mal an die "Biss..." - Vampire.
    Ich bin Norddeutsche und hier ist die Lebensfreude doch etwas verhaltender als im Rheinland,
    aber wenn wir mal gut drauf sind, dann richtig...

    Du hast recht; MAN MUSS NICHT SO SEIN WOLLEN WIE MAN EBEN NICHT IST !
    Selbstakzeptanz ist auch eine Kunst, aber je weniger man sich zu was zwingt, desto besser kommt man
    mit diesem Anteil in sich zurecht....
    Lieben Gruss
    S.

  7. Inaktiver User

    AW: Melancholie als Teilcharakter....

    Zitat Zitat von mazzy Beitrag anzeigen
    Hallo du,

    ich bin ähnlich gestrickt wie du, und ich verstehe, dass es in einer Zeit, in der es zum guten Ton gehört, permanent kalifornisch gut drauf zu sein, nicht einfach ist, zu sich zu stehen. Ich bin jedoch nicht unzufrieden oder unglücklicher mit meiner Wesensart, nur ist es so, dass meine Definition von Glück und Zufriedenheit von dem abweicht, was sich die allgemeinheit darunter vorstellt. Leben und leben lassen
    Hallo mazzy,
    genau so sehe ich das auch! Und vielleicht sollte man sich weniger als "defizitäres Wesen" begreifen-
    sondern auch die positiven Eigenschaften, die mit dieser "Wesensart" verbunden sind, als eben gut und
    "brauchbar" akzeptieren.Alles hat seine 2 Seiten, auch dieses.
    Früher wollte ich mir etwas aufzwingen, das im Bewusstsein das ich es nie schaffen werde SO ZU SEIN
    WIE DER MAINSTREAM.Je älter ich werde, umso leichter fällt es mir diese Zwänge loszulassen....
    Lieben Gruss
    S.

  8. Inaktiver User

    AW: Melancholie als Teilcharakter....

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Kennt jemand ein Rezept, sie ganz vom Platze zu verweisen ?Und falls das gelingt, was tritt dann an ihre
    Stelle: totale Zufriedenheit, Glück,rein positives Denken ?
    Vielleicht würde Oberflächlichkeit an ihre Stelle rücken?

    Manchmal, wenn sich die melancholischen Momente häufen, könnte man mich, wenn man mir statt Melancholie Oberflächlichkeit anbieten würde, glatt in Versuchung bringen - aber dann denke ich wiederum, dass wir (zur Melancholie neigenden Menschen) auch das Schöne intensiver erleben als andere...das bilde ich mir zumindest ein. Und dann möchte ich doch nicht tauschen.

    LG Lotterle

  9. User Info Menu

    AW: Melancholie als Teilcharakter....

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    (...)MAN MUSS NICHT SO SEIN WOLLEN WIE MAN EBEN NICHT IST !
    Selbstakzeptanz ist auch eine Kunst, aber je weniger man sich zu was zwingt, desto besser kommt man
    mit diesem Anteil in sich zurecht....
    Lieben Gruss
    S.


    Meine Selbstakzeptanz hält sich allerdings oft genug in Grenzen - ich versuche halt, mich eben nicht ändern zu wollen. Gar nicht so einfach!
    Life's just a game I believe - the longer you play it, the harder it gets.
    (Skyclad, Building a Ruin)

  10. Inaktiver User

    AW: Melancholie als Teilcharakter....

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Vielleicht würde Oberflächlichkeit an ihre Stelle rücken?

    Manchmal, wenn sich die melancholischen Momente häufen, könnte man mich, wenn man mir statt Melancholie Oberflächlichkeit anbieten würde, glatt in Versuchung bringen - aber dann denke ich wiederum, dass wir (zur Melancholie neigenden Menschen) auch das Schöne intensiver erleben als andere...das bilde ich mir zumindest ein. Und dann möchte ich doch nicht tauschen.

    LG Lotterle
    Das ist so.
    Ganz sicher!

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