Vorgeschichte: Meine Ex und ich haben uns nach 7 Jahren Beziehung getrennt. Das ist jetzt 18 Monate her. Seither haben wir sporadisch Kontakt per SMS. Alle paar Monate haben wir uns mal getroffen um was zu trinken, vor allem ging es bei den Treffen um Schulden die sie noch bei mir hatte und paar Dinge wegen unserer Wohnung, gemeinsamen Sachen usw. Das ist seit 6 Monaten endlich vorbei und seither habe ich sie auch nicht mehr gesehen. Nur kurz SMS zum Geburtstag oder als ein gemeinsamer Kumpel von uns verstorben ist. Alles sehr locker.
Eigentlich dachte ich, ich sei über sie hinweg obwohl ich noch sehr oft an sie dachte, obwohl mich sehr viel immer wieder dazu bringt an sie und unsere Beziehung zu denken.
Im April lernte ich (gerade 30 geworden) nach der einer "Singelodyssee" (hatte hie und da mal einen ONS, kleine Affäre, war mal verknallt daraus wurde nix.. das übliche eben) und etwas Chaos auf einmal sehr nette Frau (32) kennen die eigentlich sehr gut zu mir passt. Wir kamen dann relativ schnell (zu schnell?) zusammen. Dazu muss man noch sagen dass unsere Zeit des Kennenlernens für mich nicht leicht war weil ich sehr viel Stress hatte wegen Arbeit und gleichzeitig noch Studiere. Aber ich war verliebt und man findet dann doch immer ZeitSeit das Semester und somit der Mörderstress zu Ende ist habe ich Zeit nach zu denken und mich mit mir und uns zu beschäftigen.. und gemerkt, dass mir alles zu schnell ging, dass ich nicht sicher bin ob ich sie liebe, dass ich nicht sicher bin ob ich meine Exfreundin noch liebe.. und dass ich am liebsten alleine sein würde. Manchmal zumindest. Wenn sie weg ist vermisse ich sie, wenn ich bei ihr bin will ich eigentlich alleine sein. Wir waren zusammen eine Woche im Urlaub. Im Prinzip war es toll mit ihr, aber was mich gestört hat war die körperliche Nähe, Küssen, der Sex.
Im Prinzip sollte ich glücklich sein, denn objektiv ist sie eine super Freundin. Geduldig, witzig, nerdig wie ich, gebildet, hat einen tollen Job.. aber ich werde immer unglücklicher. Am Donnerstag sehe ich sie wieder und weis nicht was ich tun werde.. ob ich "für sie aus heiterem Himmel" Schluss mache oder ob ich tue als sei nichts..
Sie hat nach 3 Wochen gesagt dass sie mich liebt, das war irgendwie ein herber Dämpfer?!? In 2 Wochen soll ich ihre Eltern kennen lernen (wohnen im Ausland, wir fahren zu ihnen) Sie hat die nächsten 2 Monate verplant dass ich alle ihre Freunde quer durch Europa kennen lernen soll.. Ich mag mich im Moment selber nicht. Ich hatte von Anfang an so eine Ahnung dass es zu schnell geht, hatte aber nie auf die Bremse getreten und ich glaube dass es jetzt zu spät ist. Wären wir nicht so schnell zusammen gekommen wären wir vielleicht nur Freunde geworden, das wäre mir im Prinzip sehr recht gewesen.
Ihr merkt vielleicht dass ich selber irgendwie gar nicht weis was ich willEigentlich bin ich ein Mensch der nicht so gerne alleine ist, jetzt aber diesen Wunsch hat? Warum? Wieso kann ich nicht einfach glücklich sein mit ihr? Ich will sie auf keinen Fall verletzten, dafür mag ich sie zu sehr. Sie ist mir schon ans Herz gewachsen.. ich will selber auch glücklich sein und so wie es jetzt ist passt es mir auch nicht. Ihr merkt vielleicht dass ich selber irgendwie gar nicht weis was ich will
Oder ich weis es und will es nicht wahr haben.
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 28
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03.08.2011, 12:10
Was will ich? Ich verstehe mich selber nicht mehr..
Geändert von ofenkartoffel (03.08.2011 um 12:14 Uhr)
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03.08.2011, 12:38
AW: Was will ich? Ich verstehe mich selber nicht mehr..
Wenn ich da nur kurz einhaken will, aber der allerletzte satz deines posts sagt meiner meinung nach das meiste aus!!! lies dir deinen post morgen nochmal durch!
Du bist da
Ich sehe Dich nicht.
Dein Körper wurde mit Erde zugedeckt.
Ich höre Dich nicht,
Deine Stimme rückt ferner von Tag zu Tag. Meine Hände fassen nach Dir
Und greifen ins Leere.
Aus Deinen Kleidern verfliegt mir der letzte Duft. Und doch Bist DU da - in mir.
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03.08.2011, 13:33Inaktiver User
AW: Was will ich? Ich verstehe mich selber nicht mehr..
Ofenkartoffel, ich kenne Dein Gefühl, Du kommst Dir wie im Hamsterrad vor und aussen steht noch jemand und schiebt kräftig mit an....
Du lebst nicht sondern Du wirst gelebt
Ich glaube ich hatte es Dir damals schon geschrieben, wenn nicht dann mach ich es jetzt:
Wann fängst Du an etwas für Dich zu tun?
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03.08.2011, 13:37
AW: Was will ich? Ich verstehe mich selber nicht mehr..
Wie meinst du "etwas für mich tun"?
Ich bin schon der Meinung dass ich das tue. Ich habe meine Freunde und ein schönes Hobby, nur leider für beides wenig Zeit. Das war aber auch vor ihr schon so. Das Studium und die Arbeit fressen einfach den grössten Teil meiner Zeit auf.. Man muss dazu aber noch sagen dass ich beides sehr, sehr gerne tue. Quasi aus Berufung :) Ist das etwas, was du unter "etwas für mich tun" verstehst?
Der Punkt mit "gelebt werden" hat irgendwie schon was für sich..
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03.08.2011, 13:41Inaktiver User
AW: Was will ich? Ich verstehe mich selber nicht mehr..
Persönlichkeitsentwicklung.
Ich halte Dein Studium und das was Du sonst machst für eine grosse Ablenkung.
Klar macht es Dir Spass aber ob das wirklich Deine Berufung ist?
Du bist nicht wirklich bei Dir, sonst würde Dir sowas nicht passieren.
Ich kann es Dir nicht genauer beschreiben und ausdrücken was ich damit meine.
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03.08.2011, 13:46
AW: Was will ich? Ich verstehe mich selber nicht mehr..
Ablenkung? Nein, definitv nicht. Ich habe mit dem Studium vor 3 Jahren angefangen, da war mein Leben noch ein ganz anderes.
Ansonsten fülle ich meine Freizeit mit Sport, Lesen, Freunden und Musik machen (Reihenfolge sagt nichts über die Prioritäten / Häufigkeiten) aus. Da ist definitiv auch Zeit die ich mit mir alleine verbringe dabei.
Wie sieht denn Persönlichkeitsentwicklung deiner Meinung nach aus? Ich kann ja schlecht jeden Abend Zuhause sitzen und über mein Leben nachdenken.. Zudem ist es nicht so dass ich nicht versuchen würde mein Handeln zu reflektieren. Ich weis du hast geschrieben du wüsstest nicht wie du es anders ausdrücken könntest, aber vielleicht hast du ja ein Beispiel parat?
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03.08.2011, 13:50Inaktiver User
AW: Was will ich? Ich verstehe mich selber nicht mehr..
Ofenkartoffel:
Es gibt Bereiche in Deinem Leben, die gut funktionieren.
Das ist Klasse und gut und schön.
Und es gibt einen Bereich, das läufts gar nicht gut, ich kann mich nur vage daran erinnern was Du damals geschrieben hast aber ich glaube noch zu wissen, dass ich damals schon das Thema Vater angesprochen hatte (Warst Du das nicht, der mit ihm auf die Jagd ging?)
Falls nicht dann korrigier mich bitte.
Mein Gefühl aus Deinem Posting ist:
Es geht um männliche Identitiät, Du lebst einen Teil davon in der Arbeit im Studium aus.
Es gibt aber noch andere Bereiche im Leben eines Mannes und die fasst Du nicht an.
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03.08.2011, 13:53
AW: Was will ich? Ich verstehe mich selber nicht mehr..
Nein, ich bin mit meinem Vater definitv nie jagen gegangen. Wäre aber cool

Ich habe hier glaube ich noch nie etwas über meinen Vater geschrieben. Aber du triffst damit schon zumindest ein wenig ins Schwarze. Hatte nie ein gutes Verhältnis zu ihm und seit 15 Jahren sehe ich ihn kaum noch.
Was versteht man bitte schön unter männlicher Identität?
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03.08.2011, 14:03Inaktiver User
AW: Was will ich? Ich verstehe mich selber nicht mehr..
Gut ist ja schon länger her.
Na Du bist ein Mann und abschauen tust Dir das Verhalten eines Mannes von einem Mann. Von einer Frau kann kein Mann lernen wie ein Mann ist.
Als Jugendlicher ahmt man die Verhaltensweisen des Vaters nach, man identifiziert sich mit ihm.
Wenn die Mutter kein gutes Verhältnis zu ihm hat dann wird sie dem Jungen das Verhalten des Vaters madig machen.
Da kommen dann so Sprüche wie:
Werde ja nie wie Dein Vater
Du bist wie Dein Vater
Oder der Vater selbst ist für den Jungen nicht greifbar oder verhunzt ihn so, dass man zerbricht daran.
Das alles sind Störungen in der Entwicklung der eigenen Identitätsentwicklung und man orientiert sich dann am anderen Geschlecht oder hängt vollkommen in der Luft rum.
Und wenn man nicht weiss wer man wirklich ist dann ist man ein Spielball der anderen, tut sich schwer sofort zu erkennen um was es geht, übergeht sich, lässt sich treiben und trifft keine Entscheidungen. Verlustängste werden wachgerufen, Schamgefühle, Schuldgefühle und das alles kann sehr mächtig sein bis hin zur völligen Starre.
Der Schlüssel liegt darin Deinen Vater mit anderen Augen nochmal neu zu betrachten um für Dich selbst eine Standortbestimmung machen zu können und frei zu werden in Deinen Entscheidungen, sonst gehts Dir wie zur Zeit sehr vielen Männern, die auch meinen in der Arbeit ihr Heil zu finden (Leistung = Liebe) und dann mit 40 wahlweise nen Herzinfarkt oder im Burnout zu landen.
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03.08.2011, 14:14
AW: Was will ich? Ich verstehe mich selber nicht mehr..
Das klingt alles sehr interessant. Welche Aspekte sollen denn betrachtet werden? Mein Vater ist jetzt leider nicht das was man gemeinhin als "Mustermann" bezeichnen würde. Ich wüsste jetzt auf die Schnelle auch nichts was ich mir bei ihm abgucken könnte / sollte. Ich habe mich glaub ich schon immer eher an meiner Mutter orientiert. Muss das zwangsläufig schlecht sein? Ich frage mich zudem gerade, was Frauen denn schlechter können als Männer und umgekehrt.
Ich habe grundsätzlich keine Probleme damit Entscheidungen zu treffen. Generell bin ich eigentlich auch recht zielstrebig geworden mit der Zeit. Treiben lassen war mal.. ich habe auch kein Problem damit jemandem meine Meinung zu sagen zB.
Ich habe das Gefühl dass das Feld, über das wir hier reden, sehr umfangreich und komplex ist.


Seit das Semester und somit der Mörderstress zu Ende ist habe ich Zeit nach zu denken und mich mit mir und uns zu beschäftigen.. und gemerkt, dass mir alles zu schnell ging, dass ich nicht sicher bin ob ich sie liebe, dass ich nicht sicher bin ob ich meine Exfreundin noch liebe.. und dass ich am liebsten alleine sein würde. Manchmal zumindest. Wenn sie weg ist vermisse ich sie, wenn ich bei ihr bin will ich eigentlich alleine sein. Wir waren zusammen eine Woche im Urlaub. Im Prinzip war es toll mit ihr, aber was mich gestört hat war die körperliche Nähe, Küssen, der Sex.
Im Prinzip sollte ich glücklich sein, denn objektiv ist sie eine super Freundin. Geduldig, witzig, nerdig wie ich, gebildet, hat einen tollen Job.. aber ich werde immer unglücklicher. Am Donnerstag sehe ich sie wieder und weis nicht was ich tun werde.. ob ich "für sie aus heiterem Himmel" Schluss mache oder ob ich tue als sei nichts..
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