Eine Frage an Euch in die Runde, die mich sehr umtreibt in den letzten Wochen und Monaten. Ich bin jetzt 37 und habe seit 17 Jahren immer wieder das Gefühl: "Ich muss neu anfangen". Meine damit: Ich muss herausfinden, wer ich bin, was ich wirklich kann, wo ich (beruflich) hingehöre, wie ich es besser machen kann. Ich versuche es immer wieder, die "Hebel umzulegen" (schöner Strang übrigens), um doch wieder nach ein, zwei Jahren wieder das Gefühl, im Kreise gelaufen zu sein, und eben wieder von vorn anfangen zu müssen.
Ich möchte immer wieder Hebel umlegen, was eine klare berufliche Orientierung angeht, ich möchte immer wieder Hebel umlegen, was mein Selbstbewusstsein angeht, ich möchte immer wieder Hebel umlegen, was mein Zeitmanagement angeht ... und so weiter und vieles mehr. Im Grunde beißt sich die Maus auch immer wieder in den Schwanz, denn das eine bedingt das andere ...
Ich renne seit Jahren in Kreisen, habe ich das Gefühl, und ich habe gar keine Kraft mehr, irgendeinen Hebel umlegen zu wollen, das habe ich doch schon ... Und Aha-Effekte hatte ich auch schon jede Menge, aber die verpuffen auch immer wieder über die Zeit ...
Hilfe? Gibt es welche unter Euch, denen es auch so geht? Wer ist rausgekommen aus diesem Rad, und wer kann Tipps geben?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 49
Thema: Wie oft "neu" anfangen?
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30.07.2011, 15:24
Wie oft "neu" anfangen?
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30.07.2011, 15:34Inaktiver User
AW: Wie oft "neu" anfangen?
Der erste Schritt wäre, nach meiner Erfahrung, nichts mehr zu "müssen/sollen".
Eine Tabelle mit drei Spalten:
Was will ich?
Wie komme ich dahin?
Wer kann mich unterstützen?
Das Blatt für eine Woche im Schreibtisch deponieren und dann an eine sichtbare Stelle, an der du täglich vorbeikommst, hängen.
Dinge, die du erreicht hast, durchstreichen. Setz dich nicht unter Druck durch eine "chronologische Abarbeitung".
Heute hast du Nr. 97 umgesetzt, morgen kann es Nr. 36 sein und in 8 Wochen Nr. 1 - jeder noch so kleine Erfolg, das getan zu haben was du WILLST gibt dir den Schwung.
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30.07.2011, 18:10Inaktiver User
AW: Wie oft "neu" anfangen?
Hast Du ein Grundgefühl von "Leistungsdruck" oder "nicht gut genug zu sein", egal, was Du tust?
Ich kenne diese Unrast auch inklusive der Erfahrung: man nimmt sich überall mit hin und stößt in den unterschiedlichsten Bereichen an die gleichen Grenzen.
Es kann mit gefühlter (! nicht realer ) Überforderung zu tun haben-
oder mit der Furcht vor Langeweile (im Sinne von zuwenig intensivem Drama, das einem irgendwoher einfach vertraut ist.)
Oder auch mit der Angst, plötzlich zu dem stehen und verantwortlich für das sein zu müssen, was man tut.
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30.07.2011, 18:15Inaktiver User
AW: Wie oft "neu" anfangen?
More drama, baby-Blue(serin).
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30.07.2011, 18:29Inaktiver User
AW: Wie oft "neu" anfangen?
ganz spontane Antwort auf den Strangtitel:
Nicht allzu oft!
Was ich damit sagen will; irgendwann sollte man sich/sein Leben so akzeptieren, wie man/es ist. Das meine ich völlig ernst, denn jedes Mal "neues Erfinden" kostet Kraft. Da würde ich eher einen Schlussstrich ziehen und mir sagen; ok, ich bin schüchtern, dann stehe ich dazu (Beispiel).
Ich habe mich jobmäßig nicht verwirklicht - dann suche ich mir ein spannendes Hobby.
37 ist jetzt nicht mehr so jung, um noch einmal das Ruder völlig rumzureißen. Warum auch?! Ich würde eher leicht (!) an mir arbeiten, aber im Großen und Ganzen den Ist-Zustand akzeptieren.
Grundsätzlich sind neue Wege/Herausforderungen nicht schlecht, sogar gut, aber wenn es zu Zwang wird, man immer unzufriedener wird und gar keine Freude mehr hat ...
suzie
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30.07.2011, 18:32
AW: Wie oft "neu" anfangen?
hast Wertschätzung für das, was du erreicht hast?
Heute gibt es sicher jede Menge Dinge, die dir leichtfallen oder die zumindest kein grosses Problem darstellen - was vor fünf oder zehn Jahren bestimmt noch anders war. Eine Liste "Dinge, die ich heute kann und die ich nicht konnte, als ich jung und dumm war" kann Fortschritte zeigen.
so in einer ersten Sitzung sollten mindestens zwanzig Stichworte gefunden werden.
grüsse, barbara
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30.07.2011, 18:41
AW: Wie oft "neu" anfangen?
Deine ersten Gedanken kann ich gut nachvollziehen. Es gibt Dinge, die sollte man irgendwann einfach bei sich selber akzeptieren.
Aaaber, ich hoffe doch, dass man in jedem Alter nochmal das Ruder rumreißen kann (na, vielleicht nicht völlig). Im Sinne von "dazu lernen" und "Umdenken" meine ich. Warum auch nicht?
Dazu muss man sich aber nicht neu erfinden.Das Chaos will anerkannt, will gelebt sein
ehe es sich
in eine neue Ordnung bringen lässt.
Hermann Hesse
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30.07.2011, 18:52Inaktiver User
AW: Wie oft "neu" anfangen?
auf solch einen Einwurf habe ich gewartet!

Natürlich kann man in jedem Alter das Rude rumreißen (im Rahmen der Möglichkeiten
).
Man kann mit 60 noch ans andere Ende der Welt ziehen, mit 70 tanzen lernen ... Klar. Wenn man das möchte und es einem Spaß macht ...
Ich denke nur, es macht wenig Sinn, und ich habe den Eindruck so ist es bei der TE, oder?, verbissen immer wieder neu zu starten. Dann ist es doch besser, das beste aus dem Ist-Zustand rauszuholen.
suzie
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30.07.2011, 19:07
AW: Wie oft "neu" anfangen?
@ Suzie
Verbissen nicht ... eher sehnsüchtig ...
Wenn ich mein Leben und mich selbst jetzt im Moment so akzeptieren würde, würde das für mich Resignation bedeuten. Ich bin doch noch nicht am Ende, ich möchte doch etwas erreichen in der Welt da draußen, um meinen Kindern das Vorbild zu sein, was sie verdienen. Um selbst stolz darauf sein zu können. Um selbst - auch finanziell - für die Belange meiner Kinder voll die Verantwortung zu übernehmen. Das möchte ich wirklich, und das ist mir wichtig.
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30.07.2011, 19:11Inaktiver User


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