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    AW: Wie oft "neu" anfangen?

    Liebe Tony,

    ... Leistungsgesellschaft, den Gedanken finde ich interessant. Richtig, ich fühle mich auch eingeengt dadurch. Und wenn ich mich heute aufschwinge, und nicht in diesem Wettlauf teilnehme, dann holt er mich morgen schon wieder ein. Das ist mir schon oft passiert. und es verdammt schwer, sich daraus zu lösen.

    Meine Kinder sind 3 und 5.
    Wir malen am Wochenende zusammen. Sie spielen Xylophon, bis mir die Ohren abfallen. Ballons fliegen in jeder Farbe. Dreck überall. Wir verkleiden uns als Löwen und Marienkäfer. Wir klettern ("uuhh, wie anstrengend", sprach die Alte).
    Das sind wirklich die schönen Momente. Aber es sind Momentaufnahmen. Im Hintergrund laufen die Zahnrädchen weiter. Manchmal holen sie mich auch ein, die Zahnräder.

    Ich glaube, du hast mich auf was gebracht, mit der Musik. Denn meine erste Eingebung war: WANN soll ich denn das auch noch machen? (Was beinahe die Standardantwort ist auf jeden Vorschlag). Die Zeit ist aber tatsächlich für mich ein Problem, bei allem Zeitmanagement und bei allem Prioritätengesetze, die Zeit ...
    Aber was mir an mir aufgefallen ist: Im Grunde möchte ich kein Instrument mehr LERNEN, im Grunde möchte ich es nur BEHERRSCHEN, es schon spielen KÖNNEN.
    Vielleicht ist da ein Grund für meine Blockade: ich möchte das Bergsteigen überspringen und gleich am Gipfel sein ... oder so ähnlich ... Hm. Ich denke mal darüber nach.

    Ich arbeite auch daran.
    Hab dank für die Anregungen!

  2. gesperrt

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    AW: Wie oft "neu" anfangen?

    Zitat Zitat von ksanthoula Beitrag anzeigen
    Ich bin zu müde, um noch zu lesen, und ich habe tagsüber auch ein schlechtes Gewissen, wenn ich mir eine halbe Stunde für mich nehmen will - denn es ist immer noch etwas, was erledigt werden muss.
    Das, was erledigt werden muss, wird sicher auch am nächsten Tag noch geduldig da sein und erledigt werden müssen.

    Du brauchst aber Zeit für dich. Dieser Termin ist genauso wichtig wie alle Termine in der Schule, der Arbeit, beim Arzt, Einkaufen, und so weiter. Hältst du denn die Bedürfnisse aller anderer Menschen für wichtiger als die deinen? ich hoffe nicht ;-)


    Zitat Zitat von ksanthoula Beitrag anzeigen
    Aber mir ist nicht klar, wie ich denn "größere" Veränderungen schaffen sollte ...?
    Dann fang an mit kleinen Veränderungen. Schaff dir jeden Tag ein paar Minuten Zeit für dich, jede Woche eine Stunde - hin und wieder ein ganzes Wochenende mit deinem Mann und geb die Kinder zu einer Babysitterin... Prüfe, wo du Abstriche machen kannst. Kannst du dein Arbeitspensum etwas reduzieren? Wo kannst du deine Ansprüche an Perfektion und "so muss es sein" runterschrauben?



    Zitat Zitat von ksanthoula Beitrag anzeigen
    Ich möchte schon gern eine neue Arbeit, und ich möchte auch gern eine Vollzeitstelle und eine mit Verantwortung, aber die realistische Frage ist doch: Bin ich dem denn gewachsen? Gibt es eine dritte Möglichkeit für mich? z.B. mehr Verantwortung, aber auch zeitlich mehr Flexibilität? Oder ist das Wunschdenken?
    Wenn du schon mit der Teilzeitstelle an den Grenzen deines Zeitmanagements bist, wie würdest du das denn mit einer Vollzeitstelle lösen? (und könnte die Vollzeitstellen-Lösung eventuell schon heute auf die Teilzeit angewendet werden und dir mehr Zeit für dich verschaffen?)

    und ja, es gibt flexible Arbeitsverhältnisse - ich hatte das Glück, so eins zu finden - Voraussetzung ist, dass du dir klar wirst, was du willst und brauchst.

    grüsse, barbara

  3. Inaktiver User

    AW: Wie oft "neu" anfangen?

    Die Rechnung geht so nicht auf: wenn ich schon mit der Teilzeitstelle Probleme habe - habe ich mit einer vollen Stelle noch mehr Problem mit dem Zeitmanagement. Ich denke, man darf dabei einfach nicht vergessen, dass Arbeit nicht gleich Arbeit ist. Manches ist anstrengender, anderes belastender und manches wird auf Termin hin erwartet und ist unter großem Streß nur zu schaffen. in einer anderen Stelle kann es so sein, dass mehr Zeit für die Erledigung bestimmter Aufgaben vorgegeben wird, es entspannt sich also insgesamt, oder dass Gesprächsphasen,z.B. Vor- und Nachbesprechungen, Planungsgespräche, zur Arbeit ganz selbstversdtändlich dazugehören. Dann kann vieles schon im Kollegenkreis ab- bzw aufgearbeitet werden und es entstehen durch das Reden Entlastungen, die sich positiv auf die Freizeit des Arbeitnehmers und natürlich wiederum positiv auf die Arbeit selbst auswirken. Einfach weil mehr Raum für Phantasie, Träume, Kreativität entsteht, für Auseinandersetzung etc, was Kräfte freisetzt, die ohne diese Räume nicht entstehen können. Also würde ich niemals eine Rechnung wie oben aufmachen wollen, weil es den Menschen mit seiner Ganzheit außer acht läßt.

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    AW: Wie oft "neu" anfangen?

    Hallo ksanthoula,

    beim Lesen Deiner Beiträge musste ich spontan denken, dass es meines Erachtens nicht die Veränderungen im äußeren Leben sind, um die es bei Dir geht. Wenn man so oft und über einen längeren Zeitraum versucht, diverse Hebel umzulegen und es dann doch nicht schafft, dann würde ich wohl überlegen, ob die Ursache für den empfundenen Mangel nicht viel eher im Innenleben liegt.

    Sich selbst annehmen können, für sich selbst sorgen, eine gute Beziehung zu sich haben, in sich ruhen, das sind alles Dinge, die dazu beitragen, dass man sich auch im unperfekten Leben sehr wohl fühlen kann, während der Verlust der inneren Mitte auch durch kein noch so perfektes Außenleben kompensiert werden kann.

    Vielleicht würde es ja schon helfen, wenn Du Dir regelmäßig Zeit nimmst, mit Deinem Inneren in Kontakt zu kommen: Meditation, Yoga, Gebet, einsame Spaziergänge im Wald, was immer dazu beiträgt, dass Du zur inneren Ruhe findest, würde ich einfach mal auszuprobieren. Mir reicht oft schon eine ganz bewusste Viertelstunde, um wieder zu mir zu kommen.

    Ich glaube nicht, dass es helfen würde, noch mehr Aktivität in Dein ohnehin zeitlich schon sehr ausgefülltes Leben zu pressen. Auch ein Hobby, das man nur für sich macht, kann zu einem weiteren Stresspunkt werden. Viel wichtiger finde ich es, sich gerade in einem stressigen Alltag auch Inseln der Ruhe und Besinnung zu schaffen. Wenn Du lernst, stärker in Dich hineinzuhören, dann kristallisieren sich mit der Zeit vielleicht auch genau die Punkte heraus, wo Du wirklich aktiv werden willst und die Du dann auch angehst. Aus der diffusen Unruhe und dem Gefühl, was ändern zu müssen, werden dann konkrete Veränderungswünsche, die Du auch angehen kannst. Aber bevor ich mein äußeres Leben verändere, würde ich erst mal meinen inneren Menschen polieren.

    Viele Grüße,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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    AW: Wie oft "neu" anfangen?

    ... Innere Mitte finden ..., das mag sein. Ich habe sie wirklich nicht gefunden. Aber ich meinte bisher immer, dass die "innere Mitte" und eigene Ziele und Fixsterne/Visionen zu finden einander Hand in Hand gingen.
    ... Innere Ruhe finden ... fällt mir schwer. Ich versuche es immer wieder. Aber ich bin nicht bei mir, meistens, sondern ich beginne zu grübeln, was alles garaus macht. deswegen habe ich lange strecken gemieden, mir eine "gelegenheit zum grübeln" zu geben.


    Ich habe früher immer regelmäßig Tagebuch geschrieben zum Beispiel. aber es waren keine Eindrücke, keine Erkenntnisse, die mir dabei aus der Feder flossen, es waren Grübeleien, die sich - wie es ihr Charakter eben so ist - im Kreise drehen. (da haben wir ihn wieder, den Kreis ). Ich habe mir dann das Tagebuchschreiben verboten, damit ich mich nicht wieder in diese Spirale hineindrehe.

    Was heißt: "bei mir sein"? Nur in diesem Moment "zu sein"? Aber was kommt danach?
    ...
    Ich habe Eure Meinungen gelesen, und das Eine und Andere geht mir noch nach, bei anderen wieder fühle ich mich "ertappt" - aber im für mich guten Sinne. Ich möchte mir Zeit nehmen, darüber nachzudenken.

    Ich habe mir erst einmal vorgenommen, schritt für schritt - will sagen: kleiner schritt für kleinen schritt - erst einmal mich vorzuarbeiten. Achtsam zu sein, und wenn es mir nicht gleich gelingt, dann eben auch schrittchen für schrittchen ...
    Aus dem Beispiel der Musik habe ich mir herausgenommen: Ich muss morgen kein Klavierkonzert spielen. Ich arbeite vielleicht erst einmal an einer kleinen Etude ...

    Lieben Dank und schönen Abend Euch erst einmal

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    AW: Wie oft "neu" anfangen?

    PS
    Das Forum ist hier ja ein wahrer Fundus ...

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    AW: Wie oft "neu" anfangen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Unter Umständen müssen große Veränderungen her um das zu tun, was Freude macht. Ich denke mal z.B. wenn jemand einen anstrengenden Job macht und kaum noch Kraft für die schönen Dinge des Lebens hat , weil die freie Zeit der Erholung gewidmet sein muß, also schlafen, ruhen, und außerdem für die Erledigung der ganz alltäglichen Aufgaben eingesetzt wird. Natürlich könnte man den Job hinwerfen, nur muß man sich das auch leisten können. Und eine neue Arbeit zu finden ist ja nicht unbedingt einfach.
    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Grosse Veränderungen entstehen meist aufgrund vieler kleiner Veränderungen. Es ist wichtig, eine positive Dynamik in Gang zu setzen.
    liebe floralina, das was bae geschrieben hat, spricht mir aus dem herzen. es entspricht meiner erfahrung

    natürlich - wir "müssen" arbeiten, um unseren lebensunterhalt zu bestreiten. gerade das arbeitsleben ist ein super-übungsplatz gewesen (und ist es immer noch). ich kenne das, so groggy zu sein, dass für ein leben danach kaum noch kraft bleibt. aber ist es so ein leben, das erstrebenswert ist? ich konnte glücklicherweise meinen arbeitsplatz meinen bedürfnissen anpassen, bzw. bin ich routiniert geworden, sodass genug energie für mich noch da ist. aber ich hab auch für mich gekämpft: mund aufgemacht, wenn es zuviel wurde. vorschläge für verbesserungen etc. es kommen immer wieder situationen, in denen ich mich für mich einsetzen muss, soll es mir weiterhin gut gehen.

    ich würde mich jedoch nicht trauen, dem chef zu widersprechen, wenn ich nicht einen gewissen glauben an mich hätte. und mittlerweile auch das wissen, dass es mir zusteht, auch mal "nein" zu sagen. hat aber auch ein klitzekleinwenig gedauert bis dahin

    Zitat Zitat von ksanthoula Beitrag anzeigen
    Liebe happy-fly,

    Du kennst solche Sätze von Therapeuten? Im Erstgespräch? Im Nachhinein habe ich mir auch gedacht, dass es einen Grund gab dafür, aber ich fühlte mich überhaupt nicht angenommen in diesem ersten Gespräch. Mir wurde nichts erklärt, mir wurde nichts dazu gesagt, ich wurde gleich gepiekt. Zu diesem Zeitpunkt suchte ich hilfe, und es hätte nichts geschadet, wenn ich mit der Therapeutin erst einmal hätte "warm" werden können. Ich habe jedenfalls die Flucht ergriffen und habe mir gedacht, das mache ich besser allein oder woanders ...
    ja, auch im erstgespräch. bei mir waren es andere sätze - ich war natürlich doch erst mal platt. es gibt nicht umsonst fünf vor-gespräche, bis es richtig los geht. damit du und auch der therapeut abschätzen könnt, ob es miteinander was bringt. hattest du denn nur ein gespräch bei ihr? die ganzen erklärungen kamen bei mir auch nicht im erst-gespräch. das war pures beschnuppern. sicher war es von ihr unglücklich, dich gleich so sehr zu pieken. ich kann dir eine passende therapie/therapeuten (in) nur empfehlen. ich hab sehr viel über mich gelernt.

    Ich vergesse selten, dass ich funktionieren muss. Aber hier gibt es schon auch einen Widerspruch: Ich bin 37 und funktioniere irgendwie, aber im Inneren bin ich immer noch irgendwie 17 oder 20 und denke mir: So, jetzt muss ich aber mal anfangen, das Leben anzupacken ...!
    du bist alles! 7, 17, 27 und 37. alles miteinander! es zu unterschiedlichen zeiten auszuleben, ist wohl die kunst.


    "vielleicht liegt es tatsächlich ganz nah! ich habe auch lange im außen gesucht. anders als du. seit ich aufgehört habe angestrengt zu suchen, kommen mir ideen und eingebungen, dinge fügen sich. ich höre mich mehr als früher."

    Oft suche ich auch nicht mehr. Hier, mit meinem Eintritt in das Forum, habe ich auch für mich zum Thema gemacht, weil ich eben alle Jahre wieder das Gefühl des "Kreises" habe. Ich wollte eben gern Erfahrungen und Meinungen dazu haben, und mich wieder damit auseinandersetzen, um einen Weg da raus zu finden. Aber im Alltag - da suche ich nicht mehr angestrengt. Aber: ich BIN angestrengt, und deshalb kommen mir vielleicht dennoch nicht die ideen und die eingebungungen, über die ich mich doch freuen würde ...
    ist doch schon mal ein guter anfang hier! ich finde allein das schreiben bringt schon sehr viel. sein problem aufschreiben, es nochmals zu lesen, dazu die antworten. einige, mit denen man erst mal gar nix anfangen kann (aber vllt. später), und einige, die auch "pieken" und einige, die ans herz gehen.

    wichtig ist: geduld haben. mit dir.

    Eine schöne Formulierung: "Mein Beruf entspricht mir und meinen Talenten". Glückwunsch! Das wünsche ich mir auch ...
    ...und das ist nicht einfach so "passiert". das kam nach meiner persönlichen lebenskrise. ich hab mich da besonnen, was ich kann und wo ich ungefähr hin will. die weggabelungen kamen dann aber wie von selbst. trotzdem blut und wasser geschwitzt. immer in dem wissen, wofür. für mich


    Zitat Zitat von ksanthoula Beitrag anzeigen
    PS
    Das Forum ist hier ja ein wahrer Fundus ...
    jep! ich les auch sehr gerne hier. muss gar nicht zu allem was "senfen", nur dazu, wo ich viiiieeelleicht was schlaues zu sagen kann die ganzen lebenserfahrungen hier sind sehr wertvoll!

    @malina: sehr schönes post!

    Sich selbst annehmen können, für sich selbst sorgen, eine gute Beziehung zu sich haben, in sich ruhen, das sind alles Dinge, die dazu beitragen, dass man sich auch im unperfekten Leben sehr wohl fühlen kann, während der Verlust der inneren Mitte auch durch kein noch so perfektes Außenleben kompensiert werden kann.
    einmal damit angefangen, ist es nicht mehr aufzuhalten! frau merkt jede schieflage, bevor diese anfängt, komische ausmaße anzunehmen. immer wieder zurück zur mitte finden, das ist derzeit meine übung. leben - erfahrungen machen - und zurück zur mitte, verschnaufen. und wieder los von vorn... ach ja, und mein leben ist nicht wirklich perfekt - so gesellschaftsmäßig. aber ich finde es mittlerweile richtig gut!

    und meditation ist ein gutes mittel für die innere ruhe. kann leider nicht jeder - wenn der kopf dagegen spielt.

    ksanthoula, kannst du dich fallen lassen? dich in die natur setzen, in den himmel oder aufs wasser gucken und die gedanken einfach so schweifen lassen?

    dein vorhaben mit der musik hört sich gut an. das wäre schon mal eine sehr gute übung!

    dazu noch was:

    Was heißt: "bei mir sein"? Nur in diesem Moment "zu sein"? Aber was kommt danach?
    in diesem moment da sein. danach kommt der nächste moment. quasi ein ablauf von momenten sich wirklich FÜHLEN, innerlich. alle last abfallen lassen, den tag, den job, die anforderungen des lebens. sich und seinen kern fühlen. da sind sehr viele gute antworten auf deine fragen zu finden.

    so kurze momente können ganz viele lange momente des alltags-lebens schöner machen
    „Hoffnung ist die Fähigkeit, die Musik der Zukunft zu hören.
    Glaube ist der Mut, in der Gegenwart danach zu tanzen.“


    (Peter Kuznic, kroatischer Theologe)

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    AW: Wie oft "neu" anfangen?

    Liebe alle,

    ist ein sehr interessanter Strang hier mit vielen tollen Posts, finde ich!

    Aber ich meinte bisher immer, dass die "innere Mitte" und eigene Ziele und Fixsterne/Visionen zu finden einander Hand in Hand gingen.
    Ich wollte eben gern Erfahrungen und Meinungen dazu haben, und mich wieder damit auseinandersetzen, um einen Weg da raus zu finden. Aber im Alltag - da suche ich nicht mehr angestrengt. Aber: ich BIN angestrengt,
    Liebe ksanthoula,

    auf mich wirkt es, als spürtest du eine gewisse grundlegende Leere mit dir selbst. Und deshalb möchtest du im Außen etwas finden, was dich erfüllt, ruhig macht, dich endlich "im Leben ankommen" lässt.

    In wahrheit möchtest du aber nicht etwas finden, sondern dich neu erfinden. So, als wärst du derzeit so etwas wie die Basisversion, und die "echte" (erfüllte, gelassene, "vollständig entwickelte") Premium-ksanthoula stünde noch irgendwo in den Startlöchern, wie bestellt und nicht abgeholt.

    Das Konzept erinnert mich ein wenig an das berühmte "WENN, DANN ...": Wenn ich endlich finde, was mir fehlt, wenn ich endlich lebe, wie ich wirklich bin, wenn ich endlich vollständig umsetze, was ich mir erträume etc pp. - dann, ja dann: Dann geht es mir gut. Dann bin ich glücklich oder zufrieden.

    Oder zumindest verschwinden dann dieses Versagensgefühl, dieses latente schlechte Gewissen, dieser Zweifel - und dieser völlig erschöpfende Vergleich mit den anderen Menschen, die mir täglich vor Augen führen, wie sie ein erfülltes Leben leben (mit kleinen Problemchen halt).

    Nur dauert deine Suche ewig und einen Tag. (Sehnsucht) Weil das Leben immer unfertig ist. Weil sobald wir etwas erreichen, von diesem neuen Standpunkt aus wieder etwas Neues sehen, was wir wollen. Wie, wenn du auf einen Berg steigst und sobald du am Gipfel bist, siehst du von dort aus einen anderen in der Ferne am Horizont, der noch höher ist...

    Ich habe mal folgende Lebens- und Erfolgsmaxime gelesen: Stop fixing, start savouring. Hör auf zu reparieren, fang an zu genießen/zu würdigen/auszukosten. Höre auf zu suchen, ent-spanne dich, gib auf. (Let it be, sang John Lennon.)

    Denn die ständige Suche hält dich davon ab zu finden. Entspanne dich und merke, das dir nichts fehlt. Und dann, wenn du sie nicht mehr brauchst, kommen die Ideen, Impulse, kommt die Inspiration.

    Verstehst du? Ich vertrete hier eine Anschauung, die genau diametral entgegengesetzt ist, womit wir alle aufgewachsen sind: Nicht das Außen macht das Innen, sondern umgekehrt. Nicht die äußere Erfüllung bringt die innere, sondern das In-sich-Ruhen spiegelt sich in der Lebensführung. Ein erfüllter Mensch scharrt sozusagen automatisch Erfülltes um sich hat, tut Erfüllendes, strahlt. Erfüllung auf sein Leben und seine Umgebung aus. Er lebt die Erfüllung. Und Leben entsteht von innen nach außen, nicht umgekehrt.

    In dieser Denkart wäre dein erster und wichtigster Schritt eine innere Entscheidung, Erfüllung aus deinem Inneren zu schöpfen und das Durchschauen des Irrtums, im Außen dauerhaft fündig werden zu können. Es ist die innere Entscheidung, die Erfüllung in deinem Inneren zu spüren. Was wäre, wenn sie immer schon da wäre und du sie nur nicht wahrgenommen hast? Was wäre, wenn das Unperfekte bereits perfekt wäre, weil Perfektes nicht mehr wachsen kann - und was nicht wächst, ist tot?

    Was wäre, wenn du alles, was du suchst IN DIR hast und es sich nach außen ausdrücken wird, sobald du es wahrnimmst (im wahrsten Sinne des Wortes)?

    Was meinst du zu diesen Gedankenansätzen - bringen sie dir brauchbare Denkanstöße? Ich hoffe.

    Alles Liebe!
    -Lil-

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    AW: Wie oft "neu" anfangen?

    Liebe Lil -
    ja, bringen sie, bringen sie !!!

    ... die Leere trifft es durchaus. Ich bin nicht sicher, ob ich darauf aus bin, im Außen etwas zu finden. Aber vielleicht bin ich zu passiv bzw. zu re-aktiv, dass das Außen mir immer wieder vorgeben mag, was ich wollen sollte ...?

    Ja, die Premium-Ksanthoula ... wäre das fertige Klavierkonzert gleich morgen, statt Etude für Etude. Ich denke schon, dass es stimmt, dass ich an diesem Komplettbild verrecke, statt die Mosaikstückchen mit Freuden zusammenzusetzen ... Ein Aha-Effekt, den ich diesen Posts hier zu verdanken habe.

    Selbst bei dieser Erkenntnis fällt es mir schwer, ein solches "unfertiges" Leben erst einmal so anzunehmen. Ich glaube, das wird ein Lernprozess für mich sein. Ich finde eben immer genug, was repariert werden müsste, und da die Finger davon zu lassen ..., oh.

    Seit gestern überlege ich nun auch wieder, doch wieder zu schreiben. Aber eben unter neuen Vorzeichen, und das wäre dann ein Weg für mich, das auszudrücken und dem achtsamen "in-Worte-fassen" wieder mehr Zeit und Platz einzuräumen ...

    Danke, Lil! Ich nehme deine Denkanstöße weiter mit, mal sehen, was sie noch anstoßen ...

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    AW: Wie oft "neu" anfangen?

    Liebe Happy-fly,


    bei der Therapeutin war ich dann insgesamt 3x, in der Proberunde. Aber ich bin nicht damit zurechtgekommen, nicht mit ihr zurechtgekommen. Es liegt nun auch schon wieder ein paar Jahre zurück, der Versuch, aber ich frage mich erst durch deine anmerkung, ob ich selbst damals möglicherweise eine falsche Herangehensweise hatte - möglich.

    Vielleicht an alle:
    Eine Frage drängt sich mir hierbei auch auf, die jetzt nichts direkt mit diesem Strang zu tun hat, was ich aber gern mal in die Diskussionsrunde werfen würde:
    Was glaubt Ihr, wie sinnvoll ist es, Ursachenforschung zu betreiben, um sich selbst zu ändern? Ist es nicht besser, mithilfe von Verhaltenstherapie das Heute zu ändern, als in der Vergangenheit und in der Verantwortung der Eltern (u.a.) zu suchen - was man ohnehin nicht ändern kann, außer möglicherweise vergeben?

    Liebe Grüße
    kssss.

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