@ Tony 45
Ich versuche, auf mich zu achten, indem ich nach einem Ausweg suche ... und zum Beispiel begonnen habe, hier im Forum darüber zu schreiben ... richtiger Ansatz, falscher Ansatz?
Heißt, auf mich achten, nicht auch, mir endlich über meine Ziele klar zu werden, auch wenn es der ich-weiß-nicht-wievielte-Versuch das ist?
Ehrlich? Von den Kindern abgesehen: Ich habe vergessen, was mir Spaß macht. Ich bin viel zu oft einfach auch nur noch angestrengt. Und Lesen - das ist die Ausnahme, das macht mir Spaß - ist mir oft auch zu anstrengend geworden ...
Welches Instrument hast du denn wieder angefangen? Ich hatte als Kind mal Geige ..., das waren Zeiten ...
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Ergebnis 21 bis 30 von 49
Thema: Wie oft "neu" anfangen?
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30.07.2011, 22:31
AW: Wie oft "neu" anfangen?
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30.07.2011, 22:47Inaktiver User
AW: Wie oft "neu" anfangen?
Ich habe ein Problem damit: über die Ziele klar werden. Es kommt so oft etwas dazwischen, so dass Ziele nicht mehr faßbar sind. Müßte man sich nicht eher ganz offen der Zukunft gegenüber halten?
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30.07.2011, 23:18
AW: Wie oft "neu" anfangen?
Das wäre doch ein Ansatzpunkt: mach jeden Tag etwas, aus dem einzigen Grund, weil es dir Spass macht. Ohne dass es irgend etwas bringen muss, gut aussehen muss oder sonst irgend einen Zweck erfüllen muss. Es darf albern sein, kindisch, doof - aber Hauptsache, es macht Spass.
Oder auch: mach jeden Tag etwas, das du bisher noch nie gemacht hast. Oder etwas, das du nicht mehr gemacht hast, seit du zehn Jahre alt warst.
Meiner Erfahrung nach sind Lebensziele etwas, das sich von selbst herauskristallisiert - wenn man es sich erlaubt, einfach zu spielen. Was auch beinhaltet, Dinge zu tun, ohne zu wissen, wohin sie führen.
grüsse, barbara
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31.07.2011, 00:09
AW: Wie oft "neu" anfangen?
liebe ksanthoula,
ich kenne solche sätze von therapeuten - allerdings tiefenpsychologisch. meine thera "piekt" mich mit solchen sätzen (anfangs sträubte ich mich auch dagegen...), damit ich über den schmerz rede. ihn sehe. ihn fühle. ihn rauslasse.
du suchst im außen.Aber was mir fehlt, ist ein Ziel, was ich anfassen kann, ein Ziel, woran ich glauben kann - konkret.
und drehst dich dabei im kreis.Nein, es bringt nichts, davonzulaufen. Aber ich sehe gerade auch das gegenteilige Problem: Es bringt nichts, hängenzubleiben ..., so wie ich immer wieder. Vielleicht auch anders gesagt: ich laufe immer vor einem (welchem?) Schritt davon, und deswegen bleibe ich hängen ...
waum macht sich da sorge breit? weil du es genießt, deinen kindern zuzusehen? kannst du ihre kindlichkeit/verspieltheit als eigene bereicherung für dich ansehen? kannst du auch mal vergessen, dass du erwachsen bist und funktionieren musst? nur ganz kurz?Mich in die Gegenwart holen, den Moment achten und genießen, das kann ich mit meinen Kindern, mit ihrem schönen Lächeln, mit dem Quatsch, den sie verzapfen. Aber dann macht sich doch wieder die Sorge breit und das Gefühl, ein Loser zu sein ...
das kenne ich! sehr schönes gefühl, manchmal auch überraschend. aber schön
das zeigt, dass du die richtige entscheidung getroffen hast! glückwunsch!
denn leben ist viel mehr als einen gutbezahlten job in einem verhassten klima zu haben...
vielleicht liegt es tatsächlich ganz nah! ich habe auch lange im außen gesucht. anders als du. seit ich aufgehört habe angestrengt zu suchen, kommen mir ideen und eingebungen, dinge fügen sich. ich höre mich mehr als früher.
auf dich achten heißt (für mich), achtsam mit dir selbst und den situationen, in die du kommst, zu sein. mit deinen gedanken achtsam umgehen. sind sie eher positiv, eher negativ? was fühle ich jetzt, und woran könnte das liegen? warum bin ich jetzt sauer/deprimiert? was steckt dahinter? oder auch: warum fühle ich mich jetzt gut/beschwingt? worüber freue ich mich? was lässt mein herz vor freude überquellen? welche sache/welcher mensch tut mir gut? weiß ich überhaupt, was mir gut tut?
der tipp von bae - tu jeden tag etwas, was dir spaß macht! sei auch du mal wieder kind. setz dich, wenn deine kinder auf dem spielplatz spielen, auch auf eine schaukel. oder spiel im matsch. backe sandkuchen - so wie früherEhrlich? Von den Kindern abgesehen: Ich habe vergessen, was mir Spaß macht. Ich bin viel zu oft einfach auch nur noch angestrengt. Und Lesen - das ist die Ausnahme, das macht mir Spaß - ist mir oft auch zu anstrengend geworden ...
lauf durch regenpfützen. fühle dich einfach mal wieder.
und noch ein tipp von mir: ich bin in deinem alter. ohne kinder. aber beruflich da, wo ich sein möchte, bzw. auf dem weg zu meinem "ziel" (das sich auch erst nach und nach so wirklich herauskristallisiert, veränderbar ist - aber einen roten faden hat. mein beruf entspricht mir und meinen talenten - das halte ich auch für sehr wichtig!): versuche, dir selbst den druck zu nehmen. nichts und niemand kann dir druck machen, außer du selbst. ich wollte sehr lange perfekt sein, in ALLEN dingen
das war sehr anstrengend, da ich auf vielen hochzeiten tanzen musste. seitdem ich quasi die hände gehoben und alle selbst gestellten forderungen an mich fallen gelassen habe - läuft es. natürlich sind auch immer noch stressige phasen dabei. sie werden aber weniger, bzw. lerne ich mehr und mehr, auf mich zu vertrauen. und auf mich zu achten. und forderungen von außen (und von mir) erst mal gut abzuwägen und dann zu entscheiden...
viel glück!
„Hoffnung ist die Fähigkeit, die Musik der Zukunft zu hören.
Glaube ist der Mut, in der Gegenwart danach zu tanzen.“
(Peter Kuznic, kroatischer Theologe)
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31.07.2011, 10:55Inaktiver User
AW: Wie oft "neu" anfangen?
es liest sich so leicht und schwerelos, happy-fly, aber ist es das? Unter Umständen müssen große Veränderungen her um das zu tun, was Freude macht. Ich denke mal z.B. wenn jemand einen anstrengenden Job macht und kaum noch Kraft für die schönen Dinge des Lebens hat , weil die freie Zeit der Erholung gewidmet sein muß, also schlafen, ruhen, und außerdem für die Erledigung der ganz alltäglichen Aufgaben eingesetzt wird. Natürlich könnte man den Job hinwerfen, nur muß man sich das auch leisten können. Und eine neue Arbeit zu finden ist ja nicht unbedingt einfach.
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31.07.2011, 10:59
AW: Wie oft "neu" anfangen?
Grosse Veränderungen entstehen meist aufgrund vieler kleiner Veränderungen. Es ist wichtig, eine positive Dynamik in Gang zu setzen.
Jeden Tag nur fünf Minuten zu reservieren für etwas, man nur für sich tut - das geht immer. und das bekommt dann mit der Zeit eine Dynamik, sodass der Anteil an Dingen, die man wirklich gern tut, sich laufend erhöht. Meist gibt es schon innerhalb der bestehenden Strukturen sehr viele Möglichkeiten - man muss sie aber bewusst suchen und nutzen.
grüsse, barbara
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31.07.2011, 13:00Inaktiver User
AW: Wie oft "neu" anfangen?
Ja, natürlich ist es gut, dass du innehälst und darüber nachdenkst und dich umhörst, wie es deine Umwelt sieht.
Aber diese Umwelt gehört dieser Leistungsgesellschaft an. Da liegt wohl auch das Problem. Vielleicht sind die Ratschläge ganz gut. Aber wer in deiner Nachbarschaft bzw. im Bekanntenkreis lebt das denn auch so? Das färbt ab, was man täglich zu hören und zu spüren bekommt.
Wie man sich daraus befreit, ist für mich die alltägliche Frage. Ich schaffte es nicht bisher.
Als meine Tochter noch Kind war, fiel es mir einfacher, Dinge zu tun, die mir auch Freude bereiteten. Ich habe mich nach dem Mädchen gerichtet und mich in Dinge vertieft, an denen sie Freude hatte, wie Basteln (was ich auch jahrelang nicht mehr angegangen bin) und bin total darin aufgegangen, konnte es in der Firma kaum erwarten, endlich Feierabend machen zu können, um weiter zu basteln
Ich bin mit ihr Rad gefahren und hatte an allen Dingen Freude, die sie zum Strahlen brachten. Die Ruhe, die ich verspürt habe, wenn sie sich wohl fühlte und geborgen - einfach nur, weil ich Zeit hatte für sie. Das alles fehlt mir heute sehr!
Wie alt sind deine Kinder denn?
Ich spiele Akkordeon, habe das ein paar Jahre gelernt in meiner Kindheit. Meine Tochter hatte Klavierunterricht und ich habe den mit ihr zusammen gemacht (also ebenfalls Unterricht genommen) eine zeitlang (ging dann nicht mehr, weil ich eine Fortbildung nebenberuflich anfing).
Musizieren ist eine gut Alternative. Das weißt du ja selber, hast es ja schon erleben dürfen. Ein Instrument zu erlernen, was man schon immer interessant fand, kann auch ein Ansporn sein. Ich achte jetzt allerdings darauf, dass es nicht zu anstrengend wird. Das finde ich äußerst wichtig! Ich übe täglich, damit ich auch Erfolgserlebnisse habe.
Ich habe auch damit begonnen, Französisch zu erlernen, weil ich in ein paar Jahren Frankreich bereisen will. Aber der Kurs in der VHS war mir auch wieder zu leistungsorientiert. Alle hatten schon Vorkenntnisse (bereits in der Schule gelernt oder das Land schon tausendmal bereist) in einem Anfängerkurs, den ich lange suchen musste. Ich versuche es noch einmal in der VHS, wenn das nicht klappt, lerne ich autodidaktisch.
Aber, warum ich einfach nicht richtig glücklich bin, ist mir ein Rätsel.
Ich arbeite daran.
LG TonyGeändert von Inaktiver User (31.07.2011 um 13:04 Uhr)
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01.08.2011, 07:05
AW: Wie oft "neu" anfangen?
Liebe Floralina,
kann man sich denn die Zukunft offen halten? Ich habe auch Verantwortung für meine Familie, insbesondere für die Kinder. Ich meine, ich hätte auch die Verantwortung für mich, mich weiterzuentwickeln, und eben nicht stehenzubleiben. Ich habe auch die Angst - das kommt ja auch - dass wir eines Tages ganz ohne Geld bzw. ganz ohne Rente da sitzen werden ... und das schränkt das "Offenhalten" doch immens ein...?
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01.08.2011, 07:18
AW: Wie oft "neu" anfangen?
Liebe happy-fly,
Du kennst solche Sätze von Therapeuten? Im Erstgespräch? Im Nachhinein habe ich mir auch gedacht, dass es einen Grund gab dafür, aber ich fühlte mich überhaupt nicht angenommen in diesem ersten Gespräch. Mir wurde nichts erklärt, mir wurde nichts dazu gesagt, ich wurde gleich gepiekt. Zu diesem Zeitpunkt suchte ich hilfe, und es hätte nichts geschadet, wenn ich mit der Therapeutin erst einmal hätte "warm" werden können. Ich habe jedenfalls die Flucht ergriffen und habe mir gedacht, das mache ich besser allein oder woanders ...
Ich vergesse selten, dass ich funktionieren muss. Aber hier gibt es schon auch einen Widerspruch: Ich bin 37 und funktioniere irgendwie, aber im Inneren bin ich immer noch irgendwie 17 oder 20 und denke mir: So, jetzt muss ich aber mal anfangen, das Leben anzupacken ...!
Das Leben ist vielmehr als ein gut bezahlter Job und ein verhasstes Klima zu haben, das stimmt, das kenne ich aus eigener Erfahrung, das hatte ich vor ein paar Jahren mal.
Aber es ist auch mehr, als ein schlecht bezahlter Job in einem angenehmen Klima und einer Sehnsucht, die immer noch keinen Namen bekommen hat.
"vielleicht liegt es tatsächlich ganz nah! ich habe auch lange im außen gesucht. anders als du. seit ich aufgehört habe angestrengt zu suchen, kommen mir ideen und eingebungen, dinge fügen sich. ich höre mich mehr als früher."
Oft suche ich auch nicht mehr. Hier, mit meinem Eintritt in das Forum, habe ich auch für mich zum Thema gemacht, weil ich eben alle Jahre wieder das Gefühl des "Kreises" habe. Ich wollte eben gern Erfahrungen und Meinungen dazu haben, und mich wieder damit auseinandersetzen, um einen Weg da raus zu finden. Aber im Alltag - da suche ich nicht mehr angestrengt. Aber: ich BIN angestrengt, und deshalb kommen mir vielleicht dennoch nicht die ideen und die eingebungungen, über die ich mich doch freuen würde ...
Eine schöne Formulierung: "Mein Beruf entspricht mir und meinen Talenten". Glückwunsch! Das wünsche ich mir auch ...
Liebe Grüße und Danke
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01.08.2011, 07:28
AW: Wie oft "neu" anfangen?
Liebe Floralina,
finde ich auch ... Ich habe vor allem das Zeitproblem. Ich habe einen (noch?) Teilzeitjob, 2 kleine Kinder im Kindergarten, mein Mann ist nur am Sonntag da. Ich renne von morgens bis abends, da sind Arztermine und Einkäufe noch nicht eingerechnet. Ich bin zu müde, um noch zu lesen, und ich habe tagsüber auch ein schlechtes Gewissen, wenn ich mir eine halbe Stunde für mich nehmen will - denn es ist immer noch etwas, was erledigt werden muss.
Ein guter Freund von mir sagte "Du musst dir auch mehr Zeit für dich selbst nehmen, und auch mal etwas machen, was dir Spaß macht" - aber die meiste Zeit wüsste ich gar nicht, WANN ich denn das machen sollte.
Ein neuer Spaß und eine neue Erfahrung ist ja für mich hier erst einmal auch schon das Forum ...
Aber mir ist nicht klar, wie ich denn "größere" Veränderungen schaffen sollte ...? Ich möchte schon gern eine neue Arbeit, und ich möchte auch gern eine Vollzeitstelle und eine mit Verantwortung, aber die realistische Frage ist doch: Bin ich dem denn gewachsen? Gibt es eine dritte Möglichkeit für mich? z.B. mehr Verantwortung, aber auch zeitlich mehr Flexibilität? Oder ist das Wunschdenken?
... Ooooch ...
Aber - und wieder danke - ich habe wieder was zum weiterdenken ...
Liebe Grüße und
allen einen schönen Wochenstart!


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