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    AW: Wie oft "neu" anfangen?

    @ Barbara
    Das ist richtig. Ich habe mich in vielen Dingen entwickelt. Zum Beispiel bin ich Mutter geworden. (sehr gerne!). Ich bin eine gute Hausfrau geworden. damit hättest du mich vor einigen Jahren wirklich noch jagen können ... Aber meine Vorstellungen von kleinauf und meine Erwartungen an mich selbst - bis heute - waren immer, mich nicht über diese Rollen zu definieren, sondern beruflich und finanziell selbstständig und unabhängig zu sein, selbst immer gefordert zu sein. Und eben das gelingt mir nicht, und dieser Bereich ist es auch, in dem ich immer wieder in diesen gefühlten Kreisen renne, und in dem ich auch keine Wertschätzung erfahre ...

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    AW: Wie oft "neu" anfangen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hast Du ein Grundgefühl von "Leistungsdruck" oder "nicht gut genug zu sein", egal, was Du tust?

    Ich kenne diese Unrast auch inklusive der Erfahrung: man nimmt sich überall mit hin und stößt in den unterschiedlichsten Bereichen an die gleichen Grenzen.

    Es kann mit gefühlter (! nicht realer ) Überforderung zu tun haben-
    oder mit der Furcht vor Langeweile (im Sinne von zuwenig intensivem Drama, das einem irgendwoher einfach vertraut ist.)
    Oder auch mit der Angst, plötzlich zu dem stehen und verantwortlich für das sein zu müssen, was man tut.
    Ja, ich habe das Grundgefühl von Leistungsdruck, auch das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Um es ganz kurz zu sagen: Zu allem, was du geschrieben hast, kann ich nur mit "ja" antworten.

  3. Inaktiver User

    AW: Wie oft "neu" anfangen?

    Hm, blöder Mist.

    dann hilft vermutlich eine professionelle temporäre tiefgehende Begleitung, um sich mit diesen Hintergründen auseinanderzusetzen.
    In Kombination mit so vielen Neuanfängen, bis es einen selbst zutode langweilt (da erschöpft).

    Das mit Deinen Kindern ist doch schon mal eine richtig tolle Basis und Motivation!

    Ich für meinen Teil kann keine eigene Familie haben- aber bin richtig stolz darauf, jetzt 5 Jahre im selben Job zu sein. Zwar mit erheblichen Flucht-Tendenzen immer wieder,
    aber mit der Erfahrung & Überzeugung: ES BRINGT NIX, davonzulaufen!

    Ich hole mich in solchen Momenten ganz eisern und bewusst in die Gegenwart und zähle mir auf, was alles an KLEINEN DINGEN gut und wunderschön ist
    Als nächstes wird dann geträumt: was sich in der nächsten Zeit an KLEINEN DINGEN optimieren ließe.
    Und zum Schluss gibt es ja immer noch die Phantasie, das innere "Wegbeamen" zu den Träumen, die dazu da sind, immer ein Traum zu bleiben.

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    AW: Wie oft "neu" anfangen?

    Was meinst du mit der temporären tiefgehenden Begleitung? Einen Psychotherapeuten? Ich habe es mit einem Verhaltenspsychologen versucht. Es hat gut getan, und hat teilweise auch geholfen. Alles in allem aber hatte ich das Gefühl, an den Symptomen mal mehr, mal weniger herumzudoktern.
    Psychoanalyse habe ich einmal versucht, kam aber mit der Therapeutin nicht zurecht. (Ich war in Tränen ausgebrochen, als wir über den Tod meines Vaters sprachen, und sie fragte mich ernsthaft: Und warum weinen Sie jetzt?)

    Meine Kinder sind wunderbar und auch eine tolle Motivation, ja. Aber was mir fehlt, ist ein Ziel, was ich anfassen kann, ein Ziel, woran ich glauben kann - konkret. Weißt du, was ich meine? Ich meine, klar kann ich sagen: Ich will Erfolg, ich will Schönheit, ich will Geld, Sicherheit, Stolz auf mich selbst etc. blabla, aber dies ist alles wischiwaschi, das ist alles unkonkret und für mich nicht fassbar, als dass ich einen Schritt nach dem anderen in die Richtung gehen könnte ...

    Nein, es bringt nichts, davonzulaufen. Aber ich sehe gerade auch das gegenteilige Problem: Es bringt nichts, hängenzubleiben ..., so wie ich immer wieder. Vielleicht auch anders gesagt: ich laufe immer vor einem (welchem?) Schritt davon, und deswegen bleibe ich hängen ...

    Mich in die Gegenwart holen, den Moment achten und genießen, das kann ich mit meinen Kindern, mit ihrem schönen Lächeln, mit dem Quatsch, den sie verzapfen. Aber dann macht sich doch wieder die Sorge breit und das Gefühl, ein Loser zu sein ...

  5. Inaktiver User

    AW: Wie oft "neu" anfangen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich denke nur, es macht wenig Sinn, und ich habe den Eindruck so ist es bei der TE, oder?, verbissen immer wieder neu zu starten. Dann ist es doch besser, das beste aus dem Ist-Zustand rauszuholen.
    Vielleicht sollte die TE anstatt immer neu anzufangen lieber auf das aufbauen, was schon da ist.
    Liebe Ksanthoula, was beginnst Du denn immer wieder neu?

    Machst Du neue Ausbildungen, beginnst Du neue Jobs?
    Hast Du einen gelernten Beruf?

    Ich finde, Deine Einstellung, dass Du etwas erreichen und den Kindern auch etwas positives von der Welt damit zeigen willst, sehr positiv. Toll! Du findest bestimmt einen Weg, der vielleicht näher liegt als Du denkst...

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    AW: Wie oft "neu" anfangen?

    Hallo, ich kann die Situation der TE so gut verstehen.

    Ich bin 38 und habe meine so hoch geschätzte Stellung dieses Jahr einfach so aufgegeben. Nach 11 Jahren.

    Hochgeschätzt von allen, nur nicht von mir - der Person, die diese Stellung innehatte.

    Plötzlich kamen alle ungefragt aus ihren Löchern gekrochen: Warum? Bist Du wahnsinnig? Bist Du blöde? Andere beneiden Dich und Du machst so was?

    Ja, ich mach so was, weil das Leben kurz ist, und ich für mich, und nicht für andere lebe. Ich muss jeden Tag in dieses Büro gehen, Vorträge halten, Leute sehen, die ich verabscheue- und nicht irgendwer. Ich bin die, die schon früh traurig ist und am Abend zu viel Wein trinkt.
    Ich wusste immer, ich brauch keinen Therapeuten, - ich muss die Situation ändern. Jetzt: Die meisten halten mich für verrückt, aber,
    meine Schlafstörungen sind wie weggeblasen, mein Zynismus ist verschwunden. Ich werde neuerdings so oft auf der Straße angelächelt, weil ich wahrscheinlich selbst wieder lächele.

  7. Inaktiver User

    AW: Wie oft "neu" anfangen?

    Ich hab mir auch Gedanken zu dem Thema gemacht. Kann es nicht sein, dass eine tief sitzende Angst hinter dem Verhalten liegt immer wieder neu beginnen zu wollen, möglicherweise sogar zu"müssen"? Vielleicht hat die TE Angst vor Liebesverlust, sie könnte glauben, dass man sie nicht liebt, wenn man sie erst wirklich kennt und darum geht sie bevor sie selbst sich zu stark innerlich bindet und Vertrauen aufbaut. Sie geht bevor sie weggeschubst wird, lieber ist sie die, die verläßt. Also - ich weiß es ja nicht, aber wenn man einfach mal "herumpsychologisiert", ganz laienhaft, kommen auch diese Gedanken.

  8. Inaktiver User

    AW: Wie oft "neu" anfangen?

    Ich sehe es nicht als Neuanfang, sondern für mich ist es immer ein Weitergehen, manche Dinge muss man ändern um das Leben wieder zu spüren, andere bleiben, so jedenfalls für mich

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    AW: Wie oft "neu" anfangen?

    @ Alle:
    Ich bin soooo dankbar, dass hier Gedanken kommen und ja, auch Kritik. Das veranlasst mich auf wieder zum weiterdenken, und das tut so gut ...

    @ Nasstja
    Letztlich ist es so, dass ich nicht wirklich was Neues beginne - sondern immer nur etwas Neues beginnen will, weil ich es immer wieder sooooo satt habe. Aber dann kommt wieder die Ratlosigkeit und die Orientierungslosigkeit und der Alltag stülpt sich darüber ... Wenn ich etwas Neues beginne, glaube ich immer wieder, dass ich erst einmal etwas Neues lernen muss, eine neue Ausbildung machen muss, einen weiteren Kurs belegen muss ... Und ich habe das auch lange immer wieder gemacht und immer gerne (ich lerne sehr gerne ... )
    Aber am Ende halte ich ein Stück Papier in der Hand, schaue hinaus und sacke in mich zusammen ...
    Wovor habe ich denn Angst? Das ist mir selbst immer noch nicht - immer noch nicht! - klar.
    Ob ich einen gelernten Beruf habe? Ja und nein. Ich habe ein Studium abgeschlossen, dass im Grunde keinem - oder vielen Berufen entspricht. Als ich das Studium begann, hatte ich auch noch ein klares Ziel, aber das hat sich verabschiedet. Ich finde es nicht schlimm, dass es dieses Ziel nicht mehr gibt, es hatte gute Gründe. Aber ein neues Ziel habe ich für mich nie wieder finden können.

    Vielleicht liegt das Ziel ganz nah, vielleicht bin ich blind ...

    @ nina-catharina

    ich kann dich auch gut verstehen, vielleicht nicht ganz aus demselben Grund, aber so ähnlich. Ich habe keine hochgeschätzte Stellung aufgegeben. Aber ich bemerke immer, dass das Bild, dass andere Leute von mir haben, keineswegs dem Bild entspricht, was ich von mir habe. Dass es Menschen gibt, die sagen: "Sei doch dankbar für das, was du hast. Du hast so viele Möglichkeiten ..." - die mir damit Gutes tun wollen und so bitter-bitterlich an meiner Seele vorbeireden. Ich will ja dankbar sein, und ich bin weiß Gott dankbar für vieles, aber ...
    Als Du dich entschieden hast, "die Situation zu ändern", hattest du da schon eine Alternative in der Hinterhand? Oder Freiflug?

    @Floralina
    Eine tiefsitzende Angst - das irgendwie schon. Und das Gefühl auch, "zu müssen". Liebesverlust ... ich weiß nicht. Ich kann es mir nicht vorstellen, denn meine Familie und die Freunde die ich habe (es sind nicht viele, aber das muss auch nicht) sind für mich der beste Halt. Doch leider: Bei diesem Thema zucken alle die Schultern und sagen: "Tut mir leid, ich weiß nicht, wie ich dir helfen kann, hab doch Mut, hab doch eine Idee, hab doch ...".
    Der Angstgedanke ist, glaube ich, nicht falsch. Aber ich kann es (noch?) nicht besser erklären ...

  10. Inaktiver User

    AW: Wie oft "neu" anfangen?

    Zitat Zitat von ksanthoula Beitrag anzeigen
    Ja, ich habe das Grundgefühl von Leistungsdruck, auch das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Um es ganz kurz zu sagen: Zu allem, was du geschrieben hast, kann ich nur mit "ja" antworten.
    Das klingt nicht gut.

    Du bist auch schon etwas kraftlos, wie du schreibst. Du solltest nun unbedingt auf dich achten.

    Ich habe das auch alles so empfunden wie du: Kind soll stolz auf die Mama sein usw.

    Ich habe mich dabei völlig verausgabt und wie ich glaube, verrant.
    Ich habe zwar nun die Position in meinem Beruf, die ich anstrebte, aber zu welchem Preis?

    Ich würde aus meinen Erfahrungen heraus dazu raten, wirklich das zu tun, wozu du Lust hast, was dir Spaß macht. Das ist, wenn man Kinder hat, gar nicht so schwer herauszufinden. Das Finanzielle ist für Kinder (auch wenn diese Ansprüche haben heute wie nie) nicht das Wichtigste.

    Aber die Lösung habe ich auch nicht parat, doktere selber noch mit mir rum.

    Ich habe aber angefangen, mein altes Instrument wieder zu spielen. Das macht Spaß, ich möchte dranbleiben und dann einem Orchester beitreten und in einigen Jahren richtig gut spielen können.
    Aber ich lass mir Zeit. Ich lass mich nicht von der Musiklehrerin drängen, habe ein Anfängerheft gefordert und das ist wirklich easy.

    LG Tony

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