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    Ich will Liebe....

    Ich muss irgendwie einfach mal wieder etwas von der seele schreiben..

    Manchmal habe ich das Gefühl dazustehen wie ein dummes Kind, das nach Liebe schreit...
    Das aber nie genug bekommt (egal wie sich mein partner beispielsweise anstrengt)

    Ständig habe ich angst, Dinge zu verlieren,d ie mir wichtig sind...Kontrollzwang von Türen und Fenstern beispielsweise wegen meinen geliebten Katzen...

    Ich fühle mich wie in meinem Körper gefangen...als würde ich ständig etwas unterdrücken, was raus will...aber was will denn raus?

    Es ist so schwierig zu erklären und warsch. haltet ihr mich jetzt für bescheuert -aber anders kann ich es nicht erklären...vielleicht versteht es trotzdem jemand?
    Du bist da
    Ich sehe Dich nicht.
    Dein Körper wurde mit Erde zugedeckt.
    Ich höre Dich nicht,
    Deine Stimme rückt ferner von Tag zu Tag. Meine Hände fassen nach Dir
    Und greifen ins Leere.
    Aus Deinen Kleidern verfliegt mir der letzte Duft. Und doch Bist DU da - in mir.

  2. Inaktiver User

    AW: Ich will Liebe....

    Zitat Zitat von Tutsi Beitrag anzeigen
    dazustehen wie ein dummes Kind, das nach Liebe schreit...
    Das Kind, dass nach Liebe schreit, ist ja nicht dumm. Das Kind macht das beste und natürlichste, was es tun kann.

    Das aber nie genug bekommt (egal wie sich mein partner beispielsweise anstrengt)
    Das Kind, das da schreit, kann nie genug bekommen. Nicht von deinem Partner. Das geht nicht.

    Die Eltern-Kind-Liebe ist von ganz anderer Art als die Liebe eines Paares. Die letztere kann die erstere nicht heilen.

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    AW: Ich will Liebe....

    Hallo Tutsi,

    ich habe vor längerer Zeit ein Buch gelesen, indem es um das innere Kind geht. Man kann dazu stehen, wie man mag, aber mir hat es geholfen, zu verstehen, das meist das kleine Kind in einem schreit und etwas sagen will, was das große Ixh ständig überhört. Und wie ich Kontakt dazu aufnehmen kann.

    LG Lilith
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm

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    AW: Ich will Liebe....

    Liebe Tutsi,

    ich denke, diese Mangelerfahrung an Liebe & Zuwendung hast Du schon einmal in Deinem Leben gemacht, und vermutlich ist sie niemals kompensiert worden. Bist Du als Kind benachteiligt worden, warst Du in Deiner Familie oder bei anderen Kindern eine Aussenseiterin, hat man Dich gehänselt oder nicht mitspielen lassen? Oder warst Du als junges Mädchen immer nur das Mauerblümchen?

    Solche Erfahrungen können dazu führen, dass man den Eindruck hat, Liebe sei ein knappes Gut, das außerdem noch ungerecht verteilt ist, und für einen selbst bleibe niemals etwas übrig. Oder die Liebe wird an bestimmte Bedingungen geknüpft: Nur wer das und das tut oder so und so aussieht (z. B. niedlich), wird geliebt.

    Dazu paßt auch, dass man das, was man hat, wenigstens festhalten möchte, und Angst hat, einem wichtige Dinge zu verlieren. Diese Angst kenne ich selbst auch, auch ich habe in meiner Kindheit nicht die Liebe bekommen, die ich gebraucht hätte.

    Es gibt eine Liebe, die keinerlei Knappheitspolitik unterworfen ist, und das ist Deine eigene Liebe zu Dir selbst. Vielleicht hast Du aber einen bösen inneren Kritiker in Deinem Kopf sitzen, der Dir dauernd erzählt, dass Du diese Liebe nicht verdienst. Nun, diesen Kritiker mußt Du schachmatt setzen, damit Dein inneres Kind die Liebe bekommt, die es braucht und verdient.

    Der innere Kritiker, das sind die kritischen Stimmen, die in unserer Kindheit seitens der Eltern u.a. auf unser Selbst eingeredet haben, und die wir inzwischen verinnerlicht haben. Als Kind kann man sich dagegen nicht abgrenzen, als Erwachsene hingegen schon! Vor allem Kinder, an denen viel rumgenörgelt wurde, die es Eltern und anderen nie recht machen konnten, haben einen sehr mächtigen & bösartigen inneren Kritiker. Diese Menschen messen sich selbst oft mit perfektionistischen Maßstäben, und wenn sie die selbstgesteckten Ziele dann nicht erreichen, dann meckern sie ständig selbst an sich herum.

    Sich selbst zu lieben, dazu gehört vor allem, sich selbst wohlwollend zu betrachten und zu behandeln, wie eine gute Freundin. Einer guten Freundin würde man ja auch nicht dauern vorhalten, was sie denn alles an Schwächen & Fehlern hat.

    Auch Selbstschutz & Abgrenzung gehört zur Selbstliebe: Sagen zu können: "Nein, das will ich nicht", wenn etwas gegen die eigenen Interessen geht. Oft muss man die eigenen Interessen auch erst mal erkennen! Wer nach Liebe & Zuwendung anderer hungert, neigt oft dazu, es allen anderen möglichst recht machen zu wollen - ungeachtet, ob das für einen selbst überhaupt gut ist. Und die anderen nutzen das nicht selten aus bzw. bringen so einem Menschen nur wenig Respekt entgegen, weil er zuviel mit sich machen lässt.

    Zur Selbstliebe gehört letztlich auch, in voller Überzeugung zu sich selbst sagen zu können: "Ich bin zufrieden mit mir, ich finde mich & meine Art, an das Leben ranzugehen, angemessen, ich kann stolz auf all das sein, was ich bisher erreicht habe." Und nicht in die Falle zu tappen, sich grundsätzlich nur mit Leuten zu vergleichen, die einem was voraus haben. Dadurch verliert man die Wertschätzung für das, was man selbst ist und erreicht hat.

    Grüße von Latona
    Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!

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    AW: Ich will Liebe....

    @Latona, wieder sehr treffend formuliert.
    da ich meinen Blog nicht mehr erwähnen darf, das sei Werbung, ich weiß zwar nicht, wieso das Werbung sein sollte, aber gut. Also, ich habe einen Strickblog
    carpe diem
    Alles wird gut
    Lieber groß gemustert, als keinkarriert

    BVB
    Cuba oder Kuba

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    AW: Ich will Liebe....

    Zitat Zitat von Lilith10 Beitrag anzeigen
    Hallo Tutsi,

    ich habe vor längerer Zeit ein Buch gelesen, indem es um das innere Kind geht. Man kann dazu stehen, wie man mag, aber mir hat es geholfen, zu verstehen, das meist das kleine Kind in einem schreit und etwas sagen will, was das große Ixh ständig überhört. Und wie ich Kontakt dazu aufnehmen kann.

    LG Lilith
    liebe lilith,

    kannst du mir den titel des buches nennen?
    Du bist da
    Ich sehe Dich nicht.
    Dein Körper wurde mit Erde zugedeckt.
    Ich höre Dich nicht,
    Deine Stimme rückt ferner von Tag zu Tag. Meine Hände fassen nach Dir
    Und greifen ins Leere.
    Aus Deinen Kleidern verfliegt mir der letzte Duft. Und doch Bist DU da - in mir.

  7. User Info Menu

    AW: Ich will Liebe....

    Zitat Zitat von Latona Beitrag anzeigen
    Liebe Tutsi,

    ich denke, diese Mangelerfahrung an Liebe & Zuwendung hast Du schon einmal in Deinem Leben gemacht, und vermutlich ist sie niemals kompensiert worden. Bist Du als Kind benachteiligt worden, warst Du in Deiner Familie oder bei anderen Kindern eine Aussenseiterin, hat man Dich gehänselt oder nicht mitspielen lassen? Oder warst Du als junges Mädchen immer nur das Mauerblümchen?
    ja kann ich leider bestätigen - ich weiß auch, dass es daraus herrührt,..hatte darüber mal mit einer psychologin gesprochen, die den nagel auf den punkt getroffen hat und mich mit ihren fragen total erschüttert hat, weil ich es nie so krass gesehen hatte, wie sie es formuliert hat, aber als ich plötzlich total in tränen ausgebrochen bin, wusste ich, dass sie recht hat, dass es tief in mir drin lag...

    Meine Verlustangst liegt auch in persönlichen Erfahrungen zu Grunde - da ich meinen partner vor 3 jahren verloren habe, und die angst, die ich schon immer hatte, bestätigt wurde dadurch..


    Zitat Zitat von Latona Beitrag anzeigen
    Auch Selbstschutz & Abgrenzung gehört zur Selbstliebe: Sagen zu können: "Nein, das will ich nicht", wenn etwas gegen die eigenen Interessen geht. Oft muss man die eigenen Interessen auch erst mal erkennen!
    Das ist der nächste Problempunkt - ich weiß es nicht - ich weiß nicht, was ich will, was ich nicht will...
    ich merke nur, dass ich immer wütender auf mich werde und dadurch auch meine beziehung belaste, die mir so wichtig ist ...

    Danke dir Latona für deine liebe Antwort!
    Du bist da
    Ich sehe Dich nicht.
    Dein Körper wurde mit Erde zugedeckt.
    Ich höre Dich nicht,
    Deine Stimme rückt ferner von Tag zu Tag. Meine Hände fassen nach Dir
    Und greifen ins Leere.
    Aus Deinen Kleidern verfliegt mir der letzte Duft. Und doch Bist DU da - in mir.

  8. Inaktiver User

    AW: Ich will Liebe....

    Wow, gute Beschreibung Latona!
    Ich denke gerade diese Defizite lassen auch manipulierbar werden, weil man es immer jemanden recht machen möchte, um gemocht/geliebt zu werden.

    In ganz dunklen Momentan hab ich mir immer dieses Lied angehört
    ‪Whitney Houston - Greatest Love Of All‬‏ - YouTube

    Hier ein Auszug daraus für Dich

    Jeder sucht nach einem Helden
    Die Leute brauchen jedem, zu dem sie aufblicken können
    Ich habe nie jemanden gefunden, der mir das geben konnte
    Es ist ein einsamer Ort, und so habe ich gelernt, mich auf mich selbst verlassen zu können

    Ich habe mich vor langer Zeit entschieden,
    Niemals im Schatten von irgendjemandem zu wandeln
    Wenn ich versage, wenn ich Erfolg habe
    Habe ich zumindest so gelebt, wie ich das für richtig gehalten habe.
    Was sie mir auch nehmen
    Sie können mir nie meine Würde wegnehmen.

    Weil mir die größtmögliche Liebe von allen widerfährt
    Habe ich die größtmögliche Liebe von allen in mir gefunden
    Die größtmögliche Liebe von allen ist leicht zu erreichen
    Lernen sich selbst zu lieben ist die größtmögliche Liebe von allen

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    AW: Ich will Liebe....

    @ Tutsi
    Zitat Zitat von Tutsi Beitrag anzeigen
    ja kann ich leider bestätigen - ich weiß auch, dass es daraus herrührt,..hatte darüber mal mit einer psychologin gesprochen, die den nagel auf den punkt getroffen hat und mich mit ihren fragen total erschüttert hat, weil ich es nie so krass gesehen hatte, wie sie es formuliert hat, aber als ich plötzlich total in tränen ausgebrochen bin, wusste ich, dass sie recht hat, dass es tief in mir drin lag...
    Ja, das kann eine richtige Erleichterung sein, wenn es plötzlich nicht mehr heißt "Hör endlich auf, zu jammern, zu schmollen und dich unberechtigterweise benachteiligt zu fühlen!" sondern wenn da jemand ist, der die Sichtweise zuläßt, die Du bereits in Dir trägst, aber vielleicht nicht zulassen kannst, weil sie zu schmerzhaft ist. Es ist wirklich nicht angenehm, wenn man sich eingestehen muss, dass man eine wenig glückliche Kindheit hatte! Anderseits nützt es nie was, sich aus reinem Selbstschutz selbst weiter zu belügen. Man muss sich den Realitäten stellen, auch wenn sie unangenehm sind, sonst kommt man nicht weiter.
    Meine Verlustangst liegt auch in persönlichen Erfahrungen zu Grunde - da ich meinen partner vor 3 jahren verloren habe, und die angst, die ich schon immer hatte, bestätigt wurde dadurch..
    Erfahrungen, die die eigenen Ängste bestätigen, sorgen natürlich dafür, dass man an ihnen festhält, schließlich erweisen sie sich ja als berechtigt.
    Das ist der nächste Problempunkt - ich weiß es nicht - ich weiß nicht, was ich will, was ich nicht will...
    ich merke nur, dass ich immer wütender auf mich werde und dadurch auch meine beziehung belaste, die mir so wichtig ist ...
    Nun, was Du willst und was Du nicht willst, das mußt Du schon selbst herausfinden, das kann Dir keiner abnehmen. Es gibt aber keinen Grund, deshalb wütend auf Dich zu sein. Vielleicht hattest Du bisher einfach zu wenig wirklichen Freiraum, um zu gucken, was Du tatsächlich willst? Die Erwartungen anderer an Dich können Dich da ganz schön einkerkern, vor allem dann, wenn Du sie zu Deinen eigenen Zielen machst. Jetzt nimmst Du Dir diesen Freiraum einfach.

    Gibt es eine Möglichkeit für Dich, weiterhin mit der Psychologin zu arbeiten? Ich glaube, das würde Dir helfen.
    Danke dir Latona für deine liebe Antwort!
    Gern geschehen!
    Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!

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    AW: Ich will Liebe....

    Mir fiel auch direkt deine Fußnote auf. Man wählt ja unbewusst hierfür etwas, was den derzeitigen Kern oder Gedankengang eines selbst ausmacht.

    Wichtig ist sicher die Fragestellung, wieweit der Heilungsprozess bzgl. des Verlustest deines Partners vorangegangen ist. Und ich fürchte, noch nicht allzu weit?
    Man wandelt nur das, was man annimmt.

    C.G. Jung


    Nein ist ein ganzer Satz.


    Keine Ahnung von wem

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