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    AW: Ich bin ein Moralapostel

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    hihi, manchmal neige ich auch zum Moralapostel.

    Eine Erkenntnis, die mir geholfen hat: Meine Maßstäbe gelten nur für mich. Ich habe kein Recht und auch keine Pflicht, von anderen Menschen zu verlangen, dass sie nach meinen Maßstäben handeln. Andere Menschen sind manchmal unfair, bigott, ungerecht, aggressiv? Ja, so ist das.
    ich bin auch ein moralapostel und das oben geschriebene finde ich treffend, nur dass ich mich von menschen distanziere die eben nicht meine moral oder meinen gerechtigkeitssinn haben, das nehme ich mir je älter ich werde heraus und fahre gut damit.
    ich muss keinen von meiner denke überzeugen aber ich kann diesen menschen gut ziehen lassen und gehe meinen weg ohne ihn weiter.

    lara
    "Die Hoffnung ist das Übelste aller Übel, weil sie die Qual der Menschen verlängert"

    Friedrich Nietzsche

    "Wer nach allen Seiten hin offen ist, kann nicht ganz dicht sein"!

    "Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt"!

  2. Inaktiver User

    AW: Ich bin ein Moralapostel

    So, bin erst jetzt wieder in der Lage, ins Netz zu gehen. Danke für Eure Antworten!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich würde gern in eine andere Richtung gehen wollen weil es ist wie es ist und Du weisst ja was und wo Dich was triggert.

    [...]

    Man wird die Welt selbst nicht besser machen können aber man kann bei sich selbst schauen was man tun kann und da bin ich ganz bei carriad.
    [...]

    Und trotzdem finde ich es wichtig, dass es Menschen gibt, die noch Werte haben und diese auch verteidigen. Das "immer höher weiter schneller Prinzip" fördert die "Der Zweck heiligt alle Mittel Denker und Macher" und diese sind es die auch die Stabilität einer Gesellschaft bedrohen, weil sie sich nur noch ihrem Ego verpflichtet fühlen und es ihnen egal ist wie es anderen geht.
    Die Zeche zahlen ja meist die anderen für ihre Verfehlungen.

    Ich weiss meinen Antrieb, warum ich so denke und handle, catamara kennst Du Deinen Antrieb warum Du da so feinfühlig bist?
    Ich kann es Dir nicht genau sagen, habe eine Weile darüber nachgedacht. Ich arbeite im sozialen Bereich, d.h. derjenige, der die Leistung erhält, ist nicht zwangsläufig derjenige, der das Geld gibt. Dadurch sind viele "Schrägheiten" im Spiel, die alles andere als gerecht sind. Und gleichzeitig bin ich natürlich auch mehr mit den Fragen beschäftigt, wie sozial Benachteiligte mehr Gerechtigkeit erfahren können. Die Präsenz dieses Thema ist stärker als beispielsweise in einem Bäckerbetrieb.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hallo Catamara

    Wenn Du sagst, daß Du versuchst nach Deinen Moralvorstellungen zu leben, dann hört sich das sehr anstrengend an.
    Als ob es ein ständiges Bemühen wäre.
    Irgendwie- kostet sowas aber doch viel Kraft und bedeutet, daß Du immer einen Abgleich finden musst über Dein Handeln.

    Mich würde mal interessieren, was genau Du dann sagst- um was für Situationen es im Genauen geht!
    Hallo Kenzia!

    Ich möchte mir morgens im Spiegel in die Augen schauen können. Dass ich keine Heilige bin, ist mir schon klar, aber ich versuche, einige Dinge umzusetzen: Fair zu sein, ein wenig auf Nachhaltigkeit zu achten (ÖNVP nutzen statt Auto, öfter mal Bioprodukte einkaufen). Nichts fänd ich schräger als Wertvorstellungen, die bei mir anders sind als bei anderen!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich finde mich bei stecher wieder und hab schon lange aufgehört den anderen zu sagen, wie sie es "tun sollten".
    Meine Erfahrung ist, daß jeder seinen WEg geht- gehen will und nichts hören will- vor allem, wenn er nicht gefragt hat

    Kein Thema- wenn etwas wirklich von mir als daneben empfunden wird- dann würde ich durchaus was sagen, aber in den meissten Fällen bin ich zwar anderer Meinung, aber mir ist es der Kraftakt nicht wert eine Auseinandersetzung zu haben, die letztlich total fruchtlos ist, weil der Gegenüber davon nix hören will.

    Natürlich kann man einem Chef sagen, daß sein HAndeln dem Reden widerspricht-- die Frage ist aber, ob er das ändern wird!
    Ich frage Dich auch- wer hat sich denn nach Gesprächen verändert?
    Nun ja, siehe oben. Ich denke, es gibt eine Menge zu verbessern und das ist nicht zu erreichen, wenn man die Hände in den Schoß legt und den Weg des geringsten Widerstands geht. Ich habe mich mal mit einem Dozenten älteren Semesters unterhalten, der meinte, dass die heute heranwachsenen Menschen teilweise gar nicht realisieren würden, wie viele Menschen hart gekämpft haben, um Werte wie Demokratie, Gleichberechtigung der Frau, Freiheit u.a. durchzusetzen. Und dass es eigentlich gilt, weiter zu kämpfen. Und ja - auf meiner ganz persönlichen Situation gemünzt frage ich mich, wie viel meiner Kompetenzen ich einbringe, um "etwas beizutragen". Meine Spuren zu hinterlassen. Und seien sie noch so gering.

    Zitat Zitat von schnarchstop Beitrag anzeigen
    Ist das ironisch gemeint ?
    Ja, es war ironisch gemeint. Ich finde meine Maßstäbe schon ziemlich gut , aber mir ist natürlich klar, dass andere Maßstäbe ihre Berechtigung haben und für andere wichtiger und wertvoller sein können.

    Um ein Beispiel zu nennen: In einem Gespräch hat sich eine Dame furchtbar aufgeregt, dass sie angeblich als Lügnerin hingestellt wurde. Eine Gesprächsteilnehmerin äußerte eine ganz sachliche Bemerkung ("Das und das geht nicht") und besagte Dame unterstellte ihr wenige Minuten später, dass sie sich freuen würde, dass das und das nicht geht - sie hat also im Grunde ihren eigenen Vorwurf an andere angewandt. Ich habe ihr das auch so gesagt.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mal ein Beispiel, das mir kürzlich aus zweiter Hand unterkam: Ein Bekannter erzählt in einer größeren Runde von einem kleinen Versicherungsbetrug. Er hat etwas kaputt gemacht, und anstatt sich selbst einen Ersatz zu kaufen, lässt er es sich von der Haftpflicht eines anderen Bekannten zahlen.

    Was tun? In so einer Situation kann man, finde ich, ruhig mal sagen, dass für einen selbst sowas nicht in Frage kommt. Aber ohne Zeigefinger, nur mit der Aussage: "Ich persönlich hätte ein schlechtes Gefühl dabei, die Versicherung zu hintergehen. Ich würde das nicht machen." (Natürlich vorausgesetzt, dass das auch stimmt. ) Das wäre der Weg, den ich nehmen würde - einfach, damit klar ist, dass ich Versicherungsbetrug nicht für schulterklopfenswürdig halte.

    Vielleicht gibt es Menschen, die sowas sogar der Versicherung anzeigen würden? Wären das die besseren Menschen? Andere sitzen dabei und denken sich ihren Teil. Einige würden vielleicht diskutieren. Wieder andere würden versuchen herauszufinden, warum der Bekannte so handelt. Ist er so knapp mit dem Geld? Hatte er früher das Gefühl, von Versicherungen über den Tisch gezogen zu werden, und handelt nach dem Prinzip, Gleiches mit Gleichem zu vergelten? Denkt er einfach nicht darüber nach? Oder er hält er Versicherungen prinzipiell für Betrüger, die betrogen werden wollen?

    Meines Erachtens gibt es nicht das eine korrekte Verhalten.

    Grüße, Cariad
    Ich weiß nicht, wer die besseren Menschen wären. Ja, ich verstehe Deinen Einwand, Cariad - was würde es verändern, wenn ich es benenne? Aber würde nicht allein das Benennen ein wenig Sand ins Getriebe werfen, ein solches Verhalten ein bißchen weniger "normal" wirken lassen, weil es einfach mal in Frage gestellt wird? Diese Formulierung "Ich persönlich meine xyz..." verwende ich oft auch. Und denke manchmal: Warum diese Zurückhaltung? Warum nicht direkt benennen: Das ist Betrug? Mögen die Hintergründe sein wie sie sind...

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