Hallo liebe Forenmitglieder
Ich muss mir was von der Seele schreiben, vielleicht geht's mir dann ein wenig besser...
Ich glaube grundsätzlich an das Glück und versuche immer, die Dinge, die passieren auch von der positiven Seite her zu betrachten. Doch zur Zeit fühle ich mich in einer, sagen wir mal, Abwärtsspirale gefangen.
Vielleicht hätte mein Problem besser in's Jobforum gepasst, andererseits sind wohl meine diesbezüglichen Schwierigkeiten auch mit anderen Dingen und meiner Persönlichkeit verkoppelt.
Ich habe immer mehr Probleme mit meinen Mitmenschen, sprich Ihnen zu vertrauen. Im Grunde gibt es sehr wenige Leute in meinem Leben, wo ich wirklich Vertrauen habe und die ich mag. Eigentlich nur mehr meine Familie, also meine Mutter, meine Schwester, mein erwachsener Sohn und dessen Freundin.
Ich muss dazu sagen, ich bin seit 10 Jahren geschieden und lebe seither, abgesehen von ein paar Affären in der Vergangenheit, alleine. Meistens geht das auch gut, aber so tief im Inneren bleibt schon die Hoffnung, mal wieder einem Partner zu begegnen, wo es passt und wo man die schönen Dinge des Lebens teilen könnte...Da ich jedoch auf dem Land lebe (gerne) und auch eher ein zurückgezogener Mensch bin - schon immer war - wäre das wohl eher ein glücklicher Zufall...nun gut.
Warum ich wieder so mit meinem Schicksal hadere: ich war seit Dezember letzten Jahres arbeitslos, weil ich einen sehr sehr stressigen Job mit vielen Ueberstunden und einer Mitarbeiterin, die mich und die anderen ziemlich schickaniert hatte, von mir aus gekündigt hatte, und das ohne eine neue Stelle zu haben. Ich muss dazu sagen, dass ich eine sehr sensible Person bin, ich lasse mich leider schnell von negativen Stimmungen anderer Leute runterziehen - bin auch sehr Harmoniebedürftig.
Ich habe es einfach nicht mehr ausgehalten, hatte Herzstolpern und Schwindel durch den Stress, und da ich vor Jahren schon mal ein Burnout gehabt hatte, wollte ich es nicht wieder soweit kommen lassen.
Ich war dann 5 Monate arbeitslos und habe wieder eine Anstellung (Büro) auf den 1. Mai bekommen, in einer mir fremden Branche, aber ich war guten Mutes, Neues zu Lernen. Der Beginn war nicht so optimal, die Mitarbeiterin zwar nett, aber super gestresst, weil Arbeit liegen geblieben war, und hat auch sehr viel geschimpft und mit Kündigung gedroht...ich war geschockt.
Es war wohl vor meiner Zeit einiges nicht in Ordnung dort, drei Leute sind gegangen...Jeder in der Firma redet was anderes, es gehn Gerüchte um, man weiss nicht, wem man glauben kann.
Ich bekam nie eine schlechte Rückmeldung von Seiten des Chefs, trotzdem habe ich letzten Freitag die Kündigung erhalten. Begründung: nicht belastbar genug, nicht flexibel genug, kurz: einfach nicht das, was er erwartet habe...Okay, es war von Anfang an nicht alles sauber dort, trotzdem....ein weiterer Schlag für mich.
Ich frage mich einfach, was heute los ist...warum ich wohl einfach immer Pech habe mit Jobs, wie ich die negativen Dinge in meinem Leben besser an mir abprallen lassen kann....
Und ich kriege einfach die Frage nicht mehr aus dem Kopf, ob ich - als ältere Frau - mit meiner sensiblen Art und auch, weil ich von Natur aus eine eher ruhige und nicht sooo schnelle Person bin, überhaupt in diese hektische, ruhelose (Arbeits)-Welt noch reinpasse. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass es Leute wie mich gar nicht braucht....Es zählen nur noch Effizienz und Schnelligkeit, und das entspricht so gar nicht meiner Persönlichkeit.
Woher nehme ich den Mut, wieder Neues anzupacken, ohne die mentale Hilfe eines Partners - ich lebe allein mit meiner Katze, und könnte im Moment nur verzweifeln....
Danke für's Lesen, vielleicht kann mir ja jemand ein wenig positive Gedanken übermitteln, hat vielleicht schon ähnliche Erfahrungen gemacht....
die traurige Gundel
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03.07.2011, 14:37Inaktiver User
Wie schafft man es, immer wieder positiv zu denken ?
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03.07.2011, 16:32Inaktiver User
AW: Wie schafft man es, immer wieder positiv zu denken ?
Liebe Gundel!
Tja, da bist du wohl tatsächlich in eine Pechsträhne reingeraten! Kommt ja vor!
Fürs posivite Denken ist es wichtig, Ereignisse (positiv wie negativ) möglichst präzise anzuschauen. Gerade wenn mehrere blöde Sachen zusammenkommen, denkt man gerne: "Immer ich!".
"Immer" gerätst du an Kollegen, die dich schikanieren, "immer" bist du harmoniesüchtig, "nie" passt du rein in das Berufsleben, "überall" zählt nur Schnelligkeit - so liest sich das ein bisschen. Ist das wirklich so? Vermutlich hast du doch auch Jahre hinter dir, in der du gute Arbeit machen konntest? Diesmal bist du in ein Team geraten, in dem du dich von Anfang an nicht wohlgefühlt hast und dein Chef das offenbar registriert hat (eine Probezeit ist ja genau dazu da, um zu sehen, ob man zueinander passt). Nächstes Mal kann das ganz anders sein.
Also der erste Tipp: Weg von der "Immer"-Schiene, hin zur "Diesmal so, nächstes Mal anders"-Schiene.
Zum anderen schreibst du, dass dir das Vertrauen fehlt. Nun gibt es genau eine Person auf dieser Welt, auf die du dich eigentlich immer verlassen können solltest: Das bist du. Und genau da scheint das Problem zu sein.
Kann es sein, dass du nicht sehr gut auf dich selbst achtest? Du schreibst, du lässt dich von anderen runterziehen (sensibel nennst du es). Du bist offenbar zu lang in einem Job geblieben, der dir nicht guttat, und hast dann ohne die Sicherheit eines neuen Jobs gekündigt, was dir auch nicht guttat.
Auf dich selbst zu achten wäre meines Erachtens das Allerwichtigste für dich! Zieh deine Grenzen zwischen dir und anderen, damit sie dich nicht so stark beeinflussen können. Sensibilität ist eine tolle Eigenschaft - wenn du sie unter Kontrolle hast und nicht sie dich. Das hast du in der Hand!
Einen neuen Job wirst du schon finden, und besser als der vorige wird er allemal sein. Vertrau auf dich selbst!
Grüße, Cariad
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03.07.2011, 17:00Inaktiver User
AW: Wie schafft man es, immer wieder positiv zu denken ?
Hallo Cariad
Dazu kann ich sagen, dass die Mitarbeiterin aktuell nicht mich schickaniert, sondern über die anderen andauernd schimpft. Was aber auch nicht so angenehm ist."Immer" gerätst du an Kollegen, die dich schikanieren, "immer" bist du harmoniesüchtig, "nie" passt du rein in das Berufsleben, "überall" zählt nur Schnelligkeit - so liest sich das ein bisschen. Ist das wirklich so? Vermutlich hast du doch auch Jahre hinter dir, in der du gute Arbeit machen konntest? Diesmal bist du in ein Team geraten, in dem du dich von Anfang an nicht wohlgefühlt hast und dein Chef das offenbar registriert hat (eine Probezeit ist ja genau dazu da, um zu sehen, ob man zueinander passt). Nächstes Mal kann das ganz anders sein.
Das Komische ist ja, dass ich nach dem Probezeitgespräch (= nur 1 Monat Probezeit) nicht den Eindruck hatte, dass ich nicht in die Firma passe. Die Kündigung kommt einen Monat später...
Das könnte sein. Ich muss das ändern.Zum anderen schreibst du, dass dir das Vertrauen fehlt. Nun gibt es genau eine Person auf dieser Welt, auf die du dich eigentlich immer verlassen können solltest: Das bist du. Und genau da scheint das Problem zu sein.
Kann es sein, dass du nicht sehr gut auf dich selbst achtest? Du schreibst, du lässt dich von anderen runterziehen (sensibel nennst du es). Du bist offenbar zu lang in einem Job geblieben, der dir nicht guttat, und hast dann ohne die Sicherheit eines neuen Jobs gekündigt, was dir auch nicht guttat.
Nee, der vorherige Job, dort war ich auch nur 11 Monate geblieben.
Zuvor war ich 4 1/2 Jahre auf einem kleinen Amt hier im Ort, dieses wurde leider geschlossen. Da hat es mir gut gefallen. Seit dem ist irgendwie nichts mehr, wie es mal war....
Und ich habe Angst, dass ich nach diesen Vorkommnissen den Glauben daran verliere, dass es wieder besser wird....
Gruss
Gundel
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03.07.2011, 17:33Inaktiver User
AW: Wie schafft man es, immer wieder positiv zu denken ?
Du schreibst doch, dass der Beginn nicht so optimal war. Dein Bauchgefühl war also richtig, oder? Wenn andere Mitarbeiter vor einer Neuen schimpfen und über Kündigung sprechen, dann sind das doch Warnzeichen.
Dann schau auf das, was du dort gemacht hast: Welche Stärken konntest du dort ausspielen? Was hat dir dort gefallen? Bestimmt hilft dir das, um einen neuen, ebensoguten Arbeitsplatz zu finden. Vielleicht nicht sofort, aber doch in absehbarer Zeit.Nee, der vorherige Job, dort war ich auch nur 11 Monate geblieben.
Zuvor war ich 4 1/2 Jahre auf einem kleinen Amt hier im Ort, dieses wurde leider geschlossen. Da hat es mir gut gefallen. Seit dem ist irgendwie nichts mehr, wie es mal war....
Alles, was sich in dir abspielt, hast du in der Hand. Auch, ob du den Glauben verlierst oder nicht.Und ich habe Angst, dass ich nach diesen Vorkommnissen den Glauben daran verliere, dass es wieder besser wird....
Gruss
Gundel
Vielleicht hilft es dir, dir deine bestmögliche Zukunft vorzustellen? Wie sähe die denn aus?
Grüße, Cariad
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03.07.2011, 18:17Inaktiver User
AW: Wie schafft man es, immer wieder positiv zu denken ?
Ich bin durch und durch Optimistin. Klar hab ich auch mal schlechte Tage oder auch mal Pech oder es läuft nicht so wie ich möchte.....aber irgendwie gehts ja immer weiter oder? Irgendwas geht immer - und manchmal geht eben eine Tür zu, dafür öffnet sich woanders ein Fenster.
Ich hab immer im Kopf: wenn du glaubst es geht nichts mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.
Und so ist es auch immer gewesen....
Diese Einstellung kann man verinnerlichen, daran arbeiten. Aber du mußt auch daran arbeiten, dich nicht von anderen runterziehen zu lassen. Da lästert eine Kollegin über andere? Na und? Sie lästert nicht über dich, also ist es nicht dein Problem.
Zu sensibel? Auch daran kann man arbeiten. Nicht alles auf sich beziehen, sich nicht für alles verantwortlich fühlen.
Erst Du - dann wieder Du, und dann der Rest der Welt.
Weißt du, du kannst nur gut sein, und anderen helfen, wenn es dir gut geht!! Also sorgst du zuerst dafür, dass es dir gut geht!!
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03.07.2011, 20:34Inaktiver User
AW: Wie schafft man es, immer wieder positiv zu denken ?
Das ist genau so. Ich war schon ziemlich irritiert, dass einer ganz neuen Mitarbeiterin schon solche Dinge zugetragen werden. Aber wenn du ein paar Monate arbeitslos warst und Arbeitslosengeld bekommst, kannst du leider nicht gross wählerisch sein, wenn dir ein Job angeboten wird (ich lebe in der Schweiz)
Meine bestmögliche Zukunft? Einen Job, der mir einigermassen entspricht und soviel einbringt, dass ich genügend Geld für mein Leben habe. Ich brauche keinen Luxus, habe nicht mal ein Auto. Und keinen Dauerstress. Ein lieber Partner wäre dann noch das Tüpfelchen auf's i...
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03.07.2011, 20:39Inaktiver User
AW: Wie schafft man es, immer wieder positiv zu denken ?
Weisst, das ist halt auch nicht so einfach, wenn man durch's Elternhaus geprägt ist. Da legt man auch nicht nach vielen Jahren komplett alles ab.
Ich tue mich auch schwer, mir meine eigenen Fehler zu verzeihen und neige schnell dazu, den anderen zu glauben, dass ich zu langsam, zu unkonzentriert bin und mich schnell verzettele....so wurde mir das mehr als einmal schon gesagt.
Ich habe oft das Gefühl, dass mein Leben daraus besteht, mir Mühe zu geben, es so gut wie nur möglich zu machen. Und dann scheitere ich plötzlich, aus verschiedenen Gründen....
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06.07.2011, 11:10
AW: Wie schafft man es, immer wieder positiv zu denken ?
@ Gundel
Es ist nicht einfach, einen Arbeitsplatz zu finden, wo man sich mit seinem eigenen Leistungs- und Qualifikationsprofil richtig einbringen kann. Nicht selten passiert es, dass ein Arbeitgeber das, was Du zu bieten hast, nicht zu schätzen weiß, während er dauernd auf Deinen Schwächen rumreitet. Das bedeutet, dass das Job- und Anforderungsprofil nicht zu Dir und Deiner Persönlichkeit paßt.
Das ist jedoch noch lange kein Grund, zu glauben, man sei deshalb eine schlechte Mitarbeiterin. Auf einem anderen Arbeitsplatz kannst Du ein ganz anderes Feedback erleben!
Wie hier schon geschrieben wurde: Oft merkt man schon zu Beginn - wenn nicht gar im Bewerbungsgespräch -, dass man hier nicht am richtigen Ort ist. Leider ist unsere wirtschaftliche Situation so, dass wir uns die Stellen grad nicht aussuchen können, wenn wir nicht von Hartz IV oder ähnlichem bzw. von unseren Ersparnissen leben müssen wollen.
Die Arbeitgeber dagegen können sich die Leute aussuchen.
Lass diese Bewertungen nicht so nah an Dich ran. Du bist vielleicht für diese Firma zu langsam, zu unflexibel und zu wenig belastbar gewesen, aber vermutlich verlangen die auch einfach nur zuviel und haben überzogene Vorstellungen, was jemand, der bei ihnen arbeitet, leisten können muss. Das bedeutet noch lange nicht, dass Du tatsächlich all das bist. Ich vermute, die haben zu wenig Personal, und dann wird selbstverständlich erwartet, dass die unterbesetzte Belegschaft das alles schon wuppt - und zwar gefälligst in gleicher Qualität. Das ist nicht gerade eine sehr arbeitnehmerfreundliche Haltung!
Versuche bei Deiner Arbeitssuche im Vorstellungsgespräch abzuchecken, wieviel von Dir verlangt wird, und ob Du auch bei dieser Stelle über Gebühr belastbar sein sollst. Lieber etwas länger suchen, als dauernd die gleiche miese Erfahrung wieder machen müssen.Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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06.07.2011, 18:13Inaktiver User
AW: Wie schafft man es, immer wieder positiv zu denken ?
Damit versuche ich mich gerade zu trösten, denn es kann doch nicht sein, dass jeder Mensch genau gleich zu funktionieren hat.
Ich höre immer wieder, dass ich als Mensch sehr sympathisch und angenehm rüberkomme, nur, davon allein kann man leider auch nicht leben.
Das ist leider genau der Fall.Ich vermute, die haben zu wenig Personal, und dann wird selbstverständlich erwartet, dass die unterbesetzte Belegschaft das alles schon wuppt - und zwar gefälligst in gleicher Qualität. Das ist nicht gerade eine sehr arbeitnehmerfreundliche Haltung!
Das werde ich mir zu Herzen nehmen, denn wie du richtig schreibst, wiederholte schlechte Erfahrungen braucht kein Mensch, denn genau diese bremsen mich aktuell noch am Versuch, positiv in die Zukunft zu blicken.....Versuche bei Deiner Arbeitssuche im Vorstellungsgespräch abzuchecken, wieviel von Dir verlangt wird, und ob Du auch bei dieser Stelle über Gebühr belastbar sein sollst. Lieber etwas länger suchen, als dauernd die gleiche miese Erfahrung wieder machen müssen.
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06.07.2011, 20:09
AW: Wie schafft man es, immer wieder positiv zu denken ?
Ich weiß ja nicht, was du gelernt hast und muss das deshalb so ganz allgemein ausdrücken, aber solche Leute braucht man immer dort, wo Kundenkontakt besteht, der ruhig, angenehm, freundlich sympathisch ablaufen soll. Wo keine Hektik, sondern Service im Vordergrund steht.
Vielleicht ist das ein Anhaltspunkt für dich, wonach du suchen könntest.
Zu deiner Kündigung: Schon allein der Ablauf ist unfair, denn üblicherweise bekommt man zuvor ein Gespräch / Feedback, was man ändern sollte, damit man bleiben kann.
Wer einen neuen Mitarbeiter so auflaufen lässt, hat sich als Chef schon mal disqualifiziert.
Beziehe es besser nicht auf dich. Du hattest einen Job über 4,5 Jahre, hast also Qualität und Zuverlässigkeit schon bewiesen nun kommt noch deine Erfahrung hinzu. Sich positiv verkaufen, gerade wenn man älter ist, ist ganz wichtig!
Eine gewisse Langsamkeit kann man durchaus auch als Geduld und Gewissenhaftigkeit betrachten. Und mit Menschen umgehen können ist immer ein Punkt, den Arbeitgeber zu schätzten wissen.
Also besinne dich auf deine verschiedenen Stärken und stecke es weg, als weitere Erfahrung.
Ich weiß, klingt nach Allgemeinplatz, aber das kann helfen, den Kopf frei und neuen Mut zu bekommen.
Ich wünsche dir viel Glück und Erfolg! Und vielleicht wartet am nächsten Arbeitsplatz auch noch der eine oder andere nette menschliche Kontakt


Es zählen nur noch Effizienz und Schnelligkeit, und das entspricht so gar nicht meiner Persönlichkeit.
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