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  1. Inaktiver User

    Innere Leere - Ausweg?

    Eigentlich führe ich (rein äußerlich gesehen) ich ein ganz normales Leben. Bin Anfang dreißig, verheiratet, berufstätig...

    Aber ich habe in den letzten Jahren immer mehr gemerkt, dass ich eigentlich schon seit meiner Kindheit hauptsächlich eine Fassade präsentiere, mich anpasse. Das hat sich zwischenzeitlich so verselbständigt, dass ich merke, dass hinter dieser Fassade an manchen Stellen einfach Leere herrscht.

    Gerade wenn es um Gefühle und Beziehungen geht bin ich kaum in der Lage, zu sagen, was mir eigentlich wichtig ist. Ich habe Angst, meine "echte" Seite zu zeigen, passe mich automatisch an die Erwartungen anderer an. Gleichzeitig habe ich aber wahnsinnige Angst, vereinnnahmt zu werden, muss mich ständig massiv abgrenzen, was mir innerlich aber schwer gelingt, weil ich garnicht mehr weiß, wo meine Grenzen eigentlich genau liegen.
    Ich habe auch immer das Gefühl, anderen irgendwie unterlegen zu sein, mich unterordnen zu müssen, auch wenn ich natürlich rational weiß, dass es nicht so ist.

    Ich habe mittlerweile die dritte Gesprächstherapie hinter mir, in denene ich meine Situation analysiert und meine Kindheit bearbeitet habe, habe mich auch theoretisch (Literatur) mit meinen Problemen beschäftigt...

    Aber das Kernproblem, diese innere Leere bleibt, und beeinträchtigt meine Ehe, sonstige Beziehungen zu anderen Menschen und meine berufliche Laufbahn.
    Und mir fehlen einfach die Ideen, wie ich das angehen kann. Muss man damit einfach leben? Das kann doch eigentlich nicht sein. Zumal ich Angst habe, dass irgendwann mal der Zusammenbruch kommt.

    War jemand schon mal in einer ähnlichen Situation? Weiß jemand Rat, wie ich da rauskomme?

  2. Inaktiver User

    AW: Innere Leere - Ausweg?

    Hallo Poldine,
    nein, ich kenne diese innere Leere nicht, dennoch kenne ich die Situation, quasi "eine Fassade" zu leben.
    Wie wärst du denn gern?
    Wer bist du?
    Was magst du?
    Vielleicht kannst du dir ja selbst auf die Spur kommen und dir Zeiten "nur für dich" schaffen. Irgendwas muss es doch geben, was dir gefällt.

    Mein Leben wurde umgekrempelt, ohne dass ich es wollte, aber ich muss sagen, mir geht es viel besser als vorher.

    Liebe Grüße Birke

  3. Moderation

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    AW: Innere Leere - Ausweg?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ... meine Situation analysiert und meine Kindheit bearbeitet habe
    Wie sehr hast du denn diese Analysen/Kindheitsinhalte an deine Gefühle anknüpfen können?

    Nach meiner Erfahrung entsteht innere Leere unter anderem dann, wenn eine starke Polarisierung vorliegt, wenn bestimmte Erfahrungen und Gefühle keinen Raum haben*. Leere sozusagen als gebundene Kraft, die nicht zur Verfügung steht


    *das kann aus gutem Grund sein, zum Beispiel, weil man mit ihnen nicht umgehen, sie nicht ertragen kann.
    that was the river - this is the sea


    Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum

  4. Inaktiver User

    AW: Innere Leere - Ausweg?

    Zitat Zitat von maryquitecontrary Beitrag anzeigen
    Wie sehr hast du denn diese Analysen/Kindheitsinhalte an deine Gefühle anknüpfen können?

    Nach meiner Erfahrung entsteht innere Leere unter anderem dann, wenn eine starke Polarisierung vorliegt, wenn bestimmte Erfahrungen und Gefühle keinen Raum haben*. Leere sozusagen als gebundene Kraft, die nicht zur Verfügung steht


    *das kann aus gutem Grund sein, zum Beispiel, weil man mit ihnen nicht umgehen, sie nicht ertragen kann.
    Ich denke, dass ich inzwischen ganz gut überblicken kann, woher bestimmte Gefühle kommen. Also z.B. dass der Wunsch nach Abgrenzung daher rührt, dass in der Familie wenig Möglichkeit hatte, meine eigene Persönlichkeit zu entwickeln, dass "Ausreißen" aus der gewünschten Struktur bestraft wurde.

    Von daher ist das mit den Gefühlen, die keinen Raum haben vielleicht ganz treffend. Ich habe lange Zeit meine Gefühle ignoriert und gegen sie gearbeitet. Und ich merke, dass ich da trotz des (rationalen) Erkennens bestimmter Muster ganz schwer wieder rauskomme.
    Wenn ein Gefühl nicht in meine Umgebung "passt" fange ich an zu rationalisieren und mir einzureden, dass ich es doch so und so sehen müsste, dass ich übertreibe etc.

    @Birke99: die Fragen finde ich eben schwer zu beantworten. Aber ich merke, dass ich immer dann ganz "bei mir" bin, wenn ich mich eine Sache vertiefen kann, also wenn ich tatsächlich Zeit nur für mich habe.
    Schwierig wird es, wenn Menschen dazu kommen. Denn dann kommen wieder Erwartungen, Bewertungen...

  5. Moderation

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    AW: Innere Leere - Ausweg?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich denke, dass ich inzwischen ganz gut überblicken kann, woher bestimmte Gefühle kommen. Also z.B. dass der Wunsch nach Abgrenzung daher rührt, dass in der Familie wenig Möglichkeit hatte, meine eigene Persönlichkeit zu entwickeln, dass "Ausreißen" aus der gewünschten Struktur bestraft wurde.

    ....
    Wenn ein Gefühl nicht in meine Umgebung "passt" fange ich an zu rationalisieren und mir einzureden, dass ich es doch so und so sehen müsste, dass ich übertreibe etc.

    Gefühle einordnen zu können, ist hilfreich.

    Dennoch meine ich, daß es auch wichtig ist, die Gefühle willkommen zu heißen und ihnen einen gúten Platz einzuräumen - das heißt, sie weder aufzuquirlen noch wegzuschieben, sondern anzunehmen in der Gewißheit, daß sie in Ordnung sind. Dazu braucht man eine innere Instanz, die das auch im Angesicht schwieriger Gefühle kann. Etwa wie eine gütige innere Mutter. Eine rationalisierende innere Stimme ist eher nicht in der Lage, diese Annahme zu leisten.

    Beispiel: sich klein und ungeliebt fühlen. Da hilft es nichts, sich zu sagen, das Gefühl sei nicht angemessen, der Anlaß zu nichtig und insgesamt das Ganze zu peinlich für eine gestandene Frau.Man ist dann in dem Moment eine gestandene Frau und fühlt sich klein und ungeliebt - und das darf man so sein. Dann kann man liebevoll mit sich selbst umgehen und wird erleben: das Gefühl wird verblassen, andere Gefühle werden kommen. Und man wird wieder ein Stück lebendiger.

    Geht ebenso mit Eifersucht, Kleinlichkeit, großer Wut bei kleinem Anlaß usw.
    Geändert von maryquitecontrary (23.06.2011 um 15:21 Uhr) Grund: buchstabensalat
    that was the river - this is the sea


    Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum

  6. User Info Menu

    AW: Innere Leere - Ausweg?

    Liebe Poldine,

    ich kann, was du beschreibst, gut nachempfinden - und ich finde es klasse, wie pointiert und klar du deine Gefühle beschreibst. Ich denke, du teilst dieses innere Empfinden ein Stück weit mit nahezu jedem Menschen, nur nehmen es viele als "ganz normal" oder decken es mit umso mehr Arbeit, Erfolg, Ablenkung etc. zu.

    Ich glaube, du hast schlicht den Kontakt mit dir selbst verloren - du denkst, es gibt eine objektive Lebensskala, auf der du bestehen/eine gute Performace hinlegen musst. Du hast dich von deinen ureigensten Wünschen, Gefühlen, Sehnsüchten und Ideen getrennt. Du hast dich auf Erwartungs- und Plichtserfüllung im Außen verlegt - und dein Inneres an Nicht-Aufmerksamkeit verhungern und völlig brachliegen lassen.

    Das Problem ist im Kopf angesiedelt ist und erhält dort auch immer kräftig Nahrung: im Grübeln, im Zweifeln, durch den ständig brabbelnden inneren Kritiker etc. pp.. Und deshalb helfen analytisch-kopflastige Techniken (wie rational in der Gesprächstherapie bearbeiten, in der Vergangenheit suchen, Fachliteratur lesen etc.) meist nicht nachhaltig.

    Das Erste, was dir helfen kann, ist die Entscheidung, dich wieder zu entdecken
    - in dem Bewusstsein, dass dir dich niemand zurückgeben kann, außer dir selbst.

    Stell dir mal so eine Entscheidung vor. Sie könnte zB lauten:

    Ich entscheide mich jetzt, den Kontakt zur meiner Einzigartigkeit, zu meiner meiner natürlichen Lebensfreude, zu meiner Weisheit, zu meinen Ideen und Sehnsüchten, zu meiner kindlichen Unbeschwertheit, Beschwingheit, zu meinem Sosein-genau-wie-ich-bin-und-sonst-niemand wieder zu entdecken und zu erleben. Ich möchte das an jedem Tag meines Lebens spüren und egal, was es kostet, ich nehme mich und diesen Wunsch wichtiger als alles andere.

    Könntest du dir vorstellen, so einen Entschluss zu fassen? Fühlst du dich gut, wenn du dir das vorstellst? Kannst du dir einen Moment lang ausmalen, wie es wäre, wieder ganz aus der Tiefe, aus der Mitte zu leben und so richtig wieder "angedockt" zu sein an die Lebenskraft?

    Kriegst du eine Ahnung von deiner Kraft und kannst du glauben, dass sie nach all den Jahren immer noch voll da ist und nur darauf wartet, dass du sie wieder rufst?

    -Lil-

  7. Inaktiver User

    Schamesröte AW: Innere Leere - Ausweg?

    Zitat Zitat von -Lil- Beitrag anzeigen
    Ich entscheide mich jetzt, den Kontakt zur meiner Einzigartigkeit, zu meiner meiner natürlichen Lebensfreude, zu meiner Weisheit, zu meinen Ideen und Sehnsüchten, zu meiner kindlichen Unbeschwertheit, Beschwingheit, zu meinem Sosein-genau-wie-ich-bin-und-sonst-niemand wieder zu entdecken und zu erleben. Ich möchte das an jedem Tag meines Lebens spüren und egal, was es kostet, ich nehme mich und diesen Wunsch wichtiger als alles andere.

    Könntest du dir vorstellen, so einen Entschluss zu fassen? Fühlst du dich gut, wenn du dir das vorstellst? Kannst du dir einen Moment lang ausmalen, wie es wäre, wieder ganz aus der Tiefe, aus der Mitte zu leben und so richtig wieder "angedockt" zu sein an die Lebenskraft?

    Kriegst du eine Ahnung von deiner Kraft und kannst du glauben, dass sie nach all den Jahren immer noch voll da ist und nur darauf wartet, dass du sie wieder rufst?
    Du hast sehr schön beschrieben, was ich mir eigentlich wünsche . Es gibt Momente, da spüre ich diese Kraft tatsächlich, und diese Momente sind auch im Vergleich zu früher zahlreicher geworden; da fühle ich mich dann richtig lebendig. Aber an der Konsequenz, diesen Weg weiterzugehen hapert es noch.
    Auch, weil ich merke, dass ich mit dem wie ich bin anecke, irgendwie "anders" bin. Das mit objektiven Lebensskala hast du ganz gut formuliert - mich von der frei zu machen ist schwer.

    @maryquitecontrary: das mit der gütigen inneren Mutter ist ein guter Punkt - meine innere Mutter ist leider ziemlich dominant und überhaupt nicht mitfühlend.

    Unter anderem stoße ich vor allem immer dann an Grenzen, wenn ich merke, dass ich jemand anderen "verletzen" muss, um bei mir zu bleiben und meine Gefühle zuzulassen. Wobei es da nicht um bösartige, absichtliche Verletzungen geht, sondern eben einfach um das Durchsetzen bestimmter Ansprüche und Bedürfnisse.
    Ein Beispiel: jemand gibt mir ungefragt einen Ratschlag. Anstatt freundlich aber bestimmt klar zu machen, dass ich auf diesen Ratschlag keinen Wert lege lächle ich und ärgere mich innerlich. Und rüge mich dann gleich dafür, dass ich mich über diesen netten Menschen ärgere. Der Ärger bahnt sich dann aber trotzdem seinen Weg und kommt irgendwann zu Tage.

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    AW: Innere Leere - Ausweg?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    @maryquitecontrary: das mit der gütigen inneren Mutter ist ein guter Punkt - meine innere Mutter ist leider ziemlich dominant und überhaupt nicht mitfühlend.
    liebe poldine,

    stell dir mal vor, dass diese innere mutter eher soetwas wie eine böse stiefmutter sein kann. diese mutter lässt nicht zu, dass du dich in dir selbst wohlfühlst. sie behütet und pflegt nicht das kind, das wachsen will, sondern behindert es dabei. vielleicht solltest du diese böse stiefmutter ablösen und ersetzen durch eine andere. auch erwachsene menschen haben ein kind in sich und es ist auch gut so. es wäre schön, wenn du dieses kind in dir wiederentdecken wolltest. das ist schwer, wenn man keinen zugang mehr dazu hat. aber das kind ist einmal dagewesen und solange du da bist, hast du den anspruch, es wiederentdecken zu wollen, auch wenn das nicht allen gefällt. denn es ist dein leben.

    Unter anderem stoße ich vor allem immer dann an Grenzen, wenn ich merke, dass ich jemand anderen "verletzen" muss, um bei mir zu bleiben und meine Gefühle zuzulassen. Wobei es da nicht um bösartige, absichtliche Verletzungen geht, sondern eben einfach um das Durchsetzen bestimmter Ansprüche und Bedürfnisse.
    aha

    Ein Beispiel: jemand gibt mir ungefragt einen Ratschlag. Anstatt freundlich aber bestimmt klar zu machen, dass ich auf diesen Ratschlag keinen Wert lege lächle ich und ärgere mich innerlich. Und rüge mich dann gleich dafür, dass ich mich über diesen netten Menschen ärgere. Der Ärger bahnt sich dann aber trotzdem seinen Weg und kommt irgendwann zu Tage.
    für solche muster kann man aber eine strategie entwickeln. du hast schon gut ein - nehme ich an - typisches wiederholmuster von dir geschildert. wahrscheinlich machst du diese erfahrung öfter. was diesen konkreten fall angeht, so ist ein erwachsener mensch reif genug, auch zu akzeptieren, wenn du seinen rat gerade nicht magst und das auch höflich, aber bestimmt zum ausdruck bringst. vielleicht musst du üben, damit umzugehen, wenn die betreffende person dann nicht gerade erfreut guckt. ich glaube, du hast angst davor, dich im nachhinein für ein bestimmtes auftreten schämen zu müssen, weil du vielleicht über das ziel hinausgeschossen bist. das passiert aber anderen menschen auch. es ist noch keinem nicht passiert, dass er über das ziel hinausschoss. aber für einen faux pass kann man sich auch später wieder entschuldigen. solche dinge sind keine zugefügten verletzungen, sondern damit behauptest du dir deine souveränität als persönlichkeit. deine mitmenschen haben die pflicht, das zu akzeptieren. davon abgesehen, dass auch ihnen das genauso geht. oft bestimmt die absicht einer handlung, wie diese rüberkommt. du wirst zwangsläufig nie von allen menschen verstanden werden. wie gehst denn du damit um, wenn du verletzt wirst durch andere?

    gruß
    nichira
    Geändert von Nichira (25.06.2011 um 18:47 Uhr)
    Niemand ist eine Insel.
    John Donne

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    AW: Innere Leere - Ausweg?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Aber das Kernproblem, diese innere Leere bleibt, und beeinträchtigt meine Ehe, sonstige Beziehungen zu anderen Menschen und meine berufliche Laufbahn.
    Und mir fehlen einfach die Ideen, wie ich das angehen kann. Muss man damit einfach leben? Das kann doch eigentlich nicht sein. Zumal ich Angst habe, dass irgendwann mal der Zusammenbruch kommt.
    nein, du darfst nicht damit leben. diese inneren alarmsignale solltest du sehr wichtig nehmen. auch wenn der weg erstmal nicht bekannt ist. aber besser eine reise ins unbekannte, als auf dem fleck zu treten. findest du nicht? vielleicht solltest du etwas ausprobieren? hast du freunde daheim, mit denen du über dieses problem sprechen kannst? was sagt dein mann dazu? (falls du dazu schreiben magst. )
    Niemand ist eine Insel.
    John Donne

  10. Inaktiver User

    AW: Innere Leere - Ausweg?

    Zitat Zitat von Nichira Beitrag anzeigen
    nein, du darfst nicht damit leben. diese inneren alarmsignale solltest du sehr wichtig nehmen. auch wenn der weg erstmal nicht bekannt ist. aber besser eine reise ins unbekannte, als auf dem fleck zu treten. findest du nicht? vielleicht solltest du etwas ausprobieren? hast du freunde daheim, mit denen du über dieses problem sprechen kannst? was sagt dein mann dazu? (falls du dazu schreiben magst. )
    Ja, da hast du wohl Recht, Wobei es sich tatsächlich wie eine Reise ist Unbekannte anfühlt. So schrecklich diese Leere und die "böse Stiefmutter" auch sind, sie bieten eine gewisse Sicherheit.

    Darüber reden ist so eine Sache. Teil des Problems ist ja, dass ich eigentlich alle Beziehungen unter dem Deckmantel der Fassade aufgebaut habe.

    Allerdings habe ich zwei gute Freundinnen, die in gewisser Weise ähnliche Erfahrungen haben wie ich und mit denen ich zumindest Teilaspekte besprechen kann, bei denen ich mich auch teilweise so zeigen kann, wie ich bin.
    Die beiden sind allerdings in viel problematischeren Lebenssituationen als ich, haben nicht so einen glatten "äußeren" Lebenslauf. Da komme ich mir oft albern vor, wenn ich von meinen Problemen berichte.

    Hinzu kommt dass ich so ein trockener und sachlicher Typ bin - ich habe immer den Eindruck, so etwas wie Leidensdruck (den ich durchaus in großem Maß verspüre) kommt bei anderen garnicht rüber. Es klingt wohl immer etwas klinisch, wenn ich über meine Probleme rede. Daran bin ich glaube ich auch in den Therapien gescheitert.

    Mit meinen Mann versuche ich ebenfalls, Teilaspekte des Problems zu besprechen, ihm von meinen Ängsten zu erzählen. Er kriegt ja auch oft hautnah mit, wenn es mir nicht gut geht.
    Aber ich merke, dass ihm das ganze Angst macht, dass er damit nicht gut umgehen kann. Er fühlt sich bedroht, wenn ich in meinem Leben etwas ändere, meine Bedürfnisse mehr auslebe. Seine erste Frage, als ich wieder eine Therapie begonnen habe war "Redet ihr da über mich?".

    Und mit so etwas wie "innerer Leere" kann er glaube ich nichts anfangen.

    Das macht es in beide Richtungen sehr schwierig. Er hat Angst, dass ich mich aus der Beziehung entferne. Ich fühle mich nicht ernst genommen (was leider auch die Beziehung zu meinen Eltern "spiegelt", in der ich mich nicht ernst- bzw. wahrgenommen gefühlt habe).

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