Liebe Poldine,
ich denke, der Anfang liegt - wie immer- in einem selbst:
Diese Verhaltensweise kennt wohl jeder ein Stück weit, bei dir ist sie sehr ausgeprägt. Sie besagt in meinen Augen, dass dir das Seelenleben des anderen wichtiger ist als dein eigenes. Du sendest dir also ständig selbst die Botschaft, dass du an letzter stelle kommst und deine eigenen Bedürfnisse, Gefühle, Visionen und Wünsche nicht wichtig sind.Unter anderem stoße ich vor allem immer dann an Grenzen, wenn ich merke, dass ich jemand anderen "verletzen" muss, um bei mir zu bleiben und meine Gefühle zuzulassen. Wobei es da nicht um bösartige, absichtliche Verletzungen geht, sondern eben einfach um das Durchsetzen bestimmter Ansprüche und Bedürfnisse.
Wenn nicht einmal du selbst deine Innenwelt wichtig nimmst, dann wird es auch niemand anderes tun. Du bist selbst an allererste Stelle für dich selbst verantwortlich. Du bist selbst der erste Mensch, von dem du Liebe und Wertschätzung erwarten kannst. Du selbst musst dir Raum geben, dich unterstützen und fördern, geduldig mit dir sein und für dich eintreten.
Du kannst bis zum St. Nimmerleinstag warten, dass die Außenwelt sich so verändert, dass du harmonisch und ausgefüllt leben kannst - das wird nie der Fall sein. Weil du dein Lebendigsein selbst aufspüren und verfolgen musst. Niemand hat Zugang außer dir selbst!
Nimm also deine innere Leere ernst! Wenn du sagst: Ich muss mich abfinden, was spinne ich herum, objektiv geht's mir eh gut etc... - dann erteilst du deinem Inneren Sein wieder eine Absage! Und niemand kann sich gleichzeitig geringschätzen und innerlich lebendig und erfüllt sein. Wie soll denn das gehen? Du schneidest dir selbst ja die Lebenskraft ab, indem du die Wegweiser zu ihr - deine Gefühle - von dir wegschiebst und für unwichtig erklärst.
Und ich denke eben, dass es damit anfängt, in banalern Alltagssituationen auf dein gefühl zu hören, es wichtig zu nehmen und danach zu handeln.
Verstehst du, was ich meine? Kannst du bis hierher etwas mit meinen Worten anfangen?
Alles Liebe
-Lil-
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Thema: Innere Leere - Ausweg?
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28.06.2011, 12:47
AW: Innere Leere - Ausweg?
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28.06.2011, 22:12Inaktiver User
AW: Innere Leere - Ausweg?
Ja, du triffst damit gerade richtig ins Schwarze bei mir.
Gestern hatte ich ein Gespräch mit einer Freundin über das Thema "für sich selbst sorgen". Auslöser für das Gespräch war, dass wir beide mit chronischen Erkrankungen unklarer Herkunft zu kämpfen haben.
Da ist mir so richtig klar geworden, wie wenig ich gerade auf mich selbst achte, und wie sehr ich mich von außen antreiben lassen. Meine Gefühle sind da bisher in der Regel eigentlich nur lästige Begleiterscheinungen auf dem Weg zur "Pflichterfüllung"
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Rational wußte ich das zwar immer irgendwie, aber gestern habe ich es eigentlich das erste Mal tatsächlich gespürt, dass ich da wirklich was ändern muss.
Es freut mich wirklich, wie viele gute und hilfreiche Anregungen hier von euch kommen
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01.07.2011, 20:00
AW: Innere Leere - Ausweg?
hallo poldine,
ich kenne das, was du schreibst. und ich glaube, du bist auf dem richtigen weg. vieles erkennt man erst dann wirklich, wenn man ganz genau wiess, dass man es ändern muss.
ich persönlich habe ein problem damit, mich ertragen zu müssen, als folgeproblem ähnlicher probleme, wie du sie hast. ich finde zum beispiel schwer zu innerer balance. und da merke ich auch, dass da etwas geändert werden muss, was ich bisher nicht richtig gesehen und nicht ernst genug genommen habe. aber ohne, dass wir uns selbst ernst nehmen, werden wir es nicht schaffen unser leben zu ändern. denn andere werden das nicht für uns tun.
alles gute
nichiraNiemand ist eine Insel.
John Donne


- in einem selbst:
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