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    AW: Positives Denken lernen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Oh- das, was Du schreibst, heißt erstmal noch überhaupt gar nichts!
    Man kann die allerbesten Vorbilder haben (in dem Fall lauter stabile langwährende Beziehungen)-
    wenn Dir, womöglich ganz subtil, die Erwartungshaltung vermittelt wurde, genau das auch "leisten zu sollen", um ein "vollwertiger Mensch" zu sein, kann das genauso verheerend wirken auf das eigene Beziehungsverhalten, wie eine zerrüttete Familiensituation. Womöglich sogar noch stärker, weil man die Schuld erst recht bei sich selber sucht.
    Ja, das ist irgendwie auch so, dass von mir genau das erwartet wird/wurde. Eine Beziehung hat in den Augen meiner Eltern nur dann Sinn, wenn sie zu etwas führt - nämlich zu einer Ehe/Familie. Alles andere lohnt sich nicht und ist Zeitverschwendung. Ich weiß, dass ich diese Erwartungshaltung eingeprägt habe. Übrigens: Jeder in meiner Familie hat - bis auch mich - seine/ihre erste Beziehung geheiratet.

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    AW: Positives Denken lernen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    @berlin

    Wer Karriere macht der muss flexibel bleiben und wenn sich Gelegenheiten bieten vorwärts zu kommen dann muss man die ergreifen.
    Es ist doch genauso Ego wenn Du nicht mitziehst mit ihm.
    Mich hat niemand darum gebeten, mitzuziehen. Ich war immer bereit, alles zu geben, als ich damals, Anfang 20 noch völlig positiv an Beziehungen herangegangen bin. Übrigens scheiterte meine erste richtige Beziehung auch daran - nur war es in dem Fall ich, die aus Karrieregründen ging. Daraufhin suchte ich mir immer nur Männer, die das gleiche taten.

  3. Inaktiver User

    AW: Positives Denken lernen?

    Zitat Zitat von Berlin79 Beitrag anzeigen
    ich habe ein Problem mit meiner Einstellung. Ich kann schlicht nicht positiv denken, besonders in puncto Beziehungen. In den letzten drei Jahren hatte ich nur Pech mit Männern: Misslungene Beziehungsversuche, Bekanntschaften, die sich in Luft aufgelöst haben oder unerfülle Verliebtheit. Das alles führte dazu, dass ich anfing, mir einzureden, dass ich nicht für Beziehungen gemacht wurde und das Schicksal habe, der Quoten-Single zu bleiben. Welchen Grund könnte es sonst haben?
    Ich bin nicht unbedingt ein Freund vom "Positiven Denken"
    Sich mantraartig immer wieder einzureden das es jetzt besser wird ist so ähnlich wie eine Roststelle überzulackieren. Man sieht sie zwar nicht mehr, aber darunter rostet es weiter.

    Ich halte es für sinnvoller das Problem von der Basis her aufzulösen.
    Sind es wirklich deine bisherigen Erfahrungen, die zu deiner Einstellung führen?
    Ich versuche es meist damit mir klarzumachen wie realistisch meine Befürchtungen sind.
    In deinem Fall:
    - liegt mein Misstrauen wirklich an meinen bisherigen Erfahrungen?
    - sind wirklich alle Männer denen ich zukünftig begegne so?
    - Habe ich realistisch gesehen nie eine Chance auf eine Partnerschaft?

    Negative, verinnerlichte Denkmuster sind erlernt, man kann sie auch wieder verlernen.
    Das klappt aber meist nur wenn man wirklich davon überzeugt ist, nicht durch Selbsthypnose.
    Und es braucht Zeit ...

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    AW: Positives Denken lernen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich bin nicht unbedingt ein Freund vom "Positiven Denken"
    Sich mantraartig immer wieder einzureden das es jetzt besser wird ist so ähnlich wie eine Roststelle überzulackieren. Man sieht sie zwar nicht mehr, aber darunter rostet es weiter.
    positives denken ist ein aktiver akt und kein passives selbstverständniss.

    Negative, verinnerlichte Denkmuster sind erlernt, man kann sie auch wieder verlernen.
    Yep genauso ist es.

    hallo berlin,

    ich kann mich an eine situation erinnern, in der ich kind war. mein vater ging oft mit uns strolchen. wir kletterten dann auf bäume, übten flitzebogen schiessen oder warfen steine in die elbe. (heute wohne ich am neckar ) eines tages verkletterte ich mich im geäst eines baumes und brüllte nach unten: "papi! wie komme ich hier wieder 'runter?" er rief nach oben: "wie bist du denn überhaupt dorthin hinaufgekommen? so kletterst du auch wieder zurück. und immer hübsch einen schritt nach dem anderen. du wirst das schon schaffen. dann drehte er sich um und kümmerte sich seelenruhig weiter um andere dinge. es dauerte nicht lange, so stand ich heil wieder unten.

    was ich dir damit sagen möchte, ist, dass du den ersten schritt gemacht hast, vom baum wieder herunter zu kommen, indem du erkannt hast, dass dein negatives denken dir nicht hilft. negativ zu denken hat eine schutzfunktion. sie schützt vor sich selbst und eigentlich kann man sich des ausganges immer sicher sein: es geht alles in die hose. mit galgenhumor betrachtet, macht es das leben so wirklich einfacher und vieles geht schneller.

    ich bin in der gleichen situation wie du und sitze im gleichen geäst. es ist eigentlich egal, wie wir beide dorthin geraten sind. ich würde von mir sicher anders schreiben als du, aber ich würde dir empfehlen dich zu lösen von den denkmustern, die dir eingeimpft worden sind. es ist besser, sich einzeln mit diesen auseinander zu setzen. du kannst vielleicht von fall zu fall feststellen, wo bzw. wie genau du ihnen aufgelegen bist.

    was aber noch viel wichtiger ist, ist, zu erkennen, dass positives denken erlernt werden muss und zwar stück für stück. du musst es praktisch üben wie ein instrument und das ist, wie ich oben erwähnte, kein passiver akt, sondern eigentlich ein täglicher kampf mit sich bzw. gegen sich selbst.

    mir hat folgender ansatz geholfen. ich habe immer wieder darüber nachgedacht, wie ich eigentlich mit enttäuschungen umgegangen bin. was habe ich getan, während ich immer wieder mit ihnen klarkommen musste. es hat lange gedauert, bis ich verstanden habe, dass es nicht die enttäuschungen waren, die mich negativ von mir und von anderen (den männern) denken liessen, sondern meine art damit umzugehen. dann habe ich im einzelnen versucht, zu analysieren, was daran nicht stimmt und dabei bin ich auf ein kardinalproblem von mir gestossen, dass auch wurzeln in meiner kindheit, in meinem elternhaus hat. das ist von selbst und ohne fremde hilfe passiert. ich habe diesen prozess nur immer wieder vor meinem geist abrollen lassen und irgendwann wusste ich, was nicht stimmte und woher mein negatives denken kam. daraufhin habe ich meine bewältigungsstrategie geändert.

    positives denken ist ein subjektiver akt und es ist bestimmt nicht so, dass die eine bewältigungsstrategie auch hilfreich für einen anderen menschen sein muss. negatives denken wirkt sich irgendwann auf alle bereiche des lebens aus, genauso wie umgekehrt positives denken das auch tun kann. ich will dir auch jetzt nicht empfehlen, regelmässig dreimal am tag grünen tee zu trinken oder deine wände neu anzustreichen, aber es gibt bereiche, in denen man sich blind verhält und indem man den bezug zu alltäglichen oder nichtalltäglichen dingen verändert, kann man auch sein selbstgefühl ändern. ob das alltäglichkeiten oder nichtmehr identifizierbare ursachen für falsche denkmuster sind, ist egal, aber man muss für ein verändertes denken seine bezüge zu diesem und jenem wirklich mal hinterfragen und da ist schon ein anfang das hinterfragen einer alltäglichen gewohnheit. diese dinge wirken alle zusammen. positives denken beginnt bei kleinigkeiten und bewährt sich bei problemen, deren lösungen die welt umdrehen könnten. ich würde diesbezüglich das eine nicht abwertender als das andere sehen. du kannst nur bei dir anfangen. deine suchmuster ändern sich dann auch schon von alleine. nur darfst du nicht aufgeben, wenn's dir mal gerade nicht gelingt. ich sag dir einen satz, den du dir hinter die ohren schreiben darfst, wenn dir mein text irgendetwas sagt: "Fange nie an aufzuhören und höre nie auf anzufangen."

    Gruß
    nichira
    Niemand ist eine Insel.
    John Donne

  5. Moderation

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    AW: Positives Denken lernen?

    Ich habe festgestellt, wenn ich mir sage, "das klappt schon, alles wird gut" glaube ich mir kein Wort.

    Was ich mir aber glaube:
    - Ich spiele nicht auf Verlust
    - Ich hoffe auf das Beste, erwarte aber das Schlechteste
    - Ich behandle alle Leute, als würde ich nur das Beste von ihnen denken.
    - Es ist gut, solange es dauert, und solange es dauert, soll es auch gut sein
    - Ich kann damit umgehen, daß es gute und schlechte Zeiten gibt.
    - Ich habe keine Angst, loszulassen.

    Vertrau dir selber. Du hast in der Hand, was du tust, nicht was andere tun, Mist passiert, Leute haben ihre Gründe, aber ohne das Selbstvertrauen, daß du vielleicht fällst aber immer wieder aufstehen kannst, kriegst du nie etwas Gutes.

    Um unnötiges Hinfallen zu vermeiden: Wer schlecht über seine Ehemaligen redet, wer Leute, bei denen er glaubt, daß er damit durchkommen kann, schlecht behandelt, wer andere Leute anlügt -- der wird das auch bei dir tun.
    ABER, umgekehrt: Wer Leute fair und respektvoll behandelt, wenn nichts für ihn auf dem Spiel steht, wird höchstwahrscheinlich auch dich fair und respektvoll behandeln. Gib ihm 'ne Chance.

    Wenn es nur darum geht, den Kurzschluß zwischen deinem Mundwerk und deinen Selbstzweifeln zu beheben: Üben. Geh solche Gespräche vorher im Kopf durch, damit du vorher schon ein Gefühl dafür hast, was eine gute Idee ist zu sagen und was nicht so.

  6. Inaktiver User

    AW: Positives Denken lernen?

    Zitat Zitat von Nichira Beitrag anzeigen
    positives denken ist ein aktiver akt und kein passives selbstverständniss.
    ...
    mir hat folgender ansatz geholfen. ich habe immer wieder darüber nachgedacht, wie ich eigentlich mit enttäuschungen umgegangen bin. was habe ich getan, während ich immer wieder mit ihnen klarkommen musste. es hat lange gedauert, bis ich verstanden habe, dass es nicht die enttäuschungen waren, die mich negativ von mir und von anderen (den männern) denken liessen, sondern meine art damit umzugehen. dann habe ich im einzelnen versucht, zu analysieren, was daran nicht stimmt und dabei bin ich auf ein kardinalproblem von mir gestossen ...
    Ich meine damit auch einen aktiven Akt, Nichira.
    Vermutlich meinen wir das gleiche, ich nenne es nur nicht "postives Denken", sondern sachlich analysieren.
    Genau das hast Du bei Dir beschrieben. Nicht einfach "alles wird gut" gemurmelt, sondern das Problem zerlegt und analysiert. Letztlich kommt man damit meist zu einem Ergebnis, das für einen selbst viel glaubhafter ist, als es sich einfach einzureden.

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    AW: Positives Denken lernen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich meine damit auch einen aktiven Akt, Nichira.
    Vermutlich meinen wir das gleiche, ich nenne es nur nicht "postives Denken", sondern sachlich analysieren.
    ich kann mir vorstellen, wie du zu deiner ablehnung gegenüber dem begriff "positives denken" gekommen sein könntest. wenn man worte in einem bestimmten zusammenhang immer wieder aufschnappt, assoziiert man sie nichtmehr mit ihrer eigentlichen bedeutung, sondern mit dem sinnzusammenhang, indem sie gebraucht wurden. wahrscheinlich hast du bei jeder x-beliebigen gelegenheit, bei der du mal den kopf hast hängen lassen, von links und rechts auf die schulter geklopft gekriegt: "positiv denken. alles wird gut!" ich würde dann auch nichtmehr daran glauben, dass positiv denken anderes als veroordnete augenwischerei bedeuted. das hat was mit unserer umgangssprachlichen mehrfachbesetztheit von worten und begriffen zu tun. manchmal ist es gerade mode, irgendetwas irgendwie zu nennen, was aber mit der sprachlichen herkunft des begriffs oder problems nichts gemeinsam hat.

    Genau das hast Du bei Dir beschrieben. Nicht einfach "alles wird gut" gemurmelt, sondern das Problem zerlegt und analysiert. Letztlich kommt man damit meist zu einem Ergebnis, das für einen selbst viel glaubhafter ist, als es sich einfach einzureden.
    ich konnte auch kaum glauben, dass alles gut wird. aber bei mir warf das gleich wieder andere neue fragen auf. und das hört auch nie auf. es ist ja nicht so, dass ich deswegen kein problem mehr damit hätte.

    gruß
    nichira
    Niemand ist eine Insel.
    John Donne

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    AW: Positives Denken lernen?

    @Nichira



    Was für wunderbare Beiträge

    Eine begeisterte Labiricky

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    AW: Positives Denken lernen?

    Zitat Zitat von labiricky Beitrag anzeigen
    @Nichira



    Was für wunderbare Beiträge

    Eine begeisterte Labiricky
    hallo labiricky

    danke

    und wo bleiben jetzt deine spannenden beiträge?

    gruß
    nichira
    Niemand ist eine Insel.
    John Donne

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    AW: Positives Denken lernen?

    Ich würde meditieren über folgendes Bild:

    Berlin 79 ist 85 Jahre und hat Berlin 79XY an ihrer Seite.

    Beide sitzen händchenhaltend im Strandkorb am Meer und Berlin 79XY sagt: mein liebster Schatz, mein Leben war wunderbar mit Dir und ich liebe Dich noch wie am ersten Tag.....

    Wenn Du dafür auch noch ein gutes Gefühl zusammenbekommst, hast Du schon gewonnen.

    Sollte es die sich selbsterfüllende Prophezeiung wirklich geben, ist dieses Bild genau das, was in Erfüllung gehen könnte.

    Und bitte: nur diesen Satz im Geiste hören. Wer dann Berlin 79XY sein wird - das wird sich ergeben. Wenn es dieser Mann hier ist, ist es gut, wenn es ein anderer sein sollte - auch gut. Da es ein glückliches Lebensbild ist, wird der passende Mann sich schon herauskristallisieren...

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