Hallo Colonna
ich habe darüber nachgedacht. Das Resultat meiner Überlegungen ist, und zwar sowohl was mich selbst betrifft, wie auch was andere betrifft: wer unachtsam mit Wertsachen umgeht, ist selbst schuld, wenn sie verloren gehen. Wenn dir das Resultat nicht gefällt, dafür kann ich nichts, das ist nicht meine Baustelle.
Wenn ich einmal in einen solchen Markt gerate und meine Ware (womöglich noch Empfindliches wie Früchte oder Eier) so ruppig behandelt wird, tue ich genau das: ich verziehe mich schnell und ich komme nie wieder. Wo ist das Problem? Es gibt in meinem Umfeld genug Supermärkte mit guter Ware und korrekt bezahlten Angestellten, die nett zu den Kunden und kompetent sind.
Ich bin im Grossen und Ganzen zufrieden mit meinem Leben, und was die Kassierin mit ihrem Leben macht, muss sie selbst wissen.
Der Zusammenhang zum Anfangsthema erschliesst sich mir inzwischen nicht mehr so ganz.
grüsse, barbara
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Thema: ist das "normal" heute ?!
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19.06.2011, 09:54
AW: ist das "normal" heute ?!
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19.06.2011, 09:56
AW: ist das "normal" heute ?!
Ich hatte mal ein SB-Date mit einer Frau, die unter anderem von mir wünschte, ich solle ein von ihr gefundenes Handy mit einer neuen SIM-Karte bestücken. Auf meine Nachfrage, warum sie das Handy nicht zurückgibt, kam nur ein verwundertes: "Wie, du würdest das jetzt zurückbringen?? Wenn ich mal was verloren habe, hab ich nie was zurückbekommen". Hat sie gar nicht mehr los gelassen, dass ich so etwas komisches tun würde.
Spätestens da habe ich (neben anderen Erlebnissen mit ihr) gemerkt, dass wir keine gemeinsame Wellenlänge haben. Sie musste dann jemand anders finden, der ihr das Handy öffnet.
Ich gebe überzähliges Rückgeld, wenn ich es bemerke, zurück. Und ich habe auch schonmal 20 Cent am nächsten Morgen zum Supermarkt-Bäcker gebracht, als ich mal abends nicht genug Kleingeld dabei hatte.
Eine Kassiererin als "doof" oder "ungeeignet" hinzustellen, weil sie zuviel Geld rausgibt, finde ich absurd. Wir reden hier doch nicht von Leuten, die nicht rechnen können, sondern von Menschen, die etwas aus Versehen falsch machen.
Gruß
BlauerHimmel
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19.06.2011, 10:01
AW: ist das "normal" heute ?!
Rechtlich ist das nichts anderes. Wegnahme ist Wegnahme. Einmal die Wegnahme einer herrenlosen Sache, einmal die Wegnahme einer Sache, die jemandem gehört.
An die TE: Du kannst die Angelegenheit ja auch jetzt noch bereinigen, da spricht doch nichts dagegen? Tochter einpacken, Geld abliefern, und gut. Mit den Erzieherinnen müßte auch mal einer reden, so gehts ja nicht.
Mir ist im Urlaub etwas blödes passiert - habe auf einem Flohmarkt etwas gekauft, kriege mein Wechselgeld, bin aber total unkonzentriert. Merke - hoppla irgendwas stimmt nicht. Aber ich konnte nicht mehr nachvollziehen, ob ich nun zuwenig oder zuviel bekommen hatte. Die Verkaufende meinte "zuviel", aber ich konnte es nicht überprüfen, weil ich auch den genauen Kassenstand meines Portemonnaies vorher nicht wußte. Da es nur um wenig ging, haben wir es dabei belassen. War ein blödes Gefühl. Aber hätte ich einfach so Geld hergegeben, hätte ich mich auch nicht wohl gefühlt!The original Karla
est. 2006











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19.06.2011, 10:04Inaktiver User
AW: ist das "normal" heute ?!
Sie weiß es vielleicht, kann es aber aus mannigfaltigen Gründen nicht so steuern, dass auch sie im Großen und Ganzen zufrieden ist. Und, du wirst es nicht glauben, es gibt Menschen (und nicht wenige), die absolut keine Schuld an ihrer miesen Lage tragen.Ich bin im Grossen und Ganzen zufrieden mit meinem Leben, und was die Kassierin mit ihrem Leben macht, muss sie selbst wissen.
Das glaube ich dir gerne.Der Zusammenhang zum Anfangsthema erschliesst sich mir inzwischen nicht mehr so ganz.
Und wenn du so leicht einen Supermarkt findest, in dem es nicht darum geht, wie schnell Ware über das Förderband schießt, dann wundert mich das sehr, aber soll sein, es gibt ja alles Mögliche. Habe ich mir sagen lassen.
Das Thema ist ein weites Feld. Mag sein, dass du doch darüber nachdenkst, wie viele Zufälle in unser Leben eingreifen und es zum Besseren oder Schlechteren wenden können. Ich fahre jetzt zu Gilbert & George. Die sind bestimmt auch im Großen und Ganzen zufrieden
Ich übrigens auch, deshalb gebe ich zuviel Retourgeld zurück. Amen.
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19.06.2011, 10:21
AW: ist das "normal" heute ?!
ich bin immer wieder mal sehr froh, nicht in Deutschland zu wohnen.
ich verstehe auch nicht, warum die Leute in Deutschland so lange still vor sich hinleiden, anstatt mal auf die Hinterbeine zu stehen und lautstark vernünftige Regelungen zu fordern. wie in Griechenland, auf der Strasse, rund um den Bundestag und rund um die Arges. aber ja, anderes Thema.
und zu den Anforderungen: ja, es gibt Arbeitgeber, die versuchen es mit eierlegenden Wollmilchsäuen, obwohl sie wissen könnten, dass es das nicht gibt. Das ändert aber nichts daran, dass es für jede Arbeit gewisse Grundanforderungen gibt. Und für Verkäufer ist nun mal eine davon die Fähigkeit, über mehrere Stunden immer korrekt zu rechnen und korrekt Geld zu wechseln, mit nur sehr kleinen Fehlern. eine andere davon ist die Fähigkeit, freundlich zu sein, ganz egal ob einem danach ist oder nicht. eine dritte - in Spezialgeschäften, in Supermärkten weniger - ist die Warenkunde. Wer das nicht kann, ist im Verkauf fehl am Platz. Und Firmen, die glauben, diese Fähigkeiten kosteten nichts, sind auch fehl am Platz und machen hoffentlich bald Konkurs, weil ihnen die Kunden davon laufen.
Dass jemand Pech hat, schlechte Voraussetzungen, eine schwierige Phase erlebt: das passiert halt, damit habe ich kein Problem, das ist das Leben.
Das ändert aber nichts daran, dass jeder Mensch selbst dafür verantwortlich ist, auf das acht zu geben und Sorge zu tragen, was er hat. Ganz unabhängig davon, wie wenig oder wie viel es sein mag.
grüsse, barbara
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19.06.2011, 10:23Inaktiver User
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19.06.2011, 10:27
AW: ist das "normal" heute ?!
ja. Kein Problem damit.
Verantwortlich ist aber jeder, aus der aktuellen Lage, egal wie sie ist, sein Leben zu gestalten, in den Spielräumen, die gerade möglich sind. und Spielräume gibt es immer, auch wenn es manchmal nur kleine sind - aber es gibt sie.
ich lebe in Frankreich und der Schweiz.
in meinem französischen Stammsupermarkt gibt es Kassen zum selber-scannen, die sind gar nicht so schlecht - und in Schweizer Supermärkten wird mit der Ware vorsichtig umgegangen. Und Freundlichkeit ist Pflicht. Das Qualitätsbewusstsein, gerade für Esswaren, ist grösser als in Deutschland.
ich weiss, ich weiss.
grüsse, barbara
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19.06.2011, 10:51
AW: ist das "normal" heute ?!
Hallo Sinn-Sucht,
dein Thema erinnert mich an etwas Schmerzliches, was mir selbst widerfahren ist:
Ich bin frisch in Frankreich angekommen und eine WG Zimmer bei einer schwarzen Frau gefunden.
Nachdem ich eingezogen war kam ziemlich schnell ihr wahres Gesicht zum Vorschein. Ich hatte kein Recht fernzusehen, jeden Abend saßen wildfremde schwarze Frauen im Flur, wie in einem Wartezimmer und ich hatte somit nicht einmal einen Stuhl um in der Küche Abendzuessen. Sie hat den Damen Karten gelesen.
Sie wollte mir vorschreiben wann ich zu putzen hatte, ich musste fragen wann ich waschen darf, denn sie ließ generelll ihre frischgewaschene Wäsche in der Maschine anstatt sie aufzuhängen und dass ich mit ihrem Telefon telefonierte (obwohl ich ja dafür bezahlte) wollte sie auch nicht.
Eines Tages fand ich die Rechnung für die Miete: 700 Euro, wovon sie mich 550 bezahlen ließ!!!!!
Ich war grün vor Wut, habe mich aber nie getraut sie darauf anzusprechen und ich konnte den Wisch auch nicht aus der Wohnung entfernen, um eine Kopie zu machen.
Das Schlimmste für mich: diese Person war sowas von religös und gläubig, ließ nachts Kerzen brennen (und ich habe einmal gewagt sie auszublasen) und behandlet ihre Mitmenschen wie Dreck, denen man nur Geld aus der Tasche zieht.
Seitdem habe ich ein Problem mit schwarzen Personen und noch mehr mit Menschen, die besonders gläubig und fromm tun. Meiner Meinung alles verlogen.
Ich bin heute noch sehr aufgebracht wenn ich daran zurückdenke. Daher Sinn-sucht, es ist nicht normal sich so zu verhalten, wie du beschrieben hast!
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19.06.2011, 11:21
AW: ist das "normal" heute ?!
Wie schon gesagt wurde: Wegnahme ist Wegnahme. Versehentlich zuviel erhaltenes Wechselgeld bewusst einzubehalten ist genauso Unterschlagung wie gefundenes Geld nicht zum Fundbüro zu tragen und somit keineswegs nur eine Frage der persönlichen Moral und Ehre sondern auch des Strafrechts, wobei dieses für die meisten nur eine untergeordnete Rolle spielen dürfte, da die Gefahr, ertappt zu werden, sehr gering ist.
Ich finde es schon merkwürdig, wie du versuchst, eigenes Fehlverhalten und eigene äußerst zweifelhafte Moral zu rechtfertigen durch weitschweifige Erörterung der Pflichten anderer.
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19.06.2011, 11:33Inaktiver User
AW: ist das "normal" heute ?!
Dazu fällt mir ein, dass es vor einiger Zeit mal im Fernsehen einen Versuch gab, bei dem die Ehrlichkeit der Menschen getestet wurde. Sie bekamen an einem Kiosk zu viel Wechselgeld heraus, soweit ich mich erinnere war es ein durchaus nicht unerheblicher Betrag. Die Mehrzahl steckte das Wechselgeld ein, das würde also eigentlich dem Tenor dieses threads widersprechen, und unterstreichen, dass es der Schutz der Anonymität ist, der solche Verhaltensweisen begünstigt, Motto: Wo kein Kläger, da kein Richter.



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