Diese Situation ist natürlich sehr unbefriedigend.
Wenn du die Klappe hältst und einfach nach Befehl deiner Chefin handelst, bist du die Gelackmeierte.
Gibt es andere mögliche Ansprechspersonen? Den Chef der Chefin vielleicht? Ich halte es schon für wichtig, dass du an einem Ort, und das schriftlich, deine Bedenken deponierst. Nicht indem due deine Chefin persönlich angreifst, sondern auf der Sachebene: also dass du befürchtest, dass das Verfahren XY, das in der Abteilung üblich ist, dazu führen könnte, die Kunden A, B und C zu verlieren.
Und auf die Frage, warum du es nicht deiner Chefin direkt sagst, ganz offen zu gestehen: es verschlägt dir die Sprache, wenn du vor ihr bist, und das ist auch sehr peinlich, dass du nicht so durchsetzungsfähig bist und der Mangel ist dir bewusst, aber mit deinem professionellen Gewissen kannst du definitiv nicht vereinigen, gar nichts zu sagen.
wichtig ist einfach, dass das Interesse der Firma und das unternehmerische Denken im Vordergrund steht, und nicht ein in-die-Pfanne-hauen der Chefin.
grüsse ,barbara
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Ergebnis 11 bis 20 von 21
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18.06.2011, 10:29
AW: Autoritäten: Mein Selbstbewusstsein "zerkrümelt"
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18.06.2011, 10:48
AW: Autoritäten: Mein Selbstbewusstsein "zerkrümelt"
Hmmm, Barbara, Du hast mich gerade auf die Idee gebracht, einige Dinge per email an die Chefin zu richten. Das ist bei uns eine durchaus übliche Kommunikationsform und deswegen nicht auffällig. Ich habe Zeit zum Überlegen, stehe ihr nicht gegenüber und habe einen schriftlichen Nachweis.
Ich will meine Chefin nicht in die Pfanne hauen. Meine Arbeit mache ich sehr gerne, habe Spaß daran und möchte gerne alles mit weiterentwickeln. Aber so, wie es ist, kann ich meine Kompetenzen nicht einbringen. Sie ist wohl so etwas wie eine Angstbeißerin, hat in den letzten Jahren privat und beruflich Federn lassen müssen, sodass ich sie sogar ein Stück weit verstehen kann.
Ich möchte lernen, mit dieser Situation umzugehen, denn dieses Thema ist ein jahrzehntealtes. Unabhängig von der Chefsituation, auch wenn das gerade das Brennendste für mich ist.
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18.06.2011, 10:52
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18.06.2011, 11:09Inaktiver User
AW: Autoritäten: Mein Selbstbewusstsein "zerkrümelt"
Relaisposition habe ich das deswegen genannt weil man ständig umschalten muss. Ich glaube der gängige Begriff ist Sandwitchposition.

Mach die Protokolle mehr kannst fast nicht machen.
Sollte es mal eskalieren kannst ihr sagen, dass Du Dich an den Chef-Chef wendest um eine Lösung zu suchen.
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18.06.2011, 11:12Inaktiver User
AW: Autoritäten: Mein Selbstbewusstsein "zerkrümelt"
Nein das ist unter Umständen sogar überlebensnotwendig. Mein Chef der damals eine ganze Abteilung zerstört hatte der hat sich jedes Fitzelchen selber notiert und bei passender Gelegenheit hatte er alles parat. Der war den ganzen Tag nur damit beschäftigt die Leute gegeneinander auszuspielen.
Das ganze hat sich dann beruhigt als er ausgetauscht wurde auf Druck von Betriebsrat und Co. und mit ihm noch zwei weitere Damen in Führungspositionen, die gemeint hatten ihre Macht missbrauchen zu müssen.
Man hat sogar Psychologinnen engagiert, die das Geflecht auseinanderklamüsert haben weil man der Mannschaft nicht vertraut hatte, derweil wars wie immer, dass der Fisch vom Kopf zu stinken beginnt.
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18.06.2011, 11:18
AW: Autoritäten: Mein Selbstbewusstsein "zerkrümelt"
Danke!

So, jetzt war die berufliche Situation sehr im Mittelpunkt und - wie gesagt - die "drückt" im Moment auch am meisten.
Trotzdem würde ich da gerne grundsätzlich dran gehen. Stecher, Du hattest ja das Thema Selbstwert aufgebracht. Und woran ich hängen geblieben bin, ist, sich von der Meinung anderer abhängig machen. Irgendetwas ist da dran. Es ist merkwürdig: Ich kann in Diskussionen wirklich kontrovers diskutieren und erlebe das sogar als bereichernd. Aber in der Tat geht bei mir eine emotionale Achterbahn ab, wenn mich jemand nicht gut findet oder etwas an mir nicht gut findet. Es ist in den letzten Jahren deutlich besser geworden, u.a. weil ich mich durch eine grundsätzlich gute Partnerschaft geliebt fühle. Aber auch davon möchte ich meinen Selbstwert nicht abhängig machen... Es gab und gibt (zum Glück seltener) Situationen, in denen ich Autoritäten gegenüber fast so etwas wie vorauseilenden Gehorsam gezeigt habe. Ich finde das so furchtbar...
Geliebt wirst einzig du da, wo schwach du dich zeigen kannst, ohne Stärke zu provozieren. (A. Camus)
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18.06.2011, 11:22
AW: Autoritäten: Mein Selbstbewusstsein "zerkrümelt"
Geliebt wirst einzig du da, wo schwach du dich zeigen kannst, ohne Stärke zu provozieren. (A. Camus)
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18.06.2011, 11:39Inaktiver User
AW: Autoritäten: Mein Selbstbewusstsein "zerkrümelt"
Ich habe ein gutes Netzwerk und habe mich mit verschiedensten Leuten kurzgeschlossen und meine Situation geschildert. Mir viel das nicht leicht aber mein Job war mir wichtig und der Kollegenkreis war/ist super so dass ich nicht wegen einer Person kündigen wollte. Schon gar nicht weil ich selbst Führungsperson war und ich mich auch für meinen Bereich verantwortlich gefühlt habe.
Das hat mich über Wasser gehalten auch wenn ich zugeben muss, dass es mich an den Rand meiner Kräfte gebracht hatte.
Aus dieser Erfahrung heraus aber habe ich mitgenommen, dass ich definitv weiss wie gut ich in meinem Job bin mir das auch bestätigt wurde mehrmals und ich mir nicht mehr so leicht etwas aufdrücken lasse und meine Position eindeutig mitteilen kann. Ich lasse auch die Verantwortungen da wo sie sind und gebe sie zurück und belaste mich nicht mehr damit.
Hört sich leicht an war aber ein ziemlicher Kampf über Jahre.
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18.06.2011, 11:43Inaktiver User
AW: Autoritäten: Mein Selbstbewusstsein "zerkrümelt"
Gut Haken drunter

Ich habe mir einen männlichen und einen weiblichen Coach geleistetTrotzdem würde ich da gerne grundsätzlich dran gehen. Stecher, Du hattest ja das Thema Selbstwert aufgebracht. Und woran ich hängen geblieben bin, ist, sich von der Meinung anderer abhängig machen. Irgendetwas ist da dran. Es ist merkwürdig: Ich kann in Diskussionen wirklich kontrovers diskutieren und erlebe das sogar als bereichernd. Aber in der Tat geht bei mir eine emotionale Achterbahn ab, wenn mich jemand nicht gut findet oder etwas an mir nicht gut findet. Es ist in den letzten Jahren deutlich besser geworden, u.a. weil ich mich durch eine grundsätzlich gute Partnerschaft geliebt fühle. Aber auch davon möchte ich meinen Selbstwert nicht abhängig machen... Es gab und gibt (zum Glück seltener) Situationen, in denen ich Autoritäten gegenüber fast so etwas wie vorauseilenden Gehorsam gezeigt habe. Ich finde das so furchtbar...
a) um mich selbst zu reflektieren
b) um mein Urvertrauen wiederzufinden (das hat aber persönliche Gründe in meiner Biographie weil es mir zerstört wurde)
Gespräche reichen meiner Meinung nach nicht aus. Aus 18 Jahren Erfahrung war das nachhaltigste für mich immer eine Kombination aus Gesprächen und Körperarbeit.
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18.06.2011, 12:23
AW: Autoritäten: Mein Selbstbewusstsein "zerkrümelt"
Respekt, davor ziehe ich den Hut! Vielleicht werde ich auch mal mein Netzwerk stärker aktivieren, auch wenn es an einem alten Standort ist. Klingt aber wirklich anstrengend, was Du beschreibst, und ich weiß nicht, ob ich in diesem Maß die Kraft dazu hätte... Das Gefühl der Verantwortung für das eigene Team kenne ich auch, das macht mir im Moment auch sehr zu schaffen. Ich habe aber auch Angst, meine Kräfte zu überfordern.
In zwei Wochen habe ich ein Erstgespräch (Psychotherapie), um auch vergangene schwierige Situationen (hatte vor einigen Monaten eine heftige Krise) aufzuarbeiten. Mal schauen.
Was meinst Du mit Körperarbeit? Sport? Oder spezielle Therapieformen?Geliebt wirst einzig du da, wo schwach du dich zeigen kannst, ohne Stärke zu provozieren. (A. Camus)


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