Wer mit menschlichen Wesen einschliesslich Kommunikation nichts zu tun haben möchte sollte sich in eine Höhle zurückziehen und als Eremit leben.
Schwer übergriffig finde ich den Zensus aber nicht ein normales erwachsenes Verhalten.
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12.06.2011, 13:31Inaktiver User
AW: Geheimnistuerei - mitmachen oder nicht?
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12.06.2011, 13:33Inaktiver User
AW: Geheimnistuerei - mitmachen oder nicht?
Schon klar, anderen den Mund verbieten ist nicht übergriffig, jemanden anrufen schon.
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12.06.2011, 14:52
AW: Geheimnistuerei - mitmachen oder nicht?
Übergriffig, im Sinne von traumatisierend fände ich das jetzt nicht, wenn ich mich in die Lage der Angerufenen versetze. Befremdlich schon, lächerlich und unverschämt, vielleicht. Wenn die TE anruft, kann es also sein, daß sie absolut nicht das hört, was sie vielleicht hören will. Andererseits könnte es sehr aufschlußreich sein.
Wahrscheinlich wäre ich beim Anruf von jemanden, den ich kaum kenne und er mir erzählt, "du, das finde ich aber nicht OK was du da machst" erst mal fünf Sätze lang sehr höflich und befremdet, bis das Gehirn Zeit hatte, aufzuholen, und würde dann wissen wollen, welcher meiner Kumpels gequatscht hat.
Was dann passieren könnte, hängt stark von der Situation ab. Ich kann mir vorstellen:
- Falsche Annahmen meinerseits: Nachforschen, Situation schnellstens bereinigen. (Das ist die bestmögliche Situation für alle Beteiligten im Fall eines Anrufs.)
- Falsche Annahmen anderer Leute, oder aus dem Ruder gelaufener Tratsch: Dann würden ein paar Leute gründlich die Leviten gelesen bekommen.
- Gründe, die Hochzeit zu verheimlichen, die einer Tatsachenprüfung standhalten: Verwünschen aller Beteiligen, Übergang zu Plan B. Eventuell die Anruferin einweihen. (Dann ist die TE genau da, wo sie jetzt ist, nur schlimmer.)
Wenn ich eine Hochzeit hätte, die ich geheimhalten müßte, bis sie vorbei ist, würde ich an einem Werktagsvormittag standesamtlich an einem Ort heiraten, wo mich keiner kennt, vertrauenswürdige Trauzeugen wählen, und niemanden sonst einweihen. Etwas, das nicht rauskommen darf, rumzuerzählen ist einfach kontraproduktiv. Aber das hat ja noch nie jemanden davon abgehalten, es zu tun...Geändert von wildwusel (12.06.2011 um 14:53 Uhr) Grund: Tippen ist Glückssache.
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12.06.2011, 17:39Inaktiver User
AW: Geheimnistuerei - mitmachen oder nicht?
Ich finde, man sollte sich nicht überall reinhängen, sondern unter Berücksichtigung des Einzelfalles abwägen, ob eine Einmischung wirklich sinnvoll ist. Hier sehe ich das nicht unbedingt. Die Oma wird so oder so enttäuscht darüber sein, dass sie nicht eingeladen wurde. Es wird also kein "Schaden" von ihr abgewendet, wenn sie es vorher erfährt. Und an der Situation ändern würde es letztendlich auch nix.
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12.06.2011, 18:03Inaktiver User
AW: Geheimnistuerei - mitmachen oder nicht?
Emmy, was hindert dich daran, den Ball an diejenige Person zurückzuspielen, die dich in diese blöde Lage gebracht hat? Sag ihr klar:
"Du hast mich in eine Zwickmühle gebracht. Warum hast du mir das erzählt? Möchtest du, dass ich meine Oma informiere? Damit instrumentalisierst du mich und das mag ich nicht. Wenn du möchtest, dass meine Oma informiert wird, dann mach dies bitte selbst. Oder frag die Braut, warum sie möchte, dass meine Oma erst im Nachhinein von der Hochzeit erfahrt, und wie sie sich das vorstelle, dass so etwas wirklich unter dem Deckel bleibt."
Spiel den Ball zurück, lass dich nicht reinziehen. Ich finde das Vorgehen der Person, die dich informiert hat, unfair dir gegenüber.
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12.06.2011, 21:32
AW: Geheimnistuerei - mitmachen oder nicht?
Na, da könnte man sicher auch etwas respektvoller und diplomatischer vorgehendu, das finde ich aber nicht OK was du da machst"
(Ich würde nach dem Hintergrund fragen und von einer Bewertung komplett absehen, aber schon deutlich machen, wo das Problem für mich liegt und auch klar sagen, wie ich mich dann verhalten werde.)
Ich sehe das so:
Patentochter hat anscheinende Probleme mit der Patentante.
Die Enkelin hat ein gutes Verhältnis zu ihrer Oma.
Die Enkelin ist - ungewollt - Mitwisserin eines Verhaltens gegenüber ihrer Oma geworden, was sie nicht richtig findet und von dem sie glaubt, es wird ihre Oma verletzen.
Warum sollte sie sich dieses Verhalten dann zu eigen machen und damit eventuell auch noch eine Misstimmung in das gute Verhältnis zwischen ihr und ihrer Oma bringen???
(Es sei denn eben, es gibt einen guten Grund - wobei natürlich ein guter Grund für die Braut auch nicht unbedingt ein guter Grund für die Enkelin sein muss....
)
Geändert von Suki (12.06.2011 um 21:38 Uhr)
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13.06.2011, 09:17
AW: Geheimnistuerei - mitmachen oder nicht?
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13.06.2011, 09:21Inaktiver User
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13.06.2011, 10:00
AW: Geheimnistuerei - mitmachen oder nicht?
Mal abgesehen davon, dass ich den Grund der Braut nicht kenne, und dieser könnte ja auch ein guter sein: Meine Sympathien liegen definitiv nicht bei der Braut, ganz im Gegenteil, ich finde das Verhalten nicht korrekt. Meine Sympathien liegen b. a. W. v. a. auf der Seite der Oma.
Ich prognostiziere auch nicht die Handlungsweise der Braut, ich weiß nicht, wie sie reagiert.
Das ändert aber nichts daran, dass die TE eine unbeteiligte Dritte ist und sie das Ganze nichts angeht. Erzählt sie es der Oma, wird sie implizit wortbrüchig gegenüber der Bekannten, die ihr das Dilemma geschildert hat. Ruft sie bei der Braut an, dann wird sie implizit wortbrüchig gegenüber der Bekannten, die ihr das Dilemma geschildert hat. Ruft sie bei der Braut an, dann mischt sie sich in was ein, das sie nichts angeht. Wenn sie ein Problem mit der Situation hat, dann ist die Bekannte der Ansprechpartner, in dieser Beziehung ist sie keine unbeteiligte Dritte. Den Rest muss sie schlichtweg aushalten.
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13.06.2011, 10:09Inaktiver User
AW: Geheimnistuerei - mitmachen oder nicht?
Ich stimme Dir darin zu, dass ursprünglich weder Hochzeit noch Einladung die TE etwas angingen. Nur wurde sie durch die Bekannte involviert. Über deren Motive, ihr der Braut gegebenes Wort zu brechen, wurde ausführlich spekuliert, das soll auch nicht weiter der Punkt sein.
Ich würde an ihrer Stelle nie bei der Braut anrufen, das hat so einen Geschmack von zur Rede stellen und das steht höchstens der Großmutter zu. Allerdings bleibe ich bei meiner Meinung, dass meine Loyalität immer meiner Großmutter gelten würde, und ich deren Wünsche, die Wahrheit zu kennen oder nicht zu kennen, als oberste Maxime meines Handelns ansetzen würde. Und daraus würde ich ableiten, ob mich mein nicht erwünschtes Wissen etwas angeht oder nicht.


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