Ich kenn das Gefühl überhaupt nicht, weil ich einfach so bin wie ich bin und so bei anderen ankomme wie ich eben ankomme. Ohne dass ich mir darüber Gedanken mache. Und damit lebt es sich meistens recht bequem.
War mal auf nem ganz interessanten Seminar (so ein "innere Überzeugung-Psycho-Seminar") und da haben einige gefragt wie man denn merkt / herausfindet was andere von einem denken, wie man ankommt, wie man wirkt..etc. und ich hab mir nur gedacht "das interessiert mich jetzt für mich eigentlich gar nicht" (dachte schon: oh Gott, bin voll der Egozentriker) ...aber der Dozent sagte dann, dass das Ziel eigentlich sein sollte, einfach man selbst zu sein, authentisch zu sein und erst wenn man sich nicht immer Gedanken macht was andere über einen denken könnten, kann man ganz relaxt und frei sein.
Aber wie man dahin kommt weiß ich leider auch nicht. Ich denke es hat schon auch mit Selbstbewußtsein zu tun oder wie man einfach vom Charakter her ist.
Hab in meinem Umfeld auch Leute, die sich den ganzen Tag Gedanken machen "Was könnten die Nachbarn denken?" "was könnte der denken" .... und irgendwie kommen mir die immer eher gestresst vor, weil sie dauernd auf ihre Aussenwirkung bedacht sind.
Ich denk mir halt, wenn ich was sage, was beim anderen blöd ankam, dann wird er mir das schon sagen oder ich werds merken und ansonsten mach ich mir da keinen Kopf.
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Ergebnis 21 bis 28 von 28
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08.06.2011, 22:31
AW: "Hätte ich das lieber nicht oder anders sagen sollen?"
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09.06.2011, 07:46Inaktiver User
AW: "Hätte ich das lieber nicht oder anders sagen sollen?"
Das ist ja auch eine gesunde Einstellung. Letztendlich kann man eh nur spekulieren, was andere über einen denken.
Ich bin leider auch so eine Grüblerin. Bei mir hängt das allerdings auch damit zusammen, dass ich, vor allem als Kind und Jugendliche, schon oft die Erfahrung gemacht habe, dass ich bei Leuten nicht gut ankomme, wenn ich mich so gebe wie ich bin.
Da hat sich dann einfach so ein Mechanismus eingeschlichen, der mich dazu bringt, immer zu versuchen, andere durch das "richtige" Verhalten gerecht zu werden.
Da wieder rauszukommen ist nicht so leicht, auch wenn einem der Verstand sagt, dass keinen Sinn macht, jedes Wort auf die Goldwaage zu legen.
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09.06.2011, 08:57
AW: "Hätte ich das lieber nicht oder anders sagen sollen?"
Ich möchte mich noch einmal zu Wort melden und mich auf mein Post #11 beziehen.
Um nicht falsch verstanden zu werden:
Ich erhebe keinen Anspruch, dass irgendwer hier auf das Post eingeht, aber ich finde dies schon bezeichnend!
Bezeichnend deshalb, weil die meisten von uns lieber weiterhin spekulieren, grübeln, schlimmstenfalls sich selber zerfleischen, statt sich beim Gegenüber Rücksprache zu holen, sich zu vergewissern, ob man selber mit seiner Annahme richtig liegt oder eben nicht. Und das betrifft nicht nur das Thema dieses Threads, sondern viele Lebensbereiche.
Aus Scham, Unsicherheit, Scheu vermeiden wir häufig die direkte Nachfrage. Dabei würde sie uns helfen, unsere eigene Wahrnehmung zu überprüfen - eine wichtige Erfahrung, wie ich meine - lehrreich und heilsam zugleich.
"Ich habe den Eindruck, dass du XX folgendermaßen aufgenommen/empfunden hast. Liege ich damit richtig? Sage mir, wie das bei dir ankommt, was du dazu denkst/fühlst!"
Was ist an dieser Frage schlimm oder peinlich? Sie hilft, die zwischenmenschliche Kommunikation zu verbessern!!
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09.06.2011, 09:10
AW: "Hätte ich das lieber nicht oder anders sagen sollen?"
Hallo zusammen,
bitte entschuldigt, dass ich mich erst jetzt wieder melde, ziemlich viel zu tun in den letzten Tagen
@Nachtmahr: Deine Idee, es einfach anzusprechen bzw. nachzuhaken wie eine Äusserung angekommen ist, finde ich generell sehr gut! Und ich habe das auch schon gemacht. Manchmal allerdings (so wie in meinem Mittagspausen-Beispiel) finde ich das aber auch einfach "too much". Hätte ich meine Kollegen z. B. 10 Minuten später gefragt "ist das jetzt falsch bei Euch angekommen, dass ich Euch nicht gesagt habe, über was wir lachen?" wäre das nach meinem Empfinden eher seltsam. Und um genau solche banale Situationen geht es mir, nicht um Gespräche oder Diskussionen, bei denen ich das Gefühl habe, es ist wirklich was falsch angekommen und es könnte auch nachhaltig hängenbleiben.
Liebe Grüße vom
Wassernixlein
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09.06.2011, 09:17Inaktiver User
AW: "Hätte ich das lieber nicht oder anders sagen sollen?"
Wassernixlein,
um das Beispiel mit der Mittagspause nochmal aufzugreifen.
Manchmal hat das "blöde" Geschaue überhaupt nix mit einem zu tun. Das kann gut sein, dass die beiden mit ihren Gedanken ganz woanders waren und sich das in ihrem Gesichtsausdruck wiedergespiegelt hatte.
Nur weil Du dann grad zufällig hingeschaut hast und es auf Dich bezogen hast wird dann ein "was ist denn mit denen los, hab ich was falsches gemacht" draus.
Also Brust raus, Bauch rein
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09.06.2011, 09:24Inaktiver User
AW: "Hätte ich das lieber nicht oder anders sagen sollen?"
An der Frage ist überhaupt nix schlimm. Nur hat halt jeder seine Manschetten woanders und tut sich in bestimmten Situationen halt schwerer wie andere.
Diejenigen, die da keine Scheu oder Berührungsängste haben, die fragen nach während diejenigen denen es unangenehm und peinlich ist es eben nicht tun.
Und dieses Gefühlt, dass es schlimm oder peinlich ist wurde ja meist herangezüchtet. Wenn man beispielsweise als Kind immer für blöd hingestellt wurde weil man nachgefragt hat dann festigt sich so ein "Wenn ich nachfrage dann bin ich blöd" Gefühl in einem und das muss man erstmal überwinden und neu lernen.
Solange man auf der rationellen Ebene bleibt ist alles leicht, da bräuchte es kein Forum nix aber wenns ins Gefühl geht wirds interessant.
Auch Du hast irgendwo Deine Schwachstellen und da hilft es nix wenn dann jemand sagt, ja klar mach doch das und jenes ist doch ganz leicht, für den der drinsteckt ist es das alles andere.
Die Phasen wie man sowas angehen kann habe ich ja bereits beschrieben.
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09.06.2011, 09:38
AW: "Hätte ich das lieber nicht oder anders sagen sollen?"
Stecher, selbstverständlich haben wir alle unsere Bereiche, in denen wir uns schwerer oder leichter tun, mich eingenommen, keine Frage.Ich meine, dass es eben doch Sinn macht, darauf hinzuweisen, denn viele von uns kommen oft nicht auf die Idee, sich Rücksprache zu holen. Auch ich vergesse das manchmal und sehe dann erst später, dass mir ein kurzes Nachfragen geholfen hätte.
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09.06.2011, 22:20Inaktiver User
AW: "Hätte ich das lieber nicht oder anders sagen sollen?"
Bei "gewichtigeren" Sachen mache ich das (inzwischen) durchaus.
Aber im Alltag empfinde ich das wie wassernixlein: ein Nachfragen wäre in der Regel nicht wirklich angemessen und man würde vermutlich tatsächlich als seltsam wahrgenommen werden.
Mir geht es (mindestens!) fünf mal am Tag so, dass ich denke, dass mein Gesagtes falsch rübergekommen ist. Meistens geht es um Nuancen, ich bin halt auch noch jemand, der ganz stark auf sprachliche Feinheiten achtet.


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