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  1. Inaktiver User

    AW: Noch einmal mit dem Leben davongekommen. Was hat sich bei Euch danach verändert?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich finde es ehrlich gesagt recht dreist so persönliche Fragen zu stellen ohne zuvor selbst zu berichten wie es einem nach so einem einschneidenden Erlebnis ergangen ist.
    Sorry, aber dreist finde ich meine Fragen nicht, direkt und tiefgründig, ja, aber es bleibt ja jedem selbst überlassen, wie persönlich er antwortet. Ich wusste nicht, dass man sich im Forum erst mal "ausziehen" muss, um posten zu dürfen. Wer Interesse hat, kann meine Geschichte ja erfragen, ich habe nicht vor gehabt, andere Menschen vor den Kopf zu stoßen und unbeteiligt zu bleiben. Ich wollte auch vermeiden, was mir hier manchmal gegen den Srich geht: Eine dramatische Geschichte schreiben nach dem Motto: Guckt mal, was mir schlimmes passiert ist und sich dann bedauern lassen.
    Geändert von Inaktiver User (26.05.2011 um 10:41 Uhr)

  2. Inaktiver User

    AW: Noch einmal mit dem Leben davongekommen. Was hat sich bei Euch danach verändert?

    Ja, weiterleben dürfen, können, wollen. Keine Angst vor dem Tod mehr zu haben, das steht im Augenblick im Vordergrund und ist sehr entspannend. Ich hatte allerdings angenommen, dass ich, würde ich in so eine Situation kommen, plötzlich eine Erkenntnis nach der anderen haben würde, was es alles zu ändern gibt. Dem ist aber nicht so. Ein Freund von mir lebt nach seiner überlebten Hirnblutung so, als gäbe es kein Morgen mehr. Immer unterwegs, immer in Aktion, zieht bis morgens um die Häuser, lässt in keinem Bereich etwas anbrennen. Andere werden übervorsichtig und leben dadurch auch irgendwie wieder ein wenig am Leben vorbei. Ich habe nicht das Gefühl, ich müsste dieses oder jenes noch unbedingt ausprobieren, auch muss ich nicht mein ganzes Leben umkrempeln. Es gibt einige wenige Bereiche, wo ich nun mal ran möchte, weil dieses Bewusstsein, dass man endlich ist, so intensiv ist und es für mich nun keinen Grund gibt, wesentliche Sachen länger aufzuschieben. Ich habe mich nach den Anfällen mit Todesangst und nach der OP gefragt, was gewesen wäre, wenn es nicht gut gegangen wäre? Und ich hatte die Gedanken, dass ich zufrieden bin. Das ich das Leben (im Großen) lebe, welches ich leben möchte, dass es für mich zumindest sinnvoll war und dass auch die schweren Phasen nicht überflüssig waren, sondern dazu beigetragen haben, es jetzt so sehen zu können.

    Ich habe eine einjährige Odyssee hinter mir, hatte einige heftigste Darmkoliken mit Kreislaufzusammenbruch und Todesangst (man spürt, wenn es ans Eingemachte geht, eine Geburt oder Nierenkolik sind ähnlich schmerzintensiv, aber nicht so existenziell vernichtend), vergangene Woche wurde ich endlich operiert, der Darm hatte sich wieder so verfangen, dass es die letzte Kolik gewesen wäre. Die Ursache waren mehrere Verwachsungen nach einer Blinddarm Operation, die den Darm immer wieder mal in die Mangel genommen haben. Die Koliken kamen ohne Vorankündigung, ich hatte zuletzt sogar manchmal Angst, einkaufen zu gehen. Diese Angst hat mein Leben zuletzt eingeschränkt.
    Geändert von Inaktiver User (26.05.2011 um 10:43 Uhr)

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    AW: Noch einmal mit dem Leben davongekommen. Was hat sich bei Euch danach verändert?

    Mein Mann hat das erlebt, er sorgt jetzt mehr für sich selbst und sein Glück, er hat seinen Hahn für den positiven, persönlichen Egoismus aufgedreht.
    Er lebt nicht plötzlich auf einer Überholspur und hat auch seinen Alltag nicht verändert, aber er ist gelassener vielen Dingen gegenüber.
    Das Leben macht was es will und ich auch!

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    AW: Noch einmal mit dem Leben davongekommen. Was hat sich bei Euch danach verändert?

    [QUOTE=Inaktiver User;11211261][QUOTE=aurora11;11209396]


    2. Der Tod ist nichts, wovor ich mich ängstigen muss.

    QUOTE]

    Genau das sagt mein Mann auch!
    Das Leben macht was es will und ich auch!

  5. Inaktiver User

    AW: Noch einmal mit dem Leben davongekommen. Was hat sich bei Euch danach verändert?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich habe eine einjährige Odyssee hinter mir, hatte einige heftigste Darmkoliken mit Kreislaufzusammenbruch und Todesangst (man spürt, wenn es ans Eingemachte geht, eine Geburt oder Nierenkolik sind ähnlich schmerzintensiv, aber nicht so existenziell vernichtend), vergangene Woche wurde ich endlich operiert, der Darm hatte sich wieder so verfangen, dass es die letzte Kolik gewesen wäre. Die Ursache waren mehrere Verwachsungen nach einer Blinddarm Operation, die den Darm immer wieder mal in die Mangel genommen haben. Die Koliken kamen ohne Vorankündigung, ich hatte zuletzt sogar manchmal Angst, einkaufen zu gehen. Diese Angst hat mein Leben zuletzt eingeschränkt.
    Ich hatte gestern ein Erlebnis, nicht direkt, aber als Begleitung einer mir nahe stehenden Person, deshalb habe ich auf deinen ersten Beitrag überempfindlich reagiert. Tut mir leid!
    Was deine Ausgangsfrage betrifft, ich habe mich selbst in entsprechenden Situationen neu kennengelernt. Je nachdem ob es mich direkt oder eines meiner Kinder betraf habe ich ruhiger als erwartet oder panischer als befürchtet reagiert. Auf jeden Fall deutlich anders, als ich es mir zuvor vorgestellt hatte.

  6. Inaktiver User

    AW: Noch einmal mit dem Leben davongekommen. Was hat sich bei Euch danach verändert?

    Ich denke es macht einen Unterschied aus ob man eine lebensbedrohliche Erkrankung bekommt mit der man sich über einen längeren Zeitraum auseinandersetzen muß. Oder ob man plötzlich umkippt, einen Unfall hat und auf der Intensivstation bestenfalls wieder aufwacht.
    Es kann eine Traumatisierung zurückbleiben, die sich in Belastungsstörungen äußert.

    Eine einschneidende Lebenveränderung/Richtungswechsel habe ich für mich nicht erlebt.
    Angst vor dem Tod hatte ich bereits vorher nicht.
    Geändert von Inaktiver User (26.05.2011 um 16:44 Uhr)

  7. Inaktiver User

    AW: Noch einmal mit dem Leben davongekommen. Was hat sich bei Euch danach verändert?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich denke es macht einen Unterschied aus ob man eine lebensbedrohliche Erkrankung bekommt mit der man sich über einen längeren Zeitraum auseinandersetzen muß. Oder ob man plötzlich umkippt, einen Unfall hat und auf der Intensivstation bestenfalls wieder aufwacht.
    den Unterschied sehe ich auch - aber wenn ich Dich richtig verstehe, anders herum als Du?

    was meinst Du ist "schlimmer, einschneidender" ?

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    AW: Noch einmal mit dem Leben davongekommen. Was hat sich bei Euch danach verändert?

    .
    Geändert von Hummelchen (29.05.2011 um 10:15 Uhr)
    Drink in your summer, gather your corn
    M. Jagger

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    AW: Noch einmal mit dem Leben davongekommen. Was hat sich bei Euch danach verändert?

    mehr angst, unsicherheit, vorsicht als vorher...ich vermisse die zeit, als ich so unbeschwert war. bei jeder erkältung, jedem kratzen im hals denke ich nicht wie früher "harmlose erkältung, geht vorüber", jetzt bricht bei mir jedes mal panik aus, weil ich angst habe, dass es sich wieder auf den herzmuskel legt. bin auch nicht mehr so sportlich wie früher, da war ich 6 x im studio und einfach fit wie ein turnschuh...jetzt ist mein leben ein "leben light"...ja, das trifft es, denke ich.

    also nix mit überholspur, bin eher vorsichtig geworden, möchte nämlich nicht ins gras beißen, sondern noch möglichst lange leben. etwas bewusster bin ich schon geworden, aber eher im negativ-ängstlichen sinne. kann das leben also nicht bewusst genießen, weil mein unterbewusstsein immer aufs herz horcht. mein onkel und eine bekannte hatten aber auch eine ähnlich schlimm verschleppte angina/grippe und beide sagten, nach 1 1/2 jahren / 2 jahren geht es aufwärts. kann ich bestätigen, so langsam wird alles wieder wie früher und ich kann mich in belastungen steigern, aber die erfahrung hat mich so geprägt, dass die "unbeschwertheit" von früher weg ist...

  10. Inaktiver User

    AW: Noch einmal mit dem Leben davongekommen. Was hat sich bei Euch danach verändert?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich hatte gestern ein Erlebnis, nicht direkt, aber als Begleitung einer mir nahe stehenden Person, deshalb habe ich auf deinen ersten Beitrag überempfindlich reagiert. Tut mir leid!
    Was deine Ausgangsfrage betrifft, ich habe mich selbst in entsprechenden Situationen neu kennengelernt. Je nachdem ob es mich direkt oder eines meiner Kinder betraf habe ich ruhiger als erwartet oder panischer als befürchtet reagiert. Auf jeden Fall deutlich anders, als ich es mir zuvor vorgestellt hatte.
    Ist doch prima, wenn man kommuniziert
    Ich kann Deine "Aufregung" auch verstehen, ich habe lange überlegt, ob ich die Frage so stellen soll, mir war klar, dass es auch als eine Art von Voyeurismus aufgefasst werden könnte.

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