Gut gemeint und völlig daneben empfinde ich es z.B., wenn mir jemand ungefragt 10 Pfund Erdbeeren mitbringt, die noch am selben Tag verarbeitet werden müssen..
Sinn-sucht, in deinem Fall kann ich den Mann verstehen. Du hast dich wieder und wieder über dein Problem bei ihm ausgejammert und er dachte, dir wirklich etwas Gutes zu tun. Dich ärgert vermutlich, dass du es selbst nicht hinbekommen hast. Ich empfinde Leute, die jammern, aber im Grunde gar nichts ändern wollen, als sehr anstrengend. Der Mann wird vermutlich nie wieder solch eine Aktion fahren. Im Gegenzug solltest du ihn mit Gejammer verschonen.
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Thema: etwas "gut meinen" -aber....
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25.05.2011, 08:57
AW: etwas "gut meinen" -aber....
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25.05.2011, 09:03Inaktiver User
AW: etwas "gut meinen" -aber....
Junimond, da muss ich ein wenig ausholen. Ich kenne den Jungen nicht wirklich, sehe ihn nur, wenn ich zu Besuch komme und er zufällig die Tür öffnet. Seine Mutter jammerte mir vor, wie verzweifelt sie wegen seiner schlechten Noten und Faulheit in Kombination mit unrealen Berufswünschen ist. Und da ich die Situation als Außenstehende nicht so schlecht beurteilte, habe ich mit ihr besprochen, dass ich meine Bekannte frage. An dem Punkt hätte ich mit dem Sohn direkt sprechen sollen, nur der war nicht zu Hause.
Er hat wohl nie von unserem Gespräch erfahren und war deshalb so unangenehm überrascht von meinem Anruf. Hier mein zweiter Fehler, ich hätte direkt mit seiner Mutter sprechen müssen und ihr die Übermittlung überlassen. So bekam ich einen unmittelbaren Eindruck, warum sein Mutter ihn für einen hoffnungslosen Fall hält.
Er hat das Praktikum mit großem Einsatz auch absolviert, nur der erhoffte Schwung bei ihm selbst blieb aus, er vertrödelt seine Tage wieder bei Computerspielen.
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25.05.2011, 09:37Inaktiver User
AW: etwas "gut meinen" -aber....
sinn-sucht, über den Passus habe ich lange nachgedacht. Warum machst Du die Buchhaltung für dieses Paar? Hast Du das freiwillig angeboten oder bist explizit um Hilfe gebeten worden und konntest nicht "nein" sagen?
Ich denke, diese Einmischung in Form von Stornierungen der Bestellungen, könnte man auch deuten, dass es Dir zu viel wird und Du diese Aufgabe lieber abgeben möchtest. Hierzulande meint man viel zu oft, Wer A sagt, müsse auch B sagen, aber es sollte beiden Seiten doch klar sein, dass der Helfende ohne Aggression oder böse Gefühle jederzeit aus einer Hilfs-Vereinbarung aussteigen kann, wenn es zu viel wird. Er muss sich doch nicht erst mit seinen Handlungen "unbeliebt" machen.
In dem Fall der Buchhaltung natürlich mit einem sauberen Zwischenabschluss, dass der nächste Helfer keinen zu stressigen Einstieg hat.
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25.05.2011, 18:24Inaktiver User
AW: etwas "gut meinen" -aber....
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25.05.2011, 18:31Inaktiver User
AW: etwas "gut meinen" -aber....
Nathalie1000: Das junge Paar kenne ich seit ca. 2 Jahren, unsere Kinder spielen zusammen.
Sie sind, mit Schuldnerberatung usw,knapp an einer PI vorbei gekommen und beide haben mich gebeten,"ihnen auf die Finger zu schauen", da sie nie gelernt hätten mit Geld klar zu kommen.
Ich mache 1-2 Mal im Monat "Ablage", Überweisungen , Raten usw von meinem PC (im Beisein beider oder einer der beiden) und da merkt man immer wieder, dass es ihnen noch an Umsicht und Struktur mangelt, was Geld angeht.Ich zwinge sie nicht, Bestellungen zu widerrufen,ich zeige nur die Konsequenzen auf- und wenn sie dann wollen, wird es storniert.....
Sie sind aber auf einem guten Weg, auch weil er endlich eine Arbeit hat, die ihm Spass macht.Aufzwingen tue ich mich nicht, sie sollen es ja bald selber hinbekommen.
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25.05.2011, 19:45
AW: etwas "gut meinen" -aber....
Hallo Sinn-sucht,
hmmm, jeder Mensch nimmt wohl das "gut gemeinte" anders auf...persönliche Kritik können die meisten natürlich nur schlecht ertragen.
Ich finde eine Ansage von guten Freunden, die mich auf etwas hinweisen oder mir bestimmte Fragen stellen & die mich lange kennen und auch mein Leben und was mich gerade beschäftigt, dann höre ich mir das gerne an, denn ich wünsche mir ja Ehrlichkeit.
ABER es gab da einen anderen Vorfall...von einer Bekannten (wir sehen uns 1 mal im Monat)...und sie hat sich alle paar Wochen mal gemeldet um Kaffee zu trinken.
Bei einem dieser Treffen fragte sie mich wie üblich nach meinem Liebesleben und ich meinte...hmmm, alles ruhig im Moment...etwas verkorkst. Dann legte sie erst richtig los: Mach endlich was aus deinem Leben und wenn ich ein Mann wäre würde ich auch nichts von dir wollen, deine offene Art und dass du nichts hinbekommst nicht unabhängig bist...was möchtest du in deinem Leben machen? Schau mich an ich leite den Frontdesk im Hotel, habe seit ich 16 bin eine Wohnung...ICH ICH ICH...
Sie ist 6 J. jünger als ich und stellte mich wie ein Kind hin, ob sie mir bei irgendwas helfen sollte und sie meint es ja nicht böse...sondern gut...(ich würde wohl auch alles anders sehen mit einer intakten Familie, finanziellen Unterstützung von den Eltern etc.)
Ich war verletzt weil sie noch nie meine Schuhe des Lebens angehabt hat und trotzdem drüber geurteilt hat. und das Blöde ist sie hat es mit Sprüchen immerwieder gemacht und sich belustigt.
Naja, so viel zum "gut gemeint"...
NellThe hardest thing in life is to bring heart and mind to cooperate.
In my case, they still do not even run on a friendly basis.
(W. Allen)
***
JE SUIS CHARLIE.
***
Im Leben geht es nicht nur darum, gute Karten zu haben, sondern auch darum, mit einem schlechten Blatt gut zu spielen.
(R. Stevenson)
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25.05.2011, 19:54Inaktiver User
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27.05.2011, 09:03
AW: etwas "gut meinen" -aber....
Dass sie naja...etwas unsensibel war...fiel ihr nicht auf...und ich hatte sie danach monatelang nicht gesprochen...wollte auch kein Faß aufmachen, da wir ja nie enger befreundet waren...aber gut...sie meinte sie ist immernoch der gleichen Meinung wie im Nov.soviel zur Selbstreflektion
The hardest thing in life is to bring heart and mind to cooperate.
In my case, they still do not even run on a friendly basis.
(W. Allen)
***
JE SUIS CHARLIE.
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Im Leben geht es nicht nur darum, gute Karten zu haben, sondern auch darum, mit einem schlechten Blatt gut zu spielen.
(R. Stevenson)
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27.05.2011, 09:34
AW: etwas "gut meinen" -aber....
Solche Leute gibt's. Manchen fehlt einfach die kritische Selbsteinschätzung, andere haben selbige im Keller eingesperrt und klugsch***n so laut die können, um die Schreie nicht zu hören.
Ich denke mir dann oft, "Oh, junges Mensch mit kürzlichem Erkenntnisschritt. Wie niedlich." Denn erfahrungsgemäß folgt jedem Erkenntnischritt (der sich gut anfühlt und den man sich oft motiviert fühlt, vor der staunenden Weltöffentlichkeit auszubreiten) die nächste Krise, wo man merkt, wie wenig man eigentlich weiß. Irgendwann erkennt man dann die zyklische Natur des Ganzen und kann das mangelnde Staunen der Weltöffentlichkeit nachvollziehen...
Öh, wie du merkst, habe ich auch ein übersteigertes Erkenntnismitteilungsbedürftnis.
Daß Leute auf einem Berg von Kuchen geboren werden und glauben, sie seien da selber raufgestiegen ("Born on third base and think they hit a triple") ist super-super lästig. Ein privilegiertes Leben trägt seine Merkbefreiung in sich, und es gibt nicht mal ausgleichende Gerechtigkeit, weil Merkbefreiung nicht weh tut.
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27.05.2011, 10:07Inaktiver User
AW: etwas "gut meinen" -aber....
Wildwusel, Du hast SOOOOO recht

Fällt mir schlagartig eine Freundin ein, die mal bei einem Seminar von diesem Motivationsguru war, zurück kam und mich ständig kritisierte, ich würde alles nur falsch betrachten, ich müße mehr positiv denken und dann stelle sich alles so ein, wie ich es wolle.
Das könne ja nix werden, wenn ich mit meinen Gedanken das blockiere... War echt anstrengend mit ihr damals. Aber dann trat der nächste Schritt bei ihr ein:
Als der Guru dann den Bach runter ging mit seiner Luftblase, war kein Wort mehr darüber gefallen.
Und ich dachte, ich wäre die Einzige, die das sieht. Danke, daß Du mir zeigst, dass auch andere darauf kommen und durchaus etwas dran ist. Und ... schönes Bild ...Geändert von Inaktiver User (27.05.2011 um 10:10 Uhr)


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