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  1. Inaktiver User

    AW: Beziehungsleben vs. Singleleben

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wobei es bei zumindest schon immer eine gewisse Tendenz gab/gibt - begeisterte Hausfrau mit fünf Kindern werde ich in diesem Leben nicht mehr.
    Das meinte ich. Und aus mir wird keine Design-Domina mehr, die in ihrem reduzierten Glas-Chrom-Ambiente ihre Kontrollwut auslebt.

    Aber insgesamt sind Menschen doch erstaunlich wandelbar und anpassungsfähig.
    Ich nicht.

  2. Inaktiver User

    AW: Beziehungsleben vs. Singleleben

    Zitat Zitat von Verwunderte Beitrag anzeigen
    Ich bemerke, dass mich Denken nicht unbedingt weiter bringt. Ich denke und denke, komme keinen Schritt weiter und finde mich in einer Gedankenspirale wieder. In meiner Jugendzeit handelte ich instinktiv und tat im Nachinein gesehen, das richtige für mich. Seit Jahren begleitet mich das Denken nach der Sinnfrage "Was will ich eigentlich?" und das zermürbt mich. Ich möchte das so nicht und lasse es immer mehr, fange wieder an instinktiv zu handeln. Auf mein Gefühl zu hören, Dinge und Menschen, die mir gut tun, zu fördern und Dinge und Menschen, die mir nicht guttun zu meiden. Lebenssituationen anzunehmen, inne zu halten, in sich hineinhorchen "Tut mir das jetzt gut?" Für mich ist das der bessere Weg. Nicht soviel denken, zu fühlen. Das lässt mich wieder eine schöne Unbekümmertheit spüren.
    Das meinte ich mit: sich gut kennen. Drüber nachdenken tut man ja eher dann wenn man sich da wo man ist nicht so recht wohlfühlt, meistens. So wie du das beschreibst ist das ein Prozess des Suchens und Annäherns, der bei manchen halt länger dauert als bei anderen.

    Wenn ich doch aber spüre, alles passt so für mich und es geht mir gut damit, dann werd ich das doch kaum radikal verändern wollen?

    Und viele, so hab ich auch Hans Dampf verstanden, wissen halt früher als andere, was ihnen entspricht und leben das auch und es ist stimmig. Da stellt sich die Sinnfrage auch gar nicht mehr, weil man den Sinn spürt.

    Dass wir alle für Veränderungen offen sein sollten ist doch selbstredend. Noch dazu, weil das Leben einen oft ja einfach dazu zwingt, man hat ja nicht alles selbst in der Hand.

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    AW: Beziehungsleben vs. Singleleben

    Zitat Zitat von Catiana Beitrag anzeigen
    Allerdings ist mir in meinem Leben - soweit ich mich erinnern kann - noch nie jemand begegnet, der wirklich glücklicher Langzeit-Single war. Manche Menschen behaupten es, wenn man sich nur oberflächlich kennt, was auch in Ordnung ist, schließlich muß man nicht jedem gleich sein komplexes Seelenleben anvertrauen. Irgendwann wurde aber immer der Wunsch nach einer soliden Partnerschaft deutlich.
    Naja, mit derselben Berechtigung kann man auch sagen, dass einem noch nie ein glücklich liierter Mensch begegnet ist, denn Defizite gibt es wohl in jeder Lebensform.

    Ich gehe auch generell davon aus, dass die meisten Menschen nicht dauerglücklich sondern maximal zufrieden sind. Und zufriedene Singles kenne ich durchaus einige. Zu sagen, es wäre schön, wenn es jemanden gäbe, ist für mich nicht gleichbedeutend mit unglücklicher Single sein. Genauso könnte ich eine Mutter von drei kleinen Kindern als unglücklich bezeichnen, die sich wünscht, allein mal eine schöne Reise machen zu können. Nur weil sich ein Wunsch nicht auf der Stelle erfüllen lässt, ist man doch nicht automatisch unglücklich. Das wird Singles aber komischerweise oft unterstellt.

    Und ich kann nur ehrlichen Herzens sagen, dass ich tatsächlich keinen Wunsch nach einer Beziehung vespüre. Was nicht heißt, dass ich einen tolle Mann handfest abwehren würde, wenn er sich mit nähert. Aber Sehnsucht danach verspüre ich keine und lasse mir auch keine einreden.

    Manchmal denke ich, dass wir im Grunde nur scheintolerant sind. Man kann zwar nach außen hin leben wie man will, aber trotzdem gibt es das unterschwellige Bedürfnis, eine Lebensform als die "richtige" zu definieren und alle anderen sind allenfalls zweite Wahl. Egal ob man als Single, in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft oder gar zölibatär lebt, immer gibt es andere, die einem einreden wollen, dass es eben nicht ganz das Wahre ist.

    Es mag ja sein, dass eine Lebensform gibt, die für die Mehrzahl der Menschen die geeignete ist, aber eben nicht zwangsläufig für jeden. Und warum kann man nicht froh sein, dass das Leben daneben noch ganz bunt ist.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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    AW: Beziehungsleben vs. Singleleben

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Manchmal denke ich, dass wir im Grunde nur scheintolerant sind. Man kann zwar nach außen hin leben wie man will, aber trotzdem gibt es das unterschwellige Bedürfnis, eine Lebensform als die "richtige" zu definieren und alle anderen sind allenfalls zweite Wahl. Egal ob man als Single, in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft oder gar zölibatär lebt, immer gibt es andere, die einem einreden wollen, dass es eben nicht ganz das Wahre ist.
    Wenn ich meine Lebensform als die richtige für andere definieren würde, nehme ich mich doch viel zu wichtig. Ich bin nicht der Nabel der Welt! Oder es fehlt mir an nötiger Weitsicht und Weltoffenheit, anzuerkennen, dass jeder ein eigenes Weltbild hat, andere Bedürfnisse hat und eine andere Lebensform lebt. Vielleicht ist es auch, um von mir abzulenken, weil... das Gras am anderen Ufer vielleicht doch grüner ist?...

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    AW: Beziehungsleben vs. Singleleben

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Manchmal denke ich, dass wir im Grunde nur scheintolerant sind. Man kann zwar nach außen hin leben wie man will, aber trotzdem gibt es das unterschwellige Bedürfnis, eine Lebensform als die "richtige" zu definieren und alle anderen sind allenfalls zweite Wahl. Egal ob man als Single, in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft oder gar zölibatär lebt, immer gibt es andere, die einem einreden wollen, dass es eben nicht ganz das Wahre ist.

    Es mag ja sein, dass eine Lebensform gibt, die für die Mehrzahl der Menschen die geeignete ist, aber eben nicht zwangsläufig für jeden. Und warum kann man nicht froh sein, dass das Leben daneben noch ganz bunt ist.
    Ich denke, diese Scheintoleranz (in jeder Frage, die Gefühl und Vernunft gerührt) ist das höchste, was wir erwarten können von uns Menschen als soziale Wesen. Eine echte Toleranz wäre nur einen Micrometer von Gleichgültigkeit entfernt und würde unserer Gesellschaft die (noch verbliebene Rest)Wärme nehmen. Emotionale Zuwendung kommt im Allgemeinen nicht ohne Einseitigkeit und Wertung aus, es sind eben Gefühle. Tolerant ist nicht mehr und nicht weniger als ein anzustrebender Gedanke.

    Das Problem dabei ist, daß Minderheiten jeder Art und Definition den Unterschied zwischen Toleranz/Gleichgültigkeit und Scheintoleranz spüren und darunter leiden. Es läßt sich aber vermutlich nicht verhindern.

    Gruß

    Hans
    ----------------------------------------------------------------
    "Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.

  6. Inaktiver User

    AW: Beziehungsleben vs. Singleleben

    Zitat Zitat von HansDampf Beitrag anzeigen
    Ich denke, diese Scheintoleranz (in jeder Frage, die Gefühl und Vernunft gerührt) ist das höchste, was wir erwarten können von uns Menschen als soziale Wesen. Eine echte Toleranz wäre nur einen Micrometer von Gleichgültigkeit entfernt und würde unserer Gesellschaft die (noch verbliebene Rest)Wärme nehmen.
    Toleranz basiert in erster Linie auf Respekt nicht Gleichgültigkeit. Und Respekt bedeutet, dass ich anerkenne, dass meine Wertung nicht die des Anderen sein muss.
    Deine Definition würde Intoleranz in die Nähe von emotionaler Wärme rücken.

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    AW: Beziehungsleben vs. Singleleben

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Toleranz basiert in erster Linie auf Respekt nicht Gleichgültigkeit. Und Respekt bedeutet, dass ich anerkenne, dass meine Wertung nicht die des Anderen sein muss.
    Deine Definition würde Intoleranz in die Nähe von emotionaler Wärme rücken.
    Seh ich genauso. Toleranz bedeutet für mich auch, dass ich mich mit dem anderen freuen kann, wenn ihn seine selbstgewählte Lebensform zufrieden macht, auch wenn sie für mich nichts wäre. DAS ist für mich emotionale Wärme und keine Gleichgültigkeit. Ich kann mich auch darüber freuen, dass es heute so viele Lebensweisen gibt und wir so viel Entscheidungsfreiheit wie nie zuvor haben. Egal ob wir auf dem Land oder in der Stadt leben, tief verwurzelt sind oder die Welt kennenlernen wollen, alleine, mit Partner, mit Familie oder in einer anderen Form von Gemeinschaft leben wollen, wir haben die Möglichkeit dazu.

    Intoleranz entsteht nach meiner Beobachtung oft da, wo Menschen mit ihren Lebensumständen unzufrieden sind, anderen ihre Zufriedenheit nicht gönnen und ihre Lebensweise deshalb abwerten, um sich selbst besser zu fühlen.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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    AW: Beziehungsleben vs. Singleleben

    Zitat Zitat von HansDampf Beitrag anzeigen
    Das Problem dabei ist, daß Minderheiten jeder Art und Definition den Unterschied zwischen Toleranz/Gleichgültigkeit und Scheintoleranz spüren und darunter leiden. Es läßt sich aber vermutlich nicht verhindern.
    Was sind für dich Minderheiten? Für mich spalten sich Minderheiten in gesellschaftlich und persönlich betrachtete Minderheiten.

    Gesellschaftliche Minderheiten sind für mich Menschen, die nicht dem allgemeinen Mainstream entsprechen. Allgemeiner Mainstream wäre Paarbeziehung. Ist das überhaupt noch so?

    Persönliche Minderheiten sind für mich Menschen, die aufgrund meines Umfeldes in der Minderheit sind. Eine Minderheit davon wären z.B., wenn wir bei Beziehungen bleiben, Menschen, die heiraten. Ich pflege einen recht grossen Freundeskreis und dabei sind zwei Freundinnen, die verheiratet sind. Wenn ich jetzt deiner These folgen mag, müsste ich diesen beiden Frauen gegenüber keinerlei Toleranz schenken. Aber das tue ich nicht! Ich respektiere ihre Entscheidung und freue mich für sie. Bin ich deshalb gleichgültig?

    Was ist mit Schwulen, Lesben, Transsexuellen, Asexuellen, ect.? Ich habe einen schwulen Freund und freue mich für ihn immer, wenn er sich neu verliebt. Bin ich dann gleichgültig, weil ich toleriere, dass er auf Männer und nicht auf Frauen steht? Desweiteren habe ich auch einen asexuellen Freund, der seinem Leben fröhnt und kein Bedürfnis nach Sex hat. Darf ich auch seine Lebensform nicht tolerieren, weil es dann in Gleichgültigkeit mündet?
    Geändert von Verwunderte (09.06.2011 um 21:11 Uhr)

  9. User Info Menu

    AW: Beziehungsleben vs. Singleleben

    Zitat Zitat von HansDampf Beitrag anzeigen
    Ich denke, diese Scheintoleranz (in jeder Frage, die Gefühl und Vernunft gerührt) ist das höchste, was wir erwarten können von uns Menschen als soziale Wesen. Eine echte Toleranz wäre nur einen Micrometer von Gleichgültigkeit entfernt und würde unserer Gesellschaft die (noch verbliebene Rest)Wärme nehmen. Emotionale Zuwendung kommt im Allgemeinen nicht ohne Einseitigkeit und Wertung aus, es sind eben Gefühle. Tolerant ist nicht mehr und nicht weniger als ein anzustrebender Gedanke.

    Das Problem dabei ist, daß Minderheiten jeder Art und Definition den Unterschied zwischen Toleranz/Gleichgültigkeit und Scheintoleranz spüren und darunter leiden. Es läßt sich aber vermutlich nicht verhindern.
    Ich musste auch zwei oder dreimal lesen, und war ganz erstaunt über den tiefsinnigen Beitrag. Vor Jahren sah ich mal ein Plakat der Linken mit dem provozierenden Spruch "Seid intolerant!"
    Toleranz kann nämlich auch als "Beliebigkeit" interpretiert werden, als ein "Jeder wie er mag, was geht´s mich an" und das wäre dann Gleichgültigkeit. Wenn einen nichts mehr aufregt an der Lebensweise der anderen, dann interessiert man sich auch nicht mehr für sie, sie sind einem egal und man überlässt sie sich selbst. Ich weiß nicht, ob Hans Dampf es so gemeint hat, aber wenn ja, dann verstehe ich ihn.

  10. Inaktiver User

    AW: Beziehungsleben vs. Singleleben

    Zitat Zitat von Ditha Beitrag anzeigen
    Toleranz kann nämlich auch als "Beliebigkeit" interpretiert werden, als ein "Jeder wie er mag, was geht´s mich an" und das wäre dann Gleichgültigkeit. Wenn einen nichts mehr aufregt an der Lebensweise der anderen, dann interessiert man sich auch nicht mehr für sie, sie sind einem egal und man überlässt sie sich selbst. Ich weiß nicht, ob Hans Dampf es so gemeint hat, aber wenn ja, dann verstehe ich ihn.
    Mir erschließt sich nicht ganz, warum mich etwas aufregen soll, was andere Menschen offensichtlich glücklich macht und mich in meiner Lebensführung nicht behindert . Und warum ich gleichgültig bin, wenn ich mich nicht darüber aufrege .

    In meinen Augen ist Toleranz da nicht angesagt, wo Menschen in irgendeinerweise ungewollt zu Schaden kommen.
    Ansonsten ist Intoleranz, wie Malina schreibt, meistens ein Zeichen der eigenen Unzufriedenheit.

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