guten morgen wiesenblume!
ja ich kenne das und kann dir nur aus meiner erfahrung sagen:
DU selbst sendest das aus.
ziehst genau solche menschen - drücken wir es mal nett aus - sehr unverbindlich sind - an.
ich hatte auch mal so ne phase, als wir umzogen in ein anderes bundesland.
alle freunde und bekannten + familie...weit weg.
irgendwann habe ich dann kapiert, dass ICH auf die menschen in meinem umfeld anders zugehen muss.
die waren nämlich hier geboren, oder schon ziemlich lange integriert und ich war der neuling.
die brauchten mich schlicht und ergreifend nicht!
habe dann bewusst meine interessen wahrgenommen und durch diese interessen leute kennen gelernt, mich zurück genommen - ich war immer einen grossen freundeskreis gewohnt - und bestimmten personen ganz klar gezeigt, DU bist mir wichtig!
die menschen, die nicht total abgeklärt sind reagieren darauf sofort.
und die, die einfach nur nett waren, unverbindlich nett, zu denen bin ich heute noch unverbindlich nett und sonst garnix....die spüren genau, dass ich keinen näheren kontakt will.
du musst nur genau hinschauen, es gibt ganz viele menschen, denen geht es genauso wie dir, die grübeln nur nicht darüber, haben sich damit abgefunden, konzentrieren sich nur auf den partner, kinder verwandtschaft etc.
mittlerweile habe ich so eine handvoll frauen mit denen ich sehr eng befreundet bin, zusätzlich zu denen aus meiner alten heimat.
hinzu kommen ganz viele oberflächliche bekanntschaften oder auch paare, mit denen wir sehr viel unternehmen. das ist völlig okay...und habe trotzdem viel spass.
es gibt menschen, zu denen wollte ich garkeinen engeren kontakt.
was du also tun solltest, wenn du z.b. wieder einlädst.
genau aussprechen was DU an diesem abend möchtest.
sagen: ich mach ne kleinigkeit zu essen, bitte gibt mir vorher bescheid, ob du kommen kannst, damit ich mich drauf einrichten kann.
dann kann einfach nicht jeder machen was er will.
uuuund....die nehmen dich dann ganz anders wahr....
verstehst du was ich meine?
nicht einfach so nebenher mitlaufen, sondern klar bezug nehmen.
du wirst sehen, dein umfeld reagiert anders auf dich.
übrigens finde ich es sehr gut, dass du selbst bemerkt hast...so läuft das in die falsche richtung.
viele bemerken das nicht mehr und wundern sich im späteren alter, wenn sie allein sind.
Antworten
Ergebnis 11 bis 20 von 171
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11.05.2011, 08:37Inaktiver User
AW: Merke, dass mir Vorbilder fehlen - Gefühl der Heimatlosigkeit
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11.05.2011, 08:39Inaktiver User
AW: Merke, dass mir Vorbilder fehlen - Gefühl der Heimatlosigkeit
Guten Morgen wiesenblume
einleitend kurz was zu Vorbildern:
Ich bin über die Jahre immer skeptischer geworden was Vorbilder anbelangt. Allzuleicht gibt man sehr viel auf wenn man sich an Vorbilder hängt anstatt zu sehen wo man selbst gerade ist. Vorbilder sagen im Endeffekt ja nichts anderes aus, dass man so wie man ist nicht mit sich zufrieden ist - warum?
Jede Persönlichkeit hat seine ganz eigene Wirklichkeit, die sich nicht mit anderen Wirklichkeiten vergleichen lässt.
Bemerkenswert ist für mich an Deinem Post, dass ich Dich nicht wirklich spüren kann.
Ich nehme Dich bzw. das was Du schreibst wie durch eine dicke Nebelwand war.
Zu Deinem Gefühl des "nicht zugehörig" fühlens und auch der Entwurzelung.
Ja beides kenne ich sehr gut und begleitet mich schon mein ganzes Leben, mündete dann in einer tiefen Sehnsucht und einer Suche nach etwas was ich nie verstanden habe warum ich eigentlich suche.
Ein diffuses Gefühl, dass etwas nicht stimmt man aber augenscheinlich nichts unstimmiges wahrnehmen konnte.
Findest Du Dich darin wieder?
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11.05.2011, 08:48Inaktiver User
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11.05.2011, 08:57Inaktiver User
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11.05.2011, 09:01
AW: Merke, dass mir Vorbilder fehlen - Gefühl der Heimatlosigkeit
Lieber Stecher,
ich danke Dir für Deine Antwort. Darf ich etwas fragen? Sprichst Du in dem o.g. Zitat von Dir selbst? Wenn ja: darf ich fragen, wie Du damit umgehst? Spürst Du diesem diffusen Gefühl hinterher? Zuckst Du mit den Schulter und sagst Dir "ist halt so" oder versuchst Du, etwas an der Situation zu ändern?
Wenn letzteres der Fall sein sollte: wie gehst Du das an?
Ich danke Dir für Deine Rückmeldung, wie Du mein Post wahrnimmst. Das hilft mir sehr.
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11.05.2011, 09:03
AW: Merke, dass mir Vorbilder fehlen - Gefühl der Heimatlosigkeit
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11.05.2011, 09:22
AW: Merke, dass mir Vorbilder fehlen - Gefühl der Heimatlosigkeit
Liebe Leonie,
danke, dass Du Deine Gedanken hier mitteilst. Weißt Du, ich selbst empfinde meinen bisherigen Lebensweg auch nicht als sooo ungewöhnlich. Was ich versucht habe, in meinem Eingangsbeitrag zu vermitteln, ist meine Unsicherheit (?) darüber, dass ich dieses Gefühl des Ungewöhnlichen/Andersartigen/Fremden von den Leuten vermittelt bekomme.
Ich habe, obwohl ich nicht mehr direkt in meinem Heimatdorf lebe, noch immer meinen "Lebensmittelpunkt" dort: Verein, Kontakte, Familie. Dieses Dorf mit seinen Einwohnern ist sehr -nennen wir es mal- traditionell. "Vernagelt" würde es vielleicht manch einer nennen:
-es wird früh geheiratet; natürlich ist der Ehepartner aus dem Dorf
-ohne Witz: es gilt tatsächlich noch der Spruch "Partei- und Gesangbuch müssen passen"
-Scheidung gilt nicht
-die Frauen legen dort tatsächlich nicht viel Wert auf eigene höhere berufliche Ziele; man bleibt ja mit dem dann bald kommenden Kind sowieso zuhause
-selbst die Männer arbeiten größtenteils bei kleinen Betrieben und Familienunternehmen in der direkten Umgebung: "weil ich dann zum Essen heimkommen kann" (ich mache keine Scherze)
-die Männer bringen das Geld heim und das Häuschen im Grünen wird dann mit der Hände Arbeit von Ehemann, Schwiegervater und Vater auf dem hinteren Teil des elterlichen Grundstücks errichtet
-sonntags ist um punkt 12 Essen bei den Schwiegereltern angesagt; der Nachmittagskaffee wird dann im Kreise der großen Familie eingenommen
Nun zu mir:
-ich habe mich nach meiner frühen Heirat (innerdörflich, partei- und gesangbuchskonform, natürlich) scheiden lassen
-ich bin aus dem Dorf weggezogen
-ich habe einen neuen Partner, der a) weder partei- noch gesangbuchkonform ist, b) kein Interesse am Dorfleben hat und c) auch noch aus der anderen Ecke Deutschlands stammt
-ich habe den Kerl noch nichtmal geheiratet (oh-mein-Gott)
-ich habe einen internationalen Schulabschluss gemacht, arbeite bei einem internationalen Großunternehmen in der nächsten Großstadt und das auch noch Vollzeit
-ich habe keine Kinder
-ich bezahle zu 50% unser Häuschen mit ab, weil ich es "kann" und weil ich es will
-ich mag sonntags gerne für mich sein, schlafe lange, frühstücke ausgiebig und spare mir das Mittagessen, und mein Vater hat mich vor Jahren zum letzten mal zu einem Sonntagsmittagessen im Kreise der trauten Familie gesehen
Ich entspreche also in deren Augen in nicht einem Punkt der "Norm". Verstehe mich nicht falsch: ich will nicht die Norm sein, ich will nicht so versumpfen. Aber ich mag diese Leute. Sie sind mir vertraut, ich kenne sie seit Kindesbeinen.
Aber diese Zuneigung scheint recht einseitig zu sein: ich passe nicht in ihr Schema. "Sieht nach Wiesenblume aus, hat aber keinen Stallgeruch. Achtung - "anders" !"
Mir ist schon ganz leise klargeworden, dass ich diese Menschen nicht ändern kann: dieses Fremdeln und sich gegen alles "andere" abschotten, wird da von Generation zu Generation weiter gegeben. Also auch Klassenkameraden von früher reagieren so auf mich.
Verstehst Du: ich kann diese Menschen nicht ändern, mag mich sehr gerne so, wie ich bin - aber gut anfühlen tut sich das nicht, dass ich betrachtet werde, als ob ich einen Pickel auf der Stirn hätte.
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11.05.2011, 09:40Inaktiver User
AW: Merke, dass mir Vorbilder fehlen - Gefühl der Heimatlosigkeit
ja das kenn ich ebenfalls (Zustimmposting
)
vielleicht noch zuzufügen; ein Hinweis warum die Leute nicht kommen mögen oder warum die fremd sind
- könnte mir vorstellen, du bist da zugezogen und die wohnen seit 3 Generationen dort (i.d.R. Kleinstadt). Wenn du das gewohnt bist, ständig Orte und Strassen zu suchen oder in die nächste große Stadt zu fahren, kennen die nur die nächst anliegenden Dörfer und dort auch nur die wo sie wirklich schon hundertmal waren. Die haben schier Angst irgendwo hinzufahren, wo sie es nicht kennen, trotz dass die das allerneuste Navi nebst Geländewagen oder SUV haben.
- die können mit deinen Erzählungen nichts anfangen, wo du schon gewohnt hast, gearbeitet, etc.. Die sind da geboren, zu Schule gegangen, gearbeit, geheiratet, gebaut. Die kennen nichts anderes, und die wollen auch nichts anderes hören. Du musst da mehr über den Verein oder das Hobby reden, dann geht das gut in Ordnung mit denen
- ich selbst hab erhebliche Problem mit Dialekten, z.T. versteh ich die kaum, und selbst kommt man denen sehr fremd vor, wenn man hochdeutsch spricht
´
in Großstädten, oder mit Leuten die selbst zugezogen sind, hat man i.d. R. kaum Probleme (dafür aber manchmal andere Probleme). In Großstäden ist jeder heimatlos und allein, ABER nicht Einsam.
versuch die LEute einfach so zu nehmen wie sie sind. Da geht einfach nicht mehr, und nimms nicht persönlich.
Gruß, B.
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11.05.2011, 09:41Inaktiver User
AW: Merke, dass mir Vorbilder fehlen - Gefühl der Heimatlosigkeit
Ja ich spreche von mir selbst und bei mir war der Auslöser meine Adoption gewesen.
Wie gehe ich damit um:
Nun ich war und bin auf der Suche nach meinen Wurzeln, seit ich denken kann war in mir das Gefühl nicht am richtigen Platz, nicht am richtigen Ort und auch nicht in der richtigen Familie zu sein.
Ich hab es am Anfang verdrängt, mich in die Arbeit gestürzt und mich betäubt.
Ich war immer gut drauf, die Illusion nach aussen war perfekt.
Mein Körper spielte da nicht lange mit und es kam zum Zusammenbruch.
Ich gab der Sehnsucht nach und habe meine Mutter gesucht und auch gefunden meinen Vater werde ich wahrscheinlich nie kennenlernen dürfen.
Zumindest einen Teil meiner Wurzeln kenne ich und weiss wer ich bin.
Der Nebel in meinem Kopf hat sich da schon gelichtet aber es war noch nicht vorbei.
Die Wunde war zu gross als das es nur mit dem Wissen alleine getan gewesen wäre, nochdazu weil in meiner Adotpionsfamilie Liebesentzug und Schläge als Erziehungsmittel eingesetzt wurden, die mich in meinem Gefühl weiter bestätigt haben und ich manchmal das Gefühl hatte ich wäre es nicht wert zu leben.
Ich habe mir in meinem Leben immer wieder Menschen gesucht, die mir ein Stück weit geholfen haben mich selbst zu entdecken, in mir die Wurzeln zu suchen und mein Urvertrauen wiederzufinden. Ich habe nie aufgehört zu suchen bis ich die Antwort gefunden habe, nie das Fragen verlernt auch wenn andere es für doof und blöd gehalten haben.
Ich habe schmerzlich erfahren was es bedeutet sich selbst zu verdrängen und zu verleugnen.
Nein ich habe mich nie mit dem Status Quo zufrieden gegeben weil ich immer wusste und auch spürte, dass das nicht "normal" ist, das bin nicht ich und das gehört nicht zu mir.
Und herauszufinden was einem so an Müll aufgeladen wurde und was man selber fleissig noch festgetrampelt hat damit noch mehr Müll augeladen werden konnte ist der schwierigere Teil.
Um sich zu finden musst Du erstmal den ganzen Müllberg Stück für Stück abtragen.
Und ich durfte auch bei mir erfahren, dass da wo viel Schatten ist auch irgendwo ganz viel Licht sein muss und dass ich dadurch Fähigkeiten ausgebildet habe, die es mir ermöglichen andere Menschen durch ihre persönliche Hölle zu begleiten.
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11.05.2011, 09:56
AW: Merke, dass mir Vorbilder fehlen - Gefühl der Heimatlosigkeit
Liebe Wiesenblume,
ich denke, du bist einfach mit den falschen Menschen am falschen Ort.
Du verunsicherst deine Umwelt, weil du nicht wie sie lebst, obwohl dein Leben ganz und gar normal ist.
Wahrscheinlich würdest du dich in einer Großstadt wohler fühlen, weil es da keine "bunten Hunde" gibt, d.h. es gibt so viele, dass man auch sie als normal ansieht.
Wobei du noch nicht mal ein solcher bist
!
"Schuld" an alledem hat niemand!
Such dir eine Umwelt, in die du reinpasst.
Eine Rose wird sich auf einer Wiese mit lauter Gänseblümchen höchst unwohl fühlen und umgekehrt das Gänseblümchen in einem Rosenbeet!
Und das, obwohl beide in Ordnung sind, nur leider nicht da, wo sie hingehören!Do what makes your heart sing



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