Hallo
Ich Mitte 40 bin seit 9 Jahren mit einer gleichaltrigen Frau sehr eng befreundet.
ECKDATEN: ich seit 20 Jahren verheiratet sie seit 9 Jahren überwiegen Single.
Wir lernten uns in ihrer Trennungsphase von dem Partner ihres dritten Kindes kennen und verbrachten recht schnell sehr viel Zeit miteinander.
Ich half wo ich konnte, ob bei der Kinderbetreuung, bei Arztbesuchen, Renovierungsarbeiten, Geldproblemen u.s.w also ich war rundum für sie da.
In den letzten zwei Jahren veränderte sich diese Freundschaft sehr. Sie äußerte sich bezüglich meines Mannes/Kindes sehr verletzten was letztlich aus Neid und Eifersucht rührte, anders kann ich mir diese Verhalten nicht erklären. Ich verbat mir diese Bemerkungen was sie dann auch unterließ aber es hat mich doch tief getroffen.
Ich liebe meinen Mann sehr und er ist wirklich ein sehr liebenswürdiger Mensch und ich konnte ihre Ansicht über ihn überhaupt nicht nachvollziehen.
Auch äußerte sie sich immer sehr abfällig über sämtlich Paare in ihrem Umfeld, was mich natürlich indirekt auch betraf. Ich konnte und habe in den letzten vier Jahren niemals etwas über mein Leben erzählen können.
Dadurch zog ich mich emotional sehr zurück, bezüglich meiner Hilfsbereitschaft änderte ich mein Verhalten allerdings nicht. Ich war weiterhin für sie da, sei es beim „weggehen“ oder sonstigen Aktivitäten. Viele Feiertage und Wochenendtage verbrachte ich mit ihr. Ich wollte sie nicht hängen lassen.
Dieses Problem habe ich mittlerweilen in einer Gesprächstherapie aufgearbeitet. Heute kann ich wieder ein gesundes Maß an Geben leben und auch wieder angemessene Zeit mit meiner Familie verbringen ohne trotz Vorwürfe ihrerseits das Gefühl zu haben ich würde sie „hängen“ lassen.
Seit ca. zwei Jahren spürte ich aber, dass man mich diese Doppelbelastung sehr zu schaffen macht und ich immer mehr versuchte jedem gerecht zu werden, was bei einer solch fordernde Person manchmal sehr schwer fiel. Ich wünschte mir nichts mehr als das meine Freundin endlich auch einen festen Partner habe und ich aus ihrem FOKUS entlassen werde.
So und nun ist das auch endlich eingetroffen, sie ist glücklich verliebt.
Ich freue mich wirklich sehr für sie und spüre immer mehr welche Last und Druck von mir gewichen ist.
Nur leider bin ich jetzt unheimlich wütend auf mich selbst, weil ich es in ihrer jahrelangen Singel-Zeit nicht schaffte Versäumtes gerade zurücken und für meine Bedürfnisse einzustehen. Ich weiß, hätte ich dieses getan wäre wir niemals so befreundet gewesen. Ich habe immer für ihre Befindlichkeiten (ich bin so alleine, ich habe so einen Stress, ich fühle mich so einsam, ich habe kein Geld, Verständnis gehabt und vieles ihrer Stimmung angepasst.
Mir tut das leid und ich will das eigentlich auch nicht, aber mich nervt jeder ihrer Äußerungen so dermaßen, aber eigentlich ärgere ich mich über mich selbst, und obwohl ich das weiß kann ich es nicht abstellen.
Und welch eine Überraschung, jetzt will sie gerne etwas mit mir und meinem Mann unternehmen und erwarten von mir viel Verständnis dass sie ja nun kaum noch Zeit hätte weil ja alles so schwierig ist. Das es für mich all die Jahre mit ihrer Zeiteinforderung für mich auch schwierig war, interessiert sie nicht oder sie hat es vergessen.
Ich werde mich NICHT bei ihr beschweren ich habe ja Verständnis und weiß wie schwierig es für sie ist alles unter einen Hut zu bringen aber innerlich bin ich doch sehr wütend.
Hmmm wie kann man sich das selbst verzeihen ohne auf den anderen wütend zu sein.
Lernen Grenzen zu setzen wird meine zukünftige Aufgabe sein, das habe ich daraus gelernt.
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05.05.2011, 08:56
Beste Freundin verliebt (endlich) aber . . .
Geändert von Nummer (05.05.2011 um 09:18 Uhr) Grund: Nachtrag
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05.05.2011, 13:31Inaktiver User
AW: Beste Freundin verliebt (endlich) aber . . .
Mir fällt auf, dass Du möglicherweise ein merkwürdiges Bild von Freundschaft hast.
Ich lese hier nur Last, Druck, (vielleicht nicht mal verlangtes) Aufopfern. Nichts von Begeisterung, Freude, Bereicherung. Das ist keine Freundschaft, das ist eine Baustelle.
Warum so schwer?
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05.05.2011, 14:08
AW: Beste Freundin verliebt (endlich) aber . . .
Hallo Nummer,
ich glaube ich erahne worum es dir geht.
Erstmal denke ich auch, dass IST keine Freundschaft, da ist soviel Druck drin, dass kann kein Spaß machen.
Ich war vor Jahren in ehnlicher Stimmung, habe lange gebraucht das (mich) zu verstehen und war so wie auch du am Ende NUR NOCH auf mich selbst sauer.
Auch ich habe viele gegeben, wurde auch eingefordert, und letztlich als es ihr gut ging und ich es ihr auch aus vollem Herzen gegönnt und gewünscht hatte, konnte ich diese Freundschaft einfach nicht mehr weiterführen.
WARUM: es waren soviele Erwartungen und Druck ihreseits ausgeübt worden und ich war zu lange nicht in der Lage mich abzugrenzen, auch aus Angst diese Freundschaft wäre damit am Ende, dass ich einfach alles ausgehalten habe, und das konnte ich mir dann letztlich nicht verzeihen.
Gruß
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05.05.2011, 14:13
AW: Beste Freundin verliebt (endlich) aber . . .
Danke für deine Antwort.
Ich weiß was Freundschaft ist und die habe ich auch mit anderen Personen, aber nicht mit dieser Freundin.
Tja warum so schwer, weil sie es mir so schwer gemacht hat. Undich es MIR
Auf jedes nicht mehr "aufopfern" meinerseits folgten Vorwürfe ihrerseits habe ich alles versucht, kannst du mir glauben.
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05.05.2011, 14:16Inaktiver User
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05.05.2011, 14:29
AW: Beste Freundin verliebt (endlich) aber . . .
Weil ich das Muster MEIN Muster zu spät erkannt habe.
Und ja diese Freundschaft war eine Baustelle weil ihr Leben bis heute eine Baustelle ist und ich hatte das gefälligst auszubessern oder so ähnlich.
Es geht mir auch gar nicht um sie sondern um mich.
Wie kann ich es schaffen diese Freundschaft (die durchaus auch sehr viele schöne Stunden hatte) auf eine neue gesunde Ebene zu bringen, ohne auf mich selbst so wahnsinnig sauer und enttäuscht zu sein.
Aber ich habe die Befürchtung, dass wir nix mehr.
Auf keinen Fall will ich dass sie denkt ich gönne ihr ihr neues Glück nicht, dem ist nicht so, ich kann es nur jetzt erst loslassen, den ganzen Stress die Erwartungen.
Insgeheim denke ich soll "er" jetzt mal ran . . .
Nicht so nett, oder ;-)
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05.05.2011, 15:25Inaktiver User
AW: Beste Freundin verliebt (endlich) aber . . .
Ich verstehe nicht, warum Du dich selbst so verantwortlich für sie fühlst.
Du klingst wie ein altbackener Vater, der die Braut dem Bräutigam am Altar übergibt. Du hast keine Verpflichtungen. Und die hast Du nie gehabt. Ist Dir das klar?
Und mit Baustelle meinte ich nicht ihr Leben, sondern deine Art, die Freundschaft zu leben.
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05.05.2011, 15:37
AW: Beste Freundin verliebt (endlich) aber . . .
Auf dich wirke ich wohl etwas doofdumm ;-) bin ich eigentlich nicht, nur bei ihr flumms nicht, hat es noch nie.
Echt findest du, wäre mir das klar gewesen hätte ich ich sicherlich anders verhalten.
Ja traurig aber war, ich hatte das Gefühl, das war ja das schlimme.
Sie hat ein Talent dafür, stets allen anderen für ihre Probleme, ihr Unglück oder sonstige Schwierigkeiten die Schuld zu geben. Dabei spart sie auch nicht mit Opferhaltung und emotionaler Erpressung.
Und es hat mich sehr viel gekostet, dass nicht (mehr) persönlich zu nehmen.
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05.05.2011, 17:10Inaktiver User
AW: Beste Freundin verliebt (endlich) aber . . .
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05.05.2011, 17:28
AW: Beste Freundin verliebt (endlich) aber . . .
Sie hat auch viele schöne Seiten sonst wäre ich sicherlich nicht so lange mit ihr befreundet.
Sie kann bei Kummer nur unheimlich Ungerecht sein und das finde ich natürlich ungerecht, rückblickend und das ich es eben versäumt habe da STOP zu sagen.
Ich denke über deine Ansicht nochmals nach.
Danke erstmal


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