Seewespe, dieser Satz hat mich sofort angesprochen Nein, es ist nicht bequem, aber sehr hilfreich. Für mich war es der Schlüssel zu Leichtigkeit und Zufriedenheit.
Eine Fassade aufrecht zu erhalten, kostet unnötig Kraft und Energie. Die Umwelt kann zwar nicht hinter die Fassade schauen, aber der Mensch gegenüber spürt die Unaufrichtigkeit und das führt zu Irritationen.
Eine Unart von mir ist es, zu versuchen hinter die Fassade von Menschen in meiner Umgebung zu schauen, weil mich seichtes Geplauder und Plattitüden bei längeren Besuchen sehr ermüden. Ich versuche natürlich, die Personen innerlich weder abzuwerten noch zu bewerten, ich will sie ja als Bekannte behalten...
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02.05.2011, 13:55
AW: Aufdringliche Fröhlichkeit - Abgrenzung - eigene Fassade aufrecht erhalten
Gruß dingsda
Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart.
Der bedeutendste Mensch ist immer der, der Dir gegenübersteht.
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02.05.2011, 14:37Inaktiver User
AW: Aufdringliche Fröhlichkeit - Abgrenzung - eigene Fassade aufrecht erhalten
Wenn es dir hilft, dich darüber mit deinen Freunden auszutauschen, dann sprich sie doch an und frage, ob sie ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
ich weiß nicht, was du mit suggerieren meinst, aber dass sie von sich aus nichts erzählen, heißt doch nicht, dass bei denen alles super ist. Jeder geht anders damit um.
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02.05.2011, 17:52Inaktiver User
AW: Aufdringliche Fröhlichkeit - Abgrenzung - eigene Fassade aufrecht erhalten
Möglicherweise muss dafür aber eben auch der Leidens- und damit auch der Veränderungsdruck hoch genug sein, das scheint hier nicht gegeben. Es wirkt eher so, als ginge es um die Suche nach einem einfachen Mittel, das die Wogen glättet, die Verschiebung tektonischer Platten aber, die für den Wellengang sorgen, ausser Acht lassen möchte.
Auch das ist absolut legitim, subventioniert aber das Fassadendasein zu Ungunsten persönlicher Grenzen weiter.
Zudem kann man hinter dieser Fassade nicht erkannt werden - und zwar, wenn es unglücklich läuft, gerade von den Menschen, die tatsächlich wohltuend und ermutigend sein könnten, weil sie die Annahme des eigenen Ichs, die viel mit dem Verzicht auf Fassaden zu tun hat, und ungeheuer viel Mut kosten kann, honoriert und fördert.Eine Fassade aufrecht zu erhalten, kostet unnötig Kraft und Energie. Die Umwelt kann zwar nicht hinter die Fassade schauen, aber der Mensch gegenüber spürt die Unaufrichtigkeit und das führt zu Irritationen.
Missbräuchliche Beziehungen nehmen kaum noch einen Platz im eigenen Leben ein.
Wieso nennt Du das "Unart"? Ich halte es für ein vollkommen natürliches Bedürfnis wissen zu wollen, mit wem man es zu tun hat.Eine Unart von mir ist es, zu versuchen hinter die Fassade von Menschen in meiner Umgebung zu schauen, weil mich seichtes Geplauder und Plattitüden bei längeren Besuchen sehr ermüden. Ich versuche natürlich, die Personen innerlich weder abzuwerten noch zu bewerten, ich will sie ja als Bekannte behalten...
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02.05.2011, 19:23Inaktiver User
AW: Aufdringliche Fröhlichkeit - Abgrenzung - eigene Fassade aufrecht erhalten
das versteh ich jetzt nicht?
wie kann man seine freunde danach aussuchen?
wir sind hierher gezogen vor 20 jahren und irgendwann hatten wir den freundeskreis.
da wird über die eigenen eltern + schwiegereltern nur gut geredet.
glaubst du wirklich da würde ich dann dagegen reden?
das geht mich doch garnichts an.
also behalte ich das mit meinen schwiegereltern - ich selbst habe leider keine eltern mehr, für mich.
mit meinen freundinnen aus meiner jugendzeit dagegen rede ich schon sehr offen darüber, die kennen auch meine schwiegereltern persönlich.
ein glück, denn irgendwo muss frau ja dampf ablassen
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02.05.2011, 19:26Inaktiver User
AW: Aufdringliche Fröhlichkeit - Abgrenzung - eigene Fassade aufrecht erhalten
Es gibt Menschen im Leben, die kann man sich als Wegbegleiter aussuchen. Andere nicht.
Die erste Kategorie ist nicht mein Problem. Mein Problem ist der Umgang mit der zweiten. Das sind nämlich manchmal Menschen, die man sich nicht freiwillig als enge Vertraute aussuchen würde. Aufgrund von enger Verwandtschaft erheben sie aber den Anspruch, es zu sein. Und da ist manchmal dann eben doch eine Fassade die richtige Antwort.
Nichtsdestotrotz habe ich in Richtung dieser älteren Verwandten beschlossen, Richtung mehr eigene Integrität in meinem Verhalten zu arbeiten. Mein Verhalten und meine Position kann ich ändern. Aber gegenüber eingefahrener "Schrulligkeit" und Selbstüberzeugungen kann ich nichts tun. Meine Aufgabe ist es nicht, psychotherapeutisch zu intervenieren. Und gegen den Willen einer Person geht das sowieso nicht.
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02.05.2011, 19:28Inaktiver User
AW: Aufdringliche Fröhlichkeit - Abgrenzung - eigene Fassade aufrecht erhalten
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02.05.2011, 22:56Inaktiver User
AW: Aufdringliche Fröhlichkeit - Abgrenzung - eigene Fassade aufrecht erhalten
Ich halte ja das „generell sich offen zeigen ohne Fassade“ für ein reichlich theoretisches Konstrukt, das im Alltag keinen Bestand haben kann.
Es kommt doch darauf an, mit wem ich über was rede. Sin hat es schon angedeutet: wenn ich weiß, dass Verwandte öfters Dinge verdreht zu meinem Nachteil weitererzählen, bin ich im eigenen Interesse vorsichtig, was ich dieser Person erzähle. Ebenso erzähle ich auch auf der Arbeitsstelle nicht alle Befindlichkeiten, die mich gerade beschäftigen.
Auch bei Bekannten und Freunden, die ich mir selbst aussuchen kann, überlege ich mir, welche Themen ich vertraulich behandelt wissen möchte und welche Dinge jeder wissen kann. Dinge, die mir am Herzen liegen und für die ich Hilfe beim gedanklichen „Durchkauen“ brauche, werde ich daher eher mit Freunden besprechen, von denen ich weiß, dass sie sie diskret behandeln. Mit anderen Freunden, die mir genauso am Herzen liegen können, aber eine andere Einstellung zur Privatsphäre haben, bespreche ich diese Themen in einem spruchreiferen Stadium, auch wenn sie mir aktuell auf der Seele brennen.
Ich überlege mir auch, mit wem ich rede, wenn es nicht nur mich, sondern auch andere betrifft: Sexualität, Eheprobleme, etc: Nur mit Leuten, von denen mein Mann weiß und einverstanden ist.
Habe ich mich über die Schwiegereltern geärgert und muss mal Dampf ablassen, dann bei jemandem, der das Dampfablassen einschätzen kann und nicht bei Schwiegerelterns Nachbarn, nur weil ich gerade dort zum Geburtstagskaffee eingeladen bin.
Gesundheit/Krankheit zählt für mich auch zur Privatsphäre, die teile ich nicht mit jedem, sofern die Erkrankung nur mich betrifft und keine Auswirkungen auf andere hat. Ich teile mich mit, wenn die Situation passt und die Wellenlänge stimmt. Wenn nicht, dann bleibt das bei mir, auch wenn ich aktuell Schmerzen habe. Wenn ich eine Erkrankung hätte, die sich auch auf das soziale Umfeld auswirken würde (Depressionen/Burnout) würde jedoch Bescheid geben, dass ich mich zurückziehe und Zeit für mich brauche (habe ich so GsD noch nicht erlebt).
Der Anspruch sich generell „offen und ohne Fassade“ zu zeigen, halte ich für nicht machbar und nicht verantwortungsvoll, sich selbst und anderen gegenüber.
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02.05.2011, 23:15Inaktiver User
AW: Aufdringliche Fröhlichkeit - Abgrenzung - eigene Fassade aufrecht erhalten
Das wurde auch so nicht gesagt, es geht hier aus meiner Einschätzung um einen konkreten Kontext mit einer doch erheblichen Einschränkung des Allgemeinbefindens. Nicht mal eben um ein Ärgernis zwischendurch dem mal Luft gemacht werden soll!
Wir spielen alle eine Rolle und es gehört auch zur Intelligenz eines Menschen sich adäquat anzupassen. Nur muss man ja nicht sich in beiden Extremen bewegen oder? Weder die völlige Schutzmauer ist lebensbejahend noch die völlige Offenheit.
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02.05.2011, 23:28Inaktiver User
AW: Aufdringliche Fröhlichkeit - Abgrenzung - eigene Fassade aufrecht erhalten
Richtig.

In diesem Strang geht es um Abgrenzung von einer Verwandten, die Sin in ihrer Krisensituation nicht guttut. Dabei ist der Ausdruck "Fassade" gefallen, der hier von einigen negativ interpretiert wurde als "sich nicht zeigen", "sich nicht öffnen können", "nicht erkannt werden, von einem womöglich guttuenden Leuten", ... Sin hat aber nicht gesagt, dass sie sich prinzipiell nicht öffnet, nicht erkannt werden will. Sie hat gesagt, dass sie in ihrer Krisensituation Schwierigkeiten mit dem Umgang mancher Personen hat, zB. mit der 80-jährige Verwandten. Da kann es durchaus hilfreich sein, in dieser Situation eine Fassade aufzubauen und nicht zu versuchen mit Offenheit und Darlegung der eigenen Gefühle, die alte Frau zu einem anderen Verhalten zu bewegen.
Eine Fassade ist keine starre Mauer, die ich permanent um mich trage.
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02.05.2011, 23:45
AW: Aufdringliche Fröhlichkeit - Abgrenzung - eigene Fassade aufrecht erhalten
Ich bin der Meinung, dass die Schutzmechanismen, die wir entwickeln, völlig normal sind.
Wenn man diese Fassade als quälend und überhaupt als Fassade empfindet, dann ist irgendwo ein Gleichgewicht gestört denke ich.
Aus meiner Erfahrung heraus kann ich sagen: Auch ich habe eine Fassade aufgebauct, eine, die mich "perfekt" wirken ließ in der Arbeitswelt. Als Last empfand ich sie, als diese Perfektion gewissermaßen als Forderung an mich gerichtet wurde.
Was genau quält Dich an Deiner Fassade?
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