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01.05.2011, 19:42Inaktiver User
AW: Aufdringliche Fröhlichkeit - Abgrenzung - eigene Fassade aufrecht erhalten
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01.05.2011, 19:42
AW: Aufdringliche Fröhlichkeit - Abgrenzung - eigene Fassade aufrecht erhalten
Hallo Original Sin,
gern geschehenEin Mut machender Beitrag... und grinsen tu ich grad auch über Deiner Kuchen-Schilderung.
Und das ist jetzt nochmal weswegen DEIN Problem?Das mit dem Tratschen ist in meinem Falle ein bisschen komplizierter: es gibt so Menschen, die darf man nur mit sorgsam ausgewählten Informationen füttern, weil sie sowieso alles anders verstehen, sich noch was dazu ausdenken und das dann rumerzählen.
(nicht böse gemeint - ich kann Dich schon verstehen, ich meine nur, Du belastest Dich damit mehr als nötig)
Du sagst es ja eigentlich selber: Du kannst nicht kontrollieren, was sie über Dich sagen - warum dann überhaupt den Versuch machen, es beeinflussen zu wollen?
...oder Rückzug. Oder: schietegal-Haltung.So ein unkontrollierbares Leck möchte ich bzgl. meiner aktuellen Situation einfach nicht haben. Es ist nur noch schwieriger, wenn solche Menschen versuchen, Informationen über Dein Leben aus Dir heraus zu pressen. Da hilft dann eben nur die Fassade.
Oder: einfach mal ne akute Grippe kriegen, mit der Du die armen, alten Leute nicht anstecken möchtest.....oder was anderes, worauf wirklich keiner Lust hat, beispielsweise chronischer Durchfall ungeklärter Ursache, aber vermutlich ansteckend. ...
Ohja, das Leben kann hart sein.Und dann sollst Du ihnen gegenüber auch noch liebevoll und aufmerksam und nicht zu vergessen dankbar sein. Und sterben werden sie Deinetwegen sowieso, was dann noch mit Heulanfällen vor Anderen bekräftigt wird. Jesses!
Muß diese Original Sin auch jetzt ausgerechnet einen Burnout kriegen - sowas egoistisches!
Dabei is die Omma doch eh immer so arm dran, und alt noch dazu, und überhaupt -
köhööhönnte *schluchz* die Sin sich da nicht mal *grein, heul* in den Hintern *schluck* treten,
sowas undankbahaaaares aber auch *schüttel, Krokodilsträne, ach was red ich - Wasserfall an Tränen wegtupf*
Nee mal im Ernst - denkst Du denn, die Leutchens sind so alt geworden, weil sie wegen jedem Mist immer gleich einen Herzinfarkt gekriegt haben? Wohl eher nicht, oder?
Sterben werden sie mit Sicherheit, aber aller Wahrscheinlichkeit nach am Alter, am Rheuma oder wasweißichwas. Woran man halt so stirbt.
Man stirbt aber definitiv nicht daran, daß eine Verwandte grad nicht so gut drauf ist.
Und wenn sie sich über Dich so aufregen, daß sie an dieser Aufregung sterben, dann sind sie - auch wenn das jetzt hart klingt, ich bin eigentlich kein hartherziger Mensch - aber dann sind sie verdammt nochmal selber schuld.
Es liegt in ihrer Verantwortung, ob sie sich als arme Opfer sehen wollen oder nicht.
Meine Vermutung wäre aber eh, daß diese Leute zäh wie Leder sind - sind solche Menschen oft,
und ich spreche da aus (sehr unschöner, für mich ganz unnötig belastender) Erfahrung.
Heulen, toben, rotzen - und zeigen, daß im Moment DU diejenige bist, die Hilfe braucht
Das kenne ich alles auch nur allzu gut. Meine Reaktion darauf war auch immer das strahlende Gesicht zeigen, nie klagen, nie Schwäche zeigen, weil das alles verschlimmert hätte. Ich weiß bis heute nicht, wie ich es hätte anders machen können.
Oder, ganz ohne Gedöns, schlicht sagen, daß Du das Problem verstehst, im Moment aber nicht recht die Kraft hast, auf den oder die anderen einzugehen.
Notfalls gebetsmühlenartig wiederholen - ohne zu argumentieren.
Es ist halt jetzt grad so.
Ich finde, das hast Du gut gemacht. Ich hab damals erst einen kleinen Zusammenbruch gebraucht, bis ich diesen Mut gefunden habe (bzw. keine andere Möglichkeit gesehen habe).Siehste, und genau das kostet mich aktuell aber einfach zuviel Kraft. Ich hoffe sehr, dass sich das schon mal ein gutes Stück entspannt durch meinen Mut heute zu wieder mehr Offenheit gegenüber meinem Elternhaus.
Letztlich kann, denke ich, nur solche Offenheit echte Nähe bewirken und Dir helfen, Dich bei Deinen Leuten wohl und gut aufgehoben zu fühlen (auch, wenn das mit dem Kuchen sicher noch öfter passieren wird
) Du weißt jetzt, daß Du Dich zumindest Deiner Mutter gegenüber zeigen kannst, wie Du grad bist, ohne daß da etwas Schlimmes passiert - das ist Gold wert.
Wie gesagt, ich versteh denk ich schon, was Du meinst, bezüglich der älteren Verwandten.
Klar ist das nicht leicht für Dich, sowas schüttelt man nicht einfach so ab.
Ich glaube aber, daß diese Sorge zum Einen Deine momentane Lage eher schlimmer als besser macht, und zum anderen (und ich sag das jetzt in der Hoffnung, daß ich Dir damit nicht feste auf die Zehen latsche, denn das möchte ich eigentlich nicht
), daß Du gerade so sensibel bist,
daß Du Dir die bekloppten, hysterischen Szenen dieser Verwandtschaft viel, viel mehr zu Herzen nimmst, als eigentlich notwendig wäre.
Sie werden leben oder sterben, wie es ihrer Gesundheit, ihrem Schicksal oder was auch immer entspricht - und eine einzige Original Sin wird daran schlicht nichts ändern.
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01.05.2011, 19:44Inaktiver User
AW: Aufdringliche Fröhlichkeit - Abgrenzung - eigene Fassade aufrecht erhalten
@ Lilly:

Lebensmittel wegschmeißen kann ich nicht. Geld noch weniger. Und leider, leider kann ich's aktuell auch brauchen...
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01.05.2011, 19:46Inaktiver User
AW: Aufdringliche Fröhlichkeit - Abgrenzung - eigene Fassade aufrecht erhalten
Gemme, ich mag Dich und Deine Denke! Nochmals Danke!

Rest morgen, ich mach mir jetzt einen gemütlichen Abend mit meinem Freund!
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01.05.2011, 19:49Inaktiver User
AW: Aufdringliche Fröhlichkeit - Abgrenzung - eigene Fassade aufrecht erhalten
gelöscht, weil es nicht mehr zum Verlauf des strangs paßte
Geändert von Inaktiver User (01.05.2011 um 20:11 Uhr)
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01.05.2011, 19:53Inaktiver User
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01.05.2011, 19:55Inaktiver User
AW: Aufdringliche Fröhlichkeit - Abgrenzung - eigene Fassade aufrecht erhalten
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01.05.2011, 20:02Inaktiver User
AW: Aufdringliche Fröhlichkeit - Abgrenzung - eigene Fassade aufrecht erhalten
Ich habe andere Erfahrungen gemacht als manche User in diesem Strang, ich erhalte mir meine Fassade, weil sie mir mein Leben erleichtert.
Ich bin chronisch krank und nicht mehr arbeitsfähig. Da ich noch relativ jung bin, ist erfahrungsgemäß das Verständnis für meine Situation sehr begrenzt. Es wissen deshalb nur sehr wenige Menschen Bescheid, der große Rest: Freunde, Bekanntschaften, Hobbies, das komplette soziale Umfeld hat davon keine Ahnung. Mir bringt das viele Vorteile: ich muss mich nicht erklären, rechtfertigen, über mich wird nicht gesprochen, … Ich kann einfach ein nach außen hin normales Leben führen und meine Kraft für mich einsetzen.
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01.05.2011, 22:07Inaktiver User
AW: Aufdringliche Fröhlichkeit - Abgrenzung - eigene Fassade aufrecht erhalten
Dahinter steckt die Überzeugung, dass es ohnehin zwecklos ist, Klartext zu reden. Und dann haben es diejenigen, die auf Biegen und Brechen ihr Ding durchziehen wollen, im Endeffekt leicht: Widerstände lassen sich leicht aufweichen.
Ohne Konsequenz - im übrigen auch hinsichtlich der "milden Gaben", die dann merkwürdigerweise offenbar gern gesehen sind und angenommen werden - werden Grenzen leicht verschoben, denn sie sind ja auch tatsächlich wachsweich, da viele Kuhhandel eingegangen werden, und das ganz freiwillig.
Wer zulässt, sich über Schuldgefühle (alten Menschen den Lebensabend versauen) manipulieren zu lassen, und die Manipulation darin nicht als das einordnet, was sie ist - ein klarer Versuch, mit Gewalt die eigenen Interessen durchzusetzen, und ohne mit der Wimper zu zucken dabei zu emotionaler Erpressung zu greifen, weil sie sich als probates Mittel erwiesen hat, wer sogar körperliche Übergriffe duldet, hat möglicherweise zunächst noch einen längeren Weg vor sich, bevor er sich an Grenz-Konflikten versuchen sollte.
Solange Argumentationen wie die hier geschilderten schlüssig erscheinen, liegt noch viel zu vieles intern im Argen, als dass extern Veränderungen durchexerziert werden könnten.
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02.05.2011, 06:22Inaktiver User
AW: Aufdringliche Fröhlichkeit - Abgrenzung - eigene Fassade aufrecht erhalten
seewespe, ab einem gewissen Alter hilft Klartext reden einfach nicht mehr, da sind die Denkstrukturen bei alten Leuten derart verkrustet. In meinen Augen ist das das Einzige, was Menschen wirklich alt macht, körperliche Einschränkungen behindern weniger als gedankliche, aber das würde vielleicht zu weit führen.
Es findet ein Tauschhandel statt, Gaben gegen Umarmungen und mehr, und so bestätigen die Teilnehmenden immer wieder die Positionen, die sie in dieser Struktur einnehmen. Da hilft auch wenig, die Gabenannahme einzuschränken. Besser ist es, sich darüber klar zu werden, was als Gegenleistung noch akzeptabel ist.
Umarmungen dieser Art kenne ich auch noch von meiner Oma, es war die einzige Art körperlicher Zuwendung, die sie nach dem Tod ihres Mannes noch hatte und sie war ein Mensch, für den das wichtig war.
Sin, vielleicht fällt es Dir leichter, in dem Bewusstsein zu umarmen und nicht nur Dich umarmen zu lassen. Wenn die betreffende Person fühlt, dass hier nicht nur widerwillig gegeben wird, hört möglicherweise das Nachbohren auf anderer Ebene auf. Außerdem könnte ausgiebiges Interesse an dem, was diese Person erlebt, Frage nach Rezepten, Erlebnisse früher, etc. dazu führen, dass der Kontakt weniger zu einem Zerren sondern mehr zu dem, was Du möchtest, wird. Echtes Interesse an der Person und ihrem Wohlergehen vorausgesetzt natürlich, es würde Aufmerksamkeit für diese Person und Zeitaufwand bedeuten aber eben nicht ein komplettes Offenlegen Deines eigenen Seelenlebens.




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