Liebe Leser,
seit einigen Jahren hab ich ein ernstes Problem. Ich weiß leider keinen richtigen Ausweg, hoffentlich kann mir hier jemand behilflich sein:
Ich habe Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen, eigentlich ist das aber untertrieben.
Ich habe immer viel vor, aber wenn es zur Umsetzung kommen soll, fehlt mir der Antrieb.
Das bestimmt leider mein ganzes Leben, ich "traue" mich nicht Leute anzusprechen, oder wenn dann erst nach sehr langer Aufwärmphase. Bei Frauen ist es noch viel schlimmer, ich bleibe dann meist erstarrt und "bewundere" sie aus der Ferne. Auch andere soziale Normalitäten bringen mich ins Schwitzen. Ich bin übrigens 21 und war vor zwei Wochen das erste mal in einem Club tanzen, und das auch nur auf drängen einer sehr guten Freundin.
Ich bin aber immer mit sehr viel Leidenschaft dabei wenn es darum geht sich für Leute die ich mag einzusetzen oder ihnen zu helfen. Mit mir gehe ich allerdings sehr sehr nachlässig um, man könnte wohl sagen ich lasse mich unbewusst aber absichtlich verwahrlosen.
Ich habe schon einige Sachen gelesen, die aber nicht ganz gepasst haben, könnt ihr mir bei meinem Problem helfen?
Mit freundlichen Grüßen
Hirnakrobat
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Thema: Handlungsblockade
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20.04.2011, 19:11
Handlungsblockade
Geändert von Hirnakrobat (21.04.2011 um 19:13 Uhr)
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21.04.2011, 22:10Inaktiver User
AW: Handlungsblockade
Bei Kopfmenschen kommt das körperliche oft zu kurz -ich habe gemerkt, dass Bewegung und Tätigkeiten, die mehr Muskeln als Hirn erfordern, mir gut tun -auf einer anderen Ebene, und mir Selbstbewußtsein -auf einer anderen Ebene-geben.
Manches mache ich alleine -bei manchem lasse ich mich von Freunden mitziehen.
Dass du für andere gerne sorgst, könnte ein Muster aus deiner Kindheit sein -keine Ahnung.
Ist im Endeffekt auch egal, finde ich. Wenn es dir gut tut, kümmere dich -aber nie besser um andere als um dich selbst! Auch, wenn es dir anfangs widerstrebt...
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21.04.2011, 22:29
AW: Handlungsblockade
das sorgen für andere hat man dir in der kindheit gut beigebracht, wie du siehst, kannst du es inzwischen gut.
beim sorgen für dich selbst hast du noch lernbedarf.
das lernengebot ist sehr gross, finde heraus, auf welche art du am liebsten lernst.
die haltung und körperwahrnehmung kann man durch sport verbessern, beim finden der richtigen frisur hilft ein guter friseur, beim auftreten in der gesellschaft ein benimmkurs einer angesehenen tanzschule.
beginne mit einem, das nächste fällt dann leichter.lg
legrain
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22.04.2011, 10:26Inaktiver User
AW: Handlungsblockade
Kannst du Beispiele nennen?
Manchmal handelt es sich um Entscheidungen, die nicht aus unserem Innern, unserer festen Überzeugung kommen, sondern die "man" von unserwartet. Dann wehrt sich das Unterbewusstsein und es kann zu einer Art Patt-Situation kommen.
Möglicherweise hilft es, jede einzelne Entscheidung bis ins Kleinste zu hinterfragen; sie zu zerlegen und neu (passend) zusammenzusetzen - um dann neu zu entscheiden, echt zu entscheiden quasi.
Warum tust du Dinge, die du eigentlich gar nicht willst? Wieso lässt du dich drängen?
Was haben deine Bezugspersonen aus der Kindheit von dir verlangt? Gibt es da Parallelen?
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22.04.2011, 12:54Inaktiver User
AW: Handlungsblockade
Hallo Hirnakrobat,
vielleicht würde es dir helfen, wenn du dir Ziele steckst? Und zwar mit kleinen anfangen.
Wenn du den Wunsch hast, lockerer Menschen anzusprechen, nimm dir doch vor, zunächst z. B. drei Leute, die du interessant findest, anzugucken und nicht wegzuschauen.
Wenn das klappt, nimmst du dir vor, drei Leute anzulächeln.
Und dann z. B. drei mal mit Unbekannten ins Gespräch zu kommen, z. B. im Supermarkt oder in der U-Bahn.
So etwas lässt sich eintrainieren, klappt bestimmt.
Und dann eben weiter machen, nicht aufhören.
LG Birke
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22.04.2011, 21:59
AW: Handlungsblockade
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22.04.2011, 22:06
AW: Handlungsblockade
Das mit dem Sport scheint wirklich zu helfen, wenn das hier mehrmals genannt wird.
Meine Frisur ist eigentlich das einzige, mit dem ich immer im Reinen war, aber trotzdem meinen alle das eine Änderung was bewirken könnte.^^
Das mit dem Tanzkurs klingt auch sehr vielversprechend, kann mir auch so nicht schaden.
Vielen Dank legrain
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22.04.2011, 22:16
AW: Handlungsblockade
Das ständige hinterfragen und Analysieren ist genau mein Problem, es bringt mich zum Stillstand.
Ich lasse mich nicht zu Sachen zwingen, die ich nicht will, nur ich komme auch bei Sachen die ich will nicht aus meinem Schneckenhaus, da ist es gut wenn ich eine gute Freundin habe, die mich schupst und drängt. Sie hat mir auch schon oft mit ihrer weiblichen Sicht der Dinge geholfen.
Ich wollte tanzen und aus dem Haus, nur habe ich noch zu viel Angst, wahrscheinlich am meisten vor Zurückweisung.
Dass ich weg gehen kann ohne zwanghaft nach Frauen zu suchen ist mir leider noch nicht ins Blut übergegangen, bzw. dass ich auch Sachen machen kann ohne ein Ziel zu verfolgen, nur der Sache wegen.
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22.04.2011, 22:22
AW: Handlungsblockade
Ich finde es sehr interessant, dass scheinbar wirklich sehr viele vermuten, dass die Ursache für mein schlechtes Verhältnis zu mir selbst in meiner Kindheit liegen könnte.
Was könnte denn dafür ausschlag gebend sein?
Denn selbst in den Vorgesprächen zu einer Gruppentherapie mit einer Psychologin kam schnell der Blick in die Vergangenheit, nur bin ich da am reden und kriege auch keine genauen Indizien.
Ich danke allen für ihre bisherigen Beiträge.
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22.04.2011, 23:40
AW: Handlungsblockade
Mach das.
Immer schön in kleinen Schritten, nichts erzwingen, sondern einfach an dem dran bleiben, was dir guttut.
Ich finde es auch nicht ungewöhnlich, dass man mit 21 unsicher ist.
Wenn ich dran zurückdenke, wie ich damals war: unsicher, null Selbstbewusstsein, langweilige Klamotten, ich habe mich in meiner Wohnung verkrochen... irgendwann hat es mich gestört und ich habe an mir gearbeitet. Mal ein Small-Talk mit der Kassiererin, mal jemanden in der Straßenbahn anlächeln... das klingt alles sehr unerheblich, aber es wirkt.


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