Hallo,
erstmal vielen Dank für die neuen Ideen & Denkanstöße....
Uli, dieser Zwiespalt zwischen "kulturellem Leben & Freunden & Vielfalt" in der Stadt und "Ruhe & Grün" im Dorf, den muss ich für mich, irgendwie lösen.
Die Kleinstadt wäre ein Kompromiss - sicherlich. Nur - so ganz super dolle ist die auch nicht. Sie liegt halt im Speckgürtel der Großstadt und ist erst in den letzten 40 Jahren gewachsen. Städte in meiner Heimat sind genauso groß wie die "Kleinstadt", haben aber eine lange Geschichte (ehemalige Residenzstädte) und stellen selber das Zentrum der Region dar, was sich natürlich auf die Baudenkmäler, Kultureinrichtungen, etc. auswirkt.
Malina: Momentan ist der Erwerb einer Immobilie eine Vision - für die erstmal Eigenkapital her muss. Mittelfristig, d.h. in diesem Jahrzehnt wollen wir den Kauf schon umsetzen. Dein Vorschlag, einfach mal durch verschiedene Stadtteile und Orte zu schlendern, ist sehr gut, den werden wir umsetzen, einfach um mal ein Gefühl für die Orte zu kriegen - und zu schauen, ob das Bauchgefühl positiv anschlägt....
Osterglocke: Dein Erstaunen wundert mich nicht - ich sehe ja viele Häuser und Wohnungen - so im Vorbeigehen, und frage mich immer, wie die Leute das "aushalten", so unter voller Beobachtung, auf der Terrasse ihren Kaffee zu trinken.
Sagen wir mal so: Das negative Grundgefühl anderen Menschen gegenüber, das hatte ich schon immer. Blueserin hatte es am Anfang mal geschrieben - Menschenfurcht - das ist das Stichwort.
Ich WEISS, dass die Nachbarn in Wirklichkeit möglicherweise nett wären, mein Vermieter IST auch sehr nett, er grüßt sehr freundlich und hält ein Schwätzchen mit uns.
Trotzdem ist es halt so, dass in dem Dorf überwiegend Menschen mit Familie leben, die eben ihre Lebensmitte und die Kinderaufzucht im Grünen gestalten wollen. Um es mal zu illustrieren: Der Mann trägt einen goldenen Ehering, einen Bürstenhaarschnitt, in der Freizeit ein Karohemd und mäht den Rasen. Frau trägt praktische Sachen und bäckt Kuchen für den Elternbasar. Das ist nicht bösartig gemeint, sondern Ergebnis meiner Beobachtungen, wenn ich durch die Siedlungen spaziere.
Dazu gibt es eben die Alteingesessenen, die früher hauptsächlich von der Landwirtschaft lebten, und jetzt z.T. in die Großstadt oder in die Kreissstadt pendeln - der äußere Lebensstil - s.o.
Mein Problem mit diesen Leuten - ich trau's mich kaum zu sagen - besteht darin, dass die in etwa so alt sind wie ich - aber mir so unendlich viel älter vorkommen. Die sind so "erwachsen" - kennt ihr das Gefühl, mit Leuten abzuhängen, die 20 Jahre älter sind als ihr?? So kommt mir das vor.
Es gibt schon nettes Grüßen über den Zaun - in meiner alten Straße (im gleichen Ort) - plauscht man auch mal kurz mit den Leuten. Ich bin da auch in einer privaten Sportgruppe und letztes Jahr war in besagter Straße ein Straßenfest. Es war nett, wir haben gelacht. Aber es war halt wie Erdlinge vs. Friendly Aliens.
Ein guter Freund und ich engagieren uns in dem Ort ein wenig in einer "Gruppe" - der Freund vieeeel mehr. Aber nach 5 Jahren habe ich mal Bilanz - für ihn - gezogen. Private Kontakte sind da nicht bei rausgekommen. Er hängt mit den Leuten nicht privat ab.
Eben auch, weil er das Gefühl hat, dass die Leute zwar nett sind und auch mal plauschen, aber es keine "Verbindung" gibt.
Die Freunde, die wir haben, und zwischen denen eine "Verbindung" besteht, das sind eher Exzentriker und Spinner. Leute, die eher in der Großstadt zu finden sind. Ich glaube, ich könnte mit dem verrückten Weltenbummler, der verbrannte Toastscheiben als Deko hat, und der mehrmals im Jahr durch den Kongo trampt mehr anfangen, als mit dem Karo-Ehemann. Ich selber lebe zwar - nach außen - eher "spießig", was Wohnung & Job angeht, aber im Inneren, bin ich ein "Spinner und Exzentriker".
Ich brauche, das geordnete, ruhige Wohnumfeld samt sicherer Einnahmequelle, aber trotzdem den ordentlichen Schuss Exzentrik.
Und das bringe mal zusammen......
Chennai
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10.06.2011, 09:57
AW: Mein Zuhause - der Ort des Schreckens
Geändert von Chennai (10.06.2011 um 09:59 Uhr) Grund: Orthografie
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10.06.2011, 12:35
AW: Mein Zuhause - der Ort des Schreckens
Hallo Chennai,
also ich kann Dich gut verstehen. Ich habe erst im letzten Jahr so richtig gemerkt, dass ich wohntechnisch sozusagen ein Gesamtpaket brauche: eine schöne, auf meine Bedürfnisse zugeschnittene Wohnung, eine gute Infrastruktur (Geschäfte, Verkehrsanbindung, Grün zum Laufen) und eben auch auch ein soziales Umfeld, das zu mir passt oder wo ich zumindest das Gefühl habe, mich gut integrieren zu können.
Ich brauche nicht mal so viele Leute, die genauso ticken, wie ich, sondern eher eine gute Mischung aus allem, keine Monokultur.
Eine Freundin von mir hat dasselbe Problem. Sie wohnt auf dem Land, weil sie die Ruhe schätzt und es ihr in der Stadt zu laut war. Gleichzeitig ist sie aber auch ein bunter Vogel und kulturell sehr interessiert, was ihr auch oft dieses alien-Gefühl gibt. Aber eine Lösung hat sie auch nicht gefunden.
Wobei ich schon denke, dass man eine seinen Bedürfnissen zumindest einigermaßen entsprechende Umgebung finden kann, vorausgesetzt man kann Prioritäten setzen und kennt seine Bedürfnisse sehr genau.
Und Du hast ja jetzt die Chance, in den nächsten Jahren bis zum Wohnungskauf genauer herauszufinden, was Du wirklich brauchst und wo Du es am ehesten finden kannst.
Viele Grüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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15.06.2011, 15:35Inaktiver User
AW: Mein Zuhause - der Ort des Schreckens
Ich finde ja, die beste Lösung wären mehrere Domizile
Wenn da die Sache mit dem Geld nicht wäre ...
Aber stellt euch mal vor... ne Stadtwohnung, wenn man was erleben will und dann ins Häuschen aufm Land, wenn man wieder Ruhe braucht. Am besten noch an einem Seeeeee .... traumhaft. Was würde ich wohl öfter bewohnen? Ich glaube, derzeit wäre ich ganz viel in der Stadt.
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16.06.2011, 09:23Inaktiver User
AW: Mein Zuhause - der Ort des Schreckens
Hallo, Chennai,
hast du deine Schilddrüse schon mal abchecken lassen?
Die Unruhe, Geräuschempfindlichkeit, innere "Wut", der Fluchtreflex, usw. ..... das könnte auch eine Überfunktion sein.
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17.06.2011, 09:22Inaktiver User
AW: Mein Zuhause - der Ort des Schreckens
Das ist nur traumhaft, wenn Du alles doppelt - Ausstattung, Technik, Kleidung - hast, und Dir jede Menge Personal leisten kannst. Ansonsten fehlt immer da, wo Du gerade bist, garantiert das, was Du brauchst, weil Du nicht daran dachtest, es einzupacken.
Du musst (mindestens) zwei Haushalte bestücken, unterhalten, reinigen, aufräumen, was bedeutet, dass Du ohne Personal doppelt rödelst, wenn Du es nett haben möchtest. Dein Auto gleicht einem Türkenbomber, wenn Du von Behausung A zu Behausung B aufbrichst, dennoch fehlt garantiert immer was.
Du bist irgendwie immer unterwegs, und selten angekommen. Ich bin froh, mich inzwischen wieder für eine Behausung entschieden zu haben.
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17.06.2011, 14:28Inaktiver User
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17.06.2011, 17:19
AW: Mein Zuhause - der Ort des Schreckens
Hallo,
ich habe mir den ganzen Strang durchgelesen, und vieles davon kommt mir sehr bekannt vor.
Eigentlich geht es um zwei verschiedene Dinge - und am Ende doch wieder nicht. Das Eine ist die Wohnsituation, das, was wirklich passiert, und das andere ist das, was innen in einem los ist. Das Innere wird natürlich vom Äußeren beeinflußt, aber beides existiert auch völlig unabhängig voneinander.
Und um das Geschwafel mal mit Sinn zu füllen:
ich habe über Jahre an mir selber mitbekommen, wie ich immer lärmempfindlicher wurde. Ich bin jetzt Ende 30 und mit Anfang 20 in die Großstadt gezogen, damals hätte ich neben einem Preßlufthammer einschlafen können, ohne dass es mich gestört hätte. Heute ist das ganz anders. Ich höre auch häufig Geräusche, die andere entweder nicht mitbekommen oder die sie ausblenden können. Fernsehgeplapper in der Nebenwohnung, Musik zwei Straßen weiter, Leute unterhalten sich irgendwo unterm Fenster. Mein Freund merkt es nicht einmal, ich könnte durchdrehen. Oder, besser, ich hätte durchdrehen können, mittlerweile komme ich besser damit klar. Warum? Ich habe endlich eine Wohnsituation gefunden, die perfekt für mich ist. Wir wohnen zwar immer noch in der Großstadt, sind aber an deren Rand in ein Miet-Endreihenhaus gezogen. Es ist mitten im Grünen, aber mit der S-Bahn bin ich in einer halben Stunde in der Innenstadt. Ich arbeite auch im Innenstadtbereich in einem szenigen Viertel, aber wenn ich Feierabend habe, kann ich raus ins Grüne fahren, einfach mit der Bahn. In einem Reihenhaus wohnt keiner über oder unter Dir, in einem Endreihenhaus wohnt nur eine Partei neben Dir. Wichtig: man muß sich mögen. Wenn man die Nachbarn kennt und mag, wiegt der "Lärm" (den die beiden nicht machen) nicht so schwer. Man hört ab und an den Fernseher, aber dagegen hilft Fenster öffnen (Vogelgezwitscher, Bäumerauschen) oder nachts zum Einschlafen Ohrstöpsel (braucht man nicht lange, die gehen früh ins Bett und machen dann die Kiste aus).
Das Wichtigste bei der ganzen Geschichte ist aber, dass ich hier die Möglichkeit hatte, nach meinen Bedürfnissen zu handeln. Das hat ja eine Posterin auch geschrieben, dass es wichtig ist für Dich, Deine Bedürfnisse zu kennen. Ich liebe die Natur, aber ich mag auch die Stadt. Ein einzelnes Haus zu kaufen, das hätten wir uns in dieser Stadt und in dieser Lage nicht leisten können, aber die Miete dort ist glücklicherweise kein Problem. Ich habe Raum für mich (großes Bedürfnis), Ruhe (auch ein großes Bedürfnis) und nicht zu viele Leute nicht zu nah dran. Ich kann nach der Arbeit noch mit Freundinnen um die Häuser ziehen in der Großstadt, aber zuhause habe ich meine Ruhe und kann entspannen.
Ich habe mal in einer Wohnung gewohnt, das war die Hölle. Das Haus wurde in den End-Vierzigern gebaut und hatte entsprechend null Lärmdämmung, die Wände haben alles durchgelassen. Das Problem: die anderen Mieter haben sich nicht drum gekümmert. Von oben kam Fernsehgeplapper im Dauerbetrieb, von unten sehr laute Wagner-Opern, von rechts Techno und von links russische Volkslieder, gerne gleichzeitig, gerne aneinander anschließend nacheinander. Ich habe ein Lärmprotokoll geschrieben, an die Hausverwaltung geschickt und dann drei Monate Ruhe gehabt, dann ging alles von vorne los. Ich bin dann ausgezogen und habe mir ein Haus aus den 70ern gesucht, das war toll. Ich habe nichts von den Nachbarn gehört (außer einen freundlichen Gruß oder ein nettes Gespräch im Treppenhaus, aber das war ja gewollt), aber immer noch unter dem Lärm gelitten, den ich in der vorigen Wohnung gehabt hatte. Sowas setzt sich fest. Nicht umsonst gilt Lärm als ein großer Krankmacher, man hat länger was davon, als man ihm ausgesetzt ist. Aber immerhin habe ich damals angefangen, eine Wohnung auch nach meinen Bedürfnissen auszuwählen.
Und das ist der Trick, denn dann jagt einen das nicht so hoch, was halt so passiert. Wenn insgesamt alles stimmt, kann man auch mit gelegentlichen Irritationen fertig werden. Und man wird auch innerlich ruhiger und gelassener.
Fazit: dauernder Lärm macht einen krank. Wer sensibel auf Geräusche reagiert, sollte diese möglichst meiden, um sie irgendwann besser ertragen zu können. Hört sich nur scheinbar paradox an. Man sollte trotzdem auf sich hören und unterscheiden, ob es immer nur Lärm und Geräusch ist, was einen hochjagt, oder ob nicht noch zusätzliche Faktoren mit reinspielen. Leider kann sich das alles gegenseitig befruchten.
Aber unterm Strich kommst Du da nur raus, wenn Du Deine Bedürfnisse ermittelst und berücksichtigst. Vielleicht gibt es auch in Deiner Stadt nette Reihenhäuser zur Miete am Stadtrand (nimm bloß kein Mittelreihenhaus!) oder etwas Vergleichbares. Vielleicht brauchst Du auch was ganz Anderes, aber Du solltest herausfinden, was das ist. Wie ich aus meinem eigenen Leben erfahren durfte, gibt es wenig Chance auf Glückseligkeit, wenn man nicht auf seine eigenen Bedürfnisse hört und seinen eigenen Weg geht.
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20.06.2011, 23:46Inaktiver User
AW: Mein Zuhause - der Ort des Schreckens
Hallo Chennai,
ich klinke mich mal ganz leise hinein.
Meine jetzige Wohnung ist so ziemlich unsere Traumwohnung. Ich höre NICHTS. Ab und zu mal ein leises Rumpern ... oder Musikinstrument. Im nächsten Garten haben wir einen Sandkasten, wo die Kiddies nett spielen. Das war es. Ist sogar Altbau, aber so klasse. Und ja, ein Baum, der rauscht, steht auch vorm Fenster, und ich genieße die Vögel da drinnen.
Leider wollen wir in dieser Stadt nicht bleiben, und leider gibbet hier viel Leerstand, deswegen lohnt sich eine Immobilie, es sei denn, man will selbst drin wohnen, nicht wirklich. Sage ich mal so als Laie.
In grauer Vorzeit habe ich mal so ähnlich gelebt wie du. Unter mir hat sich Frauchen zwei laute Kläffer angeschafft, die wirklich (!) den ganzen Tag bellten. Eigentlich liebe Hunde, aber eben alleingelassen und unterbeschäftigt. Quälerei.
Neben mir ein Nachbar, der den Fernseher nicht mal beim Weggehen ausgemacht hat.
Und auf der anderen Seite das ewig streitende Paar.
Und über mir der übereifrige Hausmeister, der sich bemüßigt fühlte, uns zu beobachten. "Nett" war der auch, so lange wir das taten, was ihm genehm schien.
Ich hab es mir auch lange schön geredet. Irgendwann kam ein Etappenwechsel in meinem Leben, Umzug, NIE wieder würde ich mir so etwas bieten lassen.
Ich würde eher ruhig leben und pendeln, als mir meine Freizeit auch noch zu versauen. Meine Wohnung ist sogar in Gehnähe zum Zentrum, nach dem Kino können wir also noch nach Hause laufen. Solche Oasen gibt es in der Stadt auch.
Und - immer dran denken - mit Mieten ist man IMMER relativ flexibel. Umzüge mag ich zwar auch nicht, aber mit einer ETW oder Haus ist immer ein Faktor drinne ...
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21.06.2011, 16:38
AW: Mein Zuhause - der Ort des Schreckens
Hallo,
haben sich ja wieder einige Beiträge angesammelt.
umpah: Meine Schilddrüse habe ich schon vor Jahren untersuchen lassen - leide eher an einer Unterfunktion....
Habe meine "Doktorarbeit" zum Thema Lärm & Co, wieder weitergeschrieben:
Am vorletzten WE war ich unterwegs. Wir waren bei Bekannten in einer ruhigen Straße in einer Innenstadtlage. Dort wohnten wir im Dachgeschoss. Bei geöffnetem Fenster drangen allerlei Geräusche zu uns: Tatütata, Unterhaltungen, Gelächter, Autoverkehr - das war allerdings kein Problem. Denn ich war ja in meinem DG "geschützt"
Ich komme immer mehr zu dem Schluss, das nicht der Lärm an sich das Hauptproblem ist, sondern mehr dieses "Ausgeliefert-Sein" und das Wahrnehmen von Geräuschen die einer bestimmten Person zuzuornden sind.
Beispiel: Irgendwo dröhnt ein Rasenmäher oder: Irgenwo weiter hinten spielen Kinder Fußball
Fazit: Kein Problem
Beispiel: Der Nachbar (mit der Hecke) hämmert - relativ leise - im Schuppen oder das Baby oben drüber schreit (Dezibelzahl niedrig - mit Radio problemlos übertönbar)
Fazit: PROBLEM
Vor etwa 10 Jahren bin ich in eine innerstädtische Wohnanlage gezogen - Geschosswohnungsbau. Mit allen möglichen Lärmquellen: Hubschrauber, Autos, Kinder, Grillabende. Hat mich zwar in den Lärmspitzen schon gestört, aber viel weniger, als mich heute der Nachbar stört.
Ich bin fast der Meinung, dass mich so ein relativ leiser Klangteppich aus verschiedenen Geräuschen weniger stört, als die jetzige Stille, die nur von eindeutig zuordenbaren Geräuschen unterbrochen wird.
Daher schlafe ich bei Regen immer sehr gut - am letzten WE hat es immer geregnet - wir waren daheim - herrlich....
Chennai
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21.06.2011, 19:12
AW: Mein Zuhause - der Ort des Schreckens
Das kann ich total gut verstehen, denn es geht mir genauso, wie ich in den letzten Tage wieder festgestellt habe. Bei mir auf der gegenüberliegenden Straßenseite ist gerade eine Großbaustelle mit dem entsprechenden Lärm. Klar, das nervt irgendwie, und schöner wäre es, wenn da keine Baustelle wäre. Aber es treibt mich nicht in den Wahnsinn.
Aber wenn mein Nachbar am Sonntag, dem einzigen Tag, wo hier wirklich Ruhe herrscht, an seinem schrottreifen Motorrad rumschraubt und im Minutentakt den Anlasser betätigt oder ständig laut knatternde Proberunden vorm Haus fährt, dann könnte ich ihn echt vom Balkon aus erschießen. Ebenso wenn ein Junge aus der weiteren Nachbarschaft am Sonntag mit seinem Skateboard und einer mitgebrachten Rampe auf dem leeren Supermarktparkplatz seine Runden dreht. Da könnte ich regelrecht Amok laufen, das macht mich richtig aggressiv.
Das Problem ist nur, dass man solche Störquellen im Vorfeld nur schwer erkennen kann. Nun habe ich Hoffnung, dass Nachbar-Motorrad irgendwann mal repariert ist oder den Weg alles Irdischen geht, dass der Junge irgendwann die Lust am Skateboarden verliert. Aber es wird neue Ärgernisse geben. Vor Jahren gab es hier schon mal so einen Skateboarder, der jeden Sonntag vorbeikam.
Man kann eigentlich nur versuchen, eine Wohnung zu finden, die von möglichst wenig Seiten mit möglichen Lärmquellen konfrontiert werden kann. Also möglichst weit oben, möglichst am Ende der Straße (idealerweise Sackgasse), möglichst außen gelegen. Aber ganz ausschließen lässt sich das Risiko wohl nicht.
Viele Grüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)


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