Ui, na das soll gerade nicht passieren.
Ich habe von dieser Technik der Übertreibung mal in einem anderen Zusammenhang gelesen. Sie soll dabei helfen, die eigenen Ängste in die richtige Relation zu rücken. Wichtig ist wohl, dass man sehr stark übertreibt, die REalität durchaus bis ins Groteske verzerrt.
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18.04.2011, 16:41Inaktiver User
AW: Mein Zuhause - der Ort des Schreckens
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18.04.2011, 16:42Inaktiver User
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18.04.2011, 16:51
AW: Mein Zuhause - der Ort des Schreckens
Koriandergrün,
nach unserem Urlaub hatte ich vor lauter innerer Unruhe tatsächlich Einschlafstörungen, da habe ich diverse Mittelchen ausprobiert. Wannenbad, 30km Radtour, Spaziergang, Schlaf-und Nerventee, Massage, Atemübungen, Homöopatische Mittel. Hat zum Glück geholfen - schlafen kann ich wieder....
Ich mache auch seit einiger Zeit Entspannungstraining und Yoga-Übungen - das tut mir gut.
CD ist halt für uns blöd, da wir ja zusammenschlafen und uns vorher noch unterhalten - aber als Single hatte ich immer dieselbe CD, deren Lieder ich auswendig konnte. Spätestens beim 5.Lied war ich meist im Reich der Träume.
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18.04.2011, 16:54
AW: Mein Zuhause - der Ort des Schreckens
Und wenn du sie dir auf einen Ipod ziehst und mit Ohrstöpseln friedlich einschlummerst? Das mache ich oft, da ich gerne Hörspiele zum Einschlafen höre, meinen Mann machen die aber aggressiv.
Sonst kann ich leider nichts dazu beitragen, außer, dass ich ein DG-Wohnungs-Fan bin, die Bewohner unter mir höre ich zwar manchmal, kann mir aber denken, dass die bei meiner Grobmotorik von mir sicherlich mehr mitkriegen (heute früh erst wieder beim schwungvollen Geschirrspülmaschinenausräumen *klirrrrrrrr*
)...
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18.04.2011, 16:54Inaktiver User
AW: Mein Zuhause - der Ort des Schreckens
Oh, ich weiß nicht so recht...!
Bei der TE habe ich eher den Eindruck, dass sie schon viel zu viel "macht für sich".
Es kommt mir so vor, als würde sie unter dem Deckmantel der Selbstfürsorge vermeiden, die Unruhe und Leere, die sich ggf. auftut, auch mal auszuhalten und zu akzeptieren.
Die gehört nämlich auch dazu zum Leben und kann einem mitunter ganz ganz leise und mit viel Geduld zu verstehen geben, woran es im Leben eigentlich mangelt.
Das kann alles mögliche sein.
Ich für mich habe in mir eine Art (sehr tief vergrabene) Menschenfurcht gefunden (was auch die Begründung gleich mitgeliefert hat dafür, warum mich nur menschliche Geräusche nervten und Vögel nicht. Und der große Freundeskreis ist da nicht unbedingt ein Gegenargument.)
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18.04.2011, 17:05
AW: Mein Zuhause - der Ort des Schreckens
Menschenfurcht - die habe ich auf jeden Fall! Schon von Kindesbeinen an. Auch heute noch, wenn ich nicht gerade mit mir im Reinen bin (also oft), denke ich, was die anderen über mich denken können/was sie mir antun können, etc..........
Das mit den unterschiedlichen Geräuschen - das trifft bei mir zu. Von Menschenhand erzeugte Geräusche sind schlimmer, als Vögelgezwitscher, Regen oder Straßenverkehr (von einer Schnellstraße mal abgesehen).....
Dieses Gefühl (Soldat auf Wachdienst) habe ich nämlich wegen der Angst, "was die Nachbarn nun schon wieder planen". Mensch, wenn ich das so schreibe, klingt das echt nach alter Hexe, die ich aber nicht bin und schon gar nicht sein will....
Aber es stimmt, Menschen machen mir erstmal Angst.
Blueserin: Wie bist du zu deiner Erkenntnis gekommen - einfach durch Sitzen und Nachdenken oder durch ein einmaliges Erlebnis, durch Reden mit Freunden?
Und vor allem: Was macht man mit seiner Angst - wie fühlt man sich irgendwo zu Hause?
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18.04.2011, 17:44
AW: Mein Zuhause - der Ort des Schreckens
Na, wenn du das so treffend für dich analysieren kannst, dann ist dein Wohnungsproblem wohl wirklich dein kleinstes.
Aber meinst du denn, dass du das verbannen möchtest- die Angst vor Anderen? Ist das nicht ein Teil von dir?
Mir scheint sowieso die ganze Zeit, dass du mit dir nicht im Reinen bist. Du bist nicht damit im Reinen, dass dich der Nachbar mit dem Rasenmäher stört oder der Hund. Du kannst dich nicht dafür leiden, dass dich das Baby nerven wird. Du magst es nicht, dass du dich in keiner Wohnung wohl fühlst. Aber das bist nun mal du.
Fang doch erst mal an dich selber mit deinen Macken anzunehmen. Dann kannst du Step by Step versuchen mit ihnen zu leben. "Menschenfurcht" wirst du sicher nicht einfach los, aber du kannst beginnen sie zu akzeptieren und mit ihr zu leben. Ich frage mich auch, ob es so erstrebenswert wäre diese Charaktereigenschaft loszuwerden.
Ich weiß nicht, aber für mcih klingt dieses Beispiel der Übersteigerung für dich sogar sehr hilfreich. Du kannst dich und deine Macken momentan gar nicht mit Humor oder Selbstironie betrachten- deshalb würdest du auch so ein Grimmen bekommen. Vielleicht versuchst du das wirklich mal- irgendwann wird es sicher so lächerlich, dass du über dich grinsen musst. Das wäre vielleicht hilfreich um sich ein bisschen mehr anzunehmen.
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18.04.2011, 17:48Inaktiver User
AW: Mein Zuhause - der Ort des Schreckens
Chennai,
wenn Dir das Bild des Gartens gefällt, dann kannst Du es nutzen. Stell Dir vor, Du hättest einen Garten, in dem es Dir momentan nicht gefällt. Was tust Du?
Erst einmal schaust Du ihn Dir genau an.
Übertragen: Du schaust mal, was es in Dir eigentlich gibt. Du hältst die Unruhe, das Unbehagen aus, ohne etwas zu tun, und wartest auf das, was sich in Dir, aus Dir heraus entwickelt, wenn es keine Verpflichtung, kein Programm gibt.
Der Weg aus der Angst führt immer erst einmal in sie hinein, und durch sie hindurch. Je mehr Du ihr ausweichst, desto grösser kann sie werden, und sich u.U. auch auf andere Lebensbereiche ausweiten, die bis jetzt noch unproblematisch sind.
Wenn Du Dich dem Angstgefühl zuhause stellst, hast Du die Chance, verschiedene Dinge heraus zu finden.
Beispielsweise, dass Dir nichts konkret Schlimmes passiert, und dass man diese Empfindungen durchaus aushalten kann.
Und auch, wo genau die Ursache für Dein Unbehagen, das Du momentan etwas diffus mit "zuhause" verknüpft hast, eigentlich steckt.
Wenn Du Dir gestattest wahrzunehmen, was in Dir los ist, kannst Du ein Bild davon entwickeln, was sich verändern könnte, was sich verändern müsste, und was bleiben darf. Dazu braucht es keinen blinden Aktionismus, sondern den Mut, Deinen Empfindungen Aufmerksamkeit zu schenken, und ihnen zu trauen. Was fühlt sich zuhause gut an, was nicht? Mit welchen Personen ist das verbunden?
Was kannst Du in der Situation, und ohne sie zu verlassen, für Dich tun?
Wie kommt es, dass es Dir bereits gedanklich so schwer fällt, im Hier und Jetzt zu bleiben, und dieses zu einem angenehmen Ort zu machen? Warum musst Du konstant in Bewegung, unterwegs sein? Wenn Du Dir beispielsweise Gedanken um das machst, was die Nachbarn planen könnten, nimmst Du gedanklich eine unangenehme Vorstellung vorweg, und begibst Dich hinein, während tatsächlich und akut gar nichts Beunruhigendes passiert, und möglicherweise das, was Du fantasierst, nie eintritt. Du schaffst also den Reiz, der Dich alarmiert, selbst - und kannst auch damit aufhören. Dazu gehören Mut, Übung, und entsprechend auch Disziplin.
Leichter für Dich ist es momentan wegzulaufen, und Deine Unruhe externen Reizen zuzuschreiben. Je mehr Wege Du findest, Dich selbst wahr zu nehmen, desto grösser ist die Chance, dass Du den eigentlichen Quellen auf die Spur kommst, und die Stellvertreter los lassen kannst.
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18.04.2011, 18:50
AW: Mein Zuhause - der Ort des Schreckens
vielleicht leidest du unter einer hochsensibilität?
lg
legrain
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18.04.2011, 18:59
AW: Mein Zuhause - der Ort des Schreckens
Ja genau, ich habe einfach angefangen, die Geräusche bewusst auszublenden. Damals hatte ich die Segnung der Ohrstöpsel noch nicht entdeckt. Ich war im Ausland, konnte die Sprache nicht und wusste nicht mal, wo ich hätte klingeln müssen, weil die Wohnungsaufteilung in dem Haus so undurchsichtig war. Und so habe ich halt irgendwie gelernt, damit zu leben.
Heute nehme ich meist Ohropax, weil ich in meiner Wohnung auch diversen Lärmquellen ausgesetzt bin (nachbarliches Fernsehen, durchaus zimmerlaut, aber eben durch dünne Wände zu hören, Zulieferer zum Supermarkt gegenüber morgens um sechs, etc.). Beim Kauf meiner neuen Wohnung habe ich aber sehr genau hingeschaut, welche möglichen Lärmquellen es geben könnte. Alles lässt sich wohl nie ausklammern, und Menschen machen nun mal Geräusche, die man auch hört, wenn man auf relativ engem Raum zusammenlebt. Aber ein paar Punkte lassen sich schon vorsorglich durch eine geschickte Wahl der Wohnung ausschließen. Und so hege ich Hoffnung.
Viele Grüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)




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