Hallo Iris,
dein Thread kommt für mich gerade richtig und eure Antworten sind interessant
Ich habe seit 2 Monaten einen neuen Partner, der lieb ist, aufmerksam und sensibel. Alles was ich von meiner vorherigen Beziehung und von meinen Eltern nicht kenne. Aber anstatt froh zu sein einen sehr lieben Menschen getroffen zu haben, funken mir alte Gefühle wieder dazwischen..
Ich bin nicht mehr selbstsicher, kann nicht mehr alleine sein und habe Verlustängste und verwandle mich wieder zum kleinen Mädchen.
z. B. wenn wir nicht gleich ausmachen, wann wir uns wieder sehen, dann kommen mir sofort zweifel und ich habe angst, dass er mich nicht mehr sehen möchte (und das nach einem sehr schönen Wochenende)
Wenn er alleine weggeht mach ich mir keine Gedanken was er macht, aber sobald ich auf eine Antwort-SMS ein paar Stunden warten muss, kommen mir die zweifel..
Auch bin ich wieder total sensibel und alte Wunden, die ich verarbeitet geglaubt habe, brechen wieder auf...
Grüße
alina
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24.04.2011, 13:47
AW: Mein inneres Kind - wenn ich eine tiefe Beziehung eingehe
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25.04.2011, 12:46
AW: Mein inneres Kind - wenn ich eine tiefe Beziehung eingehe
Liebe Alina,
das freut mich, dass Du Dich hier angesprochen fühlst.
Deinen Schilderungen zufolge klingt es wirklich nach der kleinen Alina, die große Angst davor hat, verlassen zu werden ?
Ich kenne diese Ängste selbst sehr gut, ich kann jedoch mittlerweile sagen, dass ich seit der Trennung ein gutes Stück dazu gelernt habe - und ein kleines Stücken mehr auf mich / in mir vertrauen kann.. (habe sehr viel an Persönlichkeitsentwicklung gemacht in der kurzen Zeit, näheres gerne per PN)
Ich habe mir das Buch von John Bradshaw "Das Kind in uns" gekauft. Es gibt auch noch ein sehr bekanntes zu dem Thema" Aussöhnung mit dem inneren Kind" - beide Bücher sind "typische amerikanische Selbsthilfeliteratur" - haben jedoch sehr gute hilfreiche Ansätze.
In dem Buch von Bradshaw gibt es auch Meditationstexte, die helfen, mit dem inneren Kind Kontakt aufzunehmen, das finde ich persönlich sehr hilfreich. Ich werde gleich mal googeln, es gibt sicherlich auch noch Mediations-Cd zu dem Thema.
Ich bin ja mehr die Pragmatikerin, bin mir unklar, ob Dir das jetzt konkret weiterhilft ?
Die Mitschreiberinnen in diesem Strang sind alle sehr hiflsbereit und liebevoll, ev. erhältst Du noch mehr Input..
LGGeändert von Iris73 (25.04.2011 um 15:59 Uhr)
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25.04.2011, 16:06
AW: Mein inneres Kind - wenn ich eine tiefe Beziehung eingehe
Hallo an alle,
ich hänge heute an dem Begriff "Augenhöhe"...da mir klar wurde, dass ich bisher mir stets Partner gesucht habe, die äusserlich männlich und integer und erfolgreich und besonders attraktiv, anziehend wirkten, - im Kern der Entwicklung jedoch stecken geblieben - im hinblick auf deren Reife - also kleine Jungs waren - die sich weigerten zu WACHSEN, oder sich Dinge anzuschauen. Dann tauchte auf einmal ein Kontrollzwang auf, oder eine Suchtproblematik, oder die Erniedrigung anderer Frauen - was ich alles anfangs nie wahrgenommen habe, sowas ist ja auch versteckt, udn wir alle haben "unsere Leichen im Keller" - nur bin ich immer an Aufräumen interessiert.
Was wurde mir genau gespiegelt ?
Andrerseits fühlte ich mich immer ganz schnell diesen haushoch überlegen, was ich ent-täuschend fand, da ich doch was anderes erwartete.
Klingt einbisschen kompliziert, aber ich habe das Gefühl, das da der Schlüssel meines "Männer-Musters" liegt. Es scheint auch immer noch eine Rolle zu spielen, dass ich meinen Vater als Kind idealisierte und immer noch idealisiere (?) Ich bin mir noch im unklaren, wie all dies miteinander zusammenhängt und welche Rolle die kleine Iris dabei spielt.
Ich SEHNE mich nach Augenhöhe mit einem MANN/PARTNER- habe aber mittlerweile große Zweifel, ob das gelingen könnte - und WIE fühlt sich das überhaupt an ? Irgendwie ist mir in diesem Punkt immer ein Ungleichgewicht da.
Eventuell habt Ihr Ideen dazu ?Geändert von Iris73 (26.04.2011 um 08:54 Uhr)
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25.04.2011, 22:45Inaktiver User
AW: Mein inneres Kind - wenn ich eine tiefe Beziehung eingehe
Na, holla! Du warst ja fleißig!

Da stecken für mich ziemlich viele Bereiche und Themen drin - miteinander verknüpft natürlich, sonst wäre es ja langweilig ...
Banal zusammengefasst:
- Partner mit Entwicklungspotential in einigen Bereichen, die Du
- nicht gesehen hast / oder gesehen haben willst
- Du musst Aufräumen / meinst, das Du Aufräumen musst
Ich halte das alles ja weniger für einen Zufall (war´s bei mir jedenfalls nicht).
Ich behaupte daher: Du hast ganz genau gewusst, wonach Du suchst.
Iris, ich meine natürlich eine Meta-Ebene: Dir als normal im Leben stehender Mensch ist das nicht bewusst - aber ein Teil von Dir hat genau gewusst, wonach er sucht und wen er sich dafür aussucht.
Und dieser Teil hat (noch) einen guten Grund für diese Wahl.
Finde ich verflixt klug, dass Du Dir das anschaust.Was wurde mir genau gespiegelt ?
Andrerseits fühlte ich mich immer ganz schnell diesen haushoch überlegen, was ich ent-täuschend fand, da ich doch was anderes erwartete.
Mal ausgehend von dem, was ich oben schrieb: Ein Teil von Dir hat sich diese Konstellationen genau ausgesucht.
Was wäre passiert, wenn Du nicht "enttäuscht" worden wärest? Was, wenn Du einen Partner auf Augenhöhe gefunden hättest?
Wie würde sich das anfühlen für Dich?
Kann irgendwer Papi das Wasser reichen? War Papi eigentlich wirklich so perfekt?Klingt einbisschen kompliziert, aber ich habe das Gefühl, das da der Schlüssel meines "Männer-Musters" liegt. Es scheint auch immer noch eine Rolle zu spielen, dass ich meinen Vater als Kind idealisierte und immer noch idealisiere (?) Ich bin mir noch im unklaren, wie all dies miteinander zusammenhängt und welche Rolle die kleine Iris dabei spielt.
Und wenn ja - welche Eigenschaften haben Deinen Papi denn so ideal gemacht?
Ich stelle so viele Fragen, weil ich gerade nicht genau weiß, in welche Richtung Du (und die kleine Iris) möchtet.Geändert von Inaktiver User (26.04.2011 um 10:25 Uhr)
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26.04.2011, 10:47
AW: Mein inneres Kind - wenn ich eine tiefe Beziehung eingehe
Hallo liebe Iris,
habe Deinen Beitrag mit offenem Mund gelesen, das hätte von mir stammen können.
Darf ich auch was von meiner Geschichte schreiben?
Bin seit knapp einem Jahr in einer Beziehung mit einem um einiges jüngeren Mann (er Ende 20, ich Anfang 40). Die davorliegende Ehe ist in einem Knall geendet, als ich rausfand, dass er mich betrogen hatte.
Hab mir viel Zeit genommen, dass Beendete zu verarbeiten, aber mittlerweile drohen meine Selbstzweifel und die Zweifel an der jetzigen Beziehung übermächtig zu werden.
Mein aktueller Partner ist fürsorglich und aufmerksam, wir verbringen (trotz der Tatsache, dass wir nicht zusammen wohnen) sehr viel Zeit miteinander. Wenn es die Zeit erlaubt zu zweit oder auch "Alltag" mit unseren jeweiligen Kindern.
Jedes Mal, wenn er alleine ausgeht, beruflich oder privat ein paar Tage wegfährt, bekomme ich ganz furchtbare Zweifel. Er schreibt, wenn er weg ist, haufenweise Mails und Sms, auch oft, wie glücklich er mit mir ist und wie verliebt.
Aber all das macht mich nicht froh. Ich habe dann "Kopfkino" und daraus resultierend so starke Zweifel an ihm, an seinen Gefühlen für mich und letztendlich auch an mir.
Ich habe schon versucht, die Ursache hierfür zu ergründen.
Der Ansatz mit dem "inneren Kind" hat mir sehr gut gefallen, da könnte etwas dran sein, weil ich mich nämlich auch wie ein Kind fühle und teilweise auch so reagiere.
Im Gegensatz zu früher, möchte ich mich diesem Partner öffnen, ihn an meinem Gefühlsleben teilhaben lassen und spüren, ob er dann die Flucht ergreift oder mich so nimmt wie ich bin.
Beispiel für eine aktuelle "Kind"-Reaktion:
hatten letzte Woche ein Gespräch, in dessen Verlauf ich offen zugegeben habe, dass ich neidisch auf ihn bin. Er hat (im Gegensatz zu mir) durch seine familiäre und sonstige Situation viele Freiheiten, kann seinen Interessen nachgehen; eine Beziehung führen, aber trotzdem, wenn er Lust darauf hat, mit seinen Kumpels ausgehen usw. Am Wochenende zuvor war er mit einem Freund unterwegs (Kneipe, Disco).
Sowas hätte ich früher nie zugegeben, da es a) ein "negatives" Gefühl (Neid) ist und ich b) immer angenommen hätte, dass es mich meinem Partner gegenüber verletzbar und angreifbar macht
Seine Reaktion (Zuhören, sagen, dass er es nachvollziehen kann und feststellen, dass meine Situation momentan ja nicht zu ändern sei) fand ich daneben. Habe ich ihm auch gesagt. Er antwortete darauf, durch derartige Äußerungen, bekomme er allmählich das Gefühl, dass er sich einfach nicht richtig (aus meiner Sicht) verhalten könne.
Ich glaube dieses Gefühl, habe ich meinem vorherigen Partner auch massiv vermittelt :-(
War danach völlig wütend, weil er sich irgendwann zum Schlafen hinlegte und ich wegen dieser ganzen Sache keinen Schlaf finden konnte.
Meine Reaktion (zum Glück kennt mich hier keiner, deswegen schreibe ich das alles auch so offen auf): ich habe sein Handy kontrolliert und festgestellt, dass er an dem besagten Abend, in der Zeit als er mit seinem Freund unterwegs war, ca. 30 sms in einem Zeitraum von 4 Stunden mit diesem gewechselt hat. Da habe ich mich natürlich gefragt, warum er mit dem Freund simst, mit dem er zusammen unterwegs war und das ganze Kopfkino ging wieder los (er hat mit dem Freund gesimst, weil er gar nicht mit dem unterwegs war, sondern mit wem denn dann?, die betreffende Telefonnummer ist nicht die seines Freundes, sondern von irgendeiner anderen Frau???).
Ich habe ihn nicht darauf angesprochen und mit meinem Verdacht konfrontiert, nur ein wenig hinterhältig nachgefragt, wie der Abend denn so abgelaufen sei. Er hat mir alles Mögliche erzählt, das Detail mit dem Freund, mit dem er gesimst hat, nicht erwähnt.
Obwohl ich sagen kann, dass mein Partner und seine Kumpels alle mit sms-Flat ausgestattet sind und (für mich unverständlich) ziemlich viel und auch (nach meiner Ansicht) "nutzlos" rumsimsen, kommt mir das aber schon ziemlich merkwürdig vor.
Hab in einem früheren Fall (es ging auch um sms, die er mit einer Bekannten gewechselt hatte), ziemlich daneben gelegen. Hatte da ebenfalls ein furchtbar schlechtes Gefühl, aber er hatte eine völlig plausibel und harmlose Erklärung. Die ich auch letztendlich akzeptiert habe.
Bin ich ein Fall für den "Münchhausen-Thread" oder einfach nur völlig daneben?
Ich merke gerade ( zumindest fühlt es sich so an), dass sich durch meine Gefühle und mein Verhalten die Beziehung verändert. Ich möchte aber nicht der Einzige sein, der Probleme in dieser Beziehung hat bzw. diese aufwirft, wenn ihr versteht, was ich meine. Fühle mich dadurch völlig hilflos, unterlegen und bedürftig.
Bitte um Eure Einschätzung,
herzliche Grüße
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26.04.2011, 10:50
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26.04.2011, 10:58
AW: Mein inneres Kind - wenn ich eine tiefe Beziehung eingehe
genau das ist mein Problem, ich kann es einfach nicht unterscheiden: richtiges Bauchgefühl oder völlig überdrehtes Kopfkino?????
und die Art und Weise, wie ich versuche, mir Gewissheit zu verschaffen, schätze ich als absolut schädlich für meine Beziehung ein (Kontrolle, Nachspionierung und dem Partner schließlich das Gefühle geben, dass ich ihm nicht vertraue)
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26.04.2011, 11:03Inaktiver User
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26.04.2011, 12:01
AW: Mein inneres Kind - wenn ich eine tiefe Beziehung eingehe
Die Reaktion, die ich mir gewünscht hätte, rein vom Gefühl her und in dem festen Wissen, dass sie unrealistisch ist: eine Art von Solidarität.......zu sagen, dass er nicht mehr alleine ausgeht, weil es ihm ohne mich sowieso keinen Spaß macht
Etwas realistischer: mich trösten, in den Arm nehmen.......mir vermitteln, dass er zwar ausgeht, aber dass das für unsere Beziehung keine Gefahr darstellt in dem Sinne, er könne sich in eine andere Frau verlieben
Verständlich?
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26.04.2011, 13:34Inaktiver User
AW: Mein inneres Kind - wenn ich eine tiefe Beziehung eingehe
Rational ja. Aber eigentlich auch nicht, denn ich finde das furchtbar einengend und "Beziehung nach Drehbuch". Ich finde die Reaktion Deines Partners nämlich sehr schön, sie zeugt von Solidarität, ist aber auch realistisch, denn es gibt ja auch neben einer Partnerschaft vieles, was Spaß macht. Und das schmälert die Solidarität keinesfalls.
Ich weiß nicht, ob das "innere Kind" hier Dein Thema ist - kennst Du diese Gefühle aus anderen Beziehungen? Ansonsten ist meine Vermutung, dass die Erfahrung, dass in Deiner Ehe Du betrogen wurdest, Hintergrund Deiner Gefühlswelt ist. Die Angst, dass er sich in eine andere verlieben könnte...
Vielleicht wäre ein eigener Strang sinnvoller?


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