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  1. Inaktiver User

    AW: Mein inneres Kind - wenn ich eine tiefe Beziehung eingehe

    Zitat Zitat von Gedankenkarussell Beitrag anzeigen

    Insofern sehe ich immer nicht, warum ich anscheinend diese Bestätigung oder Anerkennung von außen suche.
    Vielleicht fehlen Dir in der Tat Erfahrungen?

    Ich kenne von mir Momente, in denen das Herz richtig ist, aber der Körper nicht.
    Solche, in denen der Verstand ja schreit - aber das Herz nicht.

    Na, ihr wisst schon, wie man das weiter durchmischen kann...


    Erfahrung ist keine einseitige Sache, und: Erfahrung kann man nicht denken. Sie ist sinnlich. Und ziemlich ganzheitlich.

    Vielleicht fehlt Dir das, Gedankenkarussell.

  2. Inaktiver User

    AW: Mein inneres Kind - wenn ich eine tiefe Beziehung eingehe

    Liebe Gedankenkarussell,

    zuerst einmal:

    Es würde mich wirklich interessieren, warum Du den Begriff "Anerkennung" über Deinen Beitrag gesetzt hast und was dieses Wort mit Dir zu tun hat, außer, dass Du Dich momentan sehr damit beschäftigst, wie Du ja auch erwähnt hast. Warum beschäftigt es Dich denn so?

    Und:

    Zitat Zitat von Gedankenkarussell Beitrag anzeigen
    Aber wisst ihr, was komisch ist?

    Ich MAG mich selbst. Sehr sogar. Ich fühle mich wohl in meiner Haut, ich finde mich total gut wie ich bin. Ich sehe meine Macken, aber ich nehme sie mir nicht übel.
    Ich glaube Dir, dass Du Dich magst und Dich wohl in Deiner Haut fühlst. Auch, dass Du Deine Macken siehst und sie Dir nicht übel nimmst. Das alles glaube ich Dir. Nur:

    Das ist nicht genug. Das kratzt nur ein wenig an der Oberfläche. Das geht nicht wirklich bis ins tiefste Innere. Zwischen "sich mögen" und "sich lieben" besteht ein himmelweiter Unterschied. Wie würde sich das übrigens anhören, wenn Du einem Mann genau diese Worte sagen würdest? Einem Mann, der darum bangt und darauf hofft, von Dir wirklich geliebt zu werden? Wie würde es sich anhören, sagtest Du ihm: "Also, weißt Du, ich mag Dich! Sehr sogar! Ich fühle mich wohl mit Dir und finde Dich total gut, wie Du bist. Ich sehe Deine Macken, aber ich nehme sie Dir nicht übel!" Ist das Liebe? Fühlt sich das nach richtiger Liebe an? Wolltest Du das umgekehrt aus dem Munde von einem Mann hören, von dem Du geliebt werden möchtest? Würde Dir das reichen?

    Es geht nicht darum, von sich sagen zu können, "ich mag mich", obwohl das schon ein Schritt in die richtige Richtung ist. Es geht darum, sich absolut und bedingungslos so annehmen zu können, wie man ist. Gerade die eigenen Schwächen zu sehen, sie aushalten zu können, ohne vor Scham in den Boden zu versinken. Oder die Schwächen wegreden oder beschwichtigen zu wollen. Sie sind wie sie sind. Und dann nicht nur sie "aushalten können", sondern gerade dann, wenn man mal wieder etwas in den Sand gesetzt hat oder eine Charaktereigenart, die man nicht so an sich mag, zum Vorschein gekommen ist, sich dennoch absolut bejahen zu können. Sich dann wie ein Kind, das hingefallen ist, selbst an die Hand nehmen zu können, aufs blutende Knie ein Pflaster draufzukleben und sich selbst ein Eis zu kaufen, wie bejahende, zugewandte und mitfühlende Eltern es getan hätten, hätten wir solche gehabt.

    Es geht um die absolute und unerschütterliche innerliche Gewissheit, angenommen und bejaht zu sein, egal, in welche Fettnäpfchen man tritt, egal, was passiert. Eine Gewissheit, die von innen nach außen strahlt und die nicht darauf angewiesen ist, von außen bestätigt zu werden, denn, man weiß ja selbst, dass man "gewollt" und so in Ordnung ist, wie man ist.

    Das heißt mitnichten, sich zu einem "Egomonster" zu verwandeln, das sich selbst nur noch "wahnsinnig toll" findet. Das heißt im Gegenteil, gerade WEIL ich mich so annehmen kann, wie ich bin (abgedroschener Ausdruck), mich bejahen kann, dann kann ich auch andere tatsächlich bejahen. Und kann damit gleichzeitig meine eigenen Grenzen und die der anderen besser spüren, sehen und akzeptieren. Weil ich plötzlich sehe und akzeptiere, wie ich bin, SEHE ich auch meine Begrenzungen. Und das ist gut!

    Klar, es gibt Momente, in denen das anders ist. Heute finde ich meine Ambivalenz und Unentschlossenheit furchtbar anstrengend.
    Ja, manchmal wird diese Gewissheit verdunkelt und man verliert die Orientierung. Dann geht das Ringen mit sich selbst wieder los. ABER: Genau dann gilt es, innezuhalten, sich selbst wie einem Kind, bzw. das inneren Kind, das man selbst noch ist, zu trösten und zu sagen "Du bist grade ziemlich verwirrt, mein Schatz, gell? Das wird wieder besser! Komm'schon! Alles nicht so schlimm! Schau'mal: da fliegt ein Schmetterling! :-)" Und sich wieder Gutes tun! Man sollte sich selbst sowieso unentwegt Gutes tun und liebevoll mit sich selbst umgehen!


    Aber im Großen und Ganzen: Ich finde ich mich gut. Ich finde mich liebenswert. Ich weiß, dass ich bei anderen Menschen gut komme. Ich lächele viel, darum mögen mich die Leute.
    Und da ist es wieder: "im Großen und Ganzen". Also gibt es noch einen letzten Rest seiner selbst, zu dem man immer noch nicht stehen und ihn akzeptieren kann...

    Ganz besonders die nachfolgenden Sätze geben mir zu denken: Warum sagst Du nicht: "Ich BIN gut!" "Ich BIN liebenswert"! Stelle Dich mal vor den Spiegel und sag das und schau Dir dabei in die Augen. Merkst Du einen Unterschied, wenn Du sagst: "Ich finde mich liebenswert." und "Ich bin liebenswert." ? Probier's mal aus!

    Dann noch: "Ich weiß, dass ich bei anderen Menschen gut komme." Da haben wir sie wieder, die Sicht von aussen nach innen, also der Blick der Leute auf Dich selbst anstatt DEIN Blick auf die Leute. Was kümmern Dich die Leute? Würdest Du dich "weniger gut finden" , wenn Du bei anderen Menschen nicht so gut kämst? Wie findest denn DU die anderen Leute? Dreh doch mal den Spieß um!

    Und als Letztes: "Ich lächle viel, darum mögen mich die Leute." Hieße das im Umkehrschluss, dass die Leute Dich nicht mögen würden, wenn Du traurig bist und dies zeigen würdest? Wo darfst Du Deine Trauer zeigen?
    Das erinnert mich an damals, in der Schule, als einmal ein Lehrer auf die Frage meiner Eltern bei einem Elternabend, "wie ich denn so wäre im Unterricht", geantwortet hat: "Na, sie lacht sehr viel" Und dabei war ich in dieser Phase ein tieftrauriges Kind. Mir war das damals nur nicht wirklich bewusst.

    Sorry fürs Zerpflücken Deines Beitrags!

    PS: Ich finde übrigens nicht, dass es an der mangelnden Erfahrung liegt, wenn Du immer wieder dieses Bedürfnis verspürst, durch diese ganzen Ver-liebesgeschichten von Männern Anerkennung zu bekommen. Aber DASS du einen Mangel verspürst, allerdings von ganz anderer Art, das glaube ich wohl. Vielleicht den Mangel, nicht erfahren zu haben, wie es ist, als Kind bedingungslos geliebt worden zu sein. Vielleicht ist es das und lässt Dich immer wieder suchend an immer neue Wände rennen. Vielleicht. Aber ich kenne Dich ja nicht! Vielleicht ist es auch anders. Bei mir war es jedenfalls so....

  3. User Info Menu

    AW: Mein inneres Kind - wenn ich eine tiefe Beziehung eingehe

    Hallo Bruenette,

    ich habe mit Begeisterung Deinen letzten Beitrag gelesen. Ich habe mich in letzter Zeit bedingt durch eine Trennung und einer großen Lebenskrise für mich, mit dem Thema inneres Kind beschäftigt.
    Du schreibst:
    Ja, manchmal wird diese Gewissheit verdunkelt und man verliert die Orientierung. Dann geht das Ringen mit sich selbst wieder los. ABER: Genau dann gilt es, innezuhalten, sich selbst wie einem Kind, bzw. das inneren Kind, das man selbst noch ist, zu trösten und zu sagen "Du bist grade ziemlich verwirrt, mein Schatz, gell? Das wird wieder besser! Komm'schon! Alles nicht so schlimm! Schau'mal: da fliegt ein Schmetterling! :-)" Und sich wieder Gutes tun! Man sollte sich selbst sowieso unentwegt Gutes tun und liebevoll mit sich selbst umgehen!

    Was mich zu diesem Thema `ich nehme mich an, auch meine Grenzen und Makel` sehr beschäftigt,ist die Frage, wenn ich aber vor allem die Makel moralisch verändern möchte bzw. meine Defizite verringern möchte, steht das nicht im Zwiespalt zum Annehmen? Z.B. Neidgefühle oder Einsilbigkeit oder geringe Empathie, etc. Wie gehe ich mit meinen Vorstellungen um, ich möchte ein besserer Mensch sein, mit weniger negativen Gefühlen (oder eher missgünstigen Gedanken)? Es stehen da ein Idealbild und ein reales Ichbild gegenüber.
    LG Baerbel

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    AW: Mein inneres Kind - wenn ich eine tiefe Beziehung eingehe

    Hallo Baerbel,

    interessanter Punkt, an den ich auch immer mal wieder stoße. Und ich merke dann, dass die Teile, die ich an mir nicht mag, auch daraus resultieren, dass es mir mit irgend etwas nicht gut geht. Sie sind menschlicher Ausdruck bestimmter Unzufriedenheiten - nicht schön, aber eben menschlich.

    Wenn ich dann weniger böse und erzieherisch mit mir umgehe, weniger streng, sondern genau hinschaue, woher denn die Missgunst kommt, lösen sich diese Dinge oft von alleine.

    Ich bin ja nicht gern missgünstig oder auch manchmal nur zu erschöpft, um für andere da zu sein, sondern weil ich in manchen Dingen nicht stabil genug bin. So habe ich gemerkt, als ich letztens einen rundum schönen Tag hatte, wie gern ich dann wieder für andere da war, wie gern ich meine Liebe und Fürsorge gezeigt habe, wie wenig missgünstig ich war und wie sehr ich mich über das Glück anderer freuen konnte. Da merkte ich: es steckt in mir. Es ist nur verschüttet, wenn ich selbst nicht stark genug bin. Wenn ich mich dann immer noch schelte, dass ich in meiner Schwäche auch noch negative Eigenschaften zeige, wird das nicht besser, sondern schlimmer. Besser wird es erst, wenn ich die Ursachen beseitige. Deine Beispiele klingen für mich nach Erschöpfung, nach wenig Kraft für andere, nach manche Dinge nicht gelernt haben. Wenn du aber Kraft tankst, wirst du vielleicht ganz von selbst ein bisschen mehr Ideal? Bis dahin solltest du stolz sein, dass du so ein Ideal überhaupt hast und nicht wie viele Menschen gar nicht siehst, dass du derzeit ein wenig zu egoistisch bist. Aber es ist eben nicht "zu egoistisch", weil du es durchaus erkennst, sondern vielleicht einfach das, was du gerade dringend brauchst?

    Hoffe ein bisschen geholfen zu haben
    LG Pyra

  5. Inaktiver User

    AW: Mein inneres Kind - wenn ich eine tiefe Beziehung eingehe

    Zitat Zitat von baerbelmeier Beitrag anzeigen
    Was mich zu diesem Thema `ich nehme mich an, auch meine Grenzen und Makel` sehr beschäftigt,ist die Frage, wenn ich aber vor allem die Makel moralisch verändern möchte bzw. meine Defizite verringern möchte, steht das nicht im Zwiespalt zum Annehmen?
    Nein, das ist kein Widerspruch, auch wenn es sich auf den ersten Blick so anfühlen mag. Wenn man eine Eigenschaft an sich ändern möchte, dann ist es äußerst kontrapoduktiv, sie einfach "weghaben" zu wollen. Denn das bedeutet, dass Du einen Teil Deines Selbst ablehnst.

    Dann bist Du "im Krieg" mit Dir - und verständlicherweise werden auch Abwehrmechanismen auf den Plan gerufen.
    Mit Ablehnung eines inneren Anteils störst Du Deine eigene Integrität.

    Kennst Du das Prinzip von Aikido (oder ähnlichen Sportarten)? Die Kraft des Gegners wird umgeleitet - und eben angenommen.

    So ähnlich ist das mit dem Annehmen unliebsamer Eigenschaften auch. Aikido für die Seele, sozusagen.

  6. Inaktiver User

    AW: Mein inneres Kind - wenn ich eine tiefe Beziehung eingehe

    Zitat Zitat von baerbelmeier Beitrag anzeigen
    (...) Was mich zu diesem Thema `ich nehme mich an, auch meine Grenzen und Makel` sehr beschäftigt,ist die Frage, wenn ich aber vor allem die Makel moralisch verändern möchte bzw. meine Defizite verringern möchte, steht das nicht im Zwiespalt zum Annehmen? Z.B. Neidgefühle oder Einsilbigkeit oder geringe Empathie, etc. Wie gehe ich mit meinen Vorstellungen um, ich möchte ein besserer Mensch sein, mit weniger negativen Gefühlen (oder eher missgünstigen Gedanken)? Es stehen da ein Idealbild und ein reales Ichbild gegenüber.
    LG Baerbel
    Ich versuch' mal eine Antwort, obwohl ich selbst darüber auch noch nicht ganz klar bin, weil ich "Sich annehmen" und "An sich arbeiten" manchmal immer noch, insbesondere wenn ich unter Stress gerate, als Widerspruch wahrnehme, obwohl ich es ja inzwischen weiß (bzw. besser "fühle" ), dass das nicht stimmt.

    Dabei finde ich, dass in nachschlags Antwort schon so ziemlich alles drinsteht.

    Ja, man ist im Krieg mit sich selbst ,wenn man bestimmte Eigenschaften oder Verhaltensweisen "weghaben" möchte. Das geht aber nicht, d.h. , manche Dinge werden sich ändern lassen, manche halt nicht. Auch die Idee des Aikido für die Seele gefällt mir gut! Das muss ich mir merken! :-) Allerdings weiß ich nicht genau, wohin ich denn z.B. die Kraft der Eigenschaft "Neid" hin fliessen lassen könnte, sobald ich diesen spüre. "Neid" ist momentan eines meiner wichtigen Themen...

    Also, ich glaube inzwischen, dass man das "sich schlechte Eigenschaften/Verhalten abtrainieren-wollen" zunächst einmal ganz einfach bleiben lassen soll. Einfach mal damit aufhören, bei den kleinsten Anzeichen von etwas, was man nicht an sich mag, und es kommt an die Oberfläche, sofort daran herum doktorn oder es bewerten zu wollen. Einfach mal zuerst durchatmen, es anschauen und dann sagen: "Ok, das gefällt mir jetzt zwar nicht, aber so bin ich halt auch." Es also so "sein lassen", wie es ist.

    So, und danach wird's schwer für mich, ganz konkret sagen zu können, was ich tun kann, wenn es darum geht, sich anzunehmen und sich trotzdem (positiv) verändern zu wollen.

    Vielleicht so: Mir kommt das Bild des Fahrradfahrenlernes in den Sinn. Wisst ihr noch, wie es war, als man das Fahrrad fahren lernte? Ich habe das (ich war so ungefähr sieben Jahre alt) ganz oft probiert, bevor es letztendlich geklappt hat. Erst habe ich versucht, überhaupt mal das Gleichgewicht zu halten, ohne gleich umzufallen, habe mich immer mit den Füßen abgestoßen, um einfach mal ein Stück zu rollen und irgendwann konnte ich in die Pedale treten und konnte losbrausen. Was für ein Gefühl!!!! Dabei stand mir damals meine Patentante zur Seite. Mit viel Geduld, Gelassenheit und Liebe - und auch Lachen - hat sie mich immer wieder ermuntert, nicht aufzugeben und es immer wieder zu probieren.

    Vielleicht sollten wir es mit unseren "schlechten Eigenschaften/Verhaltensweisen" auch so machen. Sie betrachten als eine Leerstelle, als Zeichen für etwas, "was man noch nicht kann" (aber deswegen ist man kein schlechter Mensch!!), und dann mit viel Geduld, Gelassenheit und Liebe, aber nie nie niemals mit Gewalt oder Drohungen, etwas Neues, eine neue positive Verhaltensweise, die uns gut tut, in unser Leben zu lassen, etwas Neues, was dann das "Alte", was uns nicht gut getan hat, verdrängt...
    Hm.

    Das war das Wort zum Pfingstmontag.

    Geändert von Inaktiver User (13.06.2011 um 14:44 Uhr)

  7. User Info Menu

    AW: Mein inneres Kind - wenn ich eine tiefe Beziehung eingehe

    Hallo Ihr lieben Schreiberinnen,

    gestern habe ich mal in meinen Unterlagen geschaut und ein Bild gefunden, das mir mal eine gute "Helferin" erstellt bzw. erklärt hat. Sie hat mir gesagt, am liebsten würde sie das Idealbild was in vielen von uns steckt (egal wo es herkommt) verbannen und dann gibt es nur noch das Ich und ein Überich. Das macht das Annehmen einfacher, dass negative Eigenschaften einfach zu uns dazu gehören. Auch finde ich das Wort erforschen in Bezug auf Annehmen sehr schön. Erforschen hat etwas mit Neugier, Wissbegierde und Unbekannten oder Unvoreingenommenheit zu tun. Ich versuche jetzt häufiger, wenn unangenehme oder schmerzhafte Gefühle auftreten, diese zu erkunden, ohne dabei zu sehr in der Vergangenheit zu verbleiben. Eher - was spüre ich und was will es mir sagen.
    Mein inneres Kind- ja, damit werde ich mich langsam mehr und mehr beschäftien.
    LG Baerbel

  8. Inaktiver User

    AW: Mein inneres Kind - wenn ich eine tiefe Beziehung eingehe

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Allerdings weiß ich nicht genau, wohin ich denn z.B. die Kraft der Eigenschaft "Neid" hin fliessen lassen könnte, sobald ich diesen spüre. "Neid" ist momentan eines meiner wichtigen Themen...
    Wie wäre es, wenn Du Deinem "Neid" mal einen anderen Namen gibst?

    Sehnsucht, zum Beispiel. Deine Sehnsucht.

    Und es sieht, von außen, genau so aus, als hätten die anderen das, was Du gern hättest.
    Viel besser: Als hätten die das, was Du brauchst.

    Weißt Du, was Du brauchst? Kannst Du in Deinem eigenen Neid lesen, was Du wirklich für Dich benötigst? Wohin Du gehen, was Du tun sollst?

    Ich meine: Ja. Das steht drin. Und Du kannst lesen, Bruennette.

    Das, was Du ersehnst und brauchst, liegt in Deinem Neid.

    Bewerte ihn nicht - und dann wird das hier leichter:

    Also, ich glaube inzwischen, dass man das "sich schlechte Eigenschaften/Verhalten abtrainieren-wollen" zunächst einmal ganz einfach bleiben lassen soll. Einfach mal damit aufhören, bei den kleinsten Anzeichen von etwas, was man nicht an sich mag, und es kommt an die Oberfläche, sofort daran herum doktorn oder es bewerten zu wollen. Einfach mal zuerst durchatmen, es anschauen und dann sagen: "Ok, das gefällt mir jetzt zwar nicht, aber so bin ich halt auch." Es also so "sein lassen", wie es ist.
    Und diese Übung, die Du da so wunderbar beschrieben hast - die ist ziemlich essentiell. Und begegnet einem immer und immer wieder.
    Oder hat hier jemand geglaubt, sie sei mit "einmal bestehen" erledigt?

    Ich habe mich damit angefreundet, dass sie immer wieder auftaucht.

    So, und danach wird's schwer für mich, ganz konkret sagen zu können, was ich tun kann, wenn es darum geht, sich anzunehmen und sich trotzdem (positiv) verändern zu wollen.

    Du, Bruenette! Wennste das alles angenommen hast (also, ganz echt und wirklich bis ins Mark und ins Herz): dann kannst Du doch gehen, wohin Du willst?!!

    Hinter all dem steht immer noch so viel "Tun" und "Verändern wollen".
    Das ist richtig, das Ziel ist richtig.
    Ist aber immer noch "Krieg".

    Denn irgendwie sind wir ja alle immer noch nicht "richtig". Oder?



    Habt Ihr die Unendliche Geschichte gelesen? Als Atréju durch das letzte Tor wollte?
    Und es gelang ihm erst, als er vergessen hatte, dass er hindurch gehen wollte.

    Er hat vergessen, was das Ziel war, er war berückt und berauscht von der Sinnlichkeit und Lebendigkeit des Tores.

    Und dann war es auf.

    Also:
    Nicht der Weg oder das Ziel. Sondern beides.



    Hapü. Das Wort zum Mittwoch.
    Geändert von Inaktiver User (14.06.2011 um 23:44 Uhr)

  9. Inaktiver User

    AW: Mein inneres Kind - wenn ich eine tiefe Beziehung eingehe

    Habe momentan nicht viel Zeit, in der Bricom zu schreiben, deswegen nur mal kurz:

    Danke! nachschlag , für Deine Zeilen! Sie haben wichtiges in mir angestoßen und ich bin noch am Hinhören, was aber momentan nicht so gut klappt, weil die "Radiofrequenz" :-) gerade von "Frequenzen" anderer "Sender" ein wenig gestört wird, sprich, habe gerade viel um die Ohren. Aber bald ist ja Wochenende!

    Gruß & wünsche allen gute Tage!

  10. User Info Menu

    AW: Mein inneres Kind - wenn ich eine tiefe Beziehung eingehe

    Ich lese immmer wieder in diesem Strang mit, finde mich ein wenig selbst im Erzählten. Stelle einen Text von Virginia Satir ein, der mir immer wieder "Berge" gibt:

    Selbstachtung

    Ich bin Ich. Nirgendwo gibt es jemanden, der genauso ist wie ich. Einige Menschen sind mir in Einzelheiten gleich, aber niemand ist genauso wie ich. Darum gehört alles was ich tue, authentisch zu mir, weil ich alleine es so wollte.
    Alles an mir gehört zu mir, mein Körper und alles was er tut - mein Geist mit all seinen Gedanken und Ideen - meine Augen mit allen ihren Bildern, die sie sehen - alle meine Gefühle, Ärger, Freude, Frustration, Liebe, Enttäuschung, Erregung - mein Mund und alle Worte, die er spricht, höfliche, harte, grobe, wahre oder falsche - meine Stimme, laut oder leise – und alles, was ich tue im Bezug auf andere oder auf mich selbst.
    Meine Phantasien gehören zu mir, meine Träume, meine Hoffnungen, meine Ängste - alle meine Triumphe und Erfolge gehören zu mir - alle meine Niederlagen und meine Fehler.
    Weil das alles zu mir gehört, kann ich mich selbst genau kennen lernen. Wenn ich das tue, kann ich mich lieben und freundlich sein zu allen Teilen meiner Person. So kann ich es ermöglichen, dass alles in mir zum Besten wirkt.
    Ich weiß, dass ich Seiten habe, die ich noch gar nicht kenne. Solange ich jedoch freundlich und liebevoll zu mir selber bin, kann ich mutig und voller Hoffnung darauf warten dass sich die Verwirrung löst, und das ich die Möglichkeit finde, mehr über mich zu erfahren.
    Wie immer ich aussehe und mich äußere, was immer ich sage oder tue, was immer ich denke oder fühle in jedem Augenblick. Das bin ich. Das bin ich und drückt aus, wo ich in diesem Augenblick stehe. Wenn ich später erneut betrachte, wie ich ausgesehen und wie ich mich gefühlt habe, dann mögen sich Einzelheiten als unpassend erweisen. Ich kann das Unpassende fallen lassen, und das Passende beibehalten und etwas Neues finden, für das was ich aufgebe.
    Ich kann sehen, hören, fühlen, denken, sprechen und handeln. Ich habe alles was ich brauche, um zu überlegen, anderen nahe zu sein, um schöpferisch zu sein und die Welt der Dinge und Menschen um mich herum sinnvoll zu gestalten.
    Ich gehöre mir selbst, darum kann ich mich gestalten.
    Ich bin ich, und ich bin wertvoll!

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