Huhu nachschlag!
nur ganz kurz: ich liebe diesen Spruch und habe ihn an meinem Kühlschrank hängen.
schreibe morgen nochmal mehr zu deinen Worten.Ich schließe mit Karl Valentin, der so wunderbar sagte: " Heute mache ich mir kein Abendessen, heute mache ich mir Gedanken."
caponata
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28.04.2011, 23:14Inaktiver User
AW: Mein inneres Kind - wenn ich eine tiefe Beziehung eingehe
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28.04.2011, 23:22Inaktiver User
AW: Mein inneres Kind - wenn ich eine tiefe Beziehung eingehe
Der gehört auch an den Kühlschrank.
Beim Kochen und auf Klo kommen einem die besten Ideen. Bei beidem muss man loslassen, damit´s was wird.
ups, [offtopic ende].
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30.04.2011, 11:08Inaktiver User
AW: Mein inneres Kind - wenn ich eine tiefe Beziehung eingehe
Hm. Da habe ich jetzt noch nen Tag länger drüber nachdenken müssen.
Und ich glaube, da würde ich nochmals unterscheiden.
Das was du beschreibst, würde ich eher als natürliche Schutzhaltung bezeichnen. Das ist eigentlich unabhängig vom Kindlichen. Beispielsweise: Jemand droht mir Kloppe an oder jemand will mich emotional missbrauchen. Da bleibt man ja auch nicht stehen und hält demjenigen die linke Wange hin, weil nur das die wahre Güte ist.
Das andere sind so Situationen, die triggern. Beispielsweise: Ich habe ein Problem und derjenige hat grad keine Zeit, mir zu helfen, obwohl ich erwarte, dass derjenige für mich da sein müsste und doch merken sollte, dass ich ihn gerade brauche.
Dann geht's los: "Wie kann das sein, dass er mich einfach im Stich lässt? Sowas würde ich nieeee tun. Das bedeutet ganz klar, dass ich ihm nichts bedeute. Er liebt mich einfach nicht. Warum müssen mich immer alle im Stich lassen." Was folgt, sind Vorwürfe, Verletztsein, Rumschreien, Weinen. (alles beliebig erweiter- und auch austauschbar). Danach fühlt man sich nur noch schlechter. Aber nicht nur man selbst, auch der andere. Man fühlt sich schuldig, denkt, man hat was kaputt gemacht, zerfleischt sich eventuell mit Selbstvorwürfen.
Genau so. Allerdings könnte man das differenzieren. Sich fragen, von wem man sich denn damals, als kleines Kind, so im Stich gelassen gefühlt hat. Also, herausfinden, was man da auf jemand anderen projiziert. Und dem Kind sagen: "Hey, ich lass dich nicht im Stich. Das, was damals war, war eine andere Situation, mit anderen Beteiligten. Das, was jetzt ist, hat damit nichts mehr zu tun."Ich sehe es eher so, dass ich als Erwachsene dem Kindelein sage: "Hey, das ist eine andere Zeit und eine andere Situation. Was gewesen ist, wird sich niemals mehr so wiederholen." Die kleine nachschlag lebt in der Vergangenheit, und ich muss ihr eine Brücke in die Gegenwart bauen. Weil meine Leben im Jetzt ist.
Also, wirklich versuchen, diese alte Situation zu klären. Das Kleine stellvertretend aus der damaligen Situation zu erlösen. Vielleicht meine ich das mit "nachreifen". Eine solche wunde Stelle einfürallemal zu schließen, sich mit diesem Aspekt aussöhnen, und ja, weil es hier schon erwähnt wurde, auch verzeihen. Sich selbst. Aber auch den Beteiligten.
Und dann mit erwachsenen Augen, die man ja jetzt hat, die gegenwärtige Situation angehen.
Da stimme ich vollumfänglich zu!Tatsächlich blockieren die eingefahrenen Muster des inneren Kindes sehr viel. Und je mehr ich sie integrieren kann, desto freier werde ich. Es geht keine Kreativität verloren, sondern wird befreit - weil die ständige Habachtstellung, gespeist aus den Ängsten, eben nicht mehr mit voller Wucht aufrecht erhalten werden muss.
Und damit wird eine unfassbare Energie freigesetzt, die ich mir vorher - so eingefahren in meinen Mustern - gar nicht hätte vorstellen können.
Man könnte also mit Fug´und Recht sagen, dass ich samt zunehmender Reife immer "alberner" werde.

Happy hatte noch einen schönen Aspekt aufgebracht, nämlich die "lieblose Erwachsene".
Und ich finde, das ist die eigentliche Krux daran.
Die kleine nachschlag kann ich nicht ändern (daher auch weiters meine Zurückhaltung beim Thema "nachreifen lassen") - aber die große!
Und manchmal, in so ganz erkenntnisreichen Momenten, ist mir klar geworden, wie lieblos, hart und auch selbstzerstörerisch ich als Erwachsene mit mir umgehe.
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01.05.2011, 18:06Inaktiver User
AW: Mein inneres Kind - wenn ich eine tiefe Beziehung eingehe
Wenn man schon älter an Jahren ist, wie ist es denn dann mit dem inneren Kind? Macht es Sinn sich noch damit zu beschäftigen oder ist es besser sein Leben eben so sein zu lassen wie es war ?
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01.05.2011, 19:21
AW: Mein inneres Kind - wenn ich eine tiefe Beziehung eingehe
Dein Leben kannst du im nachhinein sowieso nicht ändern, du wirst es lassen müssen, wie es war.
Aber für heute und die Zukunft kannst du dich bewusst entscheiden, besser auf dich achtzugeben und die alten Verletzungen zu heilen. Ich finde das heute, im 'hohen' Alter, wesentlich leichter als noch als Zwanzig-, Dreißigjährige. Die Lebenserfahrung hilft ungemein (übrigens auch beim Verzeihen
)
Nebenbei finde ich, tut man nicht nur sich selbst was Gutes, sondern auch seinem Umfeld, wenn man nämlich klarer und weniger verzweifelt-bedürftig ist.
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05.05.2011, 14:56Inaktiver User
AW: Mein inneres Kind - wenn ich eine tiefe Beziehung eingehe
wenn man denn Klarheiten hat. Nicht immer ist man sich über alles, was einen bewegt im klaren. manchmal muß man suchen und forschen, was eigentlich im Innern los ist. Dass es für das Umfeld praktisch ist, wenn man klar ist, ist natürlich unbestritten. Aber lebe ich nur für mein Umfeld? Das kann es nicht sein. Mein Umfeld muß auch damit zurecht kommen, dass ich nicht in allen Situationen klar bin, das ist niemand. Auch nicht mein Umfeld ist permanent klar in allem. Das gibt es nicht, wir sind Menschen und somit menschelt es. Da bleibt nur fortwährend miteinander im Gespräch zu bleiben, damit Mißverständnisse schnell wieder ausgeräumt werden können.
Falls ich mal verzweifelt-bedürftig bin, dann ist es so. Dann ist es ein Empfinden, dass zu mir in dem Moment gehört. Das kann ich nicht ausschalten und ignorieren, vor mir und anderen verleugnen, das muß angenommen und angesehen werden. Von mir sowieso und von anderen, die eine gute Beziehung zu mir haben, die mich lieben oder sich um mich bemühen. Würde ich meine Gefühle unterdrücken, damit ich nur ja keinen störe und mich ihrer sogar schämen, dann würde ich krank werden. Ich würde damit zeigen, dass andere mir wichtiger sind als ich es mir bin. Das wäre überhaupt nicht in Ordnung, es wäre ein Ungleichgewicht.
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06.05.2011, 15:41
AW: Mein inneres Kind - wenn ich eine tiefe Beziehung eingehe
Ich habe den auch an meinem Kühlschrank!

Das Thema "inneres Kind" beschäftigt mich auch gerade sehr, darum würde ich gern in euer Thema einsteigen. Ich habe es noch nicht geschafft, alles zu lesen, etwa die Hälfte. Komme ich denn überhaupt noch rein in euer Gespräch?
Ich frage mich in letzter Zeit oft, inwiefern ich vielleicht versuche, mein inneres Kind zu viel zu erziehen an Punkten, an denen es mir vielleicht etwas Wichtiges zu sagen hat... Ich sehe es manchmal als Hindernis, glaube ich, das mir im Weg steht, Dinge besser zu machen. Aber vielleicht sollte ich es manchmal ernster nehmen... (Auch hier geht es natürlich um eine Trennungssituation und meine Gedanken kreisen.)
Ich schreibe später mehr.
Ihr habt wirklich einen tolle, klugen und sehr einfühlsamen Strang hier!
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06.05.2011, 15:43
AW: Mein inneres Kind - wenn ich eine tiefe Beziehung eingehe
Das spricht mir aus dem Herzen!
"Verzweifelt-bedürftig" fühle ich mich auch oft und mag mich gar nicht, wenn ich so bin. Ich neige bisher zu dem Gedanken, dass ich das "in den Griff kriegen" muss... Das soll nicht mehr nach außen dringen.
Ist es nicht schwer, die Balance zu finden zwischen Sich-Selbst-So-Akzeptieren und An-Sich-Arbeiten? Wenn man zu viel akzeptiert, dann sieht man vielleicht keinen Grund mehr, an sich zu arbeiten?
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06.05.2011, 16:12Inaktiver User
AW: Mein inneres Kind - wenn ich eine tiefe Beziehung eingehe
Ich sehe es so, dass es schon Arbeit ist sich mit diesen Gefühlen auseinanderzusetzen, die einem nicht gefallen. Zu sehen: ja, so bin ich auch. Und so reagieren die anderen auf mich, wenn ich so bin. Das ist manchmal nicht leicht sich dann anzunehmen, sich seiner unschönen Seiten bewußt zu sein und dennoch zu sich selbst zu stehen, ein gutes Gefühl für sich selbst zu behalten. Dieses sich verzweifelt bedürftig-fühlen ist ja auch ein Schmerz, der durchlitten werden will, damit man auch wieder aufstehen und neu beginnen kann.
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06.05.2011, 21:55Inaktiver User
AW: Mein inneres Kind - wenn ich eine tiefe Beziehung eingehe
Ich finde auch: Das ist die große Kunst beim Sich-Annehmen.
Ängste lassen sich nach einer Weile ganz gut annehmen, weil man gelernt hat, sich selbst zu trösten - aber wie ist es mit Gefühlen wie Trauer, Neid, bockig und engstirnig sein. Oder gar mit Wut.
floralina hat das in meinen Augen toll beschrieben.
In einigen Momenten mag es sehr hilfreich sein, nach der Ursache zu forschen.
In anderen hilft einfach nur, es einfach anzunehmen, wie es ist.
Auch, wenn es hässlich ist. Auch, wenn meine Innerer Kritiker alle, aber auch alle Geschütze auffährt, um mich davon zu überzeugen, dass das Gefühl (Wut ZB) zerstörerisch und gemein und überhaupt nicht angebracht ist.
Es ist da, also gehört es akzeptiert.
Ich tue mir nur Schlechtes damit, wenn ich mich ablehne. Wenn ich meine - vermeintliche - Hässlichkeit ablehne. Das ist ja oft genug passiert und sollte heute nicht länger Teil der Gegenwart, meiner Gegenwart, sein.
Sich selbst lieben heißt auch, sich in seinen hässlichsten Momenten annehmen zu können.
Annehmen hat für mich in solchen Momenten eine ganz entscheidende Komponente: Ich muss nicht sofort etwas damit tun.
Ich muss nicht sofort wieder lieb sein, nicht sofort klar und überlegt sein.
Nein. Ich darf gerade hässlich sein.
Und ich muss auch nicht sofort meinen ganzen Emotionswust auf meine Gegenüber losschleudern.
Das hässliche Gefühl darf da sein, es wird angeschaut und "gefühlt" - aber ich muss es in keine Tat umsetzen.
Das macht ungemein frei - ist aber wirklich ganz schwere Kunst.Geändert von Inaktiver User (06.05.2011 um 22:00 Uhr)



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