@ Catamara
@ Nathalie1000:
Nr 1: Klar
Nr 3 und 4 kenne ich so nicht, einfach gar nicht.
Meine waren nie einfach, von der Teeniezeit mal abgesehen, und sie wurden auch nicht einfach. Wenn ich das lese und in mich lausche, fühle ich mich so ... so - wie soll ich sagen? Beschämt? Unfähig? Klassenziel nicht erreicht?
Ich nehme, nö nö, das Gefühl nicht an. Ich habe mich eben eher für die wilden Abenteuer und -teurer entschieden, also, eigentlich erst jetzt, wo ich alt und schwach und weise werdefange ich an, von einfachen Lieben zu träumen ... tsss. Schaun mer mal, dann sehn mer scho.
Lieben Gruß und Dank an euch für viel Anregung!
bblume
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27.04.2011, 18:47
AW: Mein inneres Kind - wenn ich eine tiefe Beziehung eingehe
flying is the art of falling to the ground without touching
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27.04.2011, 19:02
AW: Mein inneres Kind - wenn ich eine tiefe Beziehung eingehe
Und in die Verzeihensdiskussion mische ich mich mit Verlaub auch noch kurz ein:
Ich kenne tiefe Verletzungen und habe richtig miese Dinge erlebt, war auch voller Hass bis unter die Haarwurzel. Ich werde das nie in dem Sinne verzeihen, aber ich merkte, dass ICH das Wut-Gift in mir trage, dass ICH vielleicht hässliche Falten um die Mundwinkel kriege und MEIN Leben dadurch bestimmt wird.
Not.
Nicht zurück sehen. Nichts ändert die Vergangenheit. Was geschehen ist, ist geschehen. Kein schöner, aber ein Teil meines Lebens.
Die Narben sind noch da. Ich bin auch nicht mehr dieselbe. Shit happens.
Aber dieser Moment jetzt ist wichtiger. Den kann ich gestalten.
bblumeflying is the art of falling to the ground without touching
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27.04.2011, 19:30Inaktiver User
AW: Mein inneres Kind - wenn ich eine tiefe Beziehung eingehe
Ich greif' das nochmal auf, auch wenn es hier gerade schon in eine andere Richtung geht. Habe das Buch nie gelesen, aber das "innere Kind" wird ja auch von anderen Autoren immer wieder aufgegriffen.
Ich denke, man kann deine Aussage oben erst mal in zwei unterschiedliche Aspekte auftrennen.
Das eine ist - so verstehe ich es - die emotionalen Verletzungen aus der Kindheit aufzugreifen und bewusst zu erkennen, wann man als Erwachsene(r) kindlich reagiert, obwohl es eigentlich, wenn man nämlich einen gesunden Reifungsprozess durchgemacht hätte, gar nicht angebracht ist.
Ich würde jetzt rein intuitiv annehmen, dass das Ziel der ganzen Übung ist, in solchen Momenten mit dem Selbst aus dieser Zeit emotional in Kontakt zu treten und zu lernen, anders und emotional reifer zu reagieren. Die Überempfindlichkeit abzulegen, die eigentlich kindliche Affektreaktionen sind.
Integration würde dann für mich bedeuten, in den vielen verschiedenen Aspekten das "innere Kind" zur Reife meines jetzigen Alters gebracht zu haben. Ich denke, wenn es soweit ist, und man eben nicht mehr "trösten" muss, fühlt man sich ganz. Und bereit weitere Erfahrungen zu machen.
Nur zu trösten und in den Arm zu nehmen wäre mir zu wenig. Wo führt das hin? Ich brauche ein Ziel.
Das zweite wäre - und das sind jetzt nur meine eigenen noch nicht ganz ausgegorenen Gedanken - eben diese kreativen Potenziale zu entdecken, die man eventuell nicht ausgelebt und unterdrückt hat, weil man es vielleicht als Kind nicht durfte. Ich z.B. entdecke im Augenblick wieder meine alten Hobbys ( aus der Kindheit), die ich im Laufe der Jahre fallen gelassen habe, weil sie bei mir immer mit negativen Erinnerungen verknüpft waren.
Ich bin auch gerne mal verspielt und albern. Aber sich das zu erhalten, ohne auch in anderen, wichtigen Bereichen kindlich zu agieren, finde ich auch noch schwierig.
Ich weiß, es ist wahrscheinlich gar nicht so einfach, das so trennen zu können. Deshalb kann ich deine Angst verstehen, etwas "gutes" aufzugeben zu müssen, um etwas "schlechtes" loszuwerden. Das ist aber vielleicht nur ein Trugschluss oder Denkfehler? Da muss ich nochmal drüber nachdenken.
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27.04.2011, 19:54Inaktiver User
AW: Mein inneres Kind - wenn ich eine tiefe Beziehung eingehe
Weisst Du eigentlich, warum Dein inneres Kind so reagiert?
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27.04.2011, 20:48
AW: Mein inneres Kind - wenn ich eine tiefe Beziehung eingehe
Ich hatte an Ostern ein absolutes Aha-Erlebnis.
Ein Mensch, von dem ich dachte, er 'sei auf meiner Seite', hat sich anders entpuppt und dabei etwas längst verschüttet Geglaubtes getriggert.
Plötzlich saß ich erwachsene und gestandene Frau da und konnte nicht aufhören zu heulen... obwohl dieser Mensch mir gefühlsmäßig rein nichts bedeutet.
Schlagartig war da wieder das kleine Mädchen, sich alleingelassen fühlend von 'seinen' Erwachsenen, die abwechselnd Spott und Verachtung auf 'die Heulsuse' auskippten... mehr Ströme von Tränen... dieses Gefühl der bodenlosen Verzweiflung kann wahrscheinlich nur ein ganz kleines Kind empfinden.
Und ich dann jetzt wieder
Was hab ich gemacht? Das kleine Mädchen versucht zu visualisieren, ihm gut zugeredet, es in Gedanken in den Arm genommen, wie es immer in den Büchern geraten wird. Keine Ahnung, ob es dem inneren Kind geholfen hat? aber ich fühle mich wieder einen Schritt weiter, wieder ein Puzzlestück am Platz.
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27.04.2011, 22:23
AW: Mein inneres Kind - wenn ich eine tiefe Beziehung eingehe
ich wollte noch was zum nach-reifen schreiben.
bin ja der klassische fall was das nachreifen betrifft
ganz doof gesagt wurde ich in meiner kindheit nicht genügend aufs leben vorbereitet. waren blöde umstände alles, aber mir fehlt(en) halt wesentlich bausteine, um ein selbstständiges leben zu führen. das musste ich mir dann als junge erwachsene hart erarbeiten, auch durch therapie.
die these vom inneren kind besagt ja, dass wir den liebevollen erwachsenen, das geliebte kind, den lieblosen erwachsenen und das verlassene kind in uns tragen.
sich da erst mal reinzufinden, bzw. zu fühlen, dauert.
ich muss(te) lernen, aus meiner lieblosen erwachsenen eine liebevolle erwachsene (was ich für mich dann unter nachreifen verstehe) zu machen, damit diese erwachsene das verlassene innere kind trösten und letztendlich heilen kann.
als reife erwachsene person sehe ich jemanden, der sich seiner gefühle sehr bewusst ist, ohne sich von ihnen "unterbuttern" zu lassen, der nicht im affekt handelt z.b. der keinen blödsinn anstellt, der ihm schadet. bei mir merke ich, dass die lieblose erwachsene oft überhang hat - ist halt schon immer so, bin so groß geworden. um in die liebevolle haltung mir gegenüber zu kommen, dauert es manchmal, muss da oft schwere geschütze wegschieben, gleichzeitig die angst meiner kleinen verlassenen aushalten. daneben nicht vergessen, dass wenn ich schlechte gefühle (gespiegelt) bekomme das auch ganz oft projektionen sind und was in mir berühren, was schon immer da war - mir nur nicht bewusst ist/war.
ich finde das ganze ist wirklich seeeeeehr komplex, manchmal zu doll, muss dann eine weile einfach nur wieder leben, manchmal auch nach alten mustern
, damit ich dann wieder was zum reflektieren habe 
komplett gereift verstehe ich so, dass jemand sehr in sich ruht. dass dieser jemand aber auch sehr albern sein kann. dieser jemand könnte auf "normale" leute gar verrückt wirken... oder nicht von dieser welt...
ich stimme dir in allem zu, bis auf den satz: nicht zurück sehen.
das hab ich in meiner jetzigen therapie getan - und gaaanz weit zurück gesehen. das war gut, sehr gut.
durch meine erfahrungen als kind waren meine erfahrungen als erwachsene fast vorgezeichnet.
jetzt bin ich dabei, andere erfahrungen zu machen. will ja keine schlechten mehr machen, klar. ist sehr schwer. es fordert geduld.
und louise l. hay sagt nix anderes als: der wichtigste moment für deine zukunft ist JETZT
so, gute nacht... ich merke dass das thema was auslöst in mir... es arbeitet...
„Hoffnung ist die Fähigkeit, die Musik der Zukunft zu hören.
Glaube ist der Mut, in der Gegenwart danach zu tanzen.“
(Peter Kuznic, kroatischer Theologe)
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27.04.2011, 22:25
AW: Mein inneres Kind - wenn ich eine tiefe Beziehung eingehe
„Hoffnung ist die Fähigkeit, die Musik der Zukunft zu hören.
Glaube ist der Mut, in der Gegenwart danach zu tanzen.“
(Peter Kuznic, kroatischer Theologe)
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28.04.2011, 02:36
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28.04.2011, 06:02Inaktiver User
AW: Mein inneres Kind - wenn ich eine tiefe Beziehung eingehe
Wieso zweifelst Du daran, dass es geholfen hat? Du hast diese Verzweiflung gespürt und Dein inneres Kind konnte sich diesmal auf eine Erwachsene verlassen, die nicht spottet und verachtet - Dich. Hört sich an, als ob Du einen Schritt im Aufbau von Vertrauen zu Dir selbst geleistet hast.
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28.04.2011, 23:08Inaktiver User
AW: Mein inneres Kind - wenn ich eine tiefe Beziehung eingehe
Ja, genau so.
Wobei ich das noch weiter differenzieren wollte, besser: die Reaktionen meines inneren Kindes mögen zwar für die aktuelle Situation nicht stimmig sein, aber per se sind sie nicht verkehrt. Das heißt also, dass sie nicht ungesund sind, sondern im Gegenteil äußerst sinnvoll (und wenn ich an extreme Fälle denke, sogar überlebensnotwendig).
Ich sehe es eher so, dass ich als Erwachsene dem Kindelein sage: "Hey, das ist eine andere Zeit und eine andere Situation. Was gewesen ist, wird sich niemals mehr so wiederholen." Die kleine nachschlag lebt in der Vergangenheit, und ich muss ihr eine Brücke in die Gegenwart bauen. Weil meine Leben im Jetzt ist.
Damit hole ich mir meinen Handlungsspielraum zurück und bin nicht auf die Affektreaktionen der kleinen nachschlag angewiesen. Habe sie aber trotzdem anerkannt und wertgeschätzt.
Und kann damit weitere Erfahrungen zulassen und machen (auch positive). Das erwähntest Du ja ebenso.
Ich habe da jetzt drüber nachgedacht - und meine erste These/Angst ist völliger Blödsinn. Das habe ich längst anders erfahren ... aber die kindliche Verlustangst war wohl stärker bei meiner ersten Antwort.Das zweite wäre - und das sind jetzt nur meine eigenen noch nicht ganz ausgegorenen Gedanken - eben diese kreativen Potenziale zu entdecken, die man eventuell nicht ausgelebt und unterdrückt hat, weil man es vielleicht als Kind nicht durfte. Ich z.B. entdecke im Augenblick wieder meine alten Hobbys ( aus der Kindheit), die ich im Laufe der Jahre fallen gelassen habe, weil sie bei mir immer mit negativen Erinnerungen verknüpft waren.
Ich bin auch gerne mal verspielt und albern. Aber sich das zu erhalten, ohne auch in anderen, wichtigen Bereichen kindlich zu agieren, finde ich auch noch schwierig.
Ich weiß, es ist wahrscheinlich gar nicht so einfach, das so trennen zu können. Deshalb kann ich deine Angst verstehen, etwas "gutes" aufzugeben zu müssen, um etwas "schlechtes" loszuwerden. Das ist aber vielleicht nur ein Trugschluss oder Denkfehler? Da muss ich nochmal drüber nachdenken.
Tatsächlich blockieren die eingefahrenen Muster des inneren Kindes sehr viel. Und je mehr ich sie integrieren kann, desto freier werde ich. Es geht keine Kreativität verloren, sondern wird befreit - weil die ständige Habachtstellung, gespeist aus den Ängsten, eben nicht mehr mit voller Wucht aufrecht erhalten werden muss.
Und damit wird eine unfassbare Energie freigesetzt, die ich mir vorher - so eingefahren in meinen Mustern - gar nicht hätte vorstellen können.
Man könnte also mit Fug´und Recht sagen, dass ich samt zunehmender Reife immer "alberner" werde.

Happy hatte noch einen schönen Aspekt aufgebracht, nämlich die "lieblose Erwachsene".
Und ich finde, das ist die eigentliche Krux daran.
Die kleine nachschlag kann ich nicht ändern (daher auch weiters meine Zurückhaltung beim Thema "nachreifen lassen") - aber die große!
Und manchmal, in so ganz erkenntnisreichen Momenten, ist mir klar geworden, wie lieblos, hart und auch selbstzerstörerisch ich als Erwachsene mit mir umgehe.
Den eigenen Gedanken zuhören ist manchmal äußerst erhellend.
Ich schließe mit Karl Valentin, der so wunderbar sagte: " Heute mache ich mir kein Abendessen, heute mache ich mir Gedanken."
@all:
Geändert von Inaktiver User (28.04.2011 um 23:18 Uhr) Grund: Rächtschraibunck


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