Hallo, momentan hab ich ein großes problem mit mir selber. Vor einiger Zeit haben wir ein Pferd verkauft. letzten sonntag haben mein Vater und ich dann das Pferd bei der neuen Besitzerin besucht. Sie hat es vorgeritten alles war schön. Danach haben wir noch da Kaffee getrunken. Dann fing ich plötzlich an zu weinen, es war mir total unangenehm die Situation. Ich mochte das Pferd gern, habe aber den Verkauf zu gestimmt, weil ich selber noch nen Pferd habe.
Wie kann ich mich in den situation zusammen reißen, so das ich nicht gleich anfange zu weinen?
lg
melli
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Thema: Zu labil
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29.03.2011, 13:34
Zu labil
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29.03.2011, 13:40Inaktiver User
AW: Zu labil

Das ist eben der Abschiedsschmerz.
Kannst du das Pferd vielleicht öfter besuchen? Hätte da die neue Besi was dagegen? Denke, wenn du siehst, wie sie das Pferd gut behandelt, kannst du leichter loslassen.
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29.03.2011, 14:59Inaktiver User
AW: Zu labil
Lilly hat recht: Deine Trauer ist ganz normal in diesem Fall. Auch wenn es gute Gründe für den Verkauf gab, war es doch Dein Tier, das Du lieb hattest. Und Du hast keinen Grund, Dich für Deine Tränen zu schämen (auch wenn ich verstehen kann, daß es Dir im Nachhinein peinlich ist; aber die neue Besitzerin hatte da sicher Verständnis).

Ich würde es mir an Deiner Stelle aber gut überlegen, ob Du das Pferd noch öfter besuchen möchtest - nicht, daß dann die "Wunde" immer wieder aufgerissen werden könnte ...
LG von der ToffiFee
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29.03.2011, 15:34
AW: Zu labil
Liebe Melli,
Einerseits kann ich dich sehr gut verstehen: Wenn die Gefühle coram publico plötzlich so "entgleisen", fühlt man sich irgendwie bloßgestellt und schwach (wie du ja auch mit deinem Thread-Titel "zu labil" andeutest.)Dann fing ich plötzlich an zu weinen, es war mir total unangenehm die Situation.
Ich möchte dir aber gerne sagen, dass ich das überhaupt nicht labil, schwach oder peinlich finde. Im Gegenteil! Es ist menschlich und völlig natürlich zu trauern, geührt zu sein und zu weinen. Du zeigst damit deine Lebendigkeit und Gefühlstiefe, dein Mitfühlen und deine Liebesfähigkeit. Tränen sind immer ein Ausdruck von Berührtheit und Zuneigung. Deine Tränen machen dich also zu einem sehr liebenswerten und gefühlvollen Menschen - und wenn du das mit der Außenwelt teilst, kann sich diese geehrt und gewertschätzt fühlen - auch, wenn dir die Tränen unabsichtlich gekommen sind.
In meinen Augen haben wir alle so Angst vor Gefühlen, dass es schon fast ein Tabu ist, sie zu zeigen. (Außer in einigen Ausnahmesituationen wie Tod eines nahestehenden Menschen/Tiers, Jobverlust etc.: Da darf man weinen, aber wehe, man hat keinen oder nur einen banalen Grund.) Das finde ich schade, denn ich glaube, dass in unseren Enotionen auch unsere Persönlichkeitskraft sitzt. Je weniger Raum wir ihnen geben, desto weniger Raum geben wir uns selbst.
Manchmal habe ich so Heulphasen, da weine ich aus Glück und Rührung zB sofort bei schöner Musik und kassiere dann hilflose Blicke. So what? Ich sage dann zu meinem Gegenüber: Es ist nichts passiert, du musst dich nicht sorgen, ich bin einfach gerührt!
Eine Freundin von mir ist noch schlimmer, sie heult bei jedem Treffen.
Irgendetwas findet sie immer so schön, so anrührend, so herzergreifend... wir lachen und weinen dann meistens beide - und jeder findet sie zum Knuddeln! (Sie ist Oberärztin auf der Neurologie, also eine durchaus toughe, intelligente Frau.)
Also lass und weinen, wie uns gerade danach ist!
Tränen sind kein Zeichen von falsch oder Schwäche. On the contrary: Ich empfinde die Offenheit und Authentizität, wie du sie in diesem Moment gelebt hast, als Zeichen von Menschlichkeit, Wärme, Stärke und Selbst-Bewusstsein (im wahrsten Sinne des Wortes). Und so würde ich mir mehr Menschen wünschen wie dich!
*Lanze breche für Heulen*
-Lil-
PS: Ja ja ja, natürlich kann das trotzdem unangenehm sein. Geht mir selbst auch so. Dann dränge die Tränchen zurück. Und ärger mich.
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29.03.2011, 15:37Inaktiver User
AW: Zu labil
Genau.
Wir schämen uns doch nicht für's Lachen. Warum also für's Weinen?
Der Titel ist völlig falsch.
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29.03.2011, 19:04
AW: Zu labil
Mein vater wollte eigentlich das Pferd besuchen und er hat mich erst garnicht gefragt, sondern gesagt. das fahren " wir" mal hin, ich wollte eigentlich garnicht mit hab mir dann aber doch nen ruck gegeben. Von dem besuch hab ich dann letzlich nix von gehabt.
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29.03.2011, 19:05
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29.03.2011, 19:26
AW: Zu labil
Weil ich glaube, das ich durch meine heulerei irgendwie versagt habe, obwohl ich wußte, das das kommt. Als wir dann gegangen sind hat mein Vater zu mir rübergeguckt und hat nur mit dem Kopf geschüttelt.
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29.03.2011, 20:49Inaktiver User
AW: Zu labil
Du hast nicht versagt! Du bist kein Holzklotz, emotionslos und tot. Mein Vater hat früher immer den Kopf geschüttelt, wenn ein Meerschweinchen gestorben war und ich deswegen geweint hab. Daraus mitgenommen habe ich- keine Gefühle in Gegenwart meines Vaters zeigen. Liegt uns heute noch im Weg...
Nun muß ich immer dann heulen, vor Rührung, wenn die kiddies in der Kirche vor den Ferien singen...
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29.03.2011, 22:40Inaktiver User
AW: Zu labil
scheiß drauf. Du hast ein Recht zu heulen!
Männer ist das manchmal peinlich. Ich kenn das von meinem Sohn, der heult dann im Geheimen oder bei mir, weil er das darf!


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