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  1. Inaktiver User

    Etwas Sinnstiftendes, bitte!

    Jetzt, mit 44, habe ich eigentlich alles so, wie ich es haben wollte: einen guten Job, einen netten Mann, ein Häuschen, Freunde. Und wenn es einem zu gut geht... so denke ich manchmal. Was mir fehlt ist ein Ziel, das seelische Befriedigung gibt. Was mache ich denn jetzt mit dem Rest meines Lebens? So ungefähr fühle ich mich derzeit. Dazu muss ich sagen, dass ich derzeit lieber für mich bin (abgesehen von meinem Mann) und das ist etwas Neues für mich, denn die bewegen derzeit ganz andere Themen. Die einen Freunde sind unheimlich begeistert von ihrer Karriere und geben da 100 Prozent (das reizt mich nicht mehr), die anderen, denen ich mich näher fühlte, haben sich auf den letzten Metern noch für ein Kind entschieden und reden unentwegt darüber. Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr fällt mir auf, dass diese Leute alle nur noch den Status von Bekannten haben und mir ihre Gegenwart derzeit kaum Freude bereitet, weil ich keine Gemeinsamkeiten (mehr) sehe.

    Mal ein Beispiel (ein bisschen peinlich, aber so fühle ich mich derzeit): Als die Meldung vom Tod des Eisbären Knuts durch die Presse ging, habe ich mir ein paar alte Videos dazu angeschaut und dachte, du schmeißt alles hin und wirst Tierpfleger, der Job macht wenigstens Sinn! Ich schaute, schaute, schaute und am Ende weinte ich, weil mir mein Leben so belanglos erscheint. Den ganzen Tag allein mit Tieren arbeiten, ausmisten, füttern, viel draußen sein. Das Problem ist nur, dass ich dafür überhaupt nicht der Typ bin, mal abgesehen davon, dass mich in meinem Alter keiner mehr einstellen würde. Dieses Erlebnis hat mich selbst schockiert, aber es illustriert sehr gut meine Gefühlslage, denn mit Geld, tollen Urlauben oder anderen Dingen kann man mich nicht mehr locken. Natürlich habe ich mir auch schon die Frage gestellt, ob ich nicht doch ein Kind hätte bekommen sollen, weil meine späten-Mütter-Freundinnen alle sagen, ihr Leben sei viel erfüllter geworden. Darüber muss ich nicht nachdenken, denn dafür ist es definitiv zu spät und das vermisse ich auch nicht, ich beneide nur alle, die in Kind oder Job ihr Glück gefunden haben, denn mir gelingt es nicht.
    Ich muss meinen eigenen Sinn des Lebens suchen und komme zu keinem Ergebnis, ich fühle mich derzeit einfach leer und allein mit meiner Gefühlslage. Wenn das so weitergeht, lande ich noch bei einer handfesten Depression.

  2. Inaktiver User

    AW: Etwas Sinnstiftendes, bitte!

    Hmpf, von dem was du aufzählst, habe ich nur eins: Freunde. Ein Haus wollte ich nie, meine Beziehung ist zur Zeit eher halbgar und meinen Job verlier ich zur Mitte des Jahres.
    Einen Sinn suche ich ebenfalls. Ich mache Tests, wälze Bücher, habe ein Coaching angefangen...
    Mal sehen, wo mich das hinführt, ich bin jetzt 40..

    Vielleicht kannst du, wenn du Zeit hast, etwas Ehrenamtliches tun? In vielen Städten gibt es Freiwilligenvereine, wo du dich melden kannst. Nur so eine Idee.
    Ich habe zwei blinde Freundinnen und wenn ich für eine von beiden was tun kann, das hilft, ist für mich die Woche gerettet. Danach fühl ich mich besser als nach jeder Arbeitswoche.

    Geh auf die Suche, du wirst etwas finden, das dir Spaß macht und dir sinnvoll erscheint

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    AW: Etwas Sinnstiftendes, bitte!

    Was der Mensch braucht, ist Verbindung.
    Verbindung zu anderen und vor allem die Anbindung an das, was dem Leben überhaupt zugrunde liegt.
    Hier kommen wir in den spirituellen Bereich, der von vielen geleugnet wird.
    Aber er ist da! Wer alles erreicht hat, was zu erreichen ist an Konkretem, Machbarem, wird immer eine Leere spüren.
    Auch Kinder füllen diese Leere nur temporär aus, außerdem bringen diese auch oft neue Probleme ins Leben - da soll man sich nichts vormachen!
    Das Gefühl, dass alles sinnvoll ist, obwohl das Gewusele und die Problematik dieser Welt dagegen sprechen, bekommt man, wenn man nach innen geht.
    Ich empfehle Meditation, welche, ist dabei egal.
    Wenn sich dann das Gefühl der inneren Weite, Freude, dieser bliss und flow (nicht immer, aber oft) auftut, dann ist die Welt in Ordnung.
    Man ist connected.
    Das ist nicht naiv, das ist das einzige, was auf Dauer hält, was es verspricht.
    An alles andere gewöhnt man sich sehr schnell, ob das viel Geld ist oder Ruhm oder sonstwas, außerdem kann man das alles auch wieder verlieren, aber die Schätze, die von innen kommen, stehen immer zur Verfügung, die Energie aus dieser Quelle wird nie langweilig.
    Ich befinde mich gerade in einer sehr kritischen Lebenssituation und hätte ich diese Gewissheit nicht, dass alles letztendlich gut ist und stünden mir nicht diese Kraftquellen zur Verfügung, ich würde verzweifeln.
    Do what makes your heart sing

  4. Inaktiver User

    AW: Etwas Sinnstiftendes, bitte!

    ...dann bleib jetzt auf deinem "Weg der Erkenntnis", nimm dein Bewußtsein einer großen Veränderung an und horche nur auf dich, mache das, wonach dir ist, und fühle, wie es dir dabei geht - solange bis du DEINEN Sinn gefunden hast.
    Gib nicht auf, wenn es schmerzt, denn wundersame Reibung für Neues gibt es nicht...

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    AW: Etwas Sinnstiftendes, bitte!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ...dann bleib jetzt auf deinem "Weg der Erkenntnis", nimm dein Bewußtsein einer großen Veränderung an und horche nur auf dich, mache das, wonach dir ist, und fühle, wie es dir dabei geht - solange bis du DEINEN Sinn gefunden hast.
    Gib nicht auf, wenn es schmerzt, denn wundersame Reibung für Neues gibt es nicht...
    Ich habe meinen Sinn schon lange gefunden , aber meine Kräfte werden grade auf eine harte Probe gestellt und außer Akzeptanz bleibt mir wirklich nichts übrig!
    Mein Glas war lange Zeit zum Überfließen voll, jetzt nur noch halb und füllt sich erst ganz langsam wieder auf.
    Aber um mich soll es hier eigentlich nicht gehen - ich will das auch nicht weiter zum Thema machen, wollte der TE nur zu bedenken geben, dass sich all diese äußeren Ablenkungen und Beschäftigungen erschöpfen und ihren Reiz verlieren, aber dass es da etwas gibt, was unvergänglich ist, eine Quelle, die jeder anzapfen kann - jedenfalls erlebe ich es so!
    .
    Do what makes your heart sing

  6. Inaktiver User

    AW: Etwas Sinnstiftendes, bitte!

    Es geht im Leben nicht ums "Haben", sondern ums "Sein". Haben ist aber das goldene Kalb, um das wir gelernt haben zu tanzen. Guter Job, tolles Haus, geordnete Familienverhältnisse, super Hobby, chice Ausrüstung, feine Urlaube - und dann doch: Leere. Reichtum und Armut haben im Endeffekt herzlich wenig mit dem Kontostand zu tun. Es sind Bewusstseinszustände.

    Es geht darum, sich selbst in einen Dialog zu setzen mit dem, was ist, darum, sich selbst als sinnstiftend zu erleben, die eigenen Qualitäten wert zu schätzen, und einzusetzen. Es geht darum, sich darin zu üben, im Hier und Jetzt zu sein, und dieses zu gestalten, statt dieses Hier und Jetzt anzufüllen mit Überlegungen über eine fiktive Zukunft, oder ein längst gelebte Vergangenheit. Sein lässt sich nicht an den Insignien des "Haben" messen, denen wir glauben hinterher hecheln zu müssen, und stellt sich auch nicht automatisch ein, wenn wir uns viele tolle Sachen erabeitet haben. Karriere kann sich schnell hohl anfühlen, wenn das, was wir tun eigentlich nicht dem entsprcht, was wir sind, und sein wollen. So verstehe ich denn auch den Impuls, Tierpflegerin zu sein: Als einen inneren Aufruf, sich mehr dem zuzuwenden, was Dich, quellengrund, ausmacht.

    Und da hast Du Dir ja auch einen ganz hervorragenden Nick ausgesucht: Quellengrund - wo ist der Grund Deiner Quelle, woraus speist sich Dein Leben, und ist das identisch mit dem, das Dein Sein speist, oder speisen könnte, wenn Du ihm Folge leistetest?

  7. Inaktiver User

    AW: Etwas Sinnstiftendes, bitte!

    @Seewespe

    superklasse ausgedrückt! Kann man sich ausdrucken, einrahnmen und täglich durchlesen!

    @quellengrund

    Mir geht es so, dass ich durch die Tiere sehr ins "Jetzt" komme. Es ist für mich lebendige Komtemplation oder Meditation.

    Denke, dass es ganz normal ist, durch kleine Krisen über das Leben im Allgemeinen und über nötige Kurskorrekturen nachzudenken.

    Bin ebenfalls um die 40 und mich lockt dieses Konsumgedöns schon lange nicht mehr. Da hängt ja immer eine ganze Werbeindustrie dahinter, die einem das Zeug für teuer Geld, das wir gar nicht brauchen, verkaufen wollen.

    Hoffe nicht, dass du daran "zu Grunde" gehst, sondern deinen Wünschen auf den "Grund gehst".
    Geändert von Inaktiver User (28.03.2011 um 11:44 Uhr)

  8. User Info Menu

    AW: Etwas Sinnstiftendes, bitte!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Es geht im Leben nicht ums "Haben", sondern ums "Sein".
    So ist es!
    Ich empfehle in diesem Zusammenhang jedem, der es noch nicht kennt, den Klassiker von Erich Fromm: Haben oder Sein. Es ist eins der besten Bücher zum Thema!
    Alles andere, was du schreibst, kann ich auch nur unterstreichen !
    Do what makes your heart sing

  9. Inaktiver User

    AW: Etwas Sinnstiftendes, bitte!

    Zuerst einmal finde ich es schön, daß Du dein Leben in allen den von Dir genannten Dinge gut leben kannst. Du hast eine sehr gute Ausgangslage. Jetzt kannst Du danach zu fragen, was Dir wichtig in dieser Welt ist, was über Dich selbst hinaus geht.

    Meine Empfehlung: Schau mal in deinem Leben, was Dich irgendwann einmal grundsätzlich sehr gestört hat. Wo denkst Du, das sollte aber anders laufen. Und dann kannst Du deine Energie dafür einsetzen, etwas daran zu ändern. Das wäre eine schöne Aufgabe, die Dir dann auch Befriedigung bringt und der Energiefluß selbsterhaltend ist. Frage nach deinen Überzeugungen und handele danach. So würde ich es machen.

  10. User Info Menu

    AW: Etwas Sinnstiftendes, bitte!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Zuerst einmal finde ich es schön, daß Du dein Leben in allen den von Dir genannten Dinge gut leben kannst. Du hast eine sehr gute Ausgangslage. Jetzt kannst Du danach zu fragen, was Dir wichtig in dieser Welt ist, was über Dich selbst hinaus geht.
    Richtig - das "Grobe" ist sozusagen erledigt, jetzt geht es an die Feinheiten !
    Meine Empfehlung: Schau mal in deinem Leben, was Dich irgendwann einmal grundsätzlich sehr gestört hat. Wo denkst Du, das sollte aber anders laufen.
    Das muss nicht unbedingt so sein !
    Es reicht nur nicht, ist zu wenig! Es fehlt das Bewusstsein, Teil eines sinnvollen Großen und Ganzen zu sein, das ein energetisches Lebensgefühl hervorruft.
    Sollte wirklich etwas Konkretes fehlen, dann empfiehlt sich auch, sich an das zu erinnern, was man als Kind am liebsten gemacht hat, ganz unbeeinflusst von irgendwelchen Tendenzen oder Trends.
    Das habe ich irgendwo mal gelesen und ich wusste sofort: es stimmt!
    Das war bei mir zum Beispiel das Schreiben, kleine Geschichten und/oder Gedichte.
    Bei der TE kann es in der Tat die Beschäftigung mit Tieren sein, warum nicht!
    Hauptsache, man kann sich richtig begeistern, nicht nur Sachen anhäufen.
    Was noch wichtig ist: man muss den Alltag lieben, er muss Spaß machen.
    Do what makes your heart sing

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