Du bist definitiv nicht allein mit dieser Gefühlslage!
Wenn Du so viel erreihct hast, dann stellt sich eben jetzt mit Macht die Sinnfrage. Das ist doch nichts Schlechtes! Ich glaube, diese Krise - falls es eine sein sollte - kann zu sehr produktiven Ergebnissen führen.
Ich schließe mich den Fragen an: Wie geht es Dir inzwischen? Kannst Du irgendwas mit den Antworten hier anfangen?
Massashi
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Ergebnis 41 bis 49 von 49
Thema: Etwas Sinnstiftendes, bitte!
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31.03.2011, 11:08
AW: Etwas Sinnstiftendes, bitte!
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31.03.2011, 14:17Inaktiver User
AW: Etwas Sinnstiftendes, bitte!
Das sehe ich anders. Eine Äußerung gibt mir einen Gedankenanstoss und ich will nicht unbedingt in den Dialog treten. Ich beziehe mich zwar auf eine Aussage und reagiere da mal drauf, mache aber auch Absätze, wenn ich davon wieder weg komme. Und Du wirst mir recht geben, daß ich in meinem Text nicht mehr Bezug auf dich genommen habe. Ich setze das von mir genannte nicht mir dir gleich. Ich kenne dich doch gar nicht. Und jeder kann doch glauben, was er/sie will. Du hast Dich halt auch im weiteren angesprochen gefühlt. Aber das ist deine Art, das ganze zu lesen.
Und das kannst Du selbstverständlich auch in Bezug auf mich. Ich sage nur, es ist anders, als es Dir scheint. Ob Du das annimmst oder nicht, liegt bei Dir. Naja, ich glaube ich habe genug dazu geschrieben...
Wie sagte ein Kollege neulich? Jeder hat in seinem Kopf recht
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01.04.2011, 18:44
AW: Etwas Sinnstiftendes, bitte!
Stimmt ... leider denken die meisten, dass IHR Kopf rechter hat
!
Ich würde auch gern etwas von Quellengrund hören!
Eins möchte ich aufgreifen.
Jemand sagte es schon: du hast eine sehr gute Ausgangsposition! Du hast erreicht, was du wolltest im Leben, und das hat beileibe nicht jeder Mensch! Es ist toll, sein Leben so gut geplant und verwirklicht zu haben!
Wenn du jetzt noch diese innere Freiheit und Zufriedenheit erreichst, dann wirst du das, was du hast, auch richtig zu schätzen wissen! Dann ist es rund!
Und glaub mir, es IST zu erreichen
!
Do what makes your heart sing
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01.04.2011, 23:11Inaktiver User
AW: Etwas Sinnstiftendes, bitte!
Ich lese hier die ganze Zeit mit, aber wollte erst alles auf mich wirken lassen, bevor ich antworte. Vielen Dank für die vielen Beiträge, sie sind sehr inspirierend! Tröstlich auch zu lesen, wie vielen es doch ähnlich geht.
Bei zwei Aspekten bin ich sehr nachdenklich geworden
Verbindung und Beziehung, die fehlen. Auch zu mir selbst, irgendwie spüre ich mich gar nicht mehr. Ich bin ein eher pragmatischer Mensch, das hat Vorzüge, das hilft in vielen Situationen, nur derzeit nicht.
Seewespes Garten(metaphorik) möchte ich aufnehmen. Seit letztem Jahr habe ich auch einen Garten, im Oktober pflanzte ich zum ersten Mal Zwiebeln, jetzt sehe ich wie die Krokusse so langsam verblühen, die Osterglocken in voller Pracht stehen und die Tulpen sich auf den Weg machen. Das ist schön anzusehen und ich erfreue mich jeden Tag daran, wenn ich nach dem Aufstehen mit einer Tasse Kaffee das Grün durchstreife und die Katze mir dabei Gesellschaft leistet, aber ich fühle mich damit nicht verwurzelt, als sinnstiftend vermag ich es nicht zu empfinden, das lässt sich so auch auf meine Leben übertragen, ich sehe mich als Zuschauer. Ich möchte gerne Wurzeln schlagen, die letzten Jahre, ja Jahrzehnte bin ich immer wieder umgezogen und ich fand Neustarts immer aufregend, aber dafür zahlte ich auch einen hohen Preis, denn man bleibt auf privater Ebene immer nur Gast. Eine Schnittblume in der Vase, statt einer Narzisse, die im Beet auf Verblühendes und Kommendes schaut. Ein Leben für den Augenblick, Gemeinschaft zu anderen blieb auf der Strecke, wurde bei jedem Umzug betrauert, aber kompensiert durch den besten Dünger und das teuerste Gefäß.
Das ist mir erst jetzt ganz klar geworden und klingt wahrscheinlich völlig verquast oder kann jemand etwas damit anfangen?
Einige hier haben es ja angemerkt Es hat natürlich auch etwas mit dem Alter zu tun. Seit einigen Monaten benötige ich eine Lesebrille, vom Optiker nur mit einem lässigen ‚Ist doch ganz normal in ihrem Alter“ quittiert. Für mich ein Schock! Ich benötige zum ersten Mal ein Hilfsmittel, kann mich nicht mehr nur auf meine Kräfte verlassen. Bislang musste sich das Leben mir anpassen, nicht ich mich dem Leben.
Ach, ihr merkt schon, ich habe noch einen langen Weg vor mir, vieles ist immer noch konfus und bruchstückhaft. Und vom Sinn des Lebens bin ich noch weit entfernt.
Ich würde mich sehr freuen, weiterhin von euch und euren Erfahrungen zu lesen!
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02.04.2011, 05:34Inaktiver User
AW: Etwas Sinnstiftendes, bitte!
Für mich klingt Deine Metapher sinnvoll.
Nur gibt es einen entscheidenden Unterschied zwischen Seewespes Aussage und Deiner. Seewespe wühlt in der Erde, "erdet" sich und wird "in Garten graben". Der Flow setzt im Handeln ein, zumindest verstehe ich ihre Aussage so. Seewespe, korrigiere mich, wenn ich missverstanden habe.
Du hast eine Tasse Kaffee in der Hand und betrachtest das Ergebnis Deines zurückliegenden Handelns - das sind auch noch zwei Dinge auf einmal. Du bist nicht nur "Kaffee trinken" oder "Garten betrachten", Du gehst in keiner der beiden Handlungen richtig auf, konzentrierst Dich auf keine völlig. Ich verlinke Dir eine Geschichte zur Verdeutlichung, was ich meine. Laliques Weg der Meditation verstehe ich als Weg der Betrachtung, aber auch sie konzentriert sich auf einen Gegenstand.
Je nach Typ muss man sich entscheiden, ob man den aktiven oder kontemplativen Weg suchen möchte, weshalb Entspannungstechniken wie Autogenes Training oder Yoga einen guten Einstieg ermöglichen, allerdings sollte man die erst bei einem guten Lehrer lernen und dann für sich allein anwenden, das erfordert Geduld.
An diesem Satz stört mich etwas. Hast Du Dich bislang immer aktiv entschieden, ich will weg, weiter ziehen, suche mir etwas Neues? Oder wurde Dir z.B. eine Stelle angeboten und Du hast Dich entschieden, diesem Ruf zu folgen? Wenn letzteres zutreffen sollte, hast Du Dich dem Leben angepasst, nur es nicht so angesehen. Weil Du eine Entscheidung für oder gegen den Umzug treffen konntest. Aber Du konntest nicht entscheiden, dass das Angebot an Deinem bestehenden Wohnort gemacht wird, nur dann hätte sich das Leben Dir anpassen müssen.Bislang musste sich das Leben mir anpassen, nicht ich mich dem Leben.
Du hast auch jetzt eine Wahl, Lesebrille zulegen und wieder lesen können oder darauf verzichten. Die Vernunft empfiehlt, die Lesebrille zu kaufen, so wie sie in der Vergangenheit vielleicht den Umzug empfohlen hat.
Kontrolle über das eigene Leben ist eine Illusion, unsere Vernunft oder Pragmatismus verleiten uns zu der irrigen Annahme, wir könnten unser Dasein mit unseren Entscheidungen vollkommen kontrollieren.Geändert von Inaktiver User (02.04.2011 um 05:48 Uhr) Grund: ergänzt
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02.04.2011, 06:56Inaktiver User
AW: Etwas Sinnstiftendes, bitte!
Guten Morgen, quellengrund,
es gibt diverse markige Sätze, beispielsweise: Glück ist ein Tuwort. Beziehung ist auch eines, und mir erscheint Dein zitierter Gedanke da oben daher eigentlich wie ein Paradoxon. Du schreibst, dass Dein Pragmatismus derzeit nicht hilfreich scheint - und dennoch könnte gerade diese Eigenschaft Dich dabei unterstützen, in beziehungs- und verbindungsherstellendes TUN einzusteigen - falls, und nur wenn Du es Dir gestatten kannst
.
Wenn Du schreibst: Das Leben musste sich Dir anpassen, dann macht auch mich das stutzig. Beziehungen, auch die zu uns selbst, brauchen, ähnlich wie ein Garten, Raum, um sich entwickeln zu können. Raum bedeutet, dass es da Felder gibt, die unkontrollierbar sind, und mit Überraschungen aufwarten können, so dass Anpassungsleistungen von uns notwendig werden. Raum bedeutet, dass wir schauen, was passiert, ohne einzugreifen, dass wir abwarten können, und zulassen, dass sich etwas entwickeln kann. So entsteht Dialog: Wir sind aktiv, aber nicht nur - wir geben auch Raum für Aktivitäten anderer, auf die wir dann "nur" reagieren. Wir werden mit Grenzen konfrontiert, mit Wünschen, mit Unbequemem, und haben darauf kaum Einfluss. Wir verändern nicht nur, sondern werden auch verändert, respektive müssen uns bewegen, wenn wir irgendwo bleiben und fortgesetzt Beziehungen unterhalten wollen - das ist ein Tanz, keine Skulptur.
Wenn wir in Beziehung treten, einen aktiven Austausch, einen Rapport aufnehmen, sei es nun zu anderen Menschen, zu uns selbst, oder einem Garten, ist das immer auch begleitet von Unsicherheiten, von Angeboten, Absagen, Enttäuschungen. Vieles ist da nicht vorherseh- und auch nicht steuerbar. Und oft genug sind wir es, die eine Anpassungsleistung erbringen müssen. Leben und Lebendigkeit bedeutet, Veränderung zu akzeptieren, und sich dieser Veränderung zu öffnen, sie als essentiell zu begreifen. Einher damit geht die Erkenntnis, dass wir Kontrolle nur sehr eingeschränkt ausüben - je mehr, desto stärker geht das meist auf Kosten der Lebendigkeit - und dass es Sicherheiten maximal, aber auch dort nur eingeschränkt, in uns selbst gibt.
Wir können uns diesen unbequemen Begleiterscheinungen entziehen, indem wir Zaungäste bleiben, und rasch weiter ziehen, bevor es ans Eingemachte geht. Ich finde, hier beschreibst Du das sehr plastisch:
Dass Du etwas pflanztest, Dich aber nicht als Teil des Prozesses empfindest, den Du damit ausgelöst hast, kommt bei mir so an, als habest Du kurz den Beziehungsfaden aufgenommen, Dich dann aber wieder in eine sichere Distanz gebracht.Seewespes Garten(metaphorik) möchte ich aufnehmen. Seit letztem Jahr habe ich auch einen Garten, im Oktober pflanzte ich zum ersten Mal Zwiebeln, jetzt sehe ich wie die Krokusse so langsam verblühen, die Osterglocken in voller Pracht stehen und die Tulpen sich auf den Weg machen. Das ist schön anzusehen und ich erfreue mich jeden Tag daran, wenn ich nach dem Aufstehen mit einer Tasse Kaffee das Grün durchstreife und die Katze mir dabei Gesellschaft leistet, aber ich fühle mich damit nicht verwurzelt, als sinnstiftend vermag ich es nicht zu empfinden, das lässt sich so auch auf meine Leben übertragen, ich sehe mich als Zuschauer. Ich möchte gerne Wurzeln schlagen, die letzten Jahre, ja Jahrzehnte bin ich immer wieder umgezogen und ich fand Neustarts immer aufregend, aber dafür zahlte ich auch einen hohen Preis, denn man bleibt auf privater Ebene immer nur Gast. Eine Schnittblume in der Vase, statt einer Narzisse, die im Beet auf Verblühendes und Kommendes schaut. Ein Leben für den Augenblick, Gemeinschaft zu anderen blieb auf der Strecke, wurde bei jedem Umzug betrauert, aber kompensiert durch den besten Dünger und das teuerste Gefäß.
Das ist mir erst jetzt ganz klar geworden und klingt wahrscheinlich völlig verquast oder kann jemand etwas damit anfangen?
Ich empfinde meinen Garten ganz anders - unser "Rapport" beginnt mit dem Frühjahr, und ist eine endlose daily-soap bis tief in den Herbst hinein. Da gibt es eigentlich jeden Tag zu tun, denn die Pflanzen wachsen zwar, wenn man weise vorgeht, mehr oder weniger von allein, entwickeln aber auch ein überaus autonomes Eigenleben - sie machen mir Beziehungsangebote, die ich aufgreifen, oder ins Leere laufen lassen kann. Da spriesst nämlich nicht nur das, was ich wünsche, und das mein Auge freut, sondern auch jede Menge "Unkraut", es gibt Insekten, die grossen Appetit entwickeln können, oder Schnecken, auch sehr gefrässig. Der Boden möchte gelockert werden, wenn er, wie meiner, sehr dicht und lehmig ist, damit die Pflanzen darin buchstäblich aufatmen können. Will ich Schädlinge vermeiden, tue ich gut dran, für seine Gesundheit zu sorgen - all das ist Rapport, und ziemlich schmutzige, bisweilen schweisstreibende Arbeit. Herumwandern und ansehen sind da nur vergleichsweise kurzweilige Aspekte
- ich kriege das kaum mal hin, denn immer gibt es irgendwo etwas zu zupfen, zu knipsen, fest zu binden, zu stützen, umzuziehen, und die Pflanzen reagieren darauf wiederum ihrerseits mit Aktivität, sie sind Lebewesen, lebendig, und unser Dialog wirkt beständig verändernd auf uns beide - die Liste ist endlos. Das ist Beziehung, Leben, wiederum Tanz, nicht Skulptur, denn die Veränderungen laufen permanent ab, nichts, das ich heute als perfekt empfinde, bleibt so, der Wandel ist konstant.
Darauf kann ich mich einlassen, und mich einbringen - oder meinerseits mit äusserer Bewegung reagieren, und das Feld räumen.
Ich bin in den ersten 35 Jahren meines Lebens 10 x umgezogen, und habe heute verstanden, dass es dabei auch darum ging, innere Bewegung über äussere zu kompensieren. Ich wollte mit dem, was in mir passierte, keinen Dialog aufnehmen, also sorgte ich dafür, dass über den äusseren Stress des schon wieder neu Anfangens, des Einpackens, Umziehens, Neugestaltens gar nichts wirklich
erden
wurzeln schlagen
in einen echten Austausch eintreten
konnte. Kaum war der Boden bereitet, liess die äussere Spannung nach, und wäre Zeit gewesen, dass Austausch, etwas Neues, Unberechenbares entstehen kann, bin ich weiter gezogen, und habe die zarten Wurzeln gekappt, wurde wieder zum Zaungast - hier nicht mehr Teil, dort längst noch nicht.
Die Kontrolle, die ich meinte, damit zu haben, war eine Illusion. In Wahrheit drückte nicht ich dem Leben meinen Stempel auf, wie Du schreibst, sondern lief vor vielem davon, liess mich nicht ein. Lebendigkeit gab es nur an der Oberfläche, in Form von äusserer Bewegung.
So läuft der Hase aber dauerhaft nicht. Es mehren sich irgendwann Verschleisserscheinungen, denn es ist ungeheuer anstrengend, immer unterwegs zu sein, und nirgends mal zuhause, angekommen. Die inneren Veränderungen, zu denen auch Alterungsprozesse gehören, nehmen Dimensionen an, die uns ganz deutlich machen, dass wir hier genau genommen gar nichts einen Stempel aufdrücken, und einer Illusion des Machbaren aufgesessen sind, und nun dringend lernen müssen, dass Rapport, die Aufnahme eines Dialogs bedeutet: Hören, sehen, spüren, was ist, und es annehmen, oft ohne die Möglichkeit pragmatisch korrigieren oder gar lenken zu können. Du formulierst es so:
Ich denke, es könnte sehr lohnend sein, Dich auf diese ent_täuschende, und damit sehr wertvolle Erkenntnis, und das, was dahinter steckt, etwas näher einzulassen.Einige hier haben es ja angemerkt Es hat natürlich auch etwas mit dem Alter zu tun. Seit einigen Monaten benötige ich eine Lesebrille, vom Optiker nur mit einem lässigen ‚Ist doch ganz normal in ihrem Alter“ quittiert. Für mich ein Schock! Ich benötige zum ersten Mal ein Hilfsmittel, kann mich nicht mehr nur auf meine Kräfte verlassen. Bislang musste sich das Leben mir anpassen, nicht ich mich dem Leben.
Geändert von Inaktiver User (02.04.2011 um 07:05 Uhr)
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02.04.2011, 10:44
AW: Etwas Sinnstiftendes, bitte!
Guten Morgen!
Dies ist mir auch sehr aufgefallen. - Kann es sein, dass Deine Krise damit zu tun hat, dass Du die Alterungsprozesse, die jetzt stattfinden, nicht kontrollieren kannst? Ich finde das auch sehr schwierig und es kann gut sein, dass ich hier sehr von mir ausgehe. Es sind Prozesse, bei denen es sehr schwierig ist, zu ihnen Ja zu sagen. Man wehrt sich dagegen, aber es hilft nichts.
Aber darüber hinaus steckt für mich in dieser Formulierung ein gut Teil Kampf: Das Leben soll sich Dir anpassen. Wie ein Zweikampf, den Du gegen das Leben führst.
Seewespe
Für Deinen Beitrag werde ich mir mal länger Zeit nehmen.
Ein schönes Wochenende!
Massashi
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02.04.2011, 11:26
AW: Etwas Sinnstiftendes, bitte!
Sehr gute Beiträge - die sehr zum Nachdenken anregen!
@Quellengrund
Das Leben ist schon rätselhaft und Kierkegaard hat recht. Es muss vorwärts gelebt, kann aber erst im Nachhinein verstanden werden. Wir entscheiden uns für dies oder jenes, ohne die Konsequenzen überblicken zu können. Die aber sind oft irreversibel.
So war es in meinem Leben oft, vor allem in meiner Jugend.
Dann war ich konfrontiert mit Situationen, die ich mir so nicht gewünscht hatte, mit denen ich aber leben musste.
Also war es wichtig, eine Einstellung dazu zu finden, die mich den Weg, den ich eingeschlagen hatte, bejahen ließ.
Das ist mir gelungen durch die Hinwendung an das, was dem Leben zugrunde liegt.
Es ist in meinem speziellen Fall ein spiritueller Weg.
Das, was allem zugrunde liegt, liegt in jedem Menschen und kann zugängig werden. Dass man dazu nicht unbedingt spirituelles Gedankengut braucht, wird vor allem bei Seewespes Kommentaren deutlich.
Sie ist durch ihren Garten mit dem Prozess des Lebens tief verbunden.
Für dich kann das etwas ganz anderes sein!
Es ist dabei egal, wie oft du umgezogen bist und einen neuen Anfang machtest.
Diesen Prozess kannst du jetzt stoppen und dich in Ruhe umschauen, welche Möglichkeiten dir offen stehen da, wo du bist, hier und heute.
Es gibt einen Spruch, den ich sehr mag: Bloom where you are planted
!
Als praktischer Hinweis:
Falls du das noch nicht kennst, versuche es doch einfach mal mit Yoga.
Das ist zwar zur Zeit "in", aber das gibt es schon immer und es öffnet Kanäle, von denen du vorher nicht wusstest, dass sie existieren.
Autogenes Training ist auch eine Möglichkeit, vor allem, wenn jemand gern die Kontrolle hat.
Durch die "formelhaften Vorsätze" und das "katatyme Bilderleben" kannst du, wenn du die Kunst der Entspannung gelernt hast, die Fäden selber in die Hand nehmen!
Du kannst dich vor allem mit dem Alterungsprozess erstens versöhnen, zweitens ihn sanfter mitgestalten, ernsthaft
!
Do what makes your heart sing
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04.04.2011, 10:24Inaktiver User
AW: Etwas Sinnstiftendes, bitte!
Das mit dem Altersprozess kann ich unterschreiben.
Ihn bejahen zu können, was Positives an ihm zu finden, das fällt mir auch sehr schwer.
Bleibt für mich die Frage, ob man denn alles im Leben - möglichst noch dankbar - annehmen muss.
Ist es nicht eher so, dass man mit manchen Brüchen leben muss? Mit Dingen, die man nicht ändern kann, die einem nicht zusagen?
Ich weiß, dass es in meinem Leben immer Dinge geben wird, die ich nicht mag, die ich aber nicht ändern kann - und daher
so stehen lassen muss. Nicht alles in meinem Leben kann positiv sein, mich glücklich machen, mir zu mehr Lebensqualität verhelfen. Man kann da bestenfalls einen Kompromiss finden - aber etwas bejahen, was mir mißfällt? Sei`s eine neue chronische Erkrankung, der Tod von Freunden, Abschiede, ect...
Was nicht heißt, dass man sein Leben in ewigem Kampf gegen sich selbst verbringen muss.
Ich versuche halt, den negativen Aspekten in meinem Leben weniger Raum zu geben als den Positiven, ihnen nicht soviel Energie zuzuführen, mich mehr auf all' das Schöne in meinem Leben zu konzentrieren. Meistens gelingt mir das.
Dennoch weiß ich, dass es Negatives (wie das Altern) in meinem Leben gibt, das ich nicht ändern kann.
Beschönigen kann ich das nicht - für mich ist die einzige Art, damit fertig zu werden, es realistisch zu betrachten, es nicht zu beschönigen, sondern "wahr"zunehmen und mich den Dingen zuzuwenden, die ich beeinflussen kann.
Ruby



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