Das klingt für mich gar nicht doof.
Manche Menschen sind echte Energieräuber. Es gibt Leute, die einem nicht gut tun; wenn man darauf achtet, kann man es auch spüren. Und es ist sinnvoll, den Kontakt zu solchen Menschen einzuschränken.
Wunderbar!
Zuviel Chaos kann tatsächlich eine enorme Energieverschwendung sein.
Ich sehe in deinem Wunsch nach Ordnung auch überhaupt keinen Gegensatz zu deiner Kreativität. Im Gegenteil: Wenn man es schafft, auf der einen Seite (im Praktischen, Administrativen) Ordnung zu schaffen, bleibt mehr Zeit und Energie für die Kreativität.
Ich glaube nicht, dass Ordnung und Kreativität unveränderliche Charaktereigenschaften sind und man kann beides neben einander leben. Ein Beispiel dafür sind Leute, die erfolgreich in kreativen Berufen arbeiten: wären sie nur chaotisch und kreativ, bekämen sie ihren Bürokram und ihr Unternehmertum nicht auf die Reihe. Sie wären ohne eine gewisse Struktur und Ordnung niemals erfolgreich.
Das klingt alles sehr gut.
Es ist wichtig, darauf zu achten, mit welchen Inhalten man sein Gehirn füttert. Interessant sind in dieser Hinsicht die Erkenntnisse von Hirnforschern wie Manfred Spitzer. Er verweist immer wieder auf die Neuroplastizität des Gehirns und dass wir in gewisser Weise tatsächlich das sind, was wir tun. Es ist also keineswegs egal, was wir uns reinziehen und womit wir uns geistig beschäftigten.
Auch die kleinen Innehalte-Pausen, die du ansprichst, sind enorm wichtig. Unser Gehirn rattert immer vor sich hin, unsere Ideen und Projekte peitschen unseren Körper zu einem pausenlosen Einsatz - bis er irgendwann die Notbremse zieht. Dann kann das Gehirn so viel rattern, wie es will, der Körper gehorcht einfach nicht mehr. So weit darf man es nicht kommen lassen. Oft reicht es schon, Pausen einzulegen - vorausgesetzt, man macht wirklich Pause: befasst sich mit ganz anderen Dingen wie Musik machen (genial!) Sport, im Garten herumpusseln oder einfach nur sehen, hören und genießen.
Eine angemessene Work-Life-Balance ist die wichtigste Grundlage, um gesund und leistungsfähig zu bleiben. Diese Erkenntnis setzt sich bei uns erst langsam durch. Aber immer mehr Menschen geraten in Leistungskrisen, merken, dass sie etwas verändern müssen - das ist eine gute Voraussetzung für eine generelles Umdenken in unserer Gesellschaft.
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Ergebnis 61 bis 63 von 63
Thema: Was kommt noch?
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29.03.2011, 13:49Inaktiver User
AW: Was kommt noch?
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06.04.2011, 20:38Inaktiver User
AW: Was kommt noch?
Beklamo, daran musste ich vor ein paar Tagen mal denken. Hat dieses Thema "Dankbarkeit" nicht auch viel mit Achtsamkeit zu tun? Mir ist es in den vergangenen Tagen immer mal wieder passiert, dass mich ganz plötzlich ein Gefühl der Dankbarkeit überkommen hat, und das in Momenten, in dem ich ganz bewusst auch mal die "kleinen" Dinge wahrgenommen habe, die glücklich machen: Mein Mann hatte als spontanen Nachtisch eine Banane für uns kleingeschnitten, mit Schokosoße übergossen und etwas Sahne darauf gegeben - total lecker! Ich lese ein gutes Buch, das Katerchen schnurrt auf meinem Schoß - ich bin für einen Moment vollkommen entspannt und gelassen. Eine Freundin, die ich nach einem Jahr endlich wiedersehe und ihr Vertrauen, mir Dinge zu erzählen, die kaum jemand von ihr kennt, ein Anruf, mit dem ich nicht gerechnet habe, die halbe Stunde, die ich unerwartet eher Feierabend machen kann, der MP3-Player, der im Zufalls-Modus auf den 2. Satz des Mozart-Klarinettenkonzerts springt, was mir fast die Tränen in die Augen treibt... All das sind kleine Momente, bei denen ich den Eindruck habe, dass ich sie einfach bewusst wahrnehme.
Das hat mir übrigens in den letzten Jahren gefehlt. In all der Hektik gab es solche Moment ja auch immer mal wieder, aber ich habe sie "übersehen", nicht wahrgenommen.
Und glücklicherweise zählen gerade auch im Job Momente dazu, bei denen ich Spaß an der Arbeit habe...
Musste ich jetzt einfach mal erzählen.
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09.04.2011, 11:26



Aber aufzuräumen, zu sortieren, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden hat für mich gerade die Funktion von Ballast abwerfen.
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