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  1. Inaktiver User

    AW: Was kommt noch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Dabei liegt es doch nur daran, dass man definitiv nicht nett genug zu sich selbst ist. Es könnte mir doch völlig wurscht sein, was die anderen über meine Grenzen denken und sagen, stünde ich tatsächlich hinter mir selbst. Solange ich meine eigenen Regeln nicht achte, werden andere sie ebenso wenig achten.
    Das können sie auch gar nicht, denn ich gebe ja nicht rechtzeitig Bescheid, sondern hadere so lange in mir selbst, bis die Grenze eigentlich schon übertreten ist.
    Das scheint mir das Hauptproblem zu sein: das eigene Selbstbild. Es ist vor allem diese Mischung aus Ehrgeiz und Lust an der Arbeit, die einen ausbrennen lassen kann, wenn man nicht auf seine Grenzen achtet. Ist man erst mal so weit, sich selbst Grenzen zuzugestehen, kann man sie auch gegenüber anderen überzeugend vertreten.

  2. Inaktiver User

    AW: Was kommt noch?

    ... und dadurch, (Selbstbild) die Ansprüche an sich selbst ... die vielleicht immer ein Stück weiter, höher gesteckt sind, als man "mühelos" erreichen kann.
    Dabei ist es ja eigentlich nicht grundsätzlich falsch, seine Grenzen gegebenenfalls ein wenig auszudehnen, zu erweitern - nur, verbiegen und überdehnen darf/sollte man sich dabei eben nicht.

    Ist man erst mal so weit, sich selbst Grenzen zuzugestehen, kann man sie auch gegenüber anderen überzeugend vertreten.
    Es geht also darum, sich anzunehmen

  3. Inaktiver User

    AW: Was kommt noch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Es geht also darum, sich anzunehmen
    So auf dem Punkt gebracht: Ja! Irgendwie schon, auch wenn ich oft mit "Nebenthemen" beschäftigt bin.

    Vielleicht beinhaltet dieses Sich-annehmen auch ein Annehmen der eigenen Geschichte mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft?

  4. Inaktiver User

    AW: Was kommt noch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Es geht also darum, sich anzunehmen
    Ja genau. Und das ist umso schwieriger, je perfektionistischer frau ist
    Meist sind es gar nicht die anderen, die die Latte so hoch legen und Fehler und Rückschläge nicht verzeihen. Es ist das eigene hohe Selbstbild, das korrigiert werden muss, bevor es zur Falle wird.

  5. Inaktiver User

    AW: Was kommt noch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Meist sind es gar nicht die anderen, die die Latte so hoch legen und Fehler und Rückschläge nicht verzeihen.
    Nun ja, wenn ich mir unsere Chefetage so anschaue...

    Nein, im Ernst, ich habe festgestellt, dass man sich schnell mit Menschen umgibt, die einem das eigene Selbstbild bestätigen. Ist ja manchmal ganz gut, es kann aber auch insofern zur Falle werden, als man anfängt, das Selbstbild zu "absolutieren". Ist mir passiert, hat zu einer erheblichen Arroganz meinerseits geführt, die ich erst durch eigene Erfahrungen korrigiert habe. Wenn ich jetzt darüber nachdenke...

    Aber selbst wenn ich den Perfektionismus mal abschüttele, stellt sich ja die Frage: "Was will ich eigentlich?" Und das zu beantworten, finde ich gar nicht so einfach, wenn jahrzehntelang die Sensoren darauf ausgerichtet waren, "einzufangen", was andere von einem erwarten. Die neue Ausrichtung ist sicherlich gut und richtig. Aber sie verängstigt auch. Und klar sind mir viele Dinge immer noch nicht.

    Wenn ich weiß, was ich will, kann ich ziemlich sicher und kraftvoll darauf zusteuern, die Erfahrung habe ich schon gemacht. Aber im Moment schwimme ich gerade.

  6. Inaktiver User

    AW: Was kommt noch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ja genau. Und das ist umso schwieriger, je perfektionistischer frau ist
    Meist sind es gar nicht die anderen, die die Latte so hoch legen und Fehler und Rückschläge nicht verzeihen. Es ist das eigene hohe Selbstbild, das korrigiert werden muss, bevor es zur Falle wird.
    Das sehe ich auch so. Ist aber, wie ich finde, leichter gesagt als getan.


    Catamara
    Vielleicht beinhaltet dieses Sich-annehmen auch ein Annehmen der eigenen Geschichte mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft?
    Ohne jetzt esoterisch werden zu wollen: ICH denke, dass es sehr wichtig ist, die Gegenwart bewusst zu leben, aus einer bewusst gelebten Gegenwart ergibt sich m. E. automatisch der Weg in die Zukunft. Die Vergangenheit - ist, wenn man so will das Fundament auf dem man JETZT lebt. Man kann versuchen die erkannten Fehler zu korrigieren.

    Danke für die Erklärung deines Nicks. Ja. "schwelg" - diese Bilder, die man da sieht, helfen manchmal Dürrezeiten zu überstehen ...

  7. Inaktiver User

    AW: Was kommt noch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Die neue Ausrichtung ist sicherlich gut und richtig. Aber sie verängstigt auch. Und klar sind mir viele Dinge immer noch nicht.

    Wenn ich weiß, was ich will, kann ich ziemlich sicher und kraftvoll darauf zusteuern, die Erfahrung habe ich schon gemacht. Aber im Moment schwimme ich gerade.
    Das stimmt, sie verängstigt und führt dazu, dass man eine Zeit lang schwimmt.
    Aber manchmal ist eine neue Ausrichtung unumgänglich.

    Spätestens, wenn man erlebt, was passieren kann, wenn man permanent seine Grenzen überschreitet, wird man nachdenklich. Bei mir waren das zwei Fälle in meinem direkten persönlichen Umfeld. In einem Fall war der Betroffene nach einem schweren Burn out nicht mehr arbeitsfähig und wurde in die vorgezogene Altersrente geschickt, im zweiten Fall ist das Arbeiten nur noch sehr eingeschränkt möglich, mit schlechter Prognose.
    Beides Leute, die unglaublich gern und höchst engagiert in ihrem Beruf arbeiteten, es aber versäumten, rechtzeitig die Notbremse zu ziehen, weil das einen hohen Preis gekostet hätte. Der Preis, den sie am Schluss bezahlten, war noch viel höher.

    Wenn man so etwas erlebt, wird einem klar, dass es jeden treffen kann. Dann fängt man an, über ein Downshifting nachzudenken, fragt sich, wo man überall Ballast abwerfen kann. Man setzt Prioritäten, fragt sich, was man wirklich braucht, was einem gut tut und was nicht.
    Der Ballast kann auch in der Freizeit liegen: ich habe beispielsweise mein ehrenamtliches Engagement rigoros zurück gefahren, der Beruf ist wichtiger.

    Wenn man alles, seinen ganzen Lebensstil inclusive der eigenen Eitelkeiten, auf den Prüfstand legt, klärt sich das Ganze irgendwann. Es wird einem klar, was man wirklich braucht. Möglicherweise ist das sehr wenig.

  8. Inaktiver User

    AW: Was kommt noch?

    I-dille, Dein Post spricht mir aus der Seele.

    Mir geht es genau so, wie Du es beschreibst. Alles ist auf dem Prüfstand. Naja, fast alles, einige Dinge sind klar für mich. Und ja, es betrifft nicht nur das Berufliche, da ist das Downshifting gerade erfolgt. Hier muss ich "nur" noch klären, ob auf Dauer oder unter anderen, besseren Arbeitsbedingungen dann doch nicht (an dieser Klärung hängt auch meine Entscheidung für oder gegen die Weiterbildung ab Herbst).

    Aber auch im Privaten geht es mir so, dass Dinge auf dem Prüfstand sind: Freizeitverhalten, soziale Kontakte. Und ja, es gibt auch Beziehungsabbrüche mit Menschen, bei denen ich den Eindruck habe, dass wir uns nicht so nahe stehen, dass sich der Einsatz "lohnt". Klingt doof, ich weiß. Oder der Kontakt wird eingeschränkt. Andere habe ich dafür aufgebaut, z.B. zu zwei, drei Frauen in der Stadt, in der ich zu meinem Mann gezogen bin.

    Ich merke, dass ich nach Klarheit lechze, bis dahin, dass ich mehr Struktur im Alltag haben möchte: Klarer Terminkalender, Klarheit darüber, wofür ich mein Geld ausgebe etc.. Und das, obwohl ich sonst gerne ein wenig kreativ-chaotisch veranlagt bin...

    Fado, über Dein Post habe ich etwas länger nachgedacht. Nein, ich glaube, Du misst der Vergangenheit zu wenig Bedeutung bei. Das Vergangene hat geprägt und sich über diese Prägung bewusst zu werden und sie ggf. zu hinterfragen, halte ich für eine der wichtigsten Aufgaben, um sich über seine Zukunft im Klaren zu werden. Der Schwerpunkt auf die Gegenwart ist schon richtig, ich denke da auch an Beklamos Posts über die Dankbarkeit. Aber wenn ich mir nicht klar mache, warum ich so ticke, wie ich ticke, und ob ich wirklich so ticken will, kann ich nicht aktiv und selbstbestimmt handeln...

  9. Inaktiver User

    AW: Was kommt noch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    . Aber wenn ich mir nicht klar mache, warum ich so ticke, wie ich ticke, und ob ich wirklich so ticken will, kann ich nicht aktiv und selbstbestimmt handeln...
    Aber du bist JETZT.
    Sicher, Teile deiner Persönlichkeit bestehen auch aus Prägungen, sicher kannst du dir darüber bewusst werden, sicher kannst du sie hinterfragen - bist du dir aber wirklich sicher, dass du für die Zukunft wissen musst, weshalb du so tickst, wie du tickst?
    Ich weiß nicht, mich hat diese Hinterfragerei enorm viel Energie gekostet, ja fast schon gelähmt. Mir hat es nicht wirklich geholfen, zu wissen, dass sich manche meiner Verhaltensweisen auf Erziehungsfehler meiner Eltern gründen - Erziehungsfehler, die ihnen gar nicht bewusst waren.
    Eigentlich reicht es doch, wenn du weißt wie du tickst und wenn es dir nicht gefällt - DANN kannst du es ändern ...

    Und wenn du dich deiner kreativ-chaotischen Seite entledigen willst --- mittels strafferer Lebensplanung - bist du dir so sicher, dass du nicht die Seite versuchst zu unterdrücken, die vielleicht die ausgeprägtere Seite an dir ist? Die "zugemüllte" - die dir in manchen Situationen einen Strich durch die Rechnung macht, die Unliebsame, weil kreativ und chaotisch? Die dir vielleicht in deinen Burn-out Zeiten gesagt hat: Catamara - so geht es nicht weiter? Nicht die Geordnete, die Disziplinierte?

    OK. Du schreibst, dass du nach Klarheit, Übersichtlichkeit lechzt - ist das ein Wiederspruch zu Kreativität?

    Weißt du, Katamarane sind Schiffe mit ZWEI Schiffskörpern, die zu einem Schiff verbunden sind.
    LG
    Geändert von Inaktiver User (28.03.2011 um 22:33 Uhr)

  10. Inaktiver User

    AW: Was kommt noch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Weißt du, Katamarane sind Schiffe mit ZWEI Schiffskörpern, die zu einem Schiff verbunden sind.
    LG
    Schöner Vergleich, danke, Fado!
    Ich glaube, wir liegen gar nicht so weit auseinander. Ich will mich gar nicht bis aufs Blut durchanalysieren, das hat nur begrenzt Sinn. Aber da, wo ich immer wieder stolpere, kann es sinnvoll sein hinzuschauen, warum das so ist. Und ich denke, dass mich meine Vergangenheit sehr geprägt hat. Bei weitem nicht nur negativ, aber sie hat es eben. Und um mir das bewusst zu machen, muss ich ab und zu mal anschauen, was da gewesen ist.

    Deinem Vergleich mit dem Katamaran kann ich sehr gut folgen. Wenn ich in den vergangenen Jahren eins gelernt habe, dann ist es, neben meiner Rationalität auch der Intuition Raum zu geben, ja, sie ist, die mich sehr zu mir führt. Deswegen glaube ich auch, dass mein momentaner Wunsch nach Ordnung und Struktur auch seinen Sinn hat. Wenn Du meinen Schreibtisch sehen würdest, wäre Dir schon klar, dass ich niemals ein Ordnungs-Fanatiker werde. Aber aufzuräumen, zu sortieren, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden hat für mich gerade die Funktion von Ballast abwerfen. Das absolute Chaos zu verwalten kann nämlich extrem viel Kraft rauben. DARIN sehe ich für mich den Sinn dieses Wunsches. Die letzten Jahre waren geprägt von dem Eindruck, dass zu viel auf einmal in zu kurzer Zeit auf mich einstürmte.

    Meine kreative Seite pflege ich dadurch, dass ich meiner Intuition Raum geben möchte. Meine Arbeitszeiten haben sich durch die neue Stelle verschoben, ich habe morgens nach dem Aufstehen mehr Zeit und durch den kürzeren Weg zur Arbeit insgesamt etwas mehr Zeit. Wieder ein Buch statt nur Illustrierte zu lesen, ein wenig Keyboard zu spielen, einfach etwas träumen - das geht jetzt wieder. Im Auto schalte ich nach den Nachrichten Musik ein, statt Infosendungen zu hören. In Kürze steige ich aufs Bahnfahren um, der MP3-Player und ein Buch werden immer dabei sein.

    Und nebenbei verändert sich mehr oder weniger überlegt mein Lebensstil: Bahnfahren statt Auto, eine bewusstere Ernährung, mehr Bewegung...

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