Ich glaube, es ist ganz schön bitter, diese Erkenntnis haben zu müssen, wenn man viel Erfüllung in der Arbeit gefunden hat... Leider ist es manchmal so, dass man an äußere Grenzen stößt und nichts, absolut nichts machen kann.
Leider sind "innere Grenzen" auch nicht immer einfach zu akzeptieren...
Ich finde es aber gut, Fado, dass Du Dir andere "Räume" gesucht und ja wohl auch gefunden hast. Empfindest Du sie als gleichwertig erfüllend?
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Thema: Was kommt noch?
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23.03.2011, 13:43Inaktiver User
AW: Was kommt noch?
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23.03.2011, 16:14Inaktiver User
AW: Was kommt noch?
Nicht wirklich, denn mir fehlt eigentlich das Wissen, etwas gesellschaftlich wertvolles zu tun ... klingt wahrscheinlich eigenartig, ist aber so. Die Hobbies mache ich für mich, ich stricke z. B. Pullover, die nicht selbstgestrickt aussehen, und damit bin ICH zufrieden, ich bewege mich, mache Sport, weil ich mich bewegen möchte - aber arbeiten ist für mich der Moment, in dem ich als soziales Wesen
mit der Welt, der Gesellschaft in Verbindung trete.
Ich fühle mich eigentlich wie arbeitslos, obwohl ich jeden Tag hingehe.
Ja. ICH müsste etwas ändern. Bislang habe ich nur wirklich keine Idee, womit ich anders meinen Lebensunterhalt verdienen könnte und MIR läuft tatsächlich die Zeit ein wenig durch die Finger
und deshalb habe ich hier auch geschrieben, denn mit knapp 40 hatte ich auch Existenzängste - aber da habe ich etwas "anpacken" können, da habe ich eben noch einmal Gas gegeben und meine Chancen, meine relative "Jugend", meine Energie genutzt - aber mit Mitte 50?
Auf DEM Arbeitsmarkt? Ich denke, da bleiben mir nur meine Hobbies um einigermaßen zufrieden zu sein und mich darum zu kümmern, wach zu bleiben.
Work-Life-Balance - jau. Bei mir seit einiger Zeit völlig aus den Fugen.
LG
Fado
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23.03.2011, 16:16Inaktiver User
AW: Was kommt noch?
Danke. I-dille
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23.03.2011, 21:02Inaktiver User
AW: Was kommt noch?
Ich hoffe, ich habe euch nicht erschreckt.
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24.03.2011, 09:27Inaktiver User
AW: Was kommt noch?
Nein, hast Du nicht.

Ich musste bei Deinem letzten Posting etwas schlucken.
Mein Über-meine-Grenzen-gehen habe ich auch damit begründet, dass ich meinte, etwas "für die Gesellschaft" zu tun. Letztlich halte ich das auch grundsätzlich für eine gute Motivation, aber bei mir verbarg sich dahinter eher, dass das eine "Ausrede" war, um eigene Grenzen nicht zu akzeptieren. Fast schon eine Art Hochmut.
Vielleicht brauchst Du Deine Hobbies, um die fehlende Erfüllung im Job kompensieren zu können. Und ist das nicht Legitimation genug, sich selbst bei Kräften zu halten?
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24.03.2011, 19:30Inaktiver User
AW: Was kommt noch?
Hallo Catamara,
Ja. Ist nicht ganz unwesentlich, seine Grenzen rechtzeitig wahrzunehmen, zu akzeptieren und auch schätzen zu lernen - ich habe erst in den letzten Jahren mühsam lernen müssen, dass ich überhaupt welche habe ( klingt wahrscheinlich äußerst überheblich - ist aber wirklich so)
Es kostet mich wirklich Kraft, Grenzen zu setzen ohne verletzend zu werden und es kostet mich auch viel Kraft, meiner Umwelt zu vermitteln, dass ich Grenzen habe - die Menschen in meiner Umgebung sind höchst erstaunt, manchmal verärgert, wenn ich ihnen vermittele, dass meine Grenzen erreicht sind.
Jetzt habe ich beinahe 100x das Wort "Grenzen" geschrieben -
Evtl. eine Antwort auf deine Frage: was kommen kann, wenn man es will, ist ein bewussterer Umgang mit sich selbst
Darf ich dich fragen, ob du deinen Nick von Catamaran abgeleitet hast? (Nur für eine private Studie - weil ich die Gründe für die Nick-Wahl so interessant finde - gerne auch per PN)
Liebe Grüße und danke fürs Gehör.
Fado
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24.03.2011, 21:26Inaktiver User
AW: Was kommt noch?
Diese Worte könnten glatt von mir sein... Und das Thema "Wie vermittle ich meine Grenzen?" beschäftigt mich auch, einschließlich meiner Reaktion auf potentielles Unverständnis.
Ja, das erhoffe ich mir. Vielleicht klärt das auch einiges. Aber noch weiß ich noch nicht mal sicher, was ich nicht will.
Heute war so ein schwieriger Tag, an dem ich wieder an meine Grenzen geraten bin. Allerdings an einer, die ich erweitern will und muss (Thema Konflikte - mein Harmoniewunsch vs. der Realität, die nun mal Konflikte mit sich bringt...). Ich knatsche gerade wieder, weil ich genervt von mir selbst bin und den so häufigen Mustern.
Genau so ist es. Entstanden ist der Nick in lebhafter Erinnerung an einen schönen Mallorca-Urlaub, bei dem wir mit einen Catamaran mit Glasboden an der Küste entlang geschippert sind... *schwelg*
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25.03.2011, 12:25Inaktiver User
AW: Was kommt noch?
Achja, da klingelt bei mir auch ein Glöckchen.

Meist geht es ja noch nicht einmal um massive Grenzziehungen, sondern schlicht um: "Das ist jetzt gerade nicht zu bewältigen und muss warten."
Ein ganz normales Nein.
Nur scheint das normale eben nicht ganz so normal zu sein.
Mir geht es dabei oft so, das ich meine Grenzen wohl wahrnehme - aber bis zum: "Ja, ich darf Grenzen haben." langt es dann nicht.
Lieber noch mal Zähne zusammenbeißen, da geht doch bestimmt noch etwas.
Wenn man zu lange wartet, baut sich innerlich ein enormer Druck auf - der meist der Situation gar nicht angemessen ist. Entsprechend druckvoll fällt die Antwort aus.
Dabei liegt es doch nur daran, dass man definitiv nicht nett genug zu sich selbst ist. Es könnte mir doch völlig wurscht sein, was die anderen über meine Grenzen denken und sagen, stünde ich tatsächlich hinter mir selbst. Solange ich meine eigenen Regeln nicht achte, werden andere sie ebenso wenig achten.
Das können sie auch gar nicht, denn ich gebe ja nicht rechtzeitig Bescheid, sondern hadere so lange in mir selbst, bis die Grenze eigentlich schon übertreten ist.
Wenn sich ein solches Verhalten bereits eingeschlichen hat (siehe Catamara, deren "Ruf" ihr ja schon in den neuen Job voraus geeilt ist), ist es noch einmal um so schwerer, diese Verhaltenweise zu ändern.
Ich habe mit einer einfachen Regel angefangen: Mindestens dreimal pro Woche Nein sagen.
Egal was, sei es noch ein weiteres Projekt zu den fünf, die schon auf dem Schreibtisch liegen oder die Pause mit dem und dem zu verbringen, wenn ich darauf keine Lust habe.
Dann kann ich mich daran gewöhnen, Grenzen zu ziehen - und die anderen wissen, dass mein Engagement nicht selbstverständlich ist. Und auch gar nicht sein kann.
Geändert von Inaktiver User (25.03.2011 um 12:39 Uhr)
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25.03.2011, 12:37Inaktiver User
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25.03.2011, 23:46
AW: Was kommt noch?
hallo zusammen,
ich habe jetzt nicht den kompletten strang gelesen, aber mir kommen einige gedanken, die cih gern teilen möchte (so ich als "küken" von knapp 32 jahren hier überhaupt was sagen darf
)
ich habe nämlich die illusion, dass sehr wohl "noch was kommt". anders als früher, nach der schule oder dem studium, wo zumindest ich der meinung war, ich könnte mindestens un-generalsekretärin werden. aber dennoch: "was neues" geht immer. und ich glaube eben daran, dass dies auch in beruflicher hinsicht der fall ist.
zum beispiel als coach oder "beraterin" des nachwuchses. also in sachen weitergabe des erreichten an jüngere oder unerfahrenere - aber nicht notwendig des eigenen nachwuchses! (so schlimm ist es dann doch nicht) oder in sachen "ich lerne jetzt endlich das, was ich schon immer machen wollte..." - egal, ob es sich dabei um klavierspielen, die doktorarbeit oder eine kapitalistisch wertvolle weiterbildung handelt.
ich denke, das entscheidende ist doch, etwas zu haben, das einen erfüllt, und das spaß macht - und ein job, der mich nicht erfüllt - ich weiß nicht. ich erlaube mir, "beides" wollen zu dürfen: sowohl den erfüllenden job, als auch das erfüllende privatleben. warum sich nicht "auf die alten tage" selbständig machen? ich denke mir: so miserabel, dass man davon nicht leben kann, kann man gar nicht sein (je nachdem allerdings, wie lang einen ein solches projekt noch "füttern" muss, zugegeben).
ich stelle es mir schön vor - und ein bisschen, eine klitzekleinesbisschen merke ich es auch schon - die "gelassenheit des alters" weiterzutragen... aber das ist vielleicht auch nur meine persönliche vorstellung von "gelingendem leben".
just my 2-3 cents.
grüße von
der ratte



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