Hallo, Fado,
ich bin gerade 50 geworden, und es gibt viele Dinge, die ich gerne machen möchte bzw. auf die ich neugierig bin.
Allerdings merke ich jetzt mehr als früher, dass meine Kräfte eben begrenzt sind, und ebenso die Zeit....Wenn ich an den Wochentagen jeweils 9 - 10 Stunden (inklusive Hin- und Rückweg) außer Haus bin, um zu arbeiten, dann bin ich danach erstmal müde...und gehe zwar abends oft noch zum Yoga, zur Gymnastik, oder zum Walken, aber damit ist der Tag dann auch 'rum. An den Wochenenden sind unsere (großen) Jungs bei uns zu Besuch (die während der Woche woanders studieren) und möchten gern Zuwendung haben, und außerdem verbringen wir einige Zeit mit Wäschewaschen, Haushalt, Einkaufen, Gartenarbeit usw. Dann bleibt die restliche Zeit des Wochenendes für andere Dinge, aber es reicht eigentlich nie für all das, was ich gern machen möchte...und Zeit zum Schlafen braucht man ja auch noch...Außerdem habe ich mich gerade für eine Fortbildung angemeldet, die vermutlich alle zwei Monate stattfinden wird.
Wie schaffst Du das denn, all die Dinge, die Du aufgezählt hast, in Deinem Ablauf unterzubringen?
Ich habe zunehmend das Gefühl, ehe ich mich einmal herumgedreht habe, ist wieder eine Woche vorbei...und damit wächst das Bewusstsein, dass das Leben endlich ist.
Mir fehlen also nicht die neuen Dinge und Ideen, mit denen ich mich gern beschäftigen würde, sondern eher genügend Zeit und Kraft...Davon abgesehen, bin ich sehr stolz und froh über unsere beiden wohlgeratenen Söhne und bin gespannt, wie sie sich weiterentwickeln werden, ob sie irgendwann eine feste Partnerin finden werden, und ob ich dann irgendwann Oma werde
Herzliche Grüße
Harfe
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Thema: Was kommt noch?
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22.03.2011, 16:30
AW: Was kommt noch?
Wenn Du es eilig hast, gehe langsam!
Die wahre Achterbahn findet im Herzen statt!
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22.03.2011, 18:18Inaktiver User
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23.03.2011, 10:20Inaktiver User
AW: Was kommt noch?
Fado ist noch berufstätig und wird es voraussichtlich bis zu ihrem 67. Lebensjahr auch bleiben.
Fado hat einen, wie sie findet, einen langweiligen Job und - klar ist, dass Fado auf der beruflichen Ebene sagen kann: DA KOMMT NICHTS MEHR. DAS WARS. Zu dieser Erkenntnis gekommen zu sein, war sehr schmerzhaft. Vielleicht kann ich, weil ich mit der Möglichkeit "Was kommt noch" in beruflicher Hinsicht abgeschlossen habe, mich dem "Was kommt noch" in anderen Bereichen widmen.
Liebe Harfe,
es ist nicht so, dass ich alles gleichzeitig, oder etwa in einem regelmäßigen Turnus "abarbeite" . Bogenschießen und paddeln im Sommer, die anderen Sachen im Winter.
Ein Teil der Dinge, die ich geschrieben habe, sind "Projekte", ein Teil Wünsche ...
Liebe Grüße
Fado
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23.03.2011, 11:06
AW: Was kommt noch?
Liebe Fado,
beruflich wird sich wohl bei mir auch nicht mehr soo viel verändern, sondern im Gegenteil habe ich eher das Bedürfnis, meine Stunden ein bisschen zu reduzieren. Daneben fange ich aber bald eine Fortbildung an in meinem "1. Beruf", den ich zur Zeit nicht ausübe, und wer weiß, was vielleicht daraus einmal werden wird...
Ist es nicht sogar etwas entspannend, wenn man nicht mehr ständig an Karriere und Beförderung arbeiten muss? Meinem Mann, der immer sehr viel gearbeitet hat, sage ich öfter, er solle doch ab und zu mal Aufgaben NICHT übernehmen, denn er muss sich ja nichts mehr beweisen...
Ansonsten finde ich es oft schwierig zu entscheiden, was ich nun in meiner Freizeit anfangen oder machen möchte, denn viele Dinge, die mich interessieren, müsste man regelmäßig betreiben, und da ist die Zeit nun mal begrenzt...
Liebe Grüße
HarfeWenn Du es eilig hast, gehe langsam!
Die wahre Achterbahn findet im Herzen statt!
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23.03.2011, 11:34Inaktiver User
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23.03.2011, 12:20Inaktiver User
AW: Was kommt noch?
Eine Freundin von mir hat, 43jährig und Single, sich nun endgültig von ihrem Kinderwunsch verabschieden müssen. Unglaublich bitter. Im Moment ist sie auch noch nicht so weit, dass diese "Lücke" anderweitig gefüllt werden kann.
Hmmm, dazu bin ich definitiv noch nicht bereit. Ich kenne viele Jahre, in denen mir mein Beruf Spaß gemacht hat. Meine ganz praktischen (und noch nicht abgeschlossenen) Überlegungen gehen eher in die Richtung, ob ich die "klassische" Karriere will oder auf einer Ebene bleibe, wo ich diesen Flow immer mal wieder erlebe und Freude am Job habe. Und auch: Wie viel Zeit und Energie will ich für welche Bereiche meines Lebens einsetzen? Ich war immer recht gut in der Schule, hab ein Abi-Schnitt von 2,0. Allerdings habe ich mich nie "überanstrengt", konnte gut damit leben, in einigen Fächern auch nicht so gut zu sein. Allerdings habe ich sicherlich Potentiale ungenutzt gelassen, die mit mehr Anstrengung und Fleiß zu mehr Erfolg geführt hätten. Und so etwas ähnliches frage ich mich heute auch: Alle Potentiale nutzen - um den Preis, dass der Job den größten Teil meiner Energie aufbraucht und für Hobbies, Freunde, Allein-Sein kaum noch etwas übrig bleibt? Oder "nur" 90% fahren, damit Potentiale ungenutzt lassen, aber in der Freizeit noch Energie haben für Muße? In den letzten Jahren habe ich erstere Variante gewählt und mich damit an den Rand einer Erschöpfungsdepression gebracht. Allerdings hat mir das Arbeitsfeld auch nicht Spaß gemacht. Jetzt bin ich zurück in mein "Herzens-Arbeitsfeld". Und muss mich spätestens im Spätsommer entscheiden, was ich daraus mache (dann steht die Entscheidung für eine längerfristige, sehr anstrengende und zeitintensive Weiterbildung an).
All das trifft auch die Thematik der Frage nach dem, was ich wirklich will. Die "klassische Karriere" ist sehr klar und von vielen in meinem Umfeld ungefragt akzeptiert und positiv besetzt. "Abweichungen" davon sind in meiner eigenen Verantwortung. Klingt simpel, aber ich weiß von mir, dass ich lange, lange Zeit mehr oder weniger bewusst versucht habe, den Ansprüchen und Erwartungen anderer zu genügen. Das hinterfrage ich immer mehr. Und so wichtig dies ist, es macht auch Angst. Weil altbekannte Bewertungsmuster wegfallen und ich, ganz und gar eigenverantwortlich, eigene entwickeln muss. Es ist wie das Befahren einer unbekannten Strecke: Ich bin angespannt, unsicher, vermute hinter jeder Kurve den Abgrund.
Und gleichzeitig, wie eine kleine Knospe, entdecke ich in meinem neuen Job erste Anzeichen von Spaß und Freude...
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23.03.2011, 13:02Inaktiver User
AW: Was kommt noch?
Das kann ich sehr gut nachvollziehen.
Gerade wenn man schon einmal seine Grenzen kennen gelernt hat, heisst es innehalten und die Bewertungsmuster überprüfen.
Konntest du feststellen, ob die Überforderung von einer generellen Arbeitsüberlastung kam oder der Stress vor allem darin bestand, dass der Job nicht so recht passte?
Im ersten Fall könnte es Sinn machen, das Modell: "weniger Karriere, mehr Freizeit" umzusetzen.
Andererseits entdeckst du in deinem neuen Job gerade wieder die Freude am Tun. Wenn du dein "Herzens-Arbeitsfeld" nicht wahr nimmst oder nur halbherzig machst, wirst du wahrscheinlich später mit der Trauer darüber zurecht kommen müssen, etwas Reizvolles und Befriedigendes nicht gelebt zu haben. Natürlich kann man sich auch so entscheiden, aber dann muss man damit abschließen können.
Das Aufgeben von beruflichen Herausforderungen, die einem zutiefst Spaß machen und befriedigend sind, kann mE. nur unzulänglich mit Hobbies kompensiert werden.
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23.03.2011, 13:29Inaktiver User
AW: Was kommt noch?
... wäre sicherlich eine Möglichkeit.
Aber ich glaube, Catamara möchte sich in ihrem Arbeitsgebiet beweisen, da wäre der Rat, Ambitionen herunter zu schrauben wohl zwar wohlmeinend, aber wenig konstruktiv.
Vielleicht wäre der Rat, wenn ich denn überhaupt einen geben möchte, der, dass sie ein Augenmerk auf ihre Ressourcen richten sollte, sie umsichtig zu "verwalten"; ihre Grenzen wahrzunehmen. Und sicherlich ist es nicht falsch, sich neben den beruflichen Ambitionen auch stabiles "Kissen" an positiven privaten Kontakten und Betätigungen zu schaffen.
Weißt du, I-dille, das ist etwas, was ich nämlich nicht gemacht habe - ich bin in meinem Job aufgegangen. Ich habe mich nach einem Urlaub oder Wochenende darauf gefreut, zur Arbeit gehen zu dürfen! Meine Tätigkeit war vielfältig, abwechslungsreich, ich bin mit vielen interessanten Menschen zusammengetroffen. Habe engagiert gearbeitet. Und dann wurde die Stelle meiner Kollegin wegen Altersteilzeit ausgeschrieben - natürlich habe ich mich darauf beworben - ich wusste, was ich wollte uund ich wusste auch, was ich kann.
Und ich habe diese Stelle nicht bekommen. Habe seitdem 2 Vorgesetzte und wurde und werde so nach und nach aus all dem Lebendigen meiner Tätigkeit rausgeschoben und werde jetzt sozusagen verwaltet. Da ich eben mein Privatleben in der guten Zeit vernachlässigt habe, war plötzlich gar nichts mehr da. Keine Freundinnen (waren vorher die Kolleginnen) keine Hobbies - ich bin ja so in meiner Arbeit aufgegangen ...
...
Und jetzt sitze ich hier im Job und langweile mich, bin gestresst, weil unterfordert ... und habe wirklich wenig Chancen daran etwas zu ändern. Und das noch bis 67 .
Vielleicht helfen dir diese "Eckdaten", mich ein wenig zu verstehen ... und entschuldigung dafür, dass ich in meinen vorherigen Beiträgen offenbar am Thema vorbei geschrieben habe.
Fado
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23.03.2011, 13:37Inaktiver User
AW: Was kommt noch?
Sowohl als auch. Die äußeren Umstände dieses Jobs waren extrem belastend (und werden jetzt nach meinem Weggang geändert). Ich habe aber auch kein Herzblut für die Aufgaben gehabt, was auf Dauer notwendig gewesen wäre. Meine Arbeit war gut, solide, aber hätte auf Dauer Lücken aufgewiesen. Beides, die Umstände und meine eher rationale Art, diese Arbeit anzugehen, haben zu einer Überlastung geführt, von der ich mich jetzt erst erhole.
Sehe ich genauso. Deswegen kann ich prinzipiell noch nicht so ganz klar meine Richtung erkennen. Das würde ich gern, weil dieses In-der-Luft-hängen gerade nach den harten Jahren sehr schwierig ist.
Gleichzeitig hat sich in den letzten Jahren mein ganzes Leben geändert. Während ich aus Ehrgeiz besagten Job angenommen habe, der zur Überlastung führte, bin ich zu meinem Partner gezogen, wir haben geheiratet. Meine vorangegangene berufliche Laufbahn konnte ich auch deswegen mit so großem Engagement verfolgen, weil ich vorher entweder Single war oder Fernbeziehungen hatte. Es geht also auch noch mal
grundsätzlich um so etwas wie Work-Life-Balance...
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23.03.2011, 13:38Inaktiver User
AW: Was kommt noch?
Au weia, Fado, das muss unheimlich bitter sein! Da kann ich sehr gut verstehen, dass du dir andere Tätigkeiten suchst, die wirklich Spaß machen. Das ist in deiner Situation sicher das Konstruktivste, was du machen kannst.
Ich bin auch eine, die völlig in ihrem Beruf aufgeht, und ich hoffe natürlich, dass es noch lange so bleiben wird. Als Selbständige bin ich zwar nicht abgesichert, aber wenigstens kann mich keiner von oben her rausboxen, so lange ich mich in der Konkurrenz mit meinen Mitbewerberinnen behaupten kann.




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