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  1. Inaktiver User

    AW: mir macht seit jahren nichts mehr freude...

    Zitat Zitat von Elwyn Beitrag anzeigen
    ... Muss es immer eine grosse Aufgabe, ein grosser Wurf, ein Hype, ein Kick sein, der einen erfüllt - das ist doch eine Endlosspirale, eine Suche, die nie zufrieden macht!
    ...
    Etwas das einem antreibt ist doch kein Ziel, daß ich mir setze, eine Aufgabe, die ich mir stelle, sondern etwas, was meinem Wesen entspringt und ein Bedürfnis aus mir selbst, daß zum Ausdruck gebracht und somit gelebt werden will.

    Aus einigen Beiträgen hier lese ich, daß dieser innere Antrieb scheinbar nicht selbstverständlich ist. Vielleicht gibt es Mensschen, die das empfinden und kennen und andere nicht?

    In meinem Verständnis hat das nicht damit zu tun, dass mich etwas vor sich hertreibt, wie ich es anderer Stelle herausgelesen habe. Dieser Antrieb ist eine innere Quelle der Lebensenergie und nichts, was Energie verbraucht.

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    AW: mir macht seit jahren nichts mehr freude...

    hallo, danke für die zahlreichen antworten, hatte nach dem ersten tag und nachdem das thema so nach unten gerutscht war, gar nicht mehr hier reingeschaut weil ich dachte, an hand der resonanz scheint es nicht von allzu großem interesse.

    ja natürlich habe ich noch großes interesse am thema. vielleicht ist es wirklich teil des erwachsenwerdens, vielleicht teilweise eine depression aufgrund meiner erfahrungen. ich bin oft wütend "auf das leben" oder "auf das universum" (ich glaube nicht an gott), weil ich bis 2004/2005 ein gutes leben hatte, spaß hatte, auf mich achtete, ein im gesellschaftlichen sinne "guter mensch" war, ehrlich war, meine mitmenschen mit respekt und achtung behandelte...und mir dann so eine "quittung vom leben reingedrückt" wurde. ich glaubte an das gute, dachte die welt ist gerecht, leistung wird belohnt, gutes verhalten auch...und dann kamen mir auf einmal solche hammer. ich fühlte mich einfach ungerecht vom leben behandelt, ja, ich weiß, viele andere auch, vor allem die, die mit noch viel schlimmeren schicksalsschlägen zu kämpfen haben, aber das elend anderer relativiert ja trotzdem nicht das eigene elend? vielleicht driftet es ja auch etwas in die philosophische richtung, wie von gary angedeutet. vielleicht aber auch nicht, ich kann es vor allem halt immer noch nicht fassen, dass ich ausgerechnet in so einem jungen alter mit folgeerkrankungen einer grippe zu kämpfen hatte (konkret: herzmuskelentzündung), war doch sonst immer gesund. ich glaube mir fehlt da etwas krankheitsverarbeitung - zum einen. denn zum anderen rutschte ich davor schon in eine latente depression rein, weil ich nicht mehr den lebensstil, freundeskreis von früher hatte.

    vielleicht verändert sich aber auch wirklich mit der zeit die wahrnehmung, also dass einem dinge aus der jugend nicht mehr so viel spaß machen. ich meine, wenn ich einen anderen vergleich bemühe: ist irgendjemand deprimiert, weil ihm nicht mehr dieselben dinge spaß ,machen, die ein 6jähriger liebt? also ich nicht - dann wird klar, dass so eine veränderung vielleicht einfach zum leben gehört. früher war es eben einfach nur andersrum, damit hae ich zu kämpfen - früher freute man sich, 18 zu werden, konnte es kaum erwarten - und jetzt wünsche ich mich wieder zurück, anstatt mich auf den nächsten lebensabschnitt zu freuen...

    ich denke mir oft, "war's das jetzt schon, ist das also das erwachsenenleben?" wobei mich ja theoretisch auch niemand davon abhält, weiter ein partyyleben zu führen - ich könnte es ja, aber es macht keinen spaß mehr...jedenfalls nicht mehr so wie früher. ich habe aber auch nichts anderes, was mir stattdessen spaß macht....

    das erstmal meine gedanken dazu...muss mich erstmal ne weile im gym quälen (auch so ein punkt: früher war es das grüßte für mich, nach der arbeit ins gym zu gehen, war 6 mal die woche dort...heute ist es eine qual und ich mache es, um meine figur zu halten..)

    ach ja, die guten alten zeiten...

    p.s.: habe nochmal nachgedacht - ich denke teil meiner unzufriedenheit resultiert konkret daraus, dass ich mit 19/20 einen sehr konkreten lebensentwurf hatte, wo ich leben möchte und mit wem, wie der traumpartner aussehen und sein soll etc, und es hat sich nicht erfüllt. ich bin also deshalb nicht unzufrieden, weil ich nicht weiß was ich will, sondern weil das was ich wollte sich nicht erfüllt hat und ich mit den alternativen unzufrieden bin, hmm...

    danke für eure antworten..
    Geändert von PrettyInInk (09.03.2011 um 18:10 Uhr)

  3. Moderation

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    AW: mir macht seit jahren nichts mehr freude...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    In meinem Verständnis hat das nicht damit zu tun, dass mich etwas vor sich hertreibt, wie ich es anderer Stelle herausgelesen habe. Dieser Antrieb ist eine innere Quelle der Lebensenergie und nichts, was Energie verbraucht.
    Unter einem Antrieb würde ich ein hochgestecktes Ziel verstehen, das einen länger oder ewig beschäftigt hält. Ein Studium abzuschließen, einen Marathon zu laufen, die Armut auf der Welt zu beenden, seine Kinder heranwachsen zu sehen, auf dem Mars spazierenzugehen. Etwas, das man tun oder sein oder werden möchte. Das sehe ich durchaus als eine gute Sache an für's Leben, aber nicht frei von Risiken. Erstens, wenn's nicht klappt, steht man da und hat eine Identitätskrise, und zweitens verleitet es dazu, den Blick auf den Horizont gerichtet zu halten ("Wenn ich erst einmal...") anstatt auf den Weg. Und egal wie groß das Ziel, der Weg ist, wo das Leben stattfindet.

    Ich hatte jahrelang eine ganz kleine, ärmliche, selbstzerstörerische Form des "Wenn ich erst einmal..."-Ziels. Hat mich Jahre meines Lebens gekostet . Deswegen bin ich bei großen Vorhaben auch immer skeptisch.

    Eine *Quelle* der Energie sind für mich ganz kleine Sachen. Der Wechsel der Jahreszeiten, Musik, gutes Essen, gute Gespräche, interessante Perspektiven, Neues ausprobieren, knifflige Probleme lösen...

  4. Moderation

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    AW: mir macht seit jahren nichts mehr freude...

    Zitat Zitat von PrettyInInk Beitrag anzeigen
    ich bin oft wütend "auf das leben" oder "auf das universum" (ich glaube nicht an gott), weil ich bis 2004/2005 ein gutes leben hatte, spaß hatte, auf mich achtete, ein im gesellschaftlichen sinne "guter mensch" war, ehrlich war, meine mitmenschen mit respekt und achtung behandelte...und mir dann so eine "quittung vom leben reingedrückt" wurde. ich glaubte an das gute, dachte die welt ist gerecht, leistung wird belohnt, gutes verhalten auch...und dann kamen mir auf einmal solche hammer.
    "You know, I used to think it was awful that life was so unfair. Then I thought, wouldn't it be much worse if life were fair, and all the terrible things that happen to us come because we actually deserve them? So now, I take great comfort in the general hostility and unfairness of the universe."
    --- Marcus Cole Babylon 5

    Zitat Zitat von PrettyInInk Beitrag anzeigen
    ich meine, wenn ich einen anderen vergleich bemühe: ist irgendjemand deprimiert, weil ihm nicht mehr dieselben dinge spaß ,machen, die ein 6jähriger liebt? also ich nicht - dann wird klar, dass so eine veränderung vielleicht einfach zum leben gehört. früher war es eben einfach nur andersrum, damit hae ich zu kämpfen - früher freute man sich, 18 zu werden, konnte es kaum erwarten - und jetzt wünsche ich mich wieder zurück, anstatt mich auf den nächsten lebensabschnitt zu freuen...
    "Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und war klug wie ein Kind und hatte kindische Anschläge; da ich aber ein Mann ward, tat ich ab, was kindisch war."
    --- 1. Korintherbrief, 13.11

    (Was ich mit den Zitaten sagen will: All das ist untrennbar Teil der menschlichen Existenz. Das macht es nicht einfacher, aber wenigstens ist man nicht allein. )

  5. Inaktiver User

    AW: mir macht seit jahren nichts mehr freude...

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Unter einem Antrieb würde ich ein hochgestecktes Ziel verstehen, das einen länger oder ewig beschäftigt hält. Ein Studium abzuschließen, einen Marathon zu laufen, die Armut auf der Welt zu beenden, seine Kinder heranwachsen zu sehen, auf dem Mars spazierenzugehen. Etwas, das man tun oder sein oder werden möchte. Das sehe ich durchaus als eine gute Sache an für's Leben, aber nicht frei von Risiken. Erstens, wenn's nicht klappt, steht man da und hat eine Identitätskrise, und zweitens verleitet es dazu, den Blick auf den Horizont gerichtet zu halten ("Wenn ich erst einmal...") anstatt auf den Weg. Und egal wie groß das Ziel, der Weg ist, wo das Leben stattfindet.

    Ich hatte jahrelang eine ganz kleine, ärmliche, selbstzerstörerische Form des "Wenn ich erst einmal..."-Ziels. Hat mich Jahre meines Lebens gekostet . Deswegen bin ich bei großen Vorhaben auch immer skeptisch.

    Eine *Quelle* der Energie sind für mich ganz kleine Sachen. Der Wechsel der Jahreszeiten, Musik, gutes Essen, gute Gespräche, interessante Perspektiven, Neues ausprobieren, knifflige Probleme lösen...
    Ich schätze das jetzt so ein, daß Du im inneren Antrieb eine Zielverfolgung im Tun siehst, ich meine den inneren Antrieb im Sein, was eine Zielverfolgung ausschließt, aber das Tun automatisch nach sich zieht.
    Eigentlich eine Umkehrung der Motivation. Man kann aus dem Sein tun oder tun, um ein vorgestelltes Sein zu erreichen, was ja dann ganz anders aussehen kann.
    Klingt vielleicht etwas wirr, ist eben nicht so greifbar wie ein Stück Papier, auf dem Diplom oder Besitz-, Geburtsurkunde oder Trauschein draufsteht, eher etwas Transzendetes, etwas über die derzeitige Realität hinausreichendes, was aber nicht unmöglich ist. (!Bitte nicht verwechseln mit Esoterik)

    Mein Lieblingsbeispiel ist da Martin Luther King: "Ich habe eine Traum"
    Der Mann war beseelt davon und ist seinen Weg gegangen, ohne zu wissen, ob er sein "Ziel", dass es ja als Endpunkt gar nicht gibt, erreichen kann. Aber "es", das Ausdruck seiner ganzen Existenz war und ihm die Kraft gegeben hatte, die man dazu braucht, hat die Welt verändert.

    Wer einen solchen Traum hat, der bei weitem nicht diese Tragweite haben muss, sondern vielleicht auch nur zwei Menschen betrifft und deren Welt verändert, der weiß, welche Quelle ich meine.
    Geändert von Inaktiver User (10.03.2011 um 15:14 Uhr)

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    AW: mir macht seit jahren nichts mehr freude...

    Zitat Zitat von PrettyInInk Beitrag anzeigen
    früher freute man sich, 18 zu werden, konnte es kaum erwarten - und jetzt wünsche ich mich wieder zurück, anstatt mich auf den nächsten lebensabschnitt zu freuen...

    ich denke mir oft, "war's das jetzt schon, ist das also das erwachsenenleben?" wobei mich ja theoretisch auch niemand davon abhält, weiter ein partyyleben zu führen - ich könnte es ja, aber es macht keinen spaß mehr...jedenfalls nicht mehr so wie früher. ich habe aber auch nichts anderes, was mir stattdessen spaß macht....
    Wenn ich an meine ersten Berufsjahre zurückdenke, dann hatte ich auch kaum etwas, was mich irgendwie besonders begeistert hätte. Ich habe mich noch eine Zeit lang ins Nachtleben gestürzt, aber für den großen Sinn des Lebens habe ich das dann immer weniger gehalten. Es braucht auch seine Zeit, in einem neuen Lebensabschnitt anzukommen, herauszufinden, was einem gut tut, neue Interessen auszubilden. Wichtig sind auch Freunde. Hast Du denn ein paar Leute, mit denen Du Dich auch über solche Dinge gut austauschen kannst?

    Zitat Zitat von PrettyInInk Beitrag anzeigen
    p.s.: habe nochmal nachgedacht - ich denke teil meiner unzufriedenheit resultiert konkret daraus, dass ich mit 19/20 einen sehr konkreten lebensentwurf hatte, wo ich leben möchte und mit wem, wie der traumpartner aussehen und sein soll etc, und es hat sich nicht erfüllt. ich bin also deshalb nicht unzufrieden, weil ich nicht weiß was ich will, sondern weil das was ich wollte sich nicht erfüllt hat und ich mit den alternativen unzufrieden bin, hmm...
    Das war exakt auch bei mir so. Und dann kam irgendwie alles anders. Wobei es bei mir stärker daran lag, dass ich mich völlig falsch eingeschätzt hatte, was Interessen und Fähigkeiten, Stärken und Schwächen angeht. Im Rückblick hat mich dann der Umstand so konsterniert, dass ich in der Selbsteinschätzung so daneben lag. Man fragt sich dann "wer bist Du eigentlich?" Und es ist nicht immer leicht, manche Dinge für sich annehmen zu können.

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    AW: mir macht seit jahren nichts mehr freude...

    Zitat Zitat von PrettyInInk Beitrag anzeigen
    und es hat sich nicht erfüllt. ich bin also deshalb nicht unzufrieden, weil ich nicht weiß was ich will, sondern weil das was ich wollte sich nicht erfüllt hat und ich mit den alternativen unzufrieden bin, hmm...
    Die Binsenweisheit, dass sich nicht alles im Leben erfüllt...das dürfte dir ja sowieso klar sein. Du bist aber noch relativ jung und kannst sicher an kleineren und grösseren Schrauben noch gewaltig drehen. Schon darin könnte eine Aufgabe, eine spannende und interessante Aufgabe liegen, deine Lebensziele und deine Person neu zu bewerten, zu justieren, abzuwägen...

    ...was dir das Leben jetzt schon gegeben hat, ist Lebenserfahrung, die darin besteht, dass man vieles nicht mehr braucht und anderes mehr zu schätzen weiss, sowie die Musse, jetzt, nach stürmischen Zeiten und Partyrausch einmal - im Grunde ganz ohne Druck - darüber nachzudenken...

    Eine *Quelle* der Energie sind für mich ganz kleine Sachen. Der Wechsel der Jahreszeiten, Musik, gutes Essen, gute Gespräche, interessante Perspektiven, Neues ausprobieren, knifflige Probleme lösen...
    @Wildwusel

    Wichtig sind auch Freunde.
    @Gary_Dove
    Geändert von Elwyn (10.03.2011 um 16:16 Uhr)

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