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    AW: mutation zum "spießer" - oder doch nur "erwachsen"?

    Zitat Zitat von Viscacha Beitrag anzeigen
    denn mir ergeht es ähnlich wie Bisamratte, bis auf die tatsache dass ich wenig Motivation verspüre mich einzumischen, sondern einfach "nur" noch wenig Lust auf Umgang mit Menschen habe,
    die besagte Tendenzen zeigen.

    Für mich ist es einfach so,
    dass ich mich gern mit Menschen umgebe, die ähnliche Wertvorstellungen haben wie ich.
    4Manche Freundschaften und somit auch die Freunde sind älter, erwachsener und reflektierter geworden,
    und die Freundschaften halten.
    Und andere sind immer noch wie mit zwanzig,
    und das finde ich nicht jungeblieben sondern peinlich und mit denen weiß ich mir auch nix mehr zu sagen. Die sortiere ich auch nicht radikal aus- das läuft sich einfach tot.
    geht mir genauso und dieses hinterfragen "guck doch mal wo dein anteil ist" etc. ist irgendwie nervig.
    es ist wie es ist

  2. Inaktiver User

    AW: mutation zum "spießer" - oder doch nur "erwachsen"?

    Zitat Zitat von lara1803 Beitrag anzeigen
    geht mir genauso und dieses hinterfragen "guck doch mal wo dein anteil ist" etc. ist irgendwie nervig.
    es ist wie es ist

  3. Inaktiver User

    AW: mutation zum "spießer" - oder doch nur "erwachsen"?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Also ehrlich gesagt finde ich das, was du da beschreibst hört sich nach Suchtverhalten an. Das hat doch nichts mit spießig oder nicht spießig sein zu tun.

    Das mit dem Rauchen bei Erkältungen kenne ich auch von einigen Leuten - diese Leute sind nicht mehr Lage, einfach nicht zu rauchen. Auch wenn sie gerne mal behaupten, dass sie ja jederzeit aufhören könnten.
    Und wenn jemand quasi täglich erhebliche Mengen Alkohol zu sich nimmt, dazu noch mit Drogen experimentiert hat der meiner Meinung nach ein ernstes Problem.
    (...)
    Genau!

    Hallo Bisamratte, so, s.o. , sehe ich das auch.

    Diese Bekannten und Freunde haben in der Tat ein Suchtproblem. Nur werden Alkohol-, Zigaretten- und auch Drogenkonsum in unserer Gesellschaft oft nicht so ernst genommen, weil es ja alle mehr oder weniger "irgendwie" tun und dieses Verhalten so den Anstrich von Normalität erhält, bzw., die Grenzen von "geht gerade noch" bis "definitiv zuviel" oft fließend sind. Wir haben es also mit einem gesellschaftlich akzeptierten Suchtverhalten zu tun.

    Dass man gegen diese "Suchtauslöser" eine gewisse Abneigung entwickelt, so wie das bei Dir gerade der Fall ist, hat für mich nichts mit Spießigkeit, sondern mit einem gesunden Selbsterhaltungstrieb und auch mit Empathie zu tun.

    Denn Du siehst ja, indem Du diese Freunde und Bekannten beobachtest, wie schlecht es denen bei ihren Trips geht. Und Du siehst es nicht nur, Du spürst das ja sozusagen am eigenen Leib, so, als ob's Dich selbst träfe, denn Du hast ja selbst diese Erfahrungen durch. Und das nennt man dann Empathie.

    Dass Du dann letztendlich diesen Leuten aus dem Weg gehst, oder den Kontakt Deinerseits einstellst, ist Deine Form der Abgrenzung. Eine gesunde Reaktion!

    Man kann solchen Menschen, wenn man ihnen eng verbunden ist, vielleicht bis zu einem gewissen Grad zur Seite stehen, solange die eigene Kraft und der Wille dazu ausreichend sind und solange die Betroffenen selbst was an ihrer Situation ändern wollen. Aber man sollte dabei ganz arg auf sich selbst aufpassen. Partner und Familienangehörige von Alkoholikern z.B., können ein Lied davon singen....
    Geändert von Inaktiver User (28.02.2011 um 22:44 Uhr)

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    AW: mutation zum "spießer" - oder doch nur "erwachsen"?

    Zitat Zitat von Viscacha Beitrag anzeigen
    Für mich ist es einfach so,
    dass ich mich gern mit Menschen umgebe, die ähnliche Wertvorstellungen haben wie ich.
    das ist dann aber was anderes, finde ich. Es macht doch einen Unterschied, ob man sich Sorgen über die Gesundheit der Freunde macht oder ob man einfach andere Prioritäten im Leben hat bzw. eine andere Lebensweise.
    Klar, wer nicht mehr so auf Parties und saufen steht, braucht keine Menschen um sich herum, für die das der Lebensinhalt ist.
    Man ist dann halt einfach nicht mehr "kompatibel", das finde ich ganz normal, dass Freundschaften auseinandergehen.


    Man kann solchen Menschen, wenn man ihnen eng verbunden ist, vielleicht bis zu einem gewissen Grad zur Seite stehen, solange die eigene Kraft und der Wille dazu ausreichend sind und solange die Betroffenen selbst was an ihrer Situation ändern wollen. Aber man sollte dabei ganz arg auf sich selbst aufpassen.
    das unterschreibe ich, aus eigener leidvoller Erfahrung mit besagter Freundin. Wer wirklich ein ausgewachsenes Suchtproblem hat, sollte sich professionelle Hilfe holen. Wer das aber nicht will und meint, stattdessen mich als Seelentröster gebrauchen zu können, hat dann leider Pech, denn auf Dauer ist das wirklich sehr kräftezehrend und bringt nix.

    Insofern kann ich euch schon verstehen. Mir ist nur nicht ganz klar, wie schlimm es bei den Freunden von Bisamratte wirklich ist.
    Geändert von LeaNoelle (01.03.2011 um 01:48 Uhr)
    I am my own special creation

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    AW: mutation zum "spießer" - oder doch nur "erwachsen"?

    hallo zusammen,

    mensch, da hat sich ja eine schöne diskussion entsponnen! sorry, ich war ein paar tage nicht online und hatte nicht soviel zeit... aber schön, dass ihr soviel geschrieben habt!

    vielleicht zunächst mal zur klarstellung:
    - ich reagiere nicht aggressiv
    - ich mische micht nicht ein

    ich stelle nur fest, dass es mich juckt, mich einzumischen - eben weil ich es für unvernünftig halte.
    und generell geht es mir hier nur gerade um meine selbstbeobachtung: ich realiere, dass ich beginne ein verhalten abzulehnen, bzw. mir über ein verhalten sorgen zu machen, was ich vor fünf, sechs, sieben jahren noch für normal gehalten hätte. und das wundert mich.

    ich bin sehr froh über eure reaktionen, die für mich bestätigen, dass meine, hm, "einstellung" eher eine gesunde, denn eine ungesunde ist.

    ich denke, ich tendiere ein bisschen in die richtung von viscacha: "eigentlich" möchte ich mich am liebsten mit menschen umgeben, die eine ähnliche lebensweise wie ich haben, und ähnliche wertvorstellungen haben etc... aber dann würde ich ja auch nicht weiterkommen. bloß: wenn menschen, von denen ich dachte, sie wären in dieser hinsicht eher so wie ich, und dann stellt sich heraus - dem ist nicht so - dann bin ich ent-täuscht und finde das natürlich schade. insofern, ja, es geht um "mich" bei der ganzen sache.

    nur (weil es jemand schrieb): würde ich mir nicht diese sorte gedanken über meine freunde und ihre gesundheit machen, wären sie mir ja gleichgültig. und dann wären sie nicht meine freunde. insofern ist es für mein "problem" (was ja eher die frage war: bin ich nun spießer, oder bin ich doch bloß erwachsen geworden?) gar nicht sooooo sehr relevant, was meine eigenen anteile sind - es sei denn, jemand käme auf die idee, mich zu fragen, was denn an spießertum so verwerflich wäre, und warum ich denn ein problem damit hätte, ein spießer zu sein, wenn sich das als vernünftig im sinne des gesunden menschenverstandes herausstellt.

    unabhängig davon sehe ich schon auch das problem der bandbreite: es gibt glaube ich bei vielen im leben phasen, in denen drogen "missbraucht" werden, also: alkohol, nikotin... niemand ist deswegen gleich abhängig oder süchtig. und zwischen genusstrinken und -rauchen und abhängigkeit liegen ja nun auch welten. bloß: ich finde, man muss sich mit über dreißig eben nicht (mehr) in die abhängigkeit von drogen begeben. und dann kollidiert das eben mit den vorstellungen von menschen, die das anders sehen... seufz.

    lieben dank aber für all eure beiträge, auch wenn ich nicht im einzelnen darauf eingegangen bin - sie geben mir denkanstöße und erleichtern

    liebe grüße von
    der ratte

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    AW: mutation zum "spießer" - oder doch nur "erwachsen"?

    Ja, kenne ich auch. Vielleicht liegts wirklich am Alter...

    Irgendwann war ich auch an einem Punkt, wo ich Discos stinklangweilig, blau-sein dämlich und sich gepflegt daneben benehmen peinlich fand. Ich musste auch nicht mehr in jede Ausstellung, jeden Film sehen und überall hin und dabei sein.
    Ich fand die Leute um mich rum dann zunehmend nur noch nervig. Mein damaliger langjähriger Freund hat sich dann freiwillig verdrückt und ich fand es dann zwar traurig - aber irgendwie nicht zu ändern.
    Seinen Freundeskreis hat er gleich mitgenommen - bis auf seine Tochter habe ich zu niemandem mehr Kontakt, incl. zwei "eigenen" Freundinnen gleicher Ausrichtung.
    Geblieben ist nur eine uralte schulfreundin und es sind wieder Freunde dazugekommen - die ganz anders sind.

    Ich denke immer, ich war als ich Jugendliche war so streng zu mir und so fleißig, ich brauchte einfach eine flippige Nachholphase. Die große weite Welt. Aber jetzt reichts auch...

    Inzwischen genieße ich eine gepflegte, gesunde Bürgerlichkeit. Habe aufgehört zu rauchen, mache Sport, lege Wert auf eine gepflegte Umgebung, ab und an gehe ich dann doch noch in eine Ausstellung oder einen Film - aber selten...kurz, ich verspieße auch. Und zwar mit Genuß.

    Irgendwann ist das eben "durch".
    Aber wäre doof, wenn mans nicht gehabt hätte.

    Wenn ich jetzt die Leute sehe, die "Party machen" gehen, gucke ich ihnen nicht mehr mit großen Verzichtaugen hinterher, sonder eher nachsichtig lächelnd und froh darüber, dass ich ruhe habe. Ich werde jetzt richtig gerne "alt".

    Nebenbei bemerkt ist mein Exfreund so geblieben. Wir waren damals schon "spät dran". Jetzt ist der Mann fast 50, hat eine Freundin Mitte 20 und macht immer noch Party. Ich weiß nicht - das finde ich noch schrecklicher als beim älter werden zu verspießern. Aber wenn er meint..


    Moin
    Alle Rechtschreibfehler haben ihre Ursache darin, dass unser dicker Kater so laut schnarcht, dass ich mich kaum konzentrieren kann.

  7. Inaktiver User

    AW: mutation zum "spießer" - oder doch nur "erwachsen"?

    Zitat Zitat von Bisamratte Beitrag anzeigen
    bloß: ich finde, man muss sich mit über dreißig eben nicht (mehr) in die abhängigkeit von drogen begeben. und dann kollidiert das eben mit den vorstellungen von menschen, die das anders sehen... seufz.
    Nun ja, nur weil du es geschafft hast, Suchtmittel irgendwann hinter dir zu lassen heißt das nicht, dass es anderen auch so leichtfällt. Und in eine Abhängigkeit begibt man sich üblicherweise nicht bewußt hinein.

    Ich finde dieses „das brauche ich nicht mehr“ und „das habe ich hinter mir gelassen“ was hier bei einigen anklingt tatsächlich auf eine unangenehme Art und Weise spießig. Nicht, weil ein gemäßigterer Lebensstil "zu vernünftig" ist, sondern weil der eigene Lebensweg als das Nonplusultra angesehen wird und weil es offenbar nicht vorstellbar ist, dass es Menschen gibt, die aus welchen Gründen auch immer nicht so einen gradlinigen Weg gehen (können).

    Wenn es wirklich so ist, dass man sich Sorgen um bestimmte Freunde macht ist der Versuch, mal hinter die Fassade zu gucken, zielführender als Grübeleien darüber, warum sich andere nicht einfach so verhalten wie man selber.
    Und wenn man das nicht möchte ist es wahrscheinlich ehrlicher, die Freundschaft einfach hinter sich zu lassen.

  8. Inaktiver User

    AW: mutation zum "spießer" - oder doch nur "erwachsen"?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ...Ich finde dieses „das brauche ich nicht mehr“ und „das habe ich hinter mir gelassen“ was hier bei einigen anklingt tatsächlich auf eine unangenehme Art und Weise spießig. Nicht, weil ein gemäßigterer Lebensstil "zu vernünftig" ist, sondern weil der eigene Lebensweg als das Nonplusultra angesehen wird und weil es offenbar nicht vorstellbar ist, dass es Menschen gibt, die aus welchen Gründen auch immer nicht so einen gradlinigen Weg gehen (können)....
    Wenn Du genau hinhörst, bleiben diese Menschen aber bei sich. Sie sprechen nur von sich. Deine Schlußfolgerung ist reine Interpretation. Warum kann es jemand nicht aushalten, wenn andere sagen, ich brauche das nicht mehr und beziehen das gleich auf sich??? Eine solche Aussage über sich selbst hat überhaupt nichts mit Spießertum, wie ich es verstehe, zu tun.

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    AW: mutation zum "spießer" - oder doch nur "erwachsen"?

    Zitat Zitat von Bisamratte Beitrag anzeigen
    zu mir selbst vielleicht noch:
    ich trinke auch mal ein glas zu viel, und auch in meinem leben gibt es phasen, in denen ich mich selbst im verdacht hatte, ein alkoholproblem zu haben, bzw. zu lax mit alkohol umzugehen. und ich, mittlerweile eher nichtraucherin, hatte in frühester jugend auch die tendenz, mit erkältung zu rauchen... aber mit anfang 30...? ich weiß nicht.
    Es ist doch gut, wenn du verantwortungsvoller mit dir selbst umgehst und das so gut schaffst!
    Warum ist das überhaupt...

    ...entsetzlich spießig und intolerant, oder fürchterlich verantwortungsbewusst...
    Hat dir das jemand gesagt? Nennen dich deine beschriebenen Freunde so? Woher kommt diese Selbsteinschätzung, ein verantwortungsvolles Leben sei spiessig?

    Ich finde (besser gesagt: fand mal als Jugendliche) ganz andere Sachen "spiessig", heute besser gesagt "konservativ", und die haben überhaupt nichts mit gesunder Lebensweise zu tun!

    Aber ich spiele nicht gerne den Moralapostel bei anderen - da versuche ich eher, die Schwächen meiner wirklich wichtigen Freunde zu akzeptieren, denn ich bin selbst nicht immer perfekt oder konsequent gesundheitsbewusst.

    Die beschriebenen Fälle haben aus meiner Sicht immer noch nichts mit wirklich krankhaftem Suchtverhalten zu tun und daher brauchts auch noch kein "Helfersyndrom".

    Geändert von Elwyn (02.03.2011 um 12:55 Uhr)

  10. Inaktiver User

    AW: mutation zum "spießer" - oder doch nur "erwachsen"?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wenn Du genau hinhörst, bleiben diese Menschen aber bei sich. Sie sprechen nur von sich. Deine Schlußfolgerung ist reine Interpretation. Warum kann es jemand nicht aushalten, wenn andere sagen, ich brauche das nicht mehr und beziehen das gleich auf sich??? Eine solche Aussage über sich selbst hat überhaupt nichts mit Spießertum, wie ich es verstehe, zu tun.
    Vielleicht waren meine Beispielaussagen unglücklich gewählt. Wenn man das Verhalten andere Menschen als unvernünftig bezeichnet bleibt man eben nicht nur bei sich. Und wenn man einen Strang eröffnet, um zu bestätigt bekommen, dass man selbst ganz vernünftig handelt und die anderen nicht hat das ja auch etwas mit einem direkten Vergleich zu tun.

    Es ist ja in Ordnung, wenn man selber gerne vernünftig lebt und das muss nicht spießig sein. Und man muss auch nicht mit Menschen befreundet sein, die (nach der eigenen Meinung) unvernünftig leben.
    Aber wenn man Freunde hat, und diese dann in "vernünftig" und "unvernünftig" einteilt hat das für mich definitv etwas von Spießertum.

    Ich finde das, was Elwyn geschrieben hat sehr treffend:

    Aber ich spiele nicht gerne den Moralapostel bei anderen - da versuche ich eher, die Schwächen meiner wirklich wichtigen Freunde zu akzeptieren, denn ich bin selbst nicht immer perfekt oder konsequent gesundheitsbewusst.

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