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28.02.2011, 13:25Inaktiver User
AW: mutation zum "spießer" - oder doch nur "erwachsen"?
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28.02.2011, 13:42
AW: mutation zum "spießer" - oder doch nur "erwachsen"?
Deine Beobachtung des unvernünftigen Verhaltens anderer ist zwar richtig, aber wenn DU ein Problem damit hast, dann hat das sicherlich auch etwas mit DIR zu tun.

Die Fälle, die du beschreibst, sind ja noch reeelativ weit von einem wirklich behandlungsbedürftigen Fehlverhalten entfernt. In Gesellschaft mal einen trinken, bei Erkältung mal eine weiterzurauchen und trotzdem kein Kettenraucher zu sein, allgemein recht ungesund zu leben (oder - was mich nervt - auf der Autobahn zu rasen, sich zu überschulden usw.) - ist ja nun sehr weit verbreitet. Ernst wird es dann, wenn jemand zu normalem sozialem und gesellschaftlichem Miteinander aufgrund eines Suchtverhaltens nicht mehr in der Lage ist. Und der bräuchte dann Hilfe.
Es handelt sich vielleicht eher um eine Frage des "Lebensstils", der dir als Erwachsene wirklich nicht mehr so entspricht wie früher. Und dann kann es natürlich sein, dass man sich wirklich schnell auseinanderlebt.
Aber die meisten lassen sich nun mal untereinander "leben" und sehen, wenn die Freundschaft ansonsten recht stabil und bereichernd ist, über das ein oder andere selbstschädigende Verhalten hinweg. Schliesslich schadet das nicht den anderen, solange man nicht mitmachen muss. Und es bleibt bei neutralen, nicht emotional gefärbten Ratschlägen.
Wenn es einen aber wirklich richtiggehend nervt, man ständig den mahnenden Zeigefinger hebt, oder gar aggressive Gefühle bekommt, dann würde ich mich selbst hinterfragen, ob es um ein Verhalten geht, was ich mir selber kritisch verbiete oder was mich aufgrund von Erfahrungen in meinem Leben triggert. Dahinter kann auch ein Werturteil aus der eigenen Familie stecken, Erfahrung mit Eltern, die sich nicht im Griff hatten, ein überkritisches Eltern-Ich...whatever...
...jedenfalls ist das ja normalerweise kein Grund, Freundschaften aggressiv zu kündigen.
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28.02.2011, 13:54
AW: mutation zum "spießer" - oder doch nur "erwachsen"?
Ich habe einen entfernten Bekannten, der ähnlich genervt und aggressiv auf wiederholtes selbstschädigendes Fehlverhalten anderer reagiert. Und die Gründe dafür liegen bei ihm tatsächlich auf der Hand:
Er hat eine extreme Kindheit mit alkoholabhängigem, verschuldetem, obdachlosem Vater, verantwortungsloser Mutter (hat die Familie verlassen) hinter sich, selbst in der Pubertät entsprechende "Dummheiten" von Party bis Schulden gemacht und sich "nur" mit sehr viel Willenskraft, eiserner Disziplin und unter Druck halbwegs erfolgreich da herausgezogen.
Natürlich ist er dann bei anderen überkritisch und wertet deren Willenlosigkeit ab, weil ihn das ständig triggert.
Dieses Beipiel bitte überhaupt nicht auf dich beziehen - es geht nur ums Prinzip, hier in Reinform!
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28.02.2011, 13:54Inaktiver User
AW: mutation zum "spießer" - oder doch nur "erwachsen"?
Elwyn, spätestens wenn z.B. die Freundin, die Alkohol schlecht verträgt, bei ihr herumjammert, wird es zu Bisamrattes "Problem". Entweder ist sie die "Spießerin" mit erhobenem Zeigefinger oder die Gefühllose, die so gar kein Verständnis für die Leidende aufbringt. Bei dem Spiel hat sie immer verloren. Ich habe volles Verständnis, wenn sich jemand diese Rolle nicht immer geben möchte.
Würdest Du Dich dann wirklich fragen,Welch eine Definition von Freundschaft verbirgt sich dahinter?ob es um ein Verhalten geht, was ich mir selber kritisch verbiete oder was mich aufgrund von Erfahrungen in meinem Leben triggert.
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28.02.2011, 13:59
AW: mutation zum "spießer" - oder doch nur "erwachsen"?
Ich würde die Jammerei trotzdem abwägen gegen den Wert der Freundschaft an sich. Ich habe Bekannte, die in sich einige Probleme selbst aufhalsen und bin auch selbst nicht immer frei davon (wer zum Teufel ist denn frei von jeglichem selbstschädigendem Verhalten?) - meist gebe ich nur ein- oder zweimal Ratschläge und halte mich dann zurück oder baue denjenigen einfach nur auf. Für sein Leben ist jeder im Endeffekt selbst verantwortlich, aber ich respektiere auch die Grenzen oder Hindernisse, die jemand mit sich herumträgt und hacke nicht drauf herum...
... falls die Freundschaft bereichernd ist - das habe ich ja ausdrücklich geschrieben.
Da hätte ich aber einiges zu tun, wenn ich jeden dran hindern wollte, etwas zuviel zu essen, sich mal die Kante zu geben, sich mehr zu bewegen, weniger zu rauchen oder oder oder...es reicht normalerweise dicke, das bei mir selbst zu lernen...
Normalerweise wünschen sich die Menschen dann Zuspruch, wird das Jammern zuviel, kann man sagen: "Ich kann dir dabei einfach nicht mehr helfen!".
Kontaktabbruch ist die letzte Lösung, wenn in der Freundschaft gar nichts mehr passt und der Lebensstil an sich auseinanderdriftet!Geändert von Elwyn (28.02.2011 um 14:15 Uhr)
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28.02.2011, 16:57Inaktiver User
AW: mutation zum "spießer" - oder doch nur "erwachsen"?
Was ist denn ein Spießer? Wenn es um verantwortliches Handeln geht, bin ich gerne Spießerin. Ich finde, man sollte auch keine Angst davor haben, als Spießerin gesehen zu werden. *phhhh* Was soll's...
Aber, wenn Spießer bedeutet, daß ich meine Meßlatte schon bei Kleinigkeiten dickköpfig auch bei anderen gelebt sehen will, und Aggression oder Ablehnung entwickele, wenn das nicht der Fall ist, dann bin ich keine Spießerin.
Ich finde es geht um die eigenen Grenzen und die der anderen. Ich muss und will für niemanden entscheiden, ob er sich die Lunge schwarz raucht. Das ist die Entscheidung des anderen und ich habe dafür keine Verantwortung und mische mich da auch nicht ein. Da kann ich den anderen in seiner Art lassen.
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28.02.2011, 17:18
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28.02.2011, 17:31
AW: mutation zum "spießer" - oder doch nur "erwachsen"?
Das seh ich genauso und darum würde es mich interessieren, warum du @ Bisamratte so ein großes Problem mit dem Verhalten deiner Freunde hast und dich einmischt.
In erster Linie sind deine Freundinnen ja für sich selbst verantwortlich und müssen auch selbst die Konsequenzen aus ihrem Handeln tragen.
Problematisch wird es nur, wenn sie sich ständig bei dir ausheulen. Da kann ich dann verstehen, dass dich das nervt.
Ich hatte mal eine Freundin, die quasi jeden Tag mit einem anderen Drama ankam: Alkoholvergiftung, in eine Schlägerei geraten, Job verloren, ein Ehemann, der sie schlägt...die Liste könnte beliebi erweitert werden. Diese Freundin hat sich ständig bei mir ausgeheult, wollte aber nie einen Rat annehmen. Es veränderte sich nichts. Und da hatte ich dann auch keinen Bock mehr und hab die Freundschaft gekündigt, wollte mich nicht mehr so reinziehen lassen in ihr Chaos...
Aber wegen einer Freundin, die trotz Erkältung raucht und mit Alkohol manchmal nicht gut umgehen kann (ich hatte das Problem auch mal), würd ich mir keinen Kopf machen. Jeder hat eben seine Laster, und das ist okay, solange es nicht ins Extreme ausartet und man als Freundin dann den ganzen Frust abbekommt.Geändert von LeaNoelle (28.02.2011 um 17:39 Uhr)
I am my own special creation
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28.02.2011, 17:35
AW: mutation zum "spießer" - oder doch nur "erwachsen"?
P.S. @Bisamratte: als spießig sehe ich dein Verhalten auch nicht an. Es ist bloß vernünftig und bedeutet, achtsam mit sich selbst umzugehen. Und dann eben z.B. nicht so viel Alkohol zu trinken, weil man weiß, dass es Körper und Seele nicht gut tut.
I am my own special creation
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28.02.2011, 17:46
AW: mutation zum "spießer" - oder doch nur "erwachsen"?
Ich antworte mal für mich,
denn mir ergeht es ähnlich wie Bisamratte, bis auf die tatsache dass ich wenig Motivation verspüre mich einzumischen, sondern einfach "nur" noch wenig Lust auf Umgang mit Menschen habe,
die besagte Tendenzen zeigen.
Für mich ist es einfach so,
dass ich mich gern mit Menschen umgebe, die ähnliche Wertvorstellungen haben wie ich.
Das war früher Spaß und Party-
und mei, ich hab wahrlich nicht reingespuckt!!
Da hätt ich mit "vernünftigen" Menschen, die mir dann vlt. noch mit'm erhobenen Zeigefinger kommen,
echt nichts anfangen können.
Und heut ist es mir einfach wichtig, dass sich die Leute aus meinem Dunstkreis zumindest ansatzweise ihrem Alter entsprechend benehmen (im Prinzip wie damals auch, ich hatte Vorstellungen davon, wie man mit zwanzig zu sein hat,
und pepplose Spaßbremsen gehörten dazu eben einfach nicht) ubnd eben reifer geworden sind.
Ansonsten bringen die mir irgendwie nix mehr.
Manche Freundschaften und somit auch die Freunde sind älter, erwachsener und reflektierter geworden,
und die Freundschaften halten.
Und andere sind immer noch wie mit zwanzig,
und das finde ich nicht jungeblieben sondern peinlich und mit denen weiß ich mir auch nix mehr zu sagen. Die sortiere ich auch nicht radikal aus- das läuft sich einfach tot.---
In der Wut verliert der Mensch seine Intelligenz.
Dalai Lama
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