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  1. Inaktiver User

    AW: Glaubenssätze

    Zitat Zitat von IchbindieHaeuptling Beitrag anzeigen
    Nächste Kostprobe: "Wer sich auf andere verlässt, der ist verlassen."
    Da steckt schon eine Wahrheit drin.

    Bevor man sich auf andere verlässt, sollte man abklären, ob sie die Lage richtig einschätzen und imstande sind, das Problem zu lösen bzw. die Sache verlässlich zu erledigen. Wenn das zutrifft, ist es wunderbar, dann soll man sich ruhig auf sie verlassen.

    Aber es gibt jede Menge Leute, die zwar schnell mit Vorschlägen zur Hand sind, aber weder den Überblick noch die Kompetenz besitzen, um wirklich weiter helfen zu können. Wer sich auf die verlässt, ist tatsächlich verlassen.

  2. Inaktiver User

    AW: Glaubenssätze

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    @ elinborg

    Wo fängt denn das "Hausieren"-Gehen eigentlich an???

    Der Glaubenssatz unterstellt meiner Meinung nach, sich bloß nicht zu öffnen, weil das andere Menschen a) nicht interessiert, b) sie davon gelangweilt sein werden usw. usf.
    "Hausieren gehen" heißt, einfach von Tür zu Tür zu gehen und sich auszubreiten. Ohne Ansehen derjenigen, die man da belatschert, aus dem Mittagsschlaf oder von der Arbeit holt oder beim Fernsehen stört. Hat also eine große Beliebigkeit. Und ja, Hausierer fallen lästig. Die interessieren sich auch nicht für den anderen.

    Das ist etwas ganz anderes als "um Rat fragen", "um Hilfe bitten" oder "sich anvertrauen". Da überlegt man nämlich in der Regel vorher, an wen man sich wendet. Im eigenen Interesse und meist auch im Interesse des Helfenden.

    Es gibt eine große Spanne zwischen "total verschlossen sein" und "sein Herz auf der Zunge tragen".

    Ich weiß nicht, wer dir nahegelegt hat, andere würden sich nicht für dich interessieren und wären gelangweilt. Man ist rasch angepiekt, wenn etwas an ein solches Trauma erinnert (geht ja meist auf Ratschläge in der Kindheit zurück). Mit der Redensart hat das nichts zu tun. Mit seinen Problemen nicht hausieren zu gehen kann reiner Selbstschutz sein. Du musst dich davon gar nicht angesprochen fühlen.

  3. Inaktiver User

    AW: Glaubenssätze

    @ elinborg

    Diesen Glaubenssatz hatte ich hier in einem bestimmten Kontext ins Spiel gebracht. Mein Eindruck ist gewesen, dass ein User hier ihn immer dann (verkappt oftmals) aus dem Ärmel zauberte, wenn er sich selbst positionieren sollte. Hier greift meines Erachtens dieser Glaubenssatz als Einschränkung.

    Dieser User scheint zu glauben, "Hausieren" wäre schon, sich überhaupt zu öffnen. So nach dem Motto: Andere haben doch viel schlimmere Probleme. Ich habe kein Recht, über meine Gefühle zu schreiben/reden.

    Nicht alle Glaubenssätze sind ja aber negativ zu bewerten.





    @ IchbindieHaeuptling

    Nächste Kostprobe: "Wer sich auf andere verlässt, der ist verlassen."
    Meiner Meinung nach gibt es kaum einen fatalistischeren Glaubenssatz, noch dazu ist er grundfalsch. Aber er füttert irgendwie auch eine altruistische Opferhaltung.





    Schlaflos

  4. Inaktiver User

    AW: Glaubenssätze

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Dieser User scheint zu glauben, "Hausieren" wäre schon, sich überhaupt zu öffnen. So nach dem Motto: Andere haben doch viel schlimmere Probleme. Ich habe kein Recht, über meine Gefühle zu schreiben/reden.
    Das klingt eher nach Koketterie, denn wenn er das wirklich glaubte, würde er gar nichts schreiben

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    AW: Glaubenssätze

    Für mich ist dieser "Hausieren-Glaubenssatz" auch eher Ausdruck von Koketterie.

    "Normalerweise ... nicht ... hausieren" enthält für mich als Subtext: Ich bin ja nicht so einer, aber dieser Fall/dieses Problem erfordert eine Ausnahme.

    Darin sehe eine Abwertung derer, die eben normalerweise = üblicherweise = nahezu immer ihr plapperndes Herz auf der Zunge tragen. Derjenige, der das eben nur ausnahmsweise macht, steht jedoch haushoch über diesen armen, öffentlichkeitsheischenden Geschöpfen. In die gleiche Kategorie gehört "ich bin ja nicht ehrenkäsig" (schwäbisch = -ungefähr- ich bin ja nicht schnell beleidigt) oder "ich will ja nichts sagen". In all diesen Fällen erfolgt - real oder imaginär - die Fortsetzung mit ...aaaaber.
    - Nie rechtfertigen -

  6. Inaktiver User

    AW: Glaubenssätze

    Zitat Zitat von neurosia Beitrag anzeigen
    Darin sehe eine Abwertung derer, die eben normalerweise = üblicherweise = nahezu immer ihr plapperndes Herz auf der Zunge tragen. Derjenige, der das eben nur ausnahmsweise macht, steht jedoch haushoch über diesen armen, öffentlichkeitsheischenden Geschöpfen. In die gleiche Kategorie gehört "ich bin ja nicht ehrenkäsig" (schwäbisch = -ungefähr- ich bin ja nicht schnell beleidigt) oder "ich will ja nichts sagen". In all diesen Fällen erfolgt - real oder imaginär - die Fortsetzung mit ...aaaaber.
    Sehr gut beschrieben, Neurosia! Was für ein Nick

  7. Inaktiver User

    AW: Glaubenssätze

    Koketterie - ja, das mag so sein. War ich noch gar nicht drauf gekommen

  8. User Info Menu

    AW: Glaubenssätze

    Ich, zum Beispiel....
    ... "gehe (im anderen Thread) normalerweise nicht mit meinen Aengsten hausieren"...:

    Aber das kam ja als Antwort auf die indirekte Frage, ob dieselben von mir irgendwie zur Schau gestellt werden

    Positive Glaubenssaetze interessieren mich seit einigen Jahren.
    Denn:
    Ich kann ein paar besonders negative bieten, die ich in meiner Kindheit gerne zu hoeren bekam
    "stell dich nicht an"
    und
    "du musst dich bessern"

    Diese beiden Programme laufen immer noch gerade dann wenn ich es am wenigsten brauchen kann.
    Katerina

    Wunsch, Wort und Wille bestimmen den Weg.

  9. Inaktiver User

    AW: Glaubenssätze





    Aber kokettierst du dann eigentlich?

  10. User Info Menu

    AW: Glaubenssätze

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Aber kokettierst du dann eigentlich?
    Naja, setz die Puzzleteile zusammen...
    Mein uralt Programm heisst "Immer schoen Haltung wahren"
    Also: eher , da anerzogenes Prinzip, das ich noch intus habe und verteidige.
    Im Sinne von Um-Himmels-Willen-ich-doch-nicht.

    Kokettieren tu ich dann an anderen Stellen...
    Katerina

    Wunsch, Wort und Wille bestimmen den Weg.

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