Mir fiel gerade spontan ein Tipp ein, den eine befreundete Fotografin immer an ihre Kunden weitergibt.
Um den angespannten Gesichtsausdruck wegzubekommen, wenn so eine Monsterlinse auf einen gerichtet ist.
Sie beauftragt die Leute immer ihr Lieblingslied im Kopf zu summen, während sie Fotos schießt.
Versuch das mal, auf ihren Fotos klappt es auf jeden Fall![]()
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Thema: Ausstrahlung
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24.02.2011, 16:08Inaktiver User
AW: Ausstrahlung
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24.02.2011, 17:28
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24.02.2011, 17:34Inaktiver User
AW: Ausstrahlung
Mir ist jetzt nicht ganz klar, wieso man sein wirkliches Interesse an anderen nicht auch zeigt?
Ich finde deine Darstellung sehr negativ, es geht doch nicht um Selbstdarstellung im Sinne von: etwas vorgeben was gar nicht in mir angelegt ist??
Eher im Gegenteil, finde ich, jemand der authentisch ist und eben nichts darstellen will, sondern einfach freundlich und offen auf andere zugeht weil ihm das tatsächlich wichtig sind, der wird in den allermeisten Fällen auch gut ankommen.
Und bei jemand der das nicht so zeigt kann es schlicht auch daran liegen, dass er das eben genau nicht ist, aufmerksam, ehrlich, humorvoll, wirklich an anderen interessiert... Find ich für mich plausibler als zu denken, jemand der so wirkt tut nur so.
Und bei vielen die miesepetrig wirken steckt halt leider auch ein Miesepeter drin.
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24.02.2011, 19:09Inaktiver User
AW: Ausstrahlung
Anscheinend haben wir dasselbe gedacht

Schüchterne Leute haben damit manchmal Probleme.
Das meinte ich nicht. Ich sprach von einem ganz bestimmten Typus, den auch Elwyn bereits angesprochen hatte.
Das denke ich auch. Aber ob jemand wirklich offen und interessiert ist oder nur so tut, lässt sich manchmal nicht auf den ersten Blick erkennen.
Es gibt einen gar nicht so seltenen Persönlichkeitstyp, der auf Anhieb charmant und interessiert wirkt, aber immer nur sich selbst meint klick.
Natürlich kann jemand, der das nicht zeigt, ein echter Miesepeter sein. Aber die TE hat die von mir genannten Eigenschaften als ihre positiven Seiten angeführt. Warum sollte das nicht stimmen?
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25.02.2011, 00:57
AW: Ausstrahlung
Oh toll, so viele Antworten und Gedanken... ich muss das alles noch in Ruhe lesen, komme erst jetzt wieder an den PC. Würde gerne noch etwas ergänzen
@ Dharma: Fremde anlächeln konnte ich früher nie... seit einiger Zeit üb ich das... es fällt mir schon leichter. Ich habe auch eigentlich keine größeren Schwierigkeiten (mehr), jemanden anzusprechen, es geht mehr um das, was danach kommt.
@ Bruenette, du spricht einen Knackpunkt an... nö, ich mag mich nicht rundum, so wie ich bin. Daran muss ich arbeiten, stimmt!. Ich sehe schon auch Positives, und kann auch stolz auf Erreichtes sein... es ist eigentlich "nur" dieser eine von mir beschriebene Bereich, der mich in meinem Leben stört, das aber immer massiver. Ich glaube, wenn die berühmte Wunschfee käme, und ich den einen Wunsch hätte, ich würde wohl wünschen, dass ich mit mir im reinen wäre und weniger streng mit mir - vieles anderes käme wohl von selbst.
@Elwyn, ja, da ist was dran. Mir fällt Tiefgang auch leichter als Smalltalk, ich muss das mal beobachten. Wirkliche Angst hab ich in solchen Situationen eigentlich gar nicht. Früher als Jugendliche hatte ich Angst in sozialen Situationen. Heute bin ich "höchstens" manchmal verkrampft, das ist wohl eher das,was andere spüren könnten. (Aber auch nicht immer, das erwähnte Kaffeetrinken mit der Kigamutter fand ich sehr nett und auch lustig. Erst im Nachhinein kamen die Gedanken, von wegen "warum gibt es keine Rückeinladung...?" Ich denke nicht, dass sie mich unsympathisch findet, aber eben nicht sympathisch genug, um mich - sie hat sehr viele Kontakte - noch in ihren Kreis aufzunehmen.)
- Das ist glaube ich einer meiner wesentlichen Punkte, mit denen ich immer Schwierigkeiten hatte, denen ich auf die Spur kommen bzw. an denen ich arbeiten möchte: Da ist jJemand, den ich richtig gern mag (kommt nicht so oft vor, ich bin auch bei anderen eher kritisch). Und ich mölchte, dass derdie mich auch mag. Irgendwie springt der Funke wohl nicht richtig über. Wie schaffe ich das? Ich habe eine Kollegin, die jeder mag (ich auch!). Diese habe ich schon, wie von Malina empfohlen beobachtet, und denke, sie ist einfach sehr positiv und strahlt eine gewisse Leichtigkeit aus. Habe aber auch Bedenken, wenn ich jetzt anfange, an mir rumzudoktern, dass ich überhaupt nicht mehr authentisch bin. Das will ich eben auch nicht.
@ Wildwusel, ja für Hobbies war nie so viel Zeit. Und ich habe wohl auch eher die Interessen, die auf Introvertiertheit hinweisen (bin eigentlich auch gern allein), ich nähe, lese, mache autogenes Training, liebe Gartenarbeit. (Oje), Demnächst will ich aber - bisher ohne "Hintergedanken" - mal Sport machen.
@ Poldine: so empfinde ich mich auch! Die meisten rennen nicht schreind weg:-), aber Kontakte bleiben oberflächlich und in Gruppen fühle mich mich ab und an unwohl, mag lieber Zweier-Konstellationen. Gibt es eine bestimmte Richtung bei deiner Therapie oder ist "Gesprächstherapie" schon der Ausdruck (habe mich noch nicht damit befasst).
@ Schneeflocke, da sprichst du etwas an! Diese Müttercircles kenne ich schon vom ersten Kind. Ich hatte immer ganz nette einzelne Kontakte, mittlerweile hat sich das aber eher verlaufen. Beim kleinen Kind gehts jetzt erst los und ich werde mich sicher (wieder) engagieren, allerdings spüre ich da auch diesen Druck und beobachte mich, gerade im Moment.
Ich habe übrigens gar kein Problem, nicht "everybody´s darling" zu sein, bin im Gegenteil früher etwas zu konfliktbereit gewesen:-) Das habe ich schon seit einigen Jahren ein wenig abgelegt, nicht nur, weil ich mich selbst unsympathisch fand so (auch wenn ich in der Sache recht hatte), ich mag nicht mehr so prinzipienreiterisch sein.
@ Schafwolle, ja das ist wohl ein Teufelskreis: Man ist nicht mit sich im Reinen, bekommt eher negatives oder gar kein Feedback, das verstärkt das eigene Unwohlsein usw. Sehr schwer, da rauszukommen.
@Sinn-sucht, ich hab mich nie "verbogen" um anderen zu gefallen. Ich beginne ja jetzt erst, mich zu fragen, wie ich anderen besser gefallen könnte :-) Wie du auch schreibst, ist mir Authentizität sehr wichtig und irgendwie merke ich, dass mir diese schon beginnt, abhanden zu kommen.
@ SuziWong, eine Bekannte hat mal von sich gesagt, sie sei eine "Leute-Fischerin". Sowas konnte ich nie, beim kleinsten Anzeichen von kein Interesse habe ich aufgegeben. Leider denke ich wohl wirklich oft, es wartet keiner gerade auf mich. 6x würde ich es nie versuchen, maximal zweimal.
@einewiekeine - die Ichbezogenheit der Schüchternen, da ist was dran - sehr interessanter Gedanke.
@Malina, oh, den gesenkten Kopf, den kenn ich! Überhaupt, ich überlege mir gerade, dass mich wohl der Schlag träfe, würde ich mal ein Video von mir in einer sozialen Situation oder am Arbeitsplatz sehen.
@i-dille: ne, is klar:-) Ich weiß, dass sogar manche Freundinnen mich beneiden um manche Eckdaten (Familie, Job, Kinder, Zielstrebigkeit...) Es ist ja auch nicht alles mies, nur diese Baustelle. Und die Leute, die ich i.d.R. sympathisch finde, die mögen eigentlich tiefgründige, nachdenkliche Menschen, die sind ja meist selber so. Irgendwas fehlt aber offensichtlich bei mir!
@ Latona, wie schon beschrieben, bin ich nicht auf Kontakte um jeden Preis aus, sondern im Gegenteil eher (ein wenig) wählerisch. Das soll ruhig auch so bleiben, denn wie du schreibst "... den Mut haben, nicht für jeden Kontakt dankbar sein zu müssen..." - oja, so hab ich es immer gesehen. Ich glaube übrigens, du hast recht, dass u.a. mein ziemlich ausgeprägtes Pflichtbewusstsein dazu führen kann, dass ich latent unzufrieden oder krampfig bin. Bin eigentlich oft angespannt (will aber wieder mehr für mich tun).
@farmelli - der Tipp ist ist klasse. Habe das gerade mal ausprobiert (mit einem reichlich albernen Lied) und ich merke, dass es klappt (auch wenn ich gerade nicht angespannt bin). Das muss ich unbedingt on stage ausprobieren!
Das mal kurz auf eure Antworten (ganz kurz klappts bei mir nicht). Eure Antworten habenviel Stoff zum Nachdenken gegeben, das mach ich mal weiter und schau auch gern mal weiter rein. Schon auch, dass eine Therapie heute wirklich recht normal zu sein scheint. (Mache mir schon Gedanken über die Therapeuten-Suche, ich bin schon ziemlich verschlossen, sich einer Person mit den Themen face to face öffnen, ist für mich echt schwer).
Für heute danke!
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25.02.2011, 09:29
AW: Ausstrahlung
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25.02.2011, 10:05Inaktiver User
AW: Ausstrahlung
Also offiziell heißt das glaube ich „tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie“ und ist meines Wissens eine der gängigen Therapieformen, die von der KK bezahlt werden.
Die Therapie findet einmal die Woche statt und bei mir läuft das so ab, dass ich immer erzähle, was ich so auf dem Herzen habe und die Therapeutin lenkt das Gespräch durch Fragen und Anregungen. Ziel der Therapie ist es, die eigenen „Baustellen“ besser zu verstehen und zu bearbeiten, unter anderem durch Aufarbeiten von Kindheitsproblematiken.
Ich habe eine Therapeutin gefunden, die ähnlich wie ich sehr ruhig und sachlich ist und komme damit gut klar. Ich kenne aber auch Leute, die sich bewusst jemanden suchen, der sehr gegensätzlich ist.
Zum Thema „Verschlossenheit“: ich glaube, so etwas trägt auch dazu bei, dass sich manchmal aus netten Anfangskontakten (die du ja offensichtlich hast) nichts weiter ergibt.
Zumindest ist das bei mir auch ein wichtiges Thema in der Therapie. Und mir ist seitdem viel bewusster geworden, dass ich oft dazu neige, bei Unsicherheit oder beim ersten (oft eingebildeten) Anzeichen von Kritik vom Gegenüber mich zurückzuziehen und eine Art Maske aufzusetzen. Und ich denke, dass nehmen andere Leute wahr, ich habe schon mehrmals das Feedback bekommen, dass andere „nicht an mich rankommen“.
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25.02.2011, 10:44
AW: Ausstrahlung
Ich habe diesen Strang mit sehr viel Interesse gelesen, da auch ich dieses Problem kenne. Bin seit meiner Kindheit sehr schüchtern, es hat sich im Laufe der Zeit etwas gebessert, aber trotzdem bin ich immer noch sehr introvertiert. Meines Erachtens liegt das daran, daß ich als Kind in der Schule viel gehänselt worden bin. Mit mir konnte man es ja machen, wenn man einmal die Zielscheibe war, ist man es für Jahre, und sowas prägt für's Leben. Meine Ausstrahlung ist nicht unbedingt miesepetrig oder muffelig, sondern scheinbar wirke ich oft traurig und etwas verloren. Ich war schon ziemlich überrascht, als man mir das mal sagte. Unsere Nachbarin hat sogar schon meinen Mann angemeckert, er solle sich mal mehr um mich kümmern, weil seine "arme" Frau immer so traurig und müde aussehen würde, dabei liegt die Schuld bestimmt nicht bei ihm!
Hinzu kommt bei mir ein ziemlich fieser und zynischer Humor. Mir fällt es immer erst auf, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, daß ich mit meinen Kommentaren diejenigen abschrecke, die mich nicht so gut kennen. Das ist, denke ich, Teil der Mauer, die ich im Laufe der Jahre um mich herum aufgebaut habe.
Es würde mich mal interessieren, ob jemand ähnliche Erfahrungen in der Kindheit gemacht hat? Schule, Elternhaus...?
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25.02.2011, 11:49Inaktiver User
AW: Ausstrahlung
Ja, bestimmte Ängste und Muster haben sich bei mir eindeutig durch negative Kindheitserfahrungen entwickelt. Das sind auch die Dinge, die ich in der Therapie behandle.
Aber ich finde, man muss auch vorsichtig sein, welche Dinge man auf die Kindheit schiebt. Ich bin zum Beispiel mittlerweile der Überzeugung, dass ein introvertiertes Temperament angeboren ist. Und da macht es dann auch keinen Sinn, daran herumzudoktern (habe ich jahrelang, auch auf Druck von meiner Umgebung, versucht). Auch die Art des Humors ist sicherlich zum Teil angeboren, auch wenn sich natürlich bestimmte Aspekte als Abwehrreaktion stärker ausprägen können.
Die Frage ist dann eher, wie man mit den gegebenen Bedingungen so umgehen lernen kann, dass man trotzdem bei den Leuten ankommt, bei denen man gerne ankommen möchte.
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25.02.2011, 11:52Inaktiver User
AW: Ausstrahlung
Sehe ich auch so. Manch ein "Miesepeter" entpuppt sich auf den zweiten Blick als liebenswerte Person.
Ich kenne ZB. jemanden, der wirkt ziemlich "verkniffen", ist aber im Charakter das genaue Gegenteil, er
ist ein Kollege meines verstorbenen Mannes,als ich den sah, das erste Mal dachte ich: du liebe Güte...
Dieser Mann hat, von Geburt an, ein Augenleiden und eine Spastik im Gesicht, was ihn rein äusserlich so
wirken lässt. Es kommt nicht immer auf die Fassade an.Die kann von "aussen hui, innen pfui sein....."
Mir sagt man oft nach,ich würde ständig "verträumt oder erstaunt" aussehen, mal so mal so. Ich habe
sehr ( zu !) grosse Augen es wird damit zu tun haben,wenn ich mich zB. am Schreibtisch konzentrieren muss,habe ich gar keine Zeit zum Träumen.....
Eine der wunderbarsten Menschen, auch von der Ausstrahlung her, ist eine hiesige Wirtin, bei der trinke ich gern mal einen Cappu oder abends auch ein Glas Wein.Sie ist nicht mehr jung, Ü 60, klein, sehr rund und
dennoch hat sie eine wunderbare, warme, empathische Ausstrahlung, sie kann "Eisberge schmelzen" lassen.
Das mag auch mit ihrer Herkunft, Rheinland zu tun haben, im kühlen Norddeutschland sind die meisten Menschen doch etwas anders gestrickt
Vielleicht wäre ich auch gern wie sie, aber selbst wenn, das würde nicht funktionieren, würde aufgesetzt rüber kommen. Sich selber so zu akzeptieren wie man nun mal ist, wenn man das drauf hat, ist vieles
einfacher; auch das Zugehen auf andere...


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