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Thema: Ausstrahlung

  1. Inaktiver User

    AW: Ausstrahlung

    Nachdem ich mir über das Thema schon viele Gedanken gemacht habe, hier mal meine Theorie - die nicht auf alle zutreffen muss, aber so ganz unschlüssig scheint es mir nicht:

    Meiner Beobachtung nach sind viele schüchterne Menschen sehr ich-bezogen, d.h., sie denken permanent drüber nach, was dieses oder jenes für Folgen für sie haben könnte - während andere eher auf die Mitmenschen schauen. Und z.B. deshalb gerne grüßen, weil ihnen wichtiger ist dass andere sich freuen und wohlfühlen als ob sie selbst sich doof vorkommen könnten.

    Ich denke es ist kein Wunder, dass jemand, der Interesse an anderen zeigt, eher als sympathisch wahrgenommen wird als jemand, der immer nur über seine eigene Wirkung nachdenkt und sich dabei oft in seiner Wichtigkeit wahnsinnig überschätzt. Auch die Angst sich zu blamieren hat ja damit zu tun, dass man überzeugt ist davon, dass das überhaupt irgendwie wichtig wäre - und meistens ist man das für andere gar nicht, sprich denen würd es wohl gar nicht auffallen weil sie besseres zu tun haben als ständig auf den Betreffenden zu schauen.

    Also, sich nicht so wichtig nehmen, freundlich sein und mehr drauf achten, was man anderen geben kann - ich denk, dann wird man auch ohne großes Selbstbewußtsein als positiv wahrgenommen.

  2. Inaktiver User

    AW: Ausstrahlung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nachdem ich mir über das Thema schon viele Gedanken gemacht habe, hier mal meine Theorie - die nicht auf alle zutreffen muss, aber so ganz unschlüssig scheint es mir nicht:

    Meiner Beobachtung nach sind viele schüchterne Menschen sehr ich-bezogen, d.h., sie denken permanent drüber nach, was dieses oder jenes für Folgen für sie haben könnte - während andere eher auf die Mitmenschen schauen. Und z.B. deshalb gerne grüßen, weil ihnen wichtiger ist dass andere sich freuen und wohlfühlen als ob sie selbst sich doof vorkommen könnten.
    Das ist sicherlich etwas dran. Ich habe schon oft Menschen ungewollt vor den Kopf gestoßen, weil ich einfach zu unsicher war.
    Das Problem ist, dass man dadruch auch leicht in eine Art Teufelskreis gerät. Je weniger positive Reaktionen man von der Umfeld erhält desto mehr kreist man in Gedanken darum, was man falsch macht und warum man so schlecht ankommt. Und das führt dann dazu, dass man noch mehr Kontaktprobleme hat.
    Wenn sich so etwas über Jahre oder Jahrzehnte eingeschlichen hat ist es auch nicht einfach, da ohne Hilfe wieder rauszukommen, man kann nicht einfach den Schalter umlegen.

  3. Inaktiver User

    AW: Ausstrahlung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    freunddlich sein und mehr drauf achten, was man anderen geben kann - ich denk, dann wird man auch ohne großes Selbstbewußtsein als positiv wahrgenommen.
    Also ich halte mich überwiegend für freundlich, auch tue ich gern was für andere, hoffentlich klingt das
    nicht zu "Ich-Bezogen"
    Aber selbst wichtig nehmen ist auch eine Qualität, gerade für Menschen die das nicht "von Haus aus" gelernt
    haben, denen zB. als Kind eher vermittelt wurde "nichts" zu sein.Da stehe ich zu "auch" wichtig zu sein,
    wie jede/r andere.Die Angst sich zu blamieren oder nicht anzukommen kann jeden treffen, auch Selbstbewusstere, kommt immer auf die Situation an.Man sollte sich weder über-noch unterschätzen....
    beides kann zum Bumerang werden.

  4. Inaktiver User

    AW: Ausstrahlung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das ist sicherlich etwas dran. Ich habe schon oft Menschen ungewollt vor den Kopf gestoßen, weil ich einfach zu unsicher war.
    Das Problem ist, dass man dadruch auch leicht in eine Art Teufelskreis gerät. Je weniger positive Reaktionen man von der Umfeld erhält desto mehr kreist man in Gedanken darum, was man falsch macht und warum man so schlecht ankommt. Und das führt dann dazu, dass man noch mehr Kontaktprobleme hat.
    Wenn sich so etwas über Jahre oder Jahrzehnte eingeschlichen hat ist es auch nicht einfach, da ohne Hilfe wieder rauszukommen, man kann nicht einfach den Schalter umlegen.
    Manchen Leuten ist es auch relativ egal, was andere über sie denken, das mag die bessere Sichtweise sein.
    Man muss auch so frei sein dürfen, anzuecken oder sich "unbeliebt" zu machen, gelingt mir allerdings auch nicht so.Ich mag "schrille, bunte" Menschen, habe einige davon im Bekanntenkreis, seltsamerweise finde ich die oft netter als die Angepassten, obwohl ich selber nie so sein werde....

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    AW: Ausstrahlung

    Hallo Monina,

    zunächst mal muss ich sagen, dass ich Dein Posting ganz toll fand! Du hinterfragst Dich selbst, statt erst mal den anderen die Schuld zu geben. Ob es wirklich so ist, dass Du eine negative Ausstrahlung hast, die auf andere Menschen eher abschreckend wirkt oder ob Du tatsächlich zu streng mit Dir bist, können wir von außen kaum beurteilen. Die von Dir geschilderten Beispiele lassen immer mehrere Deutungen zu, und nicht jede muss was mit Dir zu tun haben.

    Du schreibst, dass Du als Kind sehr schüchtern warst (das kenn ich sehr gut!) und sich die Schüchternheit äußerlich verloren hat. Daraus schließe ich, dass Du im Inneren immer noch mal wieder gehemmt bist. Ich kenn das von mir, dass ich in Situationen, in denen ich mich unsicher oder unwohl fühle, zurück in meine alte Schüchternheit verfalle. Aber da man mir die sonst oft nicht anmerkt, kommen die Leute natürlich gar nicht auf die Idee, ich könnte schüchtern sein. Und dann wird Schüchternheit gerne mal für Desinteresse oder Arroganz gehalten.

    Gerade Körpersprache kann große Wirkung entfalten, ohne dass es einem bewusst ist. Mich hat eine Kollegin mal darauf aufmerksam gemacht, dass ich oft mit gesenktem Kopf durch die Gänge gehe, was ich selbst gar nicht so gemerkt habe. Aber sie hat Recht, und nun versuche ich, bewusst darauf zu achten, den Kopf zu heben, obwohl ich merke, dass es mir schwer fällt. Ich denke mit Mimik ist es ähnlich. Du schreibst, dass Du von Natur aus einen grimmigen Gesichtsausdruck hast. An dem Ausdruck selbst kann man sicher nicht so schnell was ändern, wobei ich schon denke, dass man auch das gezielt trainieren kann. Aber öfter mal lächeln oder auch lachen, überhaupt fröhlich sein, macht schon viel aus. Ich habe Kollegen, die schlurfen morgens ins Büro, als trügen sie die Last der ganzen Welt auf ihren Schultern. Gut, es ist sicher nicht jedem gegeben, morgens fröhlich pfeifend den Raum zu betreten. Aber wer mit mieser Stimmung kommt und genauso wieder geht, der wird vermutlich nie zu den Beliebten gehören.

    Es kann auch hilfreich sein, einfach mal zu schauen, welche Menschen man um ihre Ausstrahlung beneidet und was die anders machen. Man wird sicher nie genauso werden, aber die eine oder andere Verhaltensweise kann man sich schon abschauen.

    Wie sind denn die Treffen mit den anderen Müttern abgelaufen? Habt Ihr Euch nur gepflegt unterhalten, oder auch mal zusammen gelacht? Ist ein Funke übergesprungen, oder war es halt nur irgendwie nett? Habt Ihr eine Basis für gemeinsame Unternehmungen gefunden? Ich glaube ja, dass gemeinsame Aktivitäten und Erlebnisse sehr viel Verbindendes schaffen können, eher als manierliche Unterhaltungen auf dem Sofa.

    Und was Deine Frage nach der Sinnhaftigkeit von Therapie angeht: ich bin sicher, man kann sich in jedem Alter verändern. Verändern heißt ja nicht, die ganze Persönlichkeit umkrempeln und ein anderer Mensch zu werden, sondern eher neue Seiten an sich zu entdecken und zu entfalten.

    Viele Grüße,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

  6. Inaktiver User

    AW: Ausstrahlung

    Zitat Zitat von Monina112 Beitrag anzeigen
    kann man sich überhaupt in meinem alter noch *tiefgreifend* ändern (dass man sich ändern kann, da bin ich sicher, aber hier scheint es sich um was so tiefliegendes zu handeln).
    Wie introvertiert bzw. extravertiert jemand ist, lässt sich nicht wirklich ändern. Das ist angeboren.

    Aber ich würde es nicht so negativ sehen wie du. Wie schon geschrieben wurde: du bist in deinen Beziehungen erfolgreich, bist verheiratet, hast Kinder, 2-3 enge Freundinnen...

    Möglicherweise kommst du nicht negativ rüber, sondern einfach nachdenklich und tiefgründig. Leute, die nur small talk machen wollen, fühlen sich davon nicht spontan angezogen; aber was ist schlimm daran?

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    AW: Ausstrahlung

    Du scheinst eher der introvertierte Typ zu sein: Eher nachdenklich und zurückhaltend, eher weniger und dafür gute Freunde. Du solltest Dich nicht mit extravertierten Menschen vergleichen und dann abwerten.

    Wenn Du Probleme hast, neue Menschen kennenzulernen, musst Du immer auch mal gucken, ob es überhaupt passt. Eine Frau, die zufällig ein gleichaltriges Kind hat, muss mit Dir sonst gar nichts gemeinsam haben. Warum sollte sie Dich dann zur Freundin haben wollen? Warum solltest Du sie als Freundin haben wollen?

    Suche also gezielt nach Menschen, die ähnliche Interessen haben wie Du, mit denen Du darüber reden kannst. Und überfordere Dich nicht mehr mit dem Anspruch, dass alle Dich gleich mögen und auf Dich zugehen müssen. Es reicht, wenn genügend von den Menschen interessiert bleiben, mit denen Du wirklich eine ähnliche Wellenlänge hast.

    Es stimmt, dass man den Einstieg in eine Bekanntschaft möglichst nicht über zu Tiefgründiges oder Problematisches anfangen sollte. Jemand, der anfängt, übers Wetter einen Gesprächseinstieg zu machen und dann gleich übers Wetter schimpft, wird schnell als Nörgler wahrgenommen. Das muss nicht sein. Also sich lieber als Gesprächseinstieg was suchen, was man positiv findet, das hilft, dass sich der andere leichter öffnet.

    Und nach Gemeinsamkeiten suchen, das ist ganz wichtig. Dann kann man auch den Mut haben, zu Menschen, mit denen man nichts gemeinsam hat, zu sagen: „War nett, dich kennengelernt zu haben.“

    Menschen wie Du müssen den Mut haben, nicht für jeden Kontakt dankbar sein zu müssen, weil sie sonst zu vereinsamen drohen. Sie dürfen sich ihre Freunde genauso aussuchen wie diejenigen, die (scheinbar) aus dem Vollen schöpfen können.

    Es hebt übrigens Deine Ausstrahlung, wenn Du Dir selbst was Gutes tust, wenn Du Dir Freiräume schaffst für das, was Dir persönlich wichtig ist, für Interessen und Hobbies, die Dir am Herzen liegen. Damit hast Du ein Rüstzeug der Freunde und Begeisterung, das auf andere positiv wirkt.

    Wenn Du hingegen nur immer darauf bedacht bist, nur ja Deine Pflicht zu tun und zu wenig für Dich zu nehmen, dann wirkst Du zwangsläufig unzufrieden und wenig anziehend.

    Auch der Druck, ständig die Erwartungen anderer erfüllen zu müssen, entfremdet Dich von Dir selbst. Überlege genau, welche Erwartungen tatsächlich auch Deine sind, und ob jeder, der X von Dir erwartet, wirklich unbedingt durch Erfüllung von X bei Laune gehalten werden muss. Menschen, die zuviel geben, entwickeln zu wenig Profil und werden deshalb nicht als sehr interessant empfunden.
    Geändert von Latona (24.02.2011 um 14:50 Uhr)
    Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!

  8. User Info Menu

    AW: Ausstrahlung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Meiner Beobachtung nach sind viele schüchterne Menschen sehr ich-bezogen, d.h., sie denken permanent drüber nach, was dieses oder jenes für Folgen für sie haben könnte - während andere eher auf die Mitmenschen schauen. Und z.B. deshalb gerne grüßen, weil ihnen wichtiger ist dass andere sich freuen und wohlfühlen als ob sie selbst sich doof vorkommen könnten.

    Ich denke es ist kein Wunder, dass jemand, der Interesse an anderen zeigt, eher als sympathisch wahrgenommen wird als jemand, der immer nur über seine eigene Wirkung nachdenkt und sich dabei oft in seiner Wichtigkeit wahnsinnig überschätzt. Auch die Angst sich zu blamieren hat ja damit zu tun, dass man überzeugt ist davon, dass das überhaupt irgendwie wichtig wäre - und meistens ist man das für andere gar nicht, sprich denen würd es wohl gar nicht auffallen weil sie besseres zu tun haben als ständig auf den Betreffenden zu schauen.

    Also, sich nicht so wichtig nehmen, freundlich sein und mehr drauf achten, was man anderen geben kann - ich denk, dann wird man auch ohne großes Selbstbewußtsein als positiv wahrgenommen.
    Die Ich-Bezogenheit, die du beschreibst, ist bei explizit schüchternen Menschen aber darin begründet, dass sie begründete oder unbegründete soziale Ängste mit sich herumschleppen. Das ist meiner Meinung nach keine negative Egozentrik, sondern meistens sehr defensiv, empathisch, sensibel und übervorsichtig. Daraus kann man nicht ableiten, dass andere Menschen für sie nicht wichtig wären - im Gegenteil, sie versuchen, das Gegenüber so sehr auszuloten, dass sie es möglichst allen recht machen wollen. Schüchternheit ist nicht dasselbe wie eine egozentrisch begründete Verschlossenheit.

    Der Gegenpart dazu hat vielleicht ein schillerndes Auftreten, ist schnell beliebt und der Mittelpunkt jeder Party - was aber überhaupt nicht bedeutet, dass dies weniger egozentrisch wäre. Die ganz grossen Selbstdarsteller kompensieren genauso und haben wesentlich weniger empathische Fähigkeiten als ein schüchterner Mensch, übergehen andere sehr schnell oder brauchen nur ein Publikum und setzen nur ein oberflächliches Interesse an anderen ein, um das schnell zu bekommen.

    An denen sollte man sich bestimmt auch nicht orientieren.

    Der Knackpunkt sind die Ängste, die man bearbeiten muss, und die Vergleiche mit denen, die vermeintlich viel beliebter sind. Und dafür muss man lernen, den Blick von seinen Ängsten weg zu richten.
    Geändert von Elwyn (24.02.2011 um 12:51 Uhr)

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    AW: Ausstrahlung

    @ Elwyn

    Schön differenziert!
    Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!

  10. Inaktiver User

    AW: Ausstrahlung

    Lustigerweise gibt es gerade einen Bri-Test zur eigenen Ausstrahlung Zwar sehr schematisch, aber amüsant

    Mein Eindruck ist, dass Schüchterne die Extravertierten oft zu Unrecht beneiden. Sicher, diese Leute können spontan auf andere zugehen; meist sind sie auch ausgesprochen charmant.
    Aber sie haben oft genug Probleme, die Sympathie der anderen zu behalten (der Extremfall ist die histrionische Persönlichkeit).

    Auf den ersten Blick haben diese Menschen etwas sehr Einnehmendes: sie wirken lebendig, spontan und lustig. Und natürlich sammeln sie erst mal Sympathien. Erst nach einiger Zeit merkt man, dass sie kein echtes Interesse an anderen haben, sondern vor allem mit ihrer eigenen Selbstdarstellung beschäftigt sind.

    Ihnen fehlen oft die Eigenschaften, mit denen die TE sich selbst charakterisierte: aufmerksam, ehrlich, humorvoll, wirkliches Interesse für andere.
    Auch wenn Menschen mit diesen Eigenschaften nicht auf den ersten Blick das Interesse und die Sympathie anderer erwecken mögen, auf Dauer gesehen sind sie die besseren Freunde.

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