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  1. User Info Menu

    Meine Frau, meine Tochter, mein Sohn

    Hallo!

    Weiß nicht, ob das mehr in dieses Forum passt oder mehr in "Wie denken Sie über Umgangsformen"? Probiere es mal hier:

    Unterhalte ich mich mit meinem Schwager, spricht er fast immer nur von "meine Frau, meine Tochter, mein Sohn". Ihre Namen nennt er selten. Im Gespräch mit Außenstehenden ist das ja OK, doch in der Familie und im Freundeskreis wissen schließlich alle wer seine Frau, seine Tochter und sein Sohn sind.

    Ich empfinde das als seltsam und bin immer leicht irritiert. Ist das nun einfach nur seine individuelle Ausdrucksweise oder steckt da ein Profilierungsgehabe dahinter?

    Gruß juri
    Die gefährlichste aller Weltanschauungen
    ist die Weltanschauung der Leute,
    welche die Welt nie angeschaut haben.

    von Alexander von Humboldt
    (1769-1859 Naturwissenschaftler, Ethnologe und Geograph)

  2. Inaktiver User

    AW: Meine Frau, meine Tochter, mein Sohn

    Ich denke, weder das eine noch das andere. Es ist ganz einfach eine gängige Ausdrucksweise, die Mitglieder der Familie zu bezeichnen. Vielleicht steckt ja auch ein wenig Stolz und auch Zärtlichkeit dahinter, "meine Tochter", "meine Frau", "meinen Sohn" sagen zu können. Ist doch schön.

    Warum lässt Du Dich davon so irritieren?

  3. User Info Menu

    AW: Meine Frau, meine Tochter, mein Sohn

    und es ist selbst in jungen Familien zu beobachten, dass z.B. Mütter oder auch Väter nicht in der ersten Person sprechen, wenn sie ihrem Nachwuchs etwas sagen wollen, sonder sprechen von sich slebst nur als Mama und Papa.

    Beispiel: "Claudia, zieh jetzt bitte die dicke Jacke an, weil Mama mit Dir spazieren gehen will"
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  4. Inaktiver User

    AW: Meine Frau, meine Tochter, mein Sohn

    Profilierungsgehabe?

    In südlichen Ländern wie etwas Italien oder Portugal oder Spanien ist es sogar so, dass die Menschen direkt so angesprochen werden - als Schwägerin, Tante etc.

    Was ist daran so schlimm?

    Ich sage ja auch "mein Mann" wenn ich mit Bekannten über ihn spreche.

    Was stört dich daran so?

  5. Inaktiver User

    AW: Meine Frau, meine Tochter, mein Sohn

    Naja, aber es ist schon nicht so ganz usus, nicht wahr? Auch, wenn in südlichen Ländern andere Gepflogenheiten herrschen

    Meine Freundin würde mich mit Sicherheit auch komisch anschauen, wenn ich plötzlich von "meinem Sohn" spräche, anstatt seinen Vornamen zu nennen. Es gibt sicher auch Menschen, für die es sehr um Status geht. Aber letzten Endes, @juri, kennst du deinen Schwager am besten und wirst es von daher viel besser einschätzen können, inwiefern seine Benennungen Rückschlüsse auf seinen Charakter zulassen.


  6. User Info Menu

    AW: Meine Frau, meine Tochter, mein Sohn

    Ich sage ja auch "mein Mann" wenn ich mit Bekannten über ihn spreche.
    Genau, wenn ich mit Bekannten über "meinen Mann" spreche finde ich das völlig OK. Innerhalb der engsten Familie kommt mir das eben seltsam vor.

    Frau, Tochter und Sohn sind doch eigenständige Persönlichkeiten mit einem Namen und nicht nur "mein..."


    Beispiel: "Claudia, zieh jetzt bitte die dicke Jacke an, weil Mama mit Dir spazieren gehen will"
    Kleine Kinder können mit den Begriffen ICH und DU noch nichts anfangen. Also spricht man von sich als Mama oder Papa. Sobald Kinder jedoch mit etwa zwei Jahren verstehen was ICH und DU bedeuten, sollten die Eltern schnellstens ihre bisherige Sprachgewohnheiten gegenüber dem Kind aufgeben. Manchen gelingt das leider lange Zeit nicht.
    Die gefährlichste aller Weltanschauungen
    ist die Weltanschauung der Leute,
    welche die Welt nie angeschaut haben.

    von Alexander von Humboldt
    (1769-1859 Naturwissenschaftler, Ethnologe und Geograph)

  7. User Info Menu

    AW: Meine Frau, meine Tochter, mein Sohn

    Zitat Zitat von juri Beitrag anzeigen
    Kleine Kinder können mit den Begriffen ICH und DU noch nichts anfangen. Also spricht man von sich als Mama oder Papa. Sobald Kinder jedoch mit etwa zwei Jahren verstehen was ICH und DU bedeuten, sollten die Eltern schnellstens ihre bisherige Sprachgewohnheiten gegenüber dem Kind aufgeben. Manchen gelingt das leider lange Zeit nicht.
    Da sagt mein alter Elternratgeber etwas anderes. Eltern sollen von Anfang an in der ersten Person sprechen.

    Gut, aber das hat nichts mit Deiner Frage zu tun.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  8. Inaktiver User

    AW: Meine Frau, meine Tochter, mein Sohn

    Noch eine Idee dazu:

    Wenn das Possessivpronomen benutzt wird, dann wird die Zugehörigkeit zu etwas oder zu jemandem verstärkt ausgedrückt. Aus welchen Gründen nun, ob aus Zärtlichkeit und Stolz oder aus Statusgründen, sei nun einmal unbeachtet

    Diese Verstärkung, bzw. Demonstration der Zusammengehörigkeit, entfällt, wenn nur die Vornamen benutzt werden. Es hört sich doch irgendwie neutraler an, wenn man statt "meine Tochter", z.B. nur "die Lisa" sagt.

    In beiden Ausdrucksweisen steckt Positives, aber auch Gefahren.

    Wenn man standig von "mein" spricht, dann kann das im Extremfall etwas sehr besitzergreifendes und vereinnahmendes ausdrücken. Aber hört sich i.d.R. doch sehr warm(herzig) an.

    Wenn die neutralere Ausdrucksweise bevorzugt wird, dann betont und respektiert das eher die Eigenständigkeit der Personen, kann aber im Extremfall "kalt" (und herzlos) wirken.

  9. User Info Menu

    AW: Meine Frau, meine Tochter, mein Sohn

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Da sagt mein alter Elternratgeber etwas anderes. Eltern sollen von Anfang an in der ersten Person sprechen.

    Gut, aber das hat nichts mit Deiner Frage zu tun.
    Ohh, dann habe ich jetzt etwas dazugelernt.
    Die gefährlichste aller Weltanschauungen
    ist die Weltanschauung der Leute,
    welche die Welt nie angeschaut haben.

    von Alexander von Humboldt
    (1769-1859 Naturwissenschaftler, Ethnologe und Geograph)

  10. User Info Menu

    AW: Meine Frau, meine Tochter, mein Sohn

    Der Mann einer sehr guten Freundin spricht in meiner Gegenwart auch immer von "meiner Frau", von den Kindern aber mit Nennung der Namen. Meist hat er mir dann etwas zu berichten, was "seine Frau" anders macht als er und er deshalb nicht gutheißen kann, bzw. er sie kritisieren möchte, vor allem, wenn meine Freundin dabei ist und er sie vor meinen Augen in die Defensive drängt. Ich kann daher nachvollziehen, was Dich stört und nehme das auch so wahr. Zärtlichkeit kann ich darin beim besten Willen nicht entdecken, eher die Angst, nicht gesehen zu werden und sich deshalb profilieren zu müssen.
    Männer sind auch Menschen

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